5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die strategische Verantwortung obliegt der Geschäftsführung. Die Unternehmensstrategie wird gemeinsam mit dem Aufsichtsrat der VHH erarbeitet und verabschiedet. Die operative Umsetzung liegt in der Verantwortung der Führungskräfte der Fachabteilungen. Die abschließende Kontrolle liegt im Ermessen der Geschäftsführung sowie des Aufsichtsrats.

Der Nachhaltigkeitsbericht wird federführend in der Abteilung Marketing unter Einbeziehung der relevanten Abteilungen erstellt. Die jeweiligen Führungskräfte und verantwortlichen Mitarbeiter*innen wurden zunächst in einem Workshop in das Thema Nachhaltigkeit und die damit einhergehenden Aufgaben eingeführt. In einem weiteren Workshop wurden die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen vorgestellt und erarbeitet, zu welchen Zielen für nachhaltige Entwicklung die VHH ihren Beitrag leisten kann.

Der Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2020 ist der zweite Nachhaltigkeitsbericht der VHH. In diesem Jahr wurde auch die VHH-Unternehmensstrategie überarbeitet, sie floss in die im Bericht erarbeiteten Nachhaltigkeitsaspekte mit ein. Die Unternehmensstrategie wird alle zwei Jahre überarbeitet. Ab 2022 soll die Veröffentlichung des VHH-Nachhaltigkeitsberichts diesem Turnus angepasst werden.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Strategische Themen, zu denen das Nachhaltigkeitsengagement der VHH zählt, sind Bestandteil regelmäßiger Berichte in Geschäftsführungs- und Führungsrunden. Maßnahmen von essenzieller Bedeutung, wie zum Beispiel die Umstellung auf Elektromobilität, sind in einem zehnjährigen Planungshorizont abgebildet. Im operativen Bereich gelten insbesondere die Richtlinien und Anweisungen der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH), beispielsweise die Einkaufs- und Compliance-Richtlinien und der Verhaltenskodex. Politische Ziele wie der Klimaplan und europäische Richtlinien wie die Clean Vehicles Directive (CVD) bestimmen unter anderem die Ausrichtung im technischen Bereich.

Weitere Regeln und Prozesse, die sich im operativen Geschäft der Mitarbeiter*innen zeigen, wird die VHH in den nächsten Jahren weiter ausbauen und konzipieren.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Die Steuerung und Kontrolle der Nachhaltigkeitsziele durch Leistungsindikatoren

Handlungsfeld Grundlegende Leistungsindikatoren Nachhaltigkeit VHH (Beispiele)
Management Verkehrserträge
EBITDA
Gesamtinvestitionen
Kund*innen Anzahl Fahrgäste
Verkehrsleistungen (Personenkilometer, Nutzwagenkilometer)
Mitarbeiter*innen Mitarbeitende
Auszubildende
Krankenquote
Frauenquote
Umwelt Fahrzeuge
Infrastruktur
CO2-Emissionen

Die Erfüllung der Kriterien Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz sind dem externen Berichtswesen der VHH zu entnehmen (zum Beispiel Geschäftsbericht 2020 – VHH (vhhbus.de), Seite 3). Die Kontrolle der Datenqualität wird einerseits mit der Beständigkeit der Systeme sichergestellt, andererseits erfolgen Prozesse zur Überprüfung durch Wirtschaftsberatungen/Auditoren.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

GRI 102-16: Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation

Die VHH unterliegt den Anforderungen des „Hamburger Corporate Governance Kodex“
(HCGK). Mit der Einführung des HCGK im Jahr 2010 verfolgt die Freie und Hansestadt Hamburg die Ziele,
Die Umsetzung der HCGK-Ziele erfolgt sowohl intern als auch extern. Details sind zu finden unter:
„Hamburger Corporate Governance Kodex“.

Weitere vorhandene Regelwerke, denen die VHH unterliegt, sind unter anderem die Dienstanweisung für den Fahrdienst mit Bussen (DFBus), Compliance-, Einkaufs- und Fuhrparkrichtlinien.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Die VHH verfügt über ein Führungskräfte-Vergütungssystem. Hier werden strategische und operative Unternehmensziele verankert und mit leistungsorientierter Bezahlung verbunden. Die Geschäftsführung hat ebenfalls eine monetäre Zielvereinbarung, in der der Aufsichtsrat entsprechende Ziele dauerhaft verknüpