5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Hessenwasser hat eine verantwortungsvolle Unternehmensführung fest in ihrem Leitbild integriert. Nachhaltigkeit ist Kernbestandteil der unternehmerischen Ausrichtung. Das Handeln in Balance mit Mensch und Umwelt, um Wasser nachhaltig, sicher und zu einem guten Preis bereitstellen zu können, gehört für Hessenwasser damit zum Selbstverständnis.

Die Verantwortung für Nachhaltigkeit bei Hessenwasser liegt bei der Geschäftsführung. Sie entscheidet in Abstimmung mit dem Leitungsteam über die Strategie und die Aktivitäten und schafft die organisatorischen Voraussetzungen für die Umsetzung im Unternehmen. Die Stabsstelle Nachhaltigkeit trägt die Verantwortung für die operative Umsetzung der von der Geschäftsführung definierten Prozesse.

Die Stabsstelle koordiniert die Aktivitäten im Unternehmen, eruiert neue Maßnahmen und Projekte. Für die Nachhaltigkeitskommunikation und Berichterstattung sind die Stabsstellen Nachhaltigkeit und die Unternehmenskommunikation zuständig. Die Expertise der Bereiche wird bei allen fachlichen Fragen – wie bei der Wesentlichkeitsanalyse – einbezogen.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Für die optimale Umsetzung der betrieblichen Prozesse haben wir verschiedene Managementsysteme und Prozesse implementiert. Die wichtigsten davon, welche die Nachhaltigkeitsthemen aus unserer Wesentlichkeitsanalyse (siehe Kriterium 2) betreffen, sind im Folgenden beschrieben:  

Energiemanagementsystem (EnMS)

Das Energiemanagementsystem wurde 2011 eingeführt und hilft uns, den Energiebedarf für die Wassergewinnung und -verteilung zielgerichtet und wirksam zu senken. Seit Implementierung des EnMS wurden zahlreiche Maßnahmen zur Energieeinsparung umgesetzt. Dadurch wurde der Strombedarf je abgegebenen Kubikmetern Trinkwasser zwischen 2010 und 2020 um mehr als12 Prozent gesenkt. Das EnMS ist nach ISO 50001 zertifiziert, wird jährlich überprüft und alle drei Jahre rezertifiziert.  

Betriebliches Gesundheitswesen

Das betriebliche Gesundheitswesen besteht aus drei Säulen: (1) Arbeitsschutzregelungen (darunter fällt u. a. das Angebot arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen im Betrieb), (2) Betriebliches Wiedereingliederungsmanagement und (3) Betriebliche Gesundheitsförderung (darunter fallen u. a. Betriebssport und Gesundheits-Coachings). Während die ersten beiden Säulen gesetzlich verpflichtend sind, ist die Betriebliche Gesundheitsförderung freiwillig und wurde 2014 eingeführt.  

IT-Sicherheitsmanagementsystem

Das IT-Sicherheitsmanagementsystem geht auf die Anforderungen der branchenspezifischen Sicherheitsstandards Wasser/Abwasser (kurz: B3S WA) des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnologie ein. Alle Mitarbeiter*innen werden regelmäßig zu IT-Sicherheit geschult.  

Das Technische Sicherheitsmanagement (TSM)

Das Technische Sicherheitsmanagement (TSM) des DVGW ist ein branchenspezifisches Managementsystem zur Erreichung und Überprüfung der Organisationssicherheit. Die Vorgaben spiegeln u. a. die rechtlichen Anforderungen hinsichtlich Organisation, Anlagensicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz wider. Hessenwasser führte das TSM 2006 ein und gehört zu den ersten hessischen Wasserversorgern mit TSM-Überprüfung.  

