5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Der Vorstand der Sparkasse trägt als Konzernvorstand die Gesamtverantwortung für das Thema Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeitsbeauftragte Organisationseinheit für den Konzern ist die Abteilung Vorstandsstab/Kommunikation der Sparkasse, die auch für die Erstellung des Nichtfinanziellen Konzernberichtes zuständig ist und die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsaktivitäten steuert und koordiniert. Es wird darauf geachtet, dass Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe verstanden wird, die auf allen Ebenen und in sämtlichen Bereichen des Konzerns zu berücksichtigen ist. Um dies zu unterstreichen, wurde im Berichtsjahr eine strategische Maßnahme zur Erstellung eines Vorgehensmodells inkl. Zielbild beschlossen (siehe Kriterium 1), die weitestgehend alle Bereiche umfasst.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Es ist ein Anliegen des Konzerns, sein Handeln auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit fortlaufend zu verbessern. Im Berichtsjahr wurden Aktivitäten zur Etablierung eines Nachhaltigkeitsmanagements umgesetzt. Die Abteilung Vorstandsstab/Kommunikation informiert über wesentliche interne und externe Entwicklungen im Bereich der Nachhaltigkeit. Die prozessuale Verankerung des Nachhaltigkeitsmanagements im Konzern wird im Rahmen der Umsetzung der beschlossenen strategischen Maßnahme für das Nachhaltigkeitsmanagment im Jahr 2021 etabliert. Hierzu soll unter anderem die Entwicklung und Umsetzung einer Maßnahmenplanung für den Bereich Nachhaltigkeit in den vom Konzern definierten Handlungsfeldern sowie deren regelmäßiges Monitoring zählen. Im Zuge der Erstellung des Nichtfinanziellen Konzerberichtes werden die relevanten Querschnittsbereiche der Sparkasse und Weberbank einbezogen. Die bestehenden Prozesse werden regelmäßig, mindestens einmal jährlich, überprüft. Ein entsprechender Prozess zur Erstellung des Nichtfinanziellen Konzernberichts ist in einer Arbeitsanweisung geregelt.

Mit dem Ziel der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Prozesse werden durch die MBS regelmäßig Umfragen bei den Kunden durchgeführt, beispielsweise mit After-Call-Befragungen durch das KundenServiceCenter. Die Rückmeldungen der Kunden geben wichtige Anregungen, die täglichen Abläufe kontinuierlich zu verbessern.

Kundenbeschwerden werden im Rahmen eines klar definierten Impuls-Managements bearbeitet.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Einen wesentlichen Leistungsindikator zur Bewertung von Nachhaltigkeit stellt für den Konzern die Cost-Income-Ratio dar. Ein striktes Kostenmanagement bildet die Basis des Handelns. Ebenso steht die kontinuierliche Optimierung von Prozessen und Strukturen fortlaufend im Fokus, um die operative Exzellenz weiter auszubauen. Auch für die Zukunft bleibt es Anspruch, aus einer Position der betriebswirtschaftlichen Stärke nachhaltig handeln und gestalten zu können.

Der Konzern überprüft, welche weiteren Leistungsindikatoren zur Steuerung und Kontrolle von Nachhaltigkeitszielen in der Zukunft festzulegen sind.

In der Erklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex wird sich der Konzern in Zukunft mit den Leistungsindikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) auseinandersetzen, die die Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit nicht nur sichtbar, sondern auch vergleichbar machen. Hierzu sind geeignete Kontrollen zu etablieren.

Des Weiteren wird sich der Konzern mit Aufstellung des Vorgehensmodells inkl. Zielbild in 2021 längerfristige Ziele setzen, deren Umsetzung im Rahmen einer strategischen Maßnahme kontinuierlich überprüft wird. Die entsprechenden Kontroll- und Berichtsmechanismen werden im folgenden Berichtsjahr etabliert.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Entsprechend den Unternehmensleitlinien handeln die Sparkasse und die Weberbank im Interesse ihrer Kunden sowie ihrer Region.

