5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die Geschäftsführung von SBH trägt strategische und übergeordnete Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit. Die Verantwortung für Einzelthemen liegt bei den jeweiligen Führungskräften der entsprechenden Abteilungen. So sind beispielsweise im Zentralen Facility Management die Teams Baustandards und Energiemanagement für die technisch-energetische – und nachhaltige – Weiterentwicklung von Gebäudekonzepten verantwortlich, während sich in der Personalabteilung ein Team mit dem Thema nachhaltige Personalentwicklung beschäftigt. Die operative Verantwortung und Umsetzung der im Zentralen Facility Management entwickelten Konzepte und Standards in Bau und Bewirtschaftung liegt in den Teams der Schulbau-Regionen. Des Weiteren hat SBH fachliche Kontrollstufen eingerichtet: Dies sind einzelne Teams aus den Bereichen Finanzen (z.B. Controlling), Unternehmensentwicklung (z.B. Einkauf und Vergabe, Personal) oder dem Zentralen Facility Management (Energiemanagement, technische Beratung).

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Nachhaltiges Handeln spiegelt sich in diversen Bereichen des Unternehmens wieder und ist Teil unserer übergreifenden Unternehmenskultur. Dies ist auch an den 2019 neu formulierten Leitsätzen ablesbar, die allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als Orientierung und Wegweiser dienen:  
Für die Umsetzung einzelner Nachhaltigkeitsthemen zeichnen sich die jeweiligen Abteilungen zuständig. Allgemeingültige Nachhaltigkeitsanforderungen hat SBH z.B. in Leitfäden und Checklisten oder in Leistungsbeschreibungen verankert. Die Umsetzung und Ergebnisse werden systematisch, u.a. in CAFM-Systemen dokumentiert. Durch die geplante Einführung der BIM-Methode können wir den Bau- und Bewirtschaftungsprozess digitalisieren und damit noch stärker dokumentieren. Die Umsetzung politischer Vorgaben zur Nachhaltigkeit oder Verbesserungen energetischer Standards dokumentiert das Unternehmen damit noch transparenter.  

Innerhalb der Freien und Hansestadt Hamburg gilt zudem der Leitfaden für die umweltfreundliche Beschaffung, den SBH umsetzt und der auch für sämtliche Kooperationsfirmen von SBH gilt. Sie werden zwar nicht systematisch auditiert, müssen allerdings mögliche Nachhaltigkeitskriterien in Ausschreibungen erfüllen, um für den Zuschlag eines Auftrags berechtigt zu sein.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

SBH hat festgelegte Leistungsindikatoren, bzw. Größen, die sich aus einzelnen Zielen ableiten und den Erfolg oder Umsetzungsgrad einer Maßnahme messen. Diese beziehen sich zum einen auf Ziele der Nachhaltigkeit, zum anderen auf weitere unternehmerische Ziele. Die Ergebnisse werden durch SBH in Datenbanken erfasst und können für die Steuerung von Zielen oder das Controlling jederzeit abgerufen werden.  

Die Verantwortung für die Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten liegt grundsätzlich beim jeweiligen Themenverantwortlichen – standortbezogene Daten oftmals im operativen Bereich. Alle Führungskräfte sind veranlasst, die zuverlässige Dokumentation von Leistungsindikatoren in ihren Teams zu gewährleisten.  

Grundsätzlich werden die folgenden Steuerungsgrößen regelmäßig erfasst:

Ökonomisch: jährliche Investitionssummen in Neubau, Zubau, Sanierung, Abbruch (Rahmenplan Schulbau) und Instandhaltung; jährliche Klassifizierung des Gebäudeportfolios nach Gebäudezustandsklassen und deren Durchschnittsnote (für den Werterhalt der Gebäude soll diese jährlich gesteigert werden)
Ökologisch: Energie- und Wasserverbrauch der Zentrale und des Portfolios, CO2-Ausstoß von Schulen; Erfassung der relevanten Gebäudetechnik (Austausch- und Erneuerungsbedarf)
Sozial: Schulstandorte und deren Grad an Barrierefreiheit, Prozentsatz an Beschäftigten mit Schwerbehinderung  