Risikomanagementsystem

Hessenwasser verfügt über ein Frühwarn- und Risikomanagementsystem, mit dessen Hilfe Risiken rechtzeitig erkannt werden können. Grundlage der Risikoidentifizierung bilden die Unternehmensziele der Hessenwasser, deren Erreichung durch das Risiko gefährdet werden könnte. Eine Aktualisierung wird im Rahmen einer jährlichen Abfrage durchgeführt. Wesentliche Veränderungen werden auch unterjährig erfasst. Die als wesentlich identifizierten Risiken werden im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung dargestellt und erörtert.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Die Nachhaltigkeitsstrategie der Hessenwasser definiert für jedes Handlungsfeld Leistungsindikatoren, die der Messung der Zielerreichung dienen. Bei der Auswahl der Indikatoren greifen wir, wenn möglich, auf bereits bestehende Prozesse und Managementsysteme (siehe Kriterium 6) zurück. Diese stellen auch sicher, dass die Daten im Zeitverlauf zuverlässig sowie auf konsistente Weise und damit zwischen den Jahren vergleichbar erhoben werden. Bei Kennzahlen, die nicht aus bestehenden Prozessen und Managementsystemen stammen, orientieren wir uns an anerkannten Nachhaltigkeitsstandards und standardisierten Kennzahlensystemen.

Zu den vier Handlungsfeldern haben wir folgende Indikatoren zur Kontrolle und Steuerung unserer Nachhaltigkeitsleistung definiert:  

Handlungsfeld: Sichere, nachhaltige und effiziente Wasserversorgung Handlungsfeld: Sorgsamer Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen Handlungsfeld: Engagement für die Mitarbeiter*innen Handlungsfeld: Verantwortungsvolle Unternehmensführung

* Erzeugter wirtschaftlicher Wert = Umsatzerlöse, Gesellschaftlicher Wertbeitrag = Lohnkosten, Zahlungen an Gesellschafter*innen, Steuern und Investitionen

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Die für Hessenwasser wichtigsten Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen sind das Leitbild, die Unternehmensziele, die Compliance-Richtlinien sowie die Verhaltensgrundsätze für die Mitarbeiter*innen. 

Das Hessenwasser Leitbild ist Grundlage für das Handeln in Verantwortung für unsere Mitarbeiter*innen. Umweltverträglichkeit, soziale Verantwortung und Wirtschaftlichkeit prägen dieses. Es geht auf Inhalt und Rahmen der Unternehmensziele ein, aus denen sich unsere Entscheidungen und unser Handeln ableiten lassen.

Die Unternehmensziele gehen auf die regionale Verantwortung, das wirtschaftliche Handeln, die Versorgungssicherheit und Qualität, die umweltschonende Wassergewinnung und die mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur ein.

Die Compliance-Richtlinien umfassen unter anderem die Verhaltensgrundsätze. Diese beschreiben die grundlegenden Regeln für ein verantwortungsbewusstes Handeln der Mitarbeiter*innen untereinander. Das Regelwerk zum Compliance-konformen Umgang ergänzt die Verhaltensgrundsätze um konkrete Vorschriften für das Verhalten gegenüber Geschäftspartnerschaften und Behörden.

Das Leitbild steht auf den vier Säulen Wirtschaftlichkeit & Zukunftsfähigkeit, Kund*innenorientierung & Qualität, Motivation & Kooperation sowie Nachhaltigkeit & Verantwortung und umfasst folgende Inhalte:  


 
Leitbild für Wirtschaftlichkeit & Zukunftsfähigkeit

Unser Unternehmen

Leitbild für Kundenorientierung & Qualität


Für unsere Kund*innen

Leitbild für Motivation & Kooperation


Unser Team

Leitbild für Nachhaltigkeit & Verantwortung


Gesellschaft 

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Die Vergütung der Geschäftsführung und der Führungskräfte (Bereichsleitung und außertariflich Beschäftigte) setzt sich aus einem fixen Bestandteil und einer leistungsbezogenen Prämie zusammen. Die Leistungsprämie der Geschäftsführung richtet sich zum einen nach der Erreichung der Unternehmensziele, zum anderen nach der Erfüllung der mit dem Aufsichtsrat getroffenen persönlichen Zielvereinbarungen. Die Zielerreichung wird vom Personalausschuss des Aufsichtsrates kontrolliert.