Durch das Angebot und die Beratung der Sparkasse werden für alle Zielgruppen bedarfsgerechte Lösungen sichergestellt. Die Nähe zum Kunden wird durch ein flächendeckendes Geschäftsstellennetz einschließlich der SB-Standorte sowie durch mediale Zugänge und ein Angebot an Finanzdienstleistungen erreicht. Die Sparkasse leistet mit ihren Stiftungen und Förderungen einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung des öffentlichen Lebens. Um künftigen Generationen eine gute Perspektive zu bieten, fördert sie Wachstum, das ökonomisch, sozial und ökologisch tragfähig ist.

Als Finanzdienstleister sind sich die Sparkassenmitarbeiter ihrer hohen Verantwortung bewusst. Denn ohne das Vertrauen der Bevölkerung, der Träger, Mitarbeiter und Aufsichtsinstitutionen in die Integrität der Sparkasse würde eine unabdingbare Notwendigkeit für das weitere unternehmerische Handeln der Sparkasse fehlen. Die Kunden und Nichtkunden der Sparkasse erwarten ein allzeit integres Verhalten. Dies wird durch Verhaltensgrundsätze, die gelebt werden, sichergestellt.

Die Sparkasse setzt das in der gesamten Sparkassengruppe verankerte Konzept einer ganzheitlichen Beratung um, welches auch die Berücksichtigung sozialer, ökologischer und sonstiger ethischer Werte der Kunden umfasst.

Als regionales Institut kennt die Sparkasse die lokalen Begebenheiten und eine Vielzahl der hier lebenden Menschen persönlich. Die Pläne und Bedürfnisse dieser Menschen stehen im Mittelpunkt des Handelns der Sparkasse.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Zentrale Bestimmungen zur Ausgestaltung der Vergütungssysteme enthält die auf der Grundlage des §25a Abs. 6 KWG erlassene Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV). Die Vergütungsrichtlinien der Sparkasse sowie der Weberbank setzen die Anforderungen der Institutsvergütungsverordnung sowie dem Besonderen Teil 8 der Mindestanforderungen an die Compliance-Funktion (BT 8 MaComp) um.

Die Sparkasse ist tarifgebunden. Aus diesem Grund finden auf die Arbeitsverhältnisse der Sparkassenbeschäftigten die Tarifverträge für den öffentlichen Dienst, insbesondere der TVöD Sparkassen, Anwendung. Darin enthalten ist die jährliche tarifliche Sparkassensonderzahlung (SSZ), für die die Regelungen der zugrundeliegenden Dienstvereinbarung gelten. Während der überwiegende Teil der Beschäftigten (96,7 %) eine Vergütung auf tariflicher Basis erhält, erfolgt die Vergütung weiterer Beschäftigter, einschließlich der Vorstandsmitglieder und des stellvertretenden Vorstandsmitgliedes (3,3 %) auf Grundlage einer außertariflichen Regelung.

Alle Beschäftigten, einschließlich des Vorstandes und der Führungskräfte, können unternehmenserfolgsabhängig eine variable außertarifliche Vergütung im Rahmen eines leistungsorientierten Systems erhalten. Voraussetzung für die variable Vergütung ist ein strategisches Mindest-Betriebsergebnis der Sparkasse, welches auf den langfristigen und nachhaltigen Geschäftserfolg ausgerichtet ist. Die dabei mit den Führungskräften und Mitarbeitern vereinbarten qualitativen und quantitativen Ziele, die sich unter anderem an den Bedürfnissen der Kunden orientieren, sind aus der Geschäftsstrategie abgeleitet.

Fixe und variable Vergütungsanteile stehen in einem angemessenen Verhältnis zueinander.

Der variable Vergütungsanteil darf dabei maximal 50 % der fixen Vergütung betragen.