Im Rahmen des Nachhaltigkeitsberichts 2020 berichtet SBH erstmals nach den GRI-Leistungsindikatoren. Die Daten hinter den Leistungsindikatoren stammen für diesen ersten Nachhaltigkeitsbericht aus den Fachbereichen. Da SBH bisher keine systematische und ganzheitliche Erfassung der GRI-Leistungsindikatoren umgesetzt hat, befindet sich ein systematisches Kontrollsystem, insbesondere für alle bisher nicht erfassten Indikatoren, noch im Aufbau. Durch den Aufbau der systematischen Erfassung kann es dazu kommen, dass einzelne Indikatoren im Laufe der Zeit verfeinert werden. Zwecks Vergleichbarkeit ist es unser Ziel, auf veränderte Indikatoren hinzuweisen.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Schulbau Hamburg handelt nach dem Anspruch und Selbstverständnis, den Menschen für ihre Bildung die bestmögliche Umgebung zu schaffen. Gleichzeitig tragen wir übergeordnet zur qualitativen Entwicklung der Quartiere bei. Dabei setzt SBH auf einen engen Dialog mit Kundinnen und Kunden sowie Nutzerinnen und Nutzern der Immobilien. Unser Ziel ist eine langfristige Zufriedenheit. Die Nutzerinnen und Nutzer werden z.B. in der „Phase Null“, also mit Beginn einer Bau- oder Sanierungsplanung, von SBH in die Aktivitäten einbezogen. Damit können die Bedürfnisse und Vorstellungen von Anfang an berücksichtigt werden.  

Als Landesbetrieb der Freien und Hansestadt Hamburg schafft SBH zukunftsweisende städtebauliche und funktionale Konzepte für Bildungsbauten. Gemäß der Grundsätze des Geschäftsmodells agiert SBH als Immobilien-Realisierungsträger und erbringt Planungs-, Bau- und Bewirtschaftungsleistungen terminsicher zu festen Preisen und Qualitäten. SBH gewährt damit Planungssicherheit durch Kostenstabilität. Unser Grundsatz ist es, mit allen Partnerinnen und Partnern konsequent auf Fairness, Respekt und Kooperation zu setzen.  

Als Grundlage für die Steuerung von SBH entlang wirtschaftlicher und nicht-monetärer Leistungsindikatoren, strebt das Unternehmen die Nutzung einer Balanced Scorecard zur Messung dieser Indikatoren an. Es wird beispielsweise bewertet, inwiefern der Kundenutzen für Eigentümer und Mieter als zentraler Handlungsparameter bedacht und erfüllt wird. Ein weiterer Indikator wäre das Messen der Mitarbeiterbindung, um Aussagen für das Ziel, die Arbeitgeberattraktivität zu steigern, treffen zu können. Des Weiteren könnten Parameter wie eine Klimaschutzbilanz oder Indikatoren zur Prozessoptimierung einfließen.  

Seit 2019 bestehen bei SBH fünf Leitsätze (s. Kriterium 6), die unsere Unternehmenskultur widerspiegeln und das Handeln aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestimmen: Rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben diese Leitsätze gemeinsam erarbeitet, formuliert und in Workshops dem gesamten Kollegium vorgestellt. Alle Abteilungen bei SBH haben teamweise Handlungsprämissen aus diesen Sätzen abgeleitet.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Beschäftigte bringen sich bei SBH über das Betriebliche Vorschlagwesen ein, das ihre nachhaltigen Ideen prämiert. Sie sind beispielsweise darauf gerichtet, Arbeitsabläufe zu erleichtern, Doppelarbeit zu vermeiden, die Arbeitssicherheit zu erhöhen oder den Umweltschutz zu fördern. Verbesserungsvorschläge von überragender Bedeutung oder mit lang anhaltender Wirkung können mit mehr als 1.500 Euro prämiert werden. Die außertariflich beschäftigten Führungskräfte vereinbaren mit ihren Vorgesetzten jährlich durch abgeschlossene Ziel- und Leistungsvereinbarungen (ZLV) Ziele, die unter anderem auch dem Nachhaltigkeitsaspekt Rechnung tragen. Die Zielerreichung der ZLV der Geschäftsführungsmitglieder werden vom Aufsichts- und Verwaltungsrat gezeichnet. Im Übrigen werden die ZLV mit der Geschäftsführung, bzw. den Bereichsleitungen vereinbart und kontrolliert.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Das höchste Kontrollorgan bei SBH ist der Verwaltungsrat. Der Verwaltungsrat von SBH erledigt seine Aufgaben ohne den Erhalt von Bezügen. Er vereinbart mit der Geschäftsführung die Jahresziele. Zu den Führungskräften bei SBH und GMH gehören die Geschäftsführung und als zweite Ebene die Bereichsleitungen. Bis zur dritten Ebene, den Abteilungsleitungen, werden Zielvereinbarungen getroffen. Die Bezahlungssysteme des TV-L und die Besoldungsordnungen sehen keine flexiblen Vergütungs- oder Besoldungsbestandteile vor. Die Gehälter der Geschäftsführung von SBH werden gemäß Nr. 1.6.3.3 der VV zu § 106 LHO nicht offengelegt (nach § 285 Abs. 9 HGB).

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Bei SBH ist das höchste Gehalt ist 3,0 mal höher als der Median aller anderen Gehälter.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.



