5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Wer die Verantwortung trägt


Aufgrund der strategischen Relevanz des Themas Nachhaltigkeit hat die Edekabank in 2020 eine zusätzliche Stelle für ein*e Nachhaltigkeitsbeauftragte*n geschaffen. Sie entwickelt die Nachhaltigkeitsstrategie kontinuierlich weiter, berichtet regelmäßig direkt an den Vorstandsvorsitzenden über den Status, schlägt Projekte und Maßnahmen vor. Sie koordiniert ebenfalls die Umsetzung der verschiedenen Projekte und Maßnahmen in enger Abstimmung mit den jeweils involvierten Abteilungen und sorgt für die Verankerung in Richtlinien, sofern notwendig.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Wie wir Nachhaltigkeit regeln

Die Bandbreite unserer sechs Handlungsfelder zeigt, dass Nachhaltigkeit ein Querschnittsthema ist, das nahezu alle Bereiche der Bank tangiert. Das bedeutet, dass auch eine Reihe interner Prozesse und Richtlinien angepasst werden mussten, um die Integration von Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Dazu gehören unter anderem unsere Richtlinien für Beschaffung, Dienstreisen und Dienstwagen sowie die Vorgaben für den Einkauf von Wertpapieren im Rahmen unserer Eigenanlagen oder die Kreditvergabe. Inwiefern sie eingehalten werden, wird quartalsweise von der Nachhaltigkeitsbeauftragten analysiert. Die Edekabank orientiert sich zudem an einer Reihe von Standards. Für die Nachhaltigkeitsberichterstattung wendet sie die Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) an. Die Klimabilanz der Bank folgt den Vorgaben des Greenhouse Gas Protocol, deren Einhaltung von unabhängigen externen Dritten verifiziert wird. Für die Berechnung finanzierter Emissionen nutzen wir den Standard der Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF).

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Wie wir den Überblick behalten

Zum effektiven Monitoring des Fortschritts in allen Nachhaltigkeitsbelangen wurde ein bankinterner Index entwickelt, der die Nachhaltigkeitsperformance der Edekabank bewertet. Der Index bildet die sechs Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie, ihre Maßnahmen und Ziele ab. Er besteht daher aus sechs Sub-Indizes. 

Innerhalb jedes Sub-Indizes gilt: Werden die definierten Maßnahmen umgesetzt und Ziele erreicht, werden Punkte vergeben und summiert. Um den Gesamt-Index setzt sich dann aus den gewichteten Sub-Indizes zusammen. Die Gewichtung folgt dabei dem "Hebelprinzip". Das bedeutet, dass die Handlungsfelder anteilig stärker berücksichtigt werden, innerhalb derer wir als Bank mehr für Nachhaltigkeit bewirken können.

Insgesamt fließen 53 Kennzahlen in den Index mit ein, bspw. der Anteil der Geldanlagen unserer Kund*innen in nachhaltige Finanzprodukte; der Anteil von Klimainvestitionen bei Privatkrediten, die Anzahl geführter Engagementgespräche mit Lieferanten oder Dienstleistern, oder die Erreichung unserer Klimaziele. Darin spiegelt sich der ganzheitliche Ansatz unserer Nachhaltigkeitsstrategie wider, die in alle Bereiche der Bank greift und so ökologische und soziale Aspekte verankert.

Das Ergebnis des Nachhaltigkeitsperformance kann zwischen null und zehn liegen, wobei höhere Werte mit einem größeren Fortschritt der Strategie einhergehen. Ein Index von 10 bedeutete somit, dass bereits alle Maßnahmen implementiert, Richtlinien zu einhundert Prozent eingehalten und Ziele erreicht wurden.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Unsere Basis