Zusätzliche Altersvorsorgebeiträge der Mitarbeiter sind tariflich vereinbart. Unter dem Motto „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ können Mitarbeiter bei erfolgreicher Neueinstellung eines geworbenen Mitarbeiters eine zusätzliche Prämie erhalten. Zudem verfügt die Sparkasse über ein etabliertes betriebliches Vorschlagswesen, welches Verbesserungsvorschläge prämiert.

Der Verwaltungsrat wird jährlich mit Hilfe der nichtfinanziellen Erklärung über den aktuellen Sachstand der Nachhaltigkeitsbemühungen infomiert. Eine standardisierte Kommunikation über Nachhaltigkeitsziele erfolgt bisher nicht.

Derzeit gibt es keine explizit definierten Nachhaltigkeitsziele, die Bestandteil der Evaluation des Vorstandes durch den Verwaltungsrat sind.

Die Weberbank unterliegt dem Manteltarifvertrag für das private Bankgewerbe und die öffentlichen Banken. Die Angestellten der Weberbank werden entsprechend ihrer Ausbildung, Erfahrung und individuellen Tätigkeit entweder nach Tarif oder darüber hinaus vergütet. Die jährliche Vergütung der Mitarbeiter setzt sich aus einem Jahresfestgehalt und einer möglichen Bonuszahlung zusammen. Darüber hinausreichende Anreizsysteme gibt es in der Weberbank nicht.

Auch in der Weberbank werden derzeit keine Nachhaltigkeitsziele zur Evaluierung des Vorstandes definiert.

Im Rahmen einer Risikoanalyse der Vergütungssysteme (freiwillige Selbsteinschätzung) der Sparkasse und der Weberbank wird jährlich überprüft, ob diese den Anforderungen der geltenden Institutsvergütungsverordnung entsprechen. Über das Ergebnis dieser Überprüfungen wird der Verwaltungsrat der Sparkasse bzw. der Aufsichtsrat der Weberbank jährlich informiert. Weitere Details können dem Vergütungsbericht der Sparkasse, der im Rahmen des Offenlegungsberichtes im Internet veröffentlicht wird, entnommen werden.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder orientiert sich an den Empfehlungen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes und besteht aus einer fixen Vergütung sowie einer erfolgsorientierten variablen Vergütung.

Weitere Erläuterungen zur Vergütungspolitik sind dem Kriterium 8 zu entnehmen.

Die Mitglieder des Verwaltungsrates erhalten für ihre Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Eine Auswertung zu diesem Indikator wird im Konzern nicht erhoben, da bei einer Veröffentlichung Wettbewerbsnachteile nicht auszuschließen sind. Der Konzern beschäftigt nur Mitarbeiter im Inland. Das Vergütungssystem ist angemessen ausgestaltet. Die Vergütungsparameter werden im Sinne und unter Berücksichtigung der Institutsvergütungsverordnung (IVV) regelmäßig auf ihre Angemessenheit geprüft. Die Weberbank unterliegt dem Manteltarifvertrag für das private Bankgewerbe und die öffentlichen Banken. Den Aufsichtsorganen der Sparkasse und der Weberbank wird jährlich über die Ergebnisse der “Risikoanalyse Vergütungssysteme” berichtet.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Als in der Region verwurzeltes und mit ihr eng verbundenes Kreditinstitut führt die Sparkasse im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit und ihres gesellschaftlichen Engagements einen kontinuierlichen Austausch mit ihren Kunden und Trägern, der Wirtschaft, den gesellschaftlichen Institutionen und den Bürgern in der Region.

Aus dem gemeinwohlorientierten Geschäftsmodell der Sparkasse und dem ihm zugrundeliegenden öffentlichen Versorgungsauftrag leiten sich die folgenden Anspruchsgruppen der Sparkasse ab: Die Weberbank identifiziert: als wesentliche Anspruchsgruppen. Prozesse zur Identifizierung sind derzeit nicht aufgesetzt. Dies ist vorerst auch nicht geplant.