Die Leistungsprämie der Führungskräfte ist abhängig von der Erfüllung der persönlichen Zielvereinbarungen, die jährlich mit den jeweiligen Vorgesetzten getroffen werden. Im folgenden Jahr wird von den Vorgesetzten der Zielerreichungsgrad und die daraus resultierende Leistungsprämie ermittelt.

Alle Mitarbeiter*innen von Hessenwasser erhalten eine Leistungsprämie in Form einer jährlichen Mindestprämie. Diese wird nach Regelung durch die Betriebsvereinbarung garantiert ausgeschüttet. Darüber hinaus werden die Mitarbeiter*innen am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Die Erfolgsbeteiligung ist aus der Überschreitung des Planergebnisses abgeleitet.

Die Zielvereinbarungen und Vergütungen der Geschäftsführung, Führungskräfte und weiterer Mitarbeiter*innen beinhalten ausschließlich finanzielle Nachhaltigkeitsziele. Eine Integration von darüberhinausgehenden Nachhaltigkeitszielen in die Vergütung oder ein nicht-monetäres Anreizsystem sind derzeit nicht geplant.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Die Entlohnung bei Hessenwasser erfolgt nach dem Tarifvertrag für Versorgungsunternehmen (TV-V). Das Vergütungssystem für die Geschäftsführung und die Führungskräfte ist in Kriterium 8 erläutert. Weitere Informationen zur Vergütung und leistungsbasierter Vergütung finden sich in Kriterium 8.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Aus Vertraulichkeitsgründen machen wir zu diesem Indikator keine öffentlichen Angaben.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Mit den Anspruchsgruppen im Dialog zu stehen und unterschiedliche Interessen bei der Nutzung der Wasserressourcen zu vereinbaren – zum Beispiel die Anforderungen von Siedlungsbau, Landwirtschaft, Verkehr, Industrie und Gewerbe – gehört zu den zentralen Aufgaben von Hessenwasser. Dabei gilt: Die Nutzung von Grundwasser als Trinkwasser hat nach deutschem Recht ausdrücklich Vorrang vor allen anderen Nutzungen.

Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse (siehe Kriterium 2) haben wir einen Führungskräfte-Workshop durchgeführt, bei dem wir die für Hessenwasser wichtigsten Stakeholder*innen im Rahmen eines Führungskräfte-Workshops identifiziert und die Zusammenarbeit mit diesen dargestellt haben:

Gesellschafter*innen Regelmäßige Abstimmung mit den Gesellschafter*innen Mainova, ENTEGA, ESWE und Riedwerken in Aufsichtsratssitzungen, im Strategie-Board und in Controller-Runden
Kund*innen
(direkte Kund*innen)
Kontinuierlicher Austausch über Vertrieb, Kund*innenbefragungen, Magazin Inside-out, Kunden-Events wie Format „Trinkwasser im Gespräch“
Verbraucher*innen 
(indirekte Kund*innen)
Sensibilisierung zum nachhaltigen Umgang mit Wasser überMedienarbeit und Bildungsangebote für Schulen.
Verbände Interkommunale Zusammenarbeit, regelmäßige Abstimmung mit Verbandsvorstehern, Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein-Main (WRM)
Kommunen Austausch mit gewählten Vertreter*innen (insbesondere Stadtoberhäuptern) und Fachdezernaten
Behörden Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Wasserbehörden (u. a. Umwelt, Gesundheit, Natur, Wasserwirtschaft)
Landwirtschaft Landwirtschaftliche Kooperationen in Trinkwasserschutzgebieten, Beratung zum Trinkwasserschutz, Beteiligung am Projekt „Förderung des Ökolandbaus“
Umweltverbände und NGOs Themenbezogene Zusammenarbeit bei Bauvorhaben, Schaffung von Ausgleichsflächen, Projekten zur Artenvielfalt
Beschäftigte Betriebliche Mitbestimmung über Betriebsrat, Gewerkschaften, regelmäßige Mitarbeiter*innengespräche
Medien Klassische Medienarbeit in Print, Radio und TV sowie Social Media (Twitter, Facebook)
Fachverbände und kommunale Spitzenverbände Verbandsarbeit durch Beteiligung an Fachgremien, Stellungnahmen zu technischen und politischen Fragen und Entwicklung von Branchenstandards
Wissenschaft Mitarbeit in nationalen und europäischen Wasserforschungsprojekten, Praxispartnerschaften für Forschungsvorhaben, Fachartikel von Hessenwasser-Fachleuten