Als eine genossenschaftlich arbeitende Bank verfolgen wir seit über 100 Jahren eine nachhaltige und sinnvolle Unternehmenskultur. Aufgrund unserer genossenschaftlichen Verankerung sowohl im EDEKA-Verbund als auch in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken setzt die Edekabank auf ein generationenübergreifendes und nachhaltiges Wirtschaften. Äpfel vom Bauern in der Nachbarschaft kaufen, Fleisch beim Metzger um die Ecke bestellen - und sogar Geld bei Kaufleuten in Deutschland anlegen. Kund*innen der Edekabank wissen, für wen ihr Geld wirklich arbeitet. Denn wir legen Wert auf Regionalität, Fairness und Offenheit. Wir spekulieren daher nicht auf internationalen Finanzmärkten, sondern investieren vor allem in die selbstständigen Kaufleute des EDEKA-Verbunds. Damit fördern wir also auch Wirtschaftskreisläufe und Arbeitsplätze unmittelbar in ganz Deutschland. Und weil wir wissen, dass Zeit heute manchmal wertvoller ist als Geld, gehen wir besonders sorgsam mit ihrem Zeitkonto um: Wir richten unsere Angebote stets so aus, dass unsere Kund*innen wenig Aufwand haben und so mehr Zeit fürs Wesentliche im Leben genießen können.

Uns ist die Abhängigkeit unseres Geschäftsmodells von einer gesunden Umwelt, insbesondere einer funktionierenden Biodiversität, sehr bewusst. Denn eine artenreiche Flora und Fauna ist die Voraussetzung für eine stabile Lebensmittellieferkette. Als Finanzierer des Lebensmitteleinzelhandels liegt es daher auf der Hand, dass wir uns - letztlich in unserem eigenen Interesse - für den Umweltschutz einsetzen müssen. Im Vordergrund steht für uns dabei zunächst die Herausforderung, die globale Erderwärmung auf deutlich unter 2°C zu begrenzen. Neben dem ökologischen Fußabdruck des eigentlichen Betriebes und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spielen Umweltfragen vor allem im Kerngeschäft der Bank – also in der Investitions- und der Kreditstrategie – eine wesentliche Rolle. Wir wollen mit unserer Banktätigkeit andere Unternehmen bei der Transformation hin zu nachhaltigerem Handeln unterstützen.

Die Edekabank gehört zu den Erstunterzeichnern der Klimaschutz-Selbstverpflichtung der Deutschen Finanzindustrie und ist damit Vorreiter im Genossenschaftsverbund. Mit dieser Unterzeichnung verpflichten wir uns unsere Kredit- und Investmentportfolien im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten. Ziel ist es auf diesem Wege, die Finanzierung der Transformation hin zu einer emissionsarmen und klimaresilienten Wirtschaft und Gesellschaft zu unterstützen, und so die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen und das 1,5 Grad Ziel anzustreben. 

Zur Klimaschutz-Selbstverpflichtung: https://www.klima-selbstverpflichtung-finanzsektor.de/

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Wir wir Anreize setzen

Unsere Mitarbeitenden sind unsere Schlüsselposition zum Erfolg – und das betrifft weit mehr als nur das Thema Nachhaltigkeit. Für die Gewinnung und Bindung engagierter und qualifizierter Mitarbeitender spielt eine attraktive Vergütung im Rahmen unserer Unternehmenskultur eine besondere Rolle. Wir verstehen Vergütung als angemessene und faire Honorierung dessen, dass Mitarbeitende die an sie gestellten Anforderungen erfüllen und sich in hohem Maße für unsere Bank engagieren. Unsere Vergütungspolitik veröffentlichen wir jährlich im Offenlegungsbericht. Sie gewährleistet, dass die Leistung unserer Mitarbeitenden nicht in einer Weise vergütet wird, die unserer Pflicht, ausschließlich im Interesse der Kund*innen zu handeln, widerspricht. Wir setzen somit keinerlei Anreize, Finanzinstrumente zu empfehlen, die den Bedürfnissen der Kund*innen nicht oder weniger entsprechen.