Der Austausch mit den Anspruchsgruppen trägt dazu bei, das Leistungsangebot kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Die Sparkasse legt großen Wert auf Kundenzufriedenheit und -bindung. Zur Überprüfung und Verbesserung der Leistungen werden Testkäufe und bei Bedarf Kundenbefragungen durchgeführt. Neben fairen und angemessenen Preisen hält die Sparkasse eine hohe Beratungsqualität für einen wesentlichen Faktor der Kundenzufriedenheit. Ihre Beratungsleistung über alle Kundensegmente hinweg wurde auch 2020 von verschiedenen Testinstitutionen ausgezeichnet. Im Rahmen des Beschwerdemanagements gibt es einen bewährten Prozess zum Umgang mit Hinweisen und Nachfragen von Kunden. Mittels geeigneter Maßnahmen ist sichergestellt, dass diese aufgenommen werden, die Kunden eine Rückmeldung erhalten und Schritte zur kontinuierlichen Verbesserung eingeleitet werden.

Mit der Kundenzeitschrift „sans souci“ bietet die Sparkasse den Lesern Einblicke in die Region, ein Stück brandenburgisches Lebensgefühl sowie Tipps und Wissenswertes rund ums Geld. Im Kundenmagazin der Weberbank, "diskurs", werden den Lesern Themen aus Wirtschaft, Finanzen, Gesellschaft, Kunst und Kultur präsentiert. Hierbei liegt der Fokus auf der Veröffentlichung von Portraits und Geschichten aus der Hauptstadt. Die Sparkasse und die Weberbank verfügen jeweils über Kanäle in den sozialen Medien, über die ebenfalls Informationen über die Häuser veröffentlicht werden. Über das Mitarbeiterinformationsportal sowie über die Mitarbeiterzeitung „WIR“ werden die Mitarbeiter der Sparkasse laufend über aktuelle Projekte und Entwicklungen informiert. Die Information an die Mitglieder des Verwaltungsrates der MBS und die Vertreter der Verbandsversammlung des Zweckverbandes für die MBS erfolgt regelmäßig über die Sitzungen der Gremien.

Die Konzernunternehmen verfügen über eine aktive Öffentlichkeitsarbeit, stehen in engem Austausch mit der Presse und nutzen auch soziale Kanäle als Möglichkeit der Kommunikation mit den Anspruchsgruppen und zur Erläuterung der Geschäftspolitik. Die im Vergleich geringe Größe der Weberbank und ihr fokussiertes Geschäftsmodell prägen ihren Austausch mit Anspruchsgruppen. So ist die Beziehung Kunde-Berater im Private Banking in der Regel enger und intensiver anzusehen als in anderen Kundensegmenten, so dass Themen meist persönlich behandelt werden können. Zudem führt die Bank regelmäßig Gespräche mit Kundenfokusgruppen durch, um Bedürfnisse ihrer Kunden zu ermitteln.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Im Jahr 2017/2018 wurden alle Mitarbeiter der Sparkasse im Rahmen des Personalbarometers zu ihrer Zufriedenheit befragt. Im Ergebnis wurden Handlungsfelder in den Bereichen Unternehmenskultur, Weiterbildung und Entwicklung, Information und Kommunikation, WIR Gefühl, Arbeitsplatzergonomie und BGM-Maßnahmen abgeleitet. Maßnahmen zur Umsetzung der Handlungsfelder wurden bis ins aktuelle Berichtsjahr 2020 durchgeführt. Der Maßnahmenprozess wird jedoch auch im kommenden Berichtsjahr weiter fortgeführt.

Darüber hinaus werden die Mitarbeiter der Sparkasse regelmäßig im Rahmen des Führungsfeedbacks aufgefordert, ihre Rückmeldung zur erlebten Führung an die Führungskraft zu geben. Ziel ist es hierbei, Maßnahmen und gegebenenfalls Veränderungen im zukünftigen Umgang miteinander zu vereinbaren.