SBH hat mit der Methodik des Stakeholderradars interne und externe Anspruchsgruppen identifiziert. Anspruchsgruppen zeichnen sich dadurch aus, dass ein regelmäßiger Dialog oder eine Zusammenarbeit mit den Beteiligten stattfindet. Interne Anspruchsgruppen fassen unterschiedliche Gruppen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen, die einzeln oder gemeinsam gleiche oder ähnlich gelagerte Interessen vertreten. Externe Anspruchsgruppen sind alle Stakeholder, die im Rahmen der Miet- und Eigentumsverhältnisse mit SBH verbunden sind, sowie enge mittel- bis längerfristige Kooperationspartner aus den Bereichen Planung, Bau und Bewirtschaftung. Hinzu kommen Akteure der Hamburger Politik sowie die Nutzerinnen und Nutzer der Gebäude – zum Beispiel Schulgemeinschaften oder Sportvereine.  

SBH steht mit allen Stakeholdern im regelmäßigen Dialog, der sich je nach Zielgruppe unterschiedlich gestaltet. Darüber hinaus stehen Feedback-Instrumente zur Verfügung, die beispielsweise Rückmeldungen zur Zusammenarbeit ermöglichen, aber auch zur langfristigen und nachhaltigen Verbesserung von Prozessen und Produkten beitragen. Zu den Instrumenten zählen: ein umfangreiches Berichtswesen, Regeltermine und Einzelveranstaltungen, Kundenumfragen mit Schulleitungen, Befragungen mit Handels- und Handwerkskammer sowie Feedbackrunden mit Vertragsfirmen (z.B. im Kontext des Planerpools aus Büros für die technische Gebäudeausstattung).Bei Bauprojekten bindet SBH die zukünftigen Nutzergruppen im Rahmen einer „Phase Null“ in den Planungsprozess ein. Der Dialog ist nach wie vor die wichtigste Form, um auf kurzem Wege Rückmeldungen einzuholen, Ideen zu bewerten und diese auch im Bereich Nachhaltigkeit umzusetzen. Da fast alle Stakeholder in Hamburg ansässig sind, erleichtert die räumliche Nähe diesen Austausch. In einigen Fällen gibt es spezielle Arbeitsgruppen zu nachhaltigen Themen – etwa mit Schulleiterinnen und Schulleitern zum Thema Mülltrennung. Zudem hat es sich als erfolgreich erwiesen, direkte Ansprechpersonen bei Kooperationsfirmen zu etablieren, um in Nachhaltigkeitsthemen besser zusammenzuarbeiten. Ein gutes Beispiel ist der direkte Ansprechpartner bei der Hamburger Stadtreinigung.  

Für diesen Nachhaltigkeitsbericht hat SBH ausgewählte Stakeholder im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse befragt. Zudem ist geplant, den Nachhaltigkeitsbericht später Stakeholdern detaillierter vorzustellen und Feedback einzuholen. In zukünftigen Nachhaltigkeitsberichten soll das Feedback der Stakeholder noch systematischer einfließen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Politik, Hamburger Bürgerschaft, Senat und weitere Ministerien: SBH erreichen regelmäßig kleine und große Anfragen zu sämtlichen Spektren des Bildungsbaus (z.B. geplante Um- und Neubauten, insb. im Kontext von Quartiersentwicklungen, Klimakennzahlen, spezifischen Anfragen zu bestimmten Standorten etc.). Alle Anfragen werden von den jeweils zuständigen Ansprechpersonen beantwortet.  

Eine besonders relevante Stakeholdergruppe stellen die Nutzerinnen und Nutzer der Bildungsbauten dar. Schulleitungen befragt SBH deshalb alle zwei Jahre im Rahmen einer Kundenumfrage zur ihrer Zufriedenheit. Themen sind u.a. die Erreichbarkeit und Qualität der Zusammenarbeit mit Beschäftigten von SBH. Die Ergebnisse werden auf Leitungsebene und innerhalb der Region analysiert und besprochen. Auf diese Weise kann SBH Mechanismen zur Optimierung erarbeiten. Zudem werden die Schulleitungen sowie Teile des Lehrpersonals zu Beginn einer Bau- oder Sanierungsmaßnahme im Rahmen der „Phase Null“ in den Planungsprozess einbezogen. Hier können sie ihre Vorstellungen und Konzepte zur Gestaltung und Anordnung von Räumen einbringen. Je nach Machbarkeit gehen die Vorschläge direkt in die weitere Bauplanung mit ein. Mit einer kleineren Gruppe an Schulleitungen besteht ein Dialog zum Thema Recycling, um sich in diesem Feld auf gemeinsame Vorgehensweisen zu einigen.  