Für unsere Mitarbeitenden setzen wir zudem bewusst Anreize für nachhaltiges Verhalten am Arbeitsplatz und im Alltag. Zum Beispiel erhielten Mitarbeitende einen Bonus für die Anreise ohne Auto zum Arbeitsplatz in 2020 und die Nutzung von Ökostrom in 2021 im mobilen Arbeiten. Im Rahmen einer Bruttoentgeltumwandlung wird allen Mitarbeitenden das kostengünstige Fahrrad- und E-Bike-Leasing ermöglicht. Dies wird zusätzlich gefördert durch die Übernahme der Kosten der Fahrradversicherung.

Für Mitarbeitende mit Dienstwagen haben wir zudem ein Mobilitätsbudget eingeführt. Wer dieses nicht voll ausschöpft, z.B. durch die Nutzung eines kleineren Fahrzeuges, erhält das Restbudget ausgezahlt. So haben sie die Möglichkeit, einen emissionsärmeren Firmenwagen zu leasen und gleichzeitig von der geringeren Leasingrate finanziell zu profitieren. Fahrer*innen, die sich für einen reines Elektrofahrzeug entscheiden, erhalten zusätzlich eine Bonuszahlung und im Falle einer notwendigen Installation einer E-Ladesäule bei den Mitarbeitenden zu Hause, übernimmt die Bank die Kosten für die Installation.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Die detaillierte Offenlegung der Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte ist aus Vertraulichkeitsgründen nicht vorgesehen, da aufgrund der Unternehmensgröße eine Ableitung auf einzelne Stellen möglich sein könnte.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Die detaillierte Offenlegung der Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte ist aus Vertraulichkeitsgründen nicht vorgesehen, da aufgrund der Unternehmensgröße eine Ableitung auf einzelne Stellen möglich sein könnte.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Wie wir Anspruchsgruppen beteiligen

 
Im Rahmen unserer kontinuierlichen Strategiearbeit haben wir, unter Anwendung diverser Techniken wie der Stakeholderanalyse, die wichtigsten Anspruchsgruppen der Edekabank für uns definiert. Das sind die Kund*innen, Mitarbeiter*innen und die Eigentümer*innen der Bank sowie die natürliche Umwelt. Jeder Anspruchsgruppe ist jeweils ein strategisches Ziel auf Gesamtbankebene zugeordnet. Für die Umwelt ist es die Verbesserung des Nachhaltigkeitsperformance-Index'.  

Kundinnen und Kunden Die seit mehr als einem Jahrhundert andauernde historische und gesellschaftsrechtliche Einbindung der Edekabank in den EDEKA-Verbund prägt unsere langfristige Zielsetzung und die Fokussierung der geschäftlichen Aktivitäten auf die EDEKA-Kaufleute, den EDEKA-Großhandel, die EDEKA-Zentralorganisationen und auf Privatkund*innen im EDEKA-Umfeld. Das Thema Nachhaltigkeit hat nicht zuletzt durch die seit 2009 währende Kooperation mit dem WWF für unsere Kund*innen im EDEKA-Verbund stetig an Bedeutung gewonnen. Als Bank wollen wir unseren Finanzprodukte zur Verfügung stellen, die ihren Bedarfen bestmöglich entsprechen. Hier setzen insbesondere Handlungsfelder 2 und 3 an. Die besonders hohe Kundenähe unserer Berater*innen stellt sicher, dass wir die Wünsche und Erwartungen unserer Kund*innen kennen und entsprechend darauf eingehen. Eine jährliche Umfrage unter den Kaufleuten ermöglicht uns außerdem, die verschiedenen Rückmeldungen systematisch auszuwerten. Teil dieser Umfrage sind auch ihre Erwartungen im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte. Ergänzt wird diese quantitative Analyse durch qualitative Interviews, die im Rahmen des Innovationsmanagements der Bank geführt werden. Auch hier spielen ökologische und soziale Themen regelmäßig eine Rolle.