Im Rahmen des betrieblichen Vorschlagswesens wurden 2020 insgesamt 83 Ideen und Impulse von Mitarbeitern eingereicht.

Kunden werden u.a. in After-Call-Befragungen vom KundenServiceCenter befragt. Aus den Befragungen fließen kontinuierlich Ableitungen in das weitere Vorgehen ein und führen dazu, dass entsprechende Prozesse überprüft und ggf. angepasst werden.

Über die sozialen Medien erreichen die Sparkasse oft kurzfristig Impulse, anhand derer ein Eindruck darüber gewonnen wird, welche Themen den Kunden aktuell bewegen.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Das Selbstverständnis der Sparkasse und ihr öffentlicher Auftrag tragen dazu bei, den wirtschaftlichen Wohlstand der Region zu fördern.

Die Leistungen der Einzelinstitute des Konzerns richten sich nach den Bedürfnissen der Kunden. Neue Produkte unterliegen einem systematischen Einführungsprozess, strengen Qualitätskontrollen und Testdurchläufen. Die Sparkasse sowie die Weberbank stellen sicher, dass vor Einführung neuer Produkte oder der Durchführung neuer Aktivitäten die enthaltenen Chancen und Risiken entsprechenden Verfahren und Kontrollen unterzogen werden. Die Ergebnisse werden in einem Fachkonzept dokumentiert.

Als Kreditinstitut bietet die Sparkasse ihren Kunden Zugang zu verschiedenen Finanzdienstleistungen. Darunter verstehen sich auch nachhaltige Anlageprodukte.

Die Sparkasse arbeitet im Wertpapiergeschäft mit Verbundpartnern zusammen. Dabei ist die DekaBank Deutsche Girozentrale die primäre Ansprechpartnerin im Bereich des Wertpapiergeschäfts. Diese beachtet, wie auch die weiteren Kooperationspartner, bei der Produktentwicklung im Fondsbereich international anerkannte Standards zur Nachhaltigkeit (z.B. keine Spekulation mit Nahrungsmitteln). Damit begegnet sie den wachsenden sozialen und ökologischen Anforderungen institutioneller und privater Kunden.

Um den Kunden Anlagemöglichkeiten für verschiedene Anlageziele unterbreiten zu können, wurden Produkte mit unterschiedlichem Anlagefokus in das Produktangebot aufgenommen. Im laufenden Jahr wurde die Ausrichtung für das dazugehörige Produktangebot fortlaufend überprüft, so dass die Weichen für eine Ausweitung des Angebots im Jahre 2021 gestellt wurden. Der Begriff Nachhaltigkeit mit seinen für uns maßgeblichen Ausprägungen im Bereich der Impact Investments (I) bzw. ESG-konformen Anlagen (E) wird dann je nach Kundenziel als Thema bei der Sparkasse investierbar sein. Außerdem wird daran gearbeitet, im Jahre 2021 im Insitutsproduktebereich einen nachhaltigen Fonds anbieten zu können. Nachhaltige Investments verzeichneten in 2020 eine steigende Nachfrage. In Summe spielte das Anlagevolumen bei entsprechenden Produkten jedoch im Vergleich zum Gesamtanlagevolumen der Kunden nur eine untergeordnete Rolle.

Im Versicherungsbereich wurde sich zu dem Thema Nachhaltigkeit mit den Kooperationspartnern zum Ende des Jahres gemeinsam auseinandergesetzt. Im Ergebnis werden 2021 analog zum Wertpapierbereich nachhaltige Versicherungslösungen verfügbar sein.

Gemeinsam mit innovativen Partnern, überwiegend aus der Sparkassen-Finanzgruppe, versucht der Konzern ständig, das digitale Erlebnis für den Kunden zu verbessern. Dies erleichtert den Kunden, Bankgeschäfte zu erledigen und erlaubt es dem Konzern, durch effiziente Prozesse Bankgeschäfte ökologischer zu gestalten. Beispiel ist das elektronische Postfach, in dem die Kunden ihre Kontoauszüge und andere Vertragsdokumente dauerhaft rechtssicher ablegen können.