Die Ergebnisse der Zusammenarbeit werden in den entsprechenden Bereichen zusammengestellt und dienen als Grundlage für das weitere Stakeholder-Management. Denn nur auf Basis neuester Erkenntnisse und eines aktiven Dialogs kann eine sichere Trinkwasserversorgung zu angemessenen Preisen und ein hoher Qualitätsstandard gewährleistet werden.

Wir arbeiten stets an den aktuellen Themen von Wasserversorgung und Wasserwirtschaft mit und gestalten somit die zukünftigen Entwicklungen bei technischen Herausforderungen und bei politisch-strategischen Fragen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Die in der Wesentlichkeitsanalyse (Kriterium 2) ermittelten Themen beinhalten die geäußerten Anliegen und Themen der Anspruchsgruppen von Hessenwasser.

Um die Kund*innenzufriedenheit zu ermitteln, führte Hessenwasser im Jahr 2018 zudem eine Kund*innenbefragungen durch. Das Feedback der Befragung ordneten wir neun Handlungsfeldern zu: Die aus dem Feedback abgeleiteten Handlungsfelder ermöglichen uns, unsere Kund*innen gezielt zu unterstützen, wobei das Ergebnis einen Wert von 1,3 in der Globalzufriedenheit aufzeigte.

Darüber hinaus steht die Unternehmensentwicklung sowie der Bereich Wasserwirtschaft & Qualität im stetigen Austausch mit den Anspruchsgruppen.

Im Bereich Wasserwirtschaft und Qualität wurde um Unterstützung zu Wasserversorgungskonzepten, bei Managementsystemen (TSM, Akkreditierung n. DIN EN 17025) und bei der Umsetzung der Trinkwasserrichtlinie gebeten sowie für die Interessensvertretung der Branche gebeten.

Im Kontakt mit seinen Geschäftspartner*innen hat unser Kunden- & Bezugsmanagement das Anliegen der Angemessenheit der Preisbildung sowie die Erwartungen eines möglichst hohen vorsorgenden Ressourcenschutz aufgenommen.  

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Die Nutzung der natürlichen Ressource Wasser ist elementar für die Tätigkeit der Hessenwasser. Mit unserer Geschäftstätigkeit geht eine große Verantwortung einher. Nachhaltigkeitsaspekte, insbesondere der Umwelt-, Natur- und Gewässerschutz, spielen daher in allen Stufen der Wertschöpfungskette eine zentrale Rolle.  

Gewinnung

Bei der Wassergewinnung und -verteilung setzten wir uns für biologische Vielfalt sowie den Gewässerschutz ein. Wir fördern den ökologischen Landbau und beraten zur Prüfung auf Umwelt- und Trinkwasserverträglichkeit durch. Durch eine Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen nach den Regeln des ökologischen Landbaus ist ein geringer Eintrag von Nitrat und Pflanzenschutzmitteln zu befürchten. Im Sinne des vorsorgenden Gewässerschutzes stehen wir im intensiven Austausch mit lokalen Landwirten und sind seit vielen Jahren in landwirtschaftlichen Kooperationen tätig.  

Verteilung

Hessenwasser fördert durch Innovationsprozesse im Bereich des Lastmanagements und agiler Arbeitsprozesse die Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens. Darüber hinaus optimieren wir die Energieeffizienz beim Betrieb der Transportleitungen.

Bei der technischen Planung für neue Leitungsabschnitte beteiligen wir auch die vom Bau Betroffenen. Parallel dazu führten wir Gespräche mit Naturschutzverbänden, faunistischen Expert*innen und den zuständigen Behörden. Das Ergebnis soll eine von allen Beteiligten getragene Trassenführung sein, bei der negative Auswirkungen auf Natur, Wasser und Bevölkerung weitestgehend vermieden werden.    