Mitarbeitende Der Wandel des Unternehmens hin zu mehr Nachhaltigkeit kann nur gelingen, wenn alle Mitarbeiter*innen an diesem Strang ziehen. Bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele setzen wir daher vermehrt auf Formate, die alle Mitarbeitenden des Hauses ansprechen und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Ideen für eine nachhaltige Zukunft der Edekabank aktiv mit einzubringen. Unter anderem steht unseren Mitarbeitenden neben dem Intranet der Bank seit Herbst 2021 eine App zur Verfügung, über die sie sich regelmäßig über Nachhaltigkeitsthemen informieren und an Spielen, z.B. an Nachhaltigkeitsquiz, teilnehmen können. Gleichzeitig kann die App genutzt werden, um nachhaltigkeitsbezogene Vorschläge einzureichen oder aber über Maßnahmen abzustimmen. Auf diese Weise fließt die Meinung unserer Mitarbeitenden in die konkrete Ausgestaltung der Nachhaltigkeitsstrategie mit ein und es findet eine kontinuierliche Sensibilisierung zu Nachhaltigkeitsthemen statt. Analog zur jährlichen Kundenumfrage, wurde auch in die Umfrage unter den Mitarbeitenden ein Frageblock zu den Erwartungen in Sachen Nachhaltigkeit integriert.  

Eigentümerinnen und Eigentümer Die Edekabank ist als Aktiengesellschaft zur langfristigen Wahrung und Steigerung ihres Wertes für die Aktionäre verpflichtet. Sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene zeichnete sich bereits in den letzten Jahren seit Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens ab, dass Nachhaltigkeit durch politische Maßnahmen eine größere Bedeutung für Finanzinstitute erhalten wird. Vor diesem Hintergrund haben wir uns frühzeitig dazu entschlossen, uns auf diese veränderte Zukunft vorzubereiten und damit auch Auswirkungen regulatorischer Risiken auf die finanzielle Leistung der Bank zu reduzieren. Wir sind zudem davon überzeugt, dass die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten beim Investment unserer Eigenanlagen auch im Hinblick auf die Vermeidung finanzieller Risiken einen Mehrwert für die Edekabank und damit auch für ihre Aktionäre stiftet. Wir informieren daher die im Aufsichtsrat der Edekabank sitzenden Aktionärsvertreter*innen regelmäßig über unsere Fortschritte auf dem Weg hin zu einer nachhaltigeren Bank und genießen von Seiten des Aufsichtsrats volle Unterstützung für unseren Kurs.

Die natürliche Umwelt Wir verstehen die natürliche Umwelt als einen unserer wesentlichen Stakeholder. Das mag unüblich erscheinen, für uns ist dies jedoch nur die logische Konsequenz der strategischen Ausrichtung der Bank. Uns ist die Abhängigkeit unseres Geschäftsmodells von einer gesunden Umwelt, insbesondere einer funktionierenden Biodiversität sehr bewusst. Denn eine artenreiche Flora und Fauna ist die Voraussetzung für eine stabile Lebensmittellieferkette. Als Finanzierer des Lebensmitteleinzelhandels liegt es daher auf der Hand, dass wir uns - letztlich in unserem eigenen Interesse - für den Umweltschutz einsetzen müssen. Im Vordergrund steht für uns dabei zunächst die Herausforderung, die globale Erderwärmung auf deutlich unter 2°C zu begrenzen. Die Ansprüche der Umwelt berücksichtigen wir

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Insbesondere zwei Themen sind über mehrere Stakeholder-Gruppen hinweg wesentlich. Zum einen besteht seitens der Nachhaltigkeitscommunity im Bankumfeld, in der wir uns u.a. durch unsere Mitgliedschaft im VfU bewegen, das Anliegen, mehr Transparenz über die Nachhaltigkeitsauswirkungen finanzierter Vorhaben zu gewinnen. Wir gehen diesem Anliegen nach, indem wir die mit unseren Krediten und Investitionen verbundenen Emissionen berechnen und künftig Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen der Kreditvergabe erfassen.