Mit dem barrierefreien Online-Banking-Angebot der Sparkassen, das als Plattform auch den Weberbank-Kunden dient, haben Menschen mit Sehbeeinträchtigungen die Chance, ihre Bankgeschäfte online abzuwickeln. Diese Barrierefreiheit der Internetfiliale wurde im Januar 2017 im Rahmen des BITV-Tests auf der Grundlage der Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) bestätigt.

Bei der Kommunikation mit seinen Kunden nutzt der Konzern verstärkt elektronische Medien, um auf papiergebundene Dokumente zu verzichten bzw. Ressourcen zu schonen. Viele der Kunden benutzen bereits aktiv das elektronische Postfach im Online-Banking, worüber viele Informationen und Dokumente schnell, übersichtlich und papierfrei zur Verfügung gestellt werden können.

Bei seinen Eigenanlagen nimmt der Konzern die teilweise kontrovers geführte gesellschaftliche Debatte um Ausschlusskriterien für bestimmte Branchen oder Sektoren zur Kenntnis und wird den weiteren Verlauf beobachten. Die Sparkasse hat bereits entschieden, die Investition in Titel von Herstellern von Streubomben, Landminen und ABC-Waffen aufgrund deren internationaler Ächtung auszuschließen. Weitere Ausschlüsse werden auf Konzernebene diskutiert.

Die Weberbank bietet ihren Kunden Zugang zu modernen Finanzdienstleistungen. Dazu gehören auch Anlageprodukte mit einem besonderen ökologischen und sozialen Nutzen. In Bezug auf die Kunden ist festzustellen, dass sie Nachhaltigkeit insbesondere mit ökologischen Apekten verbinden und die sozialen und unternehmensbezogenen Bereiche der Nachhaltigkeit nur wenig bekannt sind. Über die Produktauswahl sollen alle Bereiche der Nachhaltigkeit (ESG) berücksichtigt und den Kunden in gemeinsamen Gesprächen nahegebracht werden. Im Rahmen der Product Governance wird jedes für Kunden ausgewählte Wertpapierprodukt auf Nachhaltigkeitskriterien untersucht. Im Ergebnis der Produktauswahl waren 2020 im Sinne der Kundennachfrage ca. 15 % der ausgewählten Wertpapierprodukte nachhaltig. Für das kommende Berichtsjahr wird eine Steigerung dieses Anteils erwartet.