Externe Planerinnen und Planer – sowie weitere Kooperationsfirmen mit denen SBH zusammenarbeitet – stehen im regelmäßigen Austausch mit den Projektverantwortlichen. In der Regel stehen technische Anforderungen bei Baumaßnahmen oder Details zur Umsetzung von Dienstleistungen im Vordergrund der Besprechungen. Zudem gibt es spezielle Feedbackrunden mit dem Planerpool aus Büros für technische Gebäudeausstattung. Die Rückmeldungen gehen direkt in zentralen Abteilungen sowie an die verantwortlichen Projektsteuerer.  

Sportvereine werden durch den Hamburger Sportbund (HSB) vertreten. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Bezirke treffen sich HSB und SBH in regelmäßigen Runden. Sämtliche Belange, wie Hallenzeiten, Hallenausstattung oder Sondernutzungen, werden hier besprochen. Zu Entscheidungen, welche das weitere Handeln von SBH betreffen, informieren wir die jeweiligen Standortverantwortlichen, die getroffene Maßnahmen anschließend umsetzen.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Schulen sind elementare Orte staatlicher Daseinsfürsorge, in denen rund 200.000 Hamburger Schülerinnen und Schüler Zugang zu Bildung und Wertevermittlung erhalten. SBH schafft dafür gute Räume, die durch ein behagliches Raumklima das Lernen, die Konzentration und die Kreativität fördern. Schulen bilden einen zentralen Ort im Quartier, der auch außerhalb der Schulnutzung wichtige Aufgaben erfüllt: als Treffpunkt für die Nachbarschaft, Trainingsort für 800 Sportvereine und als Raum für vielfältige kulturelle und soziale Drittnutzer. Mit neuen Sportflächenkonzepten antwortet SBH auf die wachsende Beliebtheit von Individualsportarten. Neue pädagogische Architektur, wie offene Lernlandschaften, bietet Lösungen für veränderte Lehr- und Lernkonzepte. Die Barrierefreiheit ist integraler Bestandteil der Planung.

Bildungsbauten haben dennoch klare Umweltauswirkungen: Flächen werden versiegelt, Baumaterial mit hohem Wasser- und Energieaufwand hergestellt. Im Bestand setzt sich der Einsatz erneuerbarer Energien nicht immer in der gewünschten Geschwindigkeit fort. Gebäudenutzer könnten noch besser für den sorgsamen Umgang mit Ressourcen sensibilisiert werden, um Energie- oder Wasserverschwendung zu vermeiden.

Für SBH ist es deshalb von hoher Bedeutung, bei all diesen Themen den Dialog mit Beteiligten zu suchen, Lösungen zu finden und durch einen verstärkten Erfahrungsaustausch von guten Beispielen zu profitieren. Mit der Stadtreinigung Hamburg arbeiten wir zukünftig an einem verbesserten Abfallvermeidungskonzept. Schulen können am Programm Energie4 teilnehmen, das nachhaltiges Verhalten belohnt. Intern beschäftigen sich drei Entwicklungsteams mit nachhaltigen Innovationen für Gebäude, Prozessoptimierung sowie Personalentwicklung. Aus ihren Ideen und Piloten entstehen Empfehlungen für den operativen Bereich. Wichtig sind aber auch Austausch und Kommunikation über Abteilungsgrenzen hinweg, um einen ganzheitlichen Blick auf Themen zu entfalten. Dafür hat SBH Formate zum Erfahrungsaustausch eingeführt. Die 2020 neu eingeführte Organisationsstruktur in den Regionen hat die weitere Verzahnung und eine nachhaltigere Zusammenarbeit vorangetrieben.

Eine voranschreitende Digitalisierung und Automatisierung sowie nachhaltigere Energiekonzepte lassen SBH und alle Kooperationspartner von nachhaltigen Entwicklungen profitieren: Die geplante Einführung der Building Information Modeling (BIM)-Methodik wird zu einer Zeit- und Ressourcenoptimierung und einer besseren Vermeidung hoher Materialverbräuche führen. Eine Optimierung der Bewirtschaftung wird erzielt, indem bereits bei der Planung auf diese Phase (lebenszyklisches Denken) geachtet wird. Automatisierungssysteme sollen künftig den Energieverbrauch in Gebäuden reduzieren. SBH hat dies 2020 im Bereich der Heizungssteuerung pilotiert. Eine KI beheizt Räume nur dann, wenn sie auch tatsächlich genutzt werden. Dies spart nicht nur Kosten, sondern erlaubt auch ein besseres digitales Monitoring der technischen Anlagen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Der Leistungsindikator hat bei SBH | Schulbau Hamburg keine Relevanz, da SBH als öffentlicher Landesbetrieb keine Investitionen in Finanzanlagen tätigt.