Nutzung

Hessenwasser sucht die Kommunikation mit Verbraucher*innen auf, indem wir zum umweltverträglichen Umgang mit Arzneimittelabfällen sensibilisieren und somit deren Freisetzung in das Wasser verringern. Darüber hinaus sensibilisieren wir Verbraucher*innen zum nachhaltigen Wasserkonsum über Medienarbeit und Bildungsangebote für Schulen, um ein Bewusstsein für eine Lebensweise in Harmonie mit der Natur zu vermitteln und Wasserressourcen zu schützen.  


Innovationsprozesse bei Hessenwasser

Digitale Fernwirk- und Leitsysteme

Die Trinkwassertransportnetze bringen das Lebensmittel Nr. 1 zuverlässig zu den Kommunen, und verteilen es von dort aus in die Haushalte. In unserer Leitzentrale steuern und überwachen unsere Teams alle Anlagen und Netze von Hessenwasser, hier findet das sogenannte Lastmanagement statt. Dies erfolgt mittels digitaler Fernwirk- und Leitsysteme. Umfangreiche Technik und Software ermöglichen es, dass die Wasserversorgung in einem Großteil unseres Versorgungsgebiets bereits automatisiert geregelt wird. Gleichzeitig stellt dies auch große Anforderungen an die IT-Sicherheit.  

Reifegradmodell Wasserversorgung 4.0

Wir arbeiten daran, weitere Prozesse in unserem Unternehmen schrittweise zu digitalisieren. Dabei nutzen wir das sogenannte Reifegradmodell, das wir im Rahmen des Forschungsprojekts „Reifegradmodell Wasserversorgung 4.0“ eingeführt haben. Das Forschungsprojekt wird vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) gefördert und unter der Leitung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wasserforschung (IWW) durchgeführt. Wir beteiligen uns zusammen mit 14 weiteren Unternehmen in der Wasserversorgung. Durch Digitalisierung wollen wir mehr Daten erheben und diese besser analysieren. So können wir den Wasserbedarf und die Anlagenauslastung genauer vorhersehen und den Betrieb, den Ausbau sowie die Instandhaltung der Infrastruktur langfristiger planen. Die Auslastung der Wasserwerke von Hessenwasser (ohne Wachenbuchen) entspricht im Berichtsjahr in Bezug auf die nutzbare Wassermenge (Gewinnung) 81,5 % und in Bezug auf die technische Kapazität (Aufbereitung) 78,0 %. Im Lastmanagement helfen uns solche Prognosen schon heute, die sommerlichen Spitzenlasten besser zu steuern. Letztlich tragen digitale Lösungen dazu bei, die Versorgungssicherheit zu steigern.  

Agiles Arbeiten – moderne Arbeitsmethodik bei Hessenwasser

Seit 2018 gehen wir mit unserem Projekt „a3: Erfahren, Gestalten, Wachsen“ zum agilen Arbeiten neue Wege in der Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens. Ziel des Projekts ist es, das selbstständige Arbeiten in kleinen Teams zu fördern. Dadurch erhalten die Menschen mehr Flexibilität darin, wie sie ihre Aufgaben erledigen, und übernehmen gleichzeitig mehr Eigenverantwortung. So wollen wir die Zusammenarbeit einfacher und effizienter gestalten und motivierende Arbeitsbedingungen schaffen, in denen jede und jeder Einzelne die eigenen Ideen und persönlichen Fähigkeiten bestmöglich einbringen kann. Besonders freuen wir uns, wenn unsere Mitarbeiter*innen sich privat engagieren. Viele unserer Beschäftigten sind beispielsweise ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr oder beim Technischen Hilfswerk (THW) tätig. Um sie dabei zu unterstützen, stellt Hessenwasser sie für die ehrenamtliche Arbeit frei.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Hessenwasser tätigt mit Ausnahme von Darlehen an Mitarbeiter*innen keine Finanzanlagen, eine Auswahlprüfung nach Umwelt- oder Sozialfaktoren erfolgt daher nicht.