Im Rahmen ihrer Vermögensverwaltung hat die Weberbank durch die Anlage von Kundengeldern auf Wertpapiermärkten potenziellen Einfluss auf die Emittenten dieser Wertpapiere und deren Produktangebote und Wertschöpfungsprozesse. Dieser Einfluss ist über den direkten Kontakt zu den Emittenten wirksamer einsetzbar als indirekt über von den der Weberbank nur sehr begrenzt beeinflussbaren Kapitalmarktanreizen, da die von der Weberbank verwalteten Anteile an den Emissionen solcher Emittenten oftmals sehr gering sind. Die Portfoliomanager der Weberbank-Vermögensverwaltung führten im vergangenen Jahr intensive Analysegespräche mit den Verantwortlichen von mehr als 350 Investmentfonds. Bei der Ermittlung der sozialen und ökologischen Auswirkungen von Wertpapieren und Emittenten bedient sich die Weberbank darauf spezialisierter Informationslieferanten (insbesondere MSCI ESG), die eine Messbarmachung in Form von ESG-Ratings und vielfältiger ESG-Kennzahlen ermöglichen. Die Weberbank unternimmt fortlaufend Anstrengungen, um ihre Kundschaft auf verschiedensten und neuartigen Wegen über nachhaltiges Investieren aufzuklären mit dem Ziel, die Nachhaltigkeitsleistung in der Kundenberatung mittels Steigerung der nachhaltig investierten Mittel zu fördern. Dazu gehört auch die aktive Ansprache und Aufklärung über alle Bereiche der Nachhaltigkeit (ESG). So konnte erreicht werden, dass 2020 rund 10 % der Vermögensverwaltungsbestände gemäß Kundenvorgaben volumensbasiert nachhaltig investiert wurden. In diesem Zusammenhang profitieren die Kunden der Weberbank auch im Beratungsgeschäft von der langjährigen und sich fortlaufend weiterentwickelnden Expertise der Vermögensverwaltung. Es besteht für die Beraterschaft bei Bedarf die Möglichkeit, einen ESG-Spezialisten aus der Vermögensverwaltung zum Beratungsgespräch hinzuzuziehen. Auch Beiträge im eigenen Kundenmagazin wurden erstmals 2009 und seit 2016 regelmäßig zur Darstellung von Nachhaltigkeitsaspekten aus verschiedenen Blickrichtungen genutzt – meist aus Anlegersicht aber auch aus Verbraucher- und Unternehmenssicht. Ergänzend werden zusätzlich Beiträge in sozialen Medien und auf Kundenveranstaltungen unter Nutzung von digitalen Präsentationsmedien genutzt. Die erste Kundenveranstaltung eigens zum Thema Nachhaltigkeit fand 2008 gemeinsam mit dem Forum Nachhaltige Geldanlagen statt, die jüngsten 2019 und 2020 mit externen Experten der Fachgebiete Meteorologie und Klimaforschung.

Die Weberbank hat seit dem erstmaligen Angebot von nachhaltig ausgerichteten Anlagerichtlinien ihrer Vermögensverwaltung im Jahr 2008 fortlaufend Anstrengungen unternommen, um die nachhaltig ausgerichtete Angebotspalette für Kunden durch Innovationen attraktiver zu machen. Produkte und Investmentprozess sind Gegenstand der ständigen Weiterentwicklung im Lichte der laufenden gesellschaftlichen Debatte. So wurde der Investmentprozess der Vermögensverwaltung nach anfänglicher Fokussierung auf die Analyse nachhaltiger Investmentfonds seit 2014 zunehmend detaillierter um die Einzeltitelanalyse anhand von ESG-Auschlusskriterien ergänzt und befindet sich aktuell in der Entwicklung eines Konzepts zur Ergänzung um einen Best-in-Class-Ansatz. Die dezidierten Ausschlusskriterien für nachhaltige Vermögensverwaltungsangebote wurden ab 2014 durch Kooperation mit dem Researchanbieter ISS oekom eingeführt, mehrfach und zuletzt im Jahr 2020 verschärft und durch Zukauf des Researchangebots von MSCI ESG, einem weltweit führenden Anbieter von Informationen über nachhaltige Investments, im Jahr 2020 in ihrem Detallierungsgrad intensiviert. Zudem wird zugekauftes Nachhaltigkeitsresearch und dessen Informationsangebot durch eine ESG-fachliche Zusatzausbildung von Portfoliomanagern detaillierter genutzt. Auch wurde das Angebot an nachhaltig ausgerichteten Anlagerichtlinien zunehmend aufgefächert. So wurde die Bandbreite an nachhaltigen Anlagerichtlinien von der anfänglich auf fondsgebundene Vermögensverwaltungen beschränkten Auswahl im Jahr 2014 um einzeltitelbasierte Aktienportfolios und im Jahr 2016 um einzeltitelbasierte Rentenportfolios ergänzt. Für das Jahr 2021 ist die Iniitierung neu aufzulegender Fonds mit ESG-Ausrichtung und Übernahme des Asset Mangements und Vertriebs dieser Fonds von der Kapitalverwaltungsgesellschaft Helaba Invest geplant.