Zum anderen wurde uns der Bedarf signalisiert, Transformationspotentiale bewerten zu können, d.h. Metriken einzusetzen, anhand derer ein Finanzmarktakteur Unternehmen identifizieren kann, die fähig und bereit sind, sich so zu transformieren, dass sie sich auf einem 1,5°C-Pfad bewegen. Konkret diskutiert wird dieses Thema u.a. im Rahmen des WWF-Projektes "Pathways to Paris", an dem wir uns beteiligen.

Bei Investitionen für unser Depot A berücksichtigen wir schon heute passende Kennzahlen. Für die Kreditvergabe arbeiten wir derzeit an entsprechenden Indikatoren. Darum geht es unter anderem in dem von uns initiierten Forschungsprojekt "Nachhaltiger Lebensmitteleinzelhandel".

Mehr dazu finden Sie hier:  https://nachhaltiger-einzelhandel.de/

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Wir wir Innovationen angehen

Die Auswirkungen der Produkte und Dienstleistungen einer Bank erscheinen auf den ersten Blick gering, da es sich überwiegend um nicht-physische Leistungen handelt, die – verglichen mit dem produzierenden Gewerbe – keiner ressourcenintensiven Herstellungsprozesse bedürfen. Auf den zweiten Blick jedoch haben Finanzprodukte durchaus wesentliche Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Dies zeigt sich vor allem dann, wenn man sich die Frage stellt, was genau durch ein Finanzprodukt finanziert wird und welche Emissionen damit verbunden sind. Durch die Berechnung der von uns finanzierten Emissionen können wir die ökologischen Auswirkungen unserer Angebote systematisch ermitteln und analysieren (siehe Kapitel „Wie viele Emissionen wir finanzieren“). Soziale Auswirkungen werden von uns auf Basis von Experteneinschätzungen rein qualitativ bewertet.  

Unsere Kredit- und Leasingprodukte Unsere Kreditprodukte etwa verfolgen unserer Auffassung nach grundsätzlich einen nachhaltigen Zweck, denn der Großteil unserer Finanzierungen wird für EDEKA-Märkte bereitgestellt. Damit unterstützt die Edekabank Infrastruktur und Zugang zu frischen Lebensmitteln in ganz Deutschland. Supermärkte haben allerdings, vor allem wegen der notwendigen Kühlsysteme, einen höheren Stromverbrauch als der Non-Food-Einzelhandel und sind daher vergleichsweise emissionsintensiv. Für uns ist das der zentrale Ansatzpunkt. Wir beabsichtigen nachhaltige Vorhaben im Lebensmitteleinzelhandel zu fördern, indem wir dafür attraktive Konditionen einräumen. Für die Finanzierung von Ladeinfrastruktur im Firmenkundengeschäft haben wir bereits ein Sonderprogramm bereitgestellt, über das die Installation einer E-Ladesäule auf Parkplätzen zu null Prozent finanziert werden kann. Dieses Konzept soll jedoch noch erweitert werden. Bei der Erarbeitung werden wir von der Leibniz Fachhochschule Hannover unterstützt, die für diese Kooperation von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert wird. Ziel ist es, ein Anreizsystem zu entwickeln, dass die Ausrichtung unseres Kreditgeschäftes auf das Pariser Klimaabkommen ermöglicht.   