Die Produkt- und die Portfoliomanager der Vermögensverwaltung der Weberbank stehen im fortlaufenden Austausch mit Anbietern von Investmentfonds und anderen Zielinvestments ihrer Vermögensverwaltung bezüglich der Weiterentwicklung von Investmentansätzen und Branchenstandards in Sachen Nachhaltigkeit. Außerdem wirkt sie auf diese Emittenten ein, ihre Produktpalette nachhaltiger zu gestalten.

Als Spezialanbieter im Vermögensanlagegeschäft für vermögende Privatkunden und institutionelle Kunden ist die Weberbank auch mit der Geldanlage von über 200 Stiftungen betraut, viele davon mit kirchlichem oder sonstigem gemeinnützigen Hintergrund. Ein Großteil von Stiftungen hat Anlagerichtlinien, die nachhaltiges investieren vorschreiben. Um dem zu entsprechen, bietet die Weberbank auch individuelle Konzepte im Rahmen ihrer Vermögensverwaltung an und hat sich Expertise in der Auswahl sogenannter Impact Investitionen erarbeitet. Gerade für Stiftungen bietet das „wirkungsorientierte Investieren“ die Chance, neben einer langfristigen Wertsteigerung der Kapitalanlage auch einen gesellschaftlichen Mehrwert zu erzielen. Ein Beispiel hierfür sind Mikrokredite an Kleinstunternehmer in Entwicklungs- und Schwellenländern.

In der Sparkasse und der Weberbank werden für die Erstellung, Modernisierung und Renovierung der für den Geschäftsbetrieb genutzten Gebäude die stets aktuellen gesetzlichen Standards eingehalten. Wenn möglich, werden diese Standards als Obergrenze genommen um energetische Einsparungen zu erreichen. Baumaßnahmen werden vorwiegend mit langlebigen Baustoffen und Teilen durchgeführt. An allen notwendigen Energieauditierungen wird in der Sparkasse und der Weberbank teilgenommen.

Bei der Sparkasse wurde zusätzlich ein Prozess im 2-jährigen Rhythmus eingeführt, der eine Säuberung aller Lichtquellen mit anschließender Beleuchtungsstärkenmessung und bedarfsgerechtem Austausch der Leuchtmittel gegen sparsamere LED-Leuchttechnik umfasst. Dabei werden auch die Sparkassenschriftzüge an den Geschäftsstellen mit einbezogen. Durch die Maßnahmen erhöht sich die Beleuchtungsqualität für die Mitarbeiter und Kunden. In den Geschäftsstellen der Sparkasse in Fürstenberg, Velten und Zehdenick fand bislang ein kompletter Austausch der Leuchttechnik gegen LED-Technik statt. Die Investitionen in neue Leuchttechnik inkl. Leuchtmittel generierte geringere Verbrauchswerte und somit einen ressourcenschonenden Umgang mit Energie.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Im aktuellen Berichtsjahr wurden in Begleitung einer externen Beratungsgesellschaft u.a. die Eigenanlagen der Sparkasse und der Weberbank auf Nachhaltigkeitsrisiken untersucht (Risikoradar). 

Die Eigenanlagen der Sparkasse wurden mit Unterstützung der Deka 2020 zusätzlich einem vollständigen Screening unterzogen. Dabei wurden erstmals die ESG-Ratings einer weltweit anerkannten Ratingagentur (MSCI ESG) herangezogen. Das Portfolio wurde mit einem durchschnittlichen ESG-Rating von A bewertet. Ein Ausschlusskriterium war bisher die Produktion kontroverser Waffen (Streubomben, Landminen, ABC-Waffen), weitere Ausschlusskriterien werden geprüft.

Die Leitlinien für das nachhaltige Management der Eigenanlagen sollen im kommenden Berichtsjahr daraus abgeleitet werden. Auch zukünftig sollen Investitionen in derzeit noch nicht nachhaltige Unternehmen vorgenommen werden, sofern sie sich zu den UN-Nachhaltigkeitszielen bekennen und zukünftig ihr Geschäftsmodell und Handeln darauf ausrichten.