Unsere Anlageprodukte Für unsere Anlageprodukte ist die Berechnung finanzierter Emissionen bislang aufgrund fehlender Daten nicht möglich. Dennoch steht außer Frage, dass auch hier ein wesentlicher Beitrag für Umwelt- und Sozialaspekte geleistet werden kann. Wir haben daher unser Produktportfolio mehr und mehr um nachhaltige Anlageprodukte erweitert, die negative Nachhaltigkeitsauswirkungen des jeweiligen Investments reduzieren. Bereits in 2019 haben wir unter anderem den WI Global Challenges Index-Fonds EDEKABANK entwickelt. Das Produkt enthält 50 börsennotierte Titel weltweit tätiger Großkonzerne, aber auch kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die durch ihre Produkt- und Dienstleistungspalette eine nachhaltige Entwicklung fördern und gleichzeitig Chancen für die zukünftige Geschäftsentwicklung aufweisen. Anlageprodukte auf Einzeltitelbasis, z.B. Zertifikate, werden nur dann in das Beratungsuniversum aufgenommen, wenn sie den Kriterien unseres Nachhaltigkeitsfilters entsprechen. Hier greift der identische Nachhaltigkeitsfilter wie für unsere Eigenanlagen. Des Weiteren vertiefen unsere Kundenberater*innen ihr Wissen zu den aktuellen Entwicklungen in Sachen nachhaltiger Geldanlage regelmäßig. Sie sind somit auch auskunftsfähig zu den Nachhaltigkeitsaspekten und -risiken der verschiedenen Anlageprodukte.

Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit  Als Bank müssen wir uns an die sich ändernden Bedürfnisse unserer Kund*innen anpassen, um auch langfristig im Wettbewerb bestehen zu können. Wir messen dem Innovationsmanagement daher eine besondere Bedeutung bei und haben deshalb im Herbst 2019 ein Innovationsteam gegründet. Das Team setzt sich aus 12 Mitarbeitenden aus verschiedenen Abteilungen zusammen, die parallel zu ihrer Linientätigkeit an der Entwicklung neuer Ideen arbeiten. Ihre Aufgabe ist es, auf Basis konkreter Kundenprobleme, die in Interviews erarbeitet werden, neue Produkte und Dienstleistungen für die EDEKA-Kaufleute zu entwickeln. Im Rahmen dieser Interviews wurden unsere Kund*innen auch regelmäßig zu ihren Problemen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit befragt, um soziale und ökologische Anforderungen stets von Beginn an mit einzuarbeiten. Auf dieser Weise fördern wir die unsere eigene Nachhaltigkeitsleistung und die unserer Kund*innen durch Innovationsprozesse.

Erste Ideen befinden sich bereits in der Umsetzung und sind voraussichtlich im Herbst 2022 marktreif. Es handelt sich bei einem der Produkte um ein Dokumentenmanagementsystem, dass den Kaufleuten ermöglicht, ihren Papierverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren. Des Weiteren planen wir, unsere Kaufleute bei der Erstellung einer Klimabilanz ihres Marktes zu unterstützen sowie die Option, ihre Bargeldversorgung klimaneutral zu beauftragen.

Die nachhaltige Ausrichtung unserer Produkte gelingt also nur, indem wir die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigen. Dazu gehört bei einer Bank neben der Betrachtung der finanzierten Emissionen, also der nachgelagerten Wertschöpfung, auch die vorgelagerte. Oder anders: Unsere Produkte werden nur nachhaltiger, wenn auch unsere Lieferanten und Dienstleister nachhaltiger werden. Wir haben daher die Dienstleister mit den wesentlichsten ökologischen Auswirkungen für unsere Produkte identifiziert und führen mit ihnen einen regelmäßigen Dialog über ihre Nachhaltigkeitsstrategie. Auf diese Weise möchten wir für Nachhaltigkeitsaspekte sensibilisieren, Ziele definieren und so gemeinsam Stück für Stück die Umweltauswirkungen reduzieren.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Im Jahr 2021 haben alle Investitionen, die für unsere Eigenanlagen getätigt wurden, eine Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen. Im Kreditgeschäft schließen wir Finanzierungen in umweltkritische Branchen aufgrund unseres Fokus auf den Lebensmitteleinzelhandel seit jeher aus. Innerhalb des Lebensmitteleinzelhandels findet keine gesonderte Prüfung ökologischer oder sozialer Faktoren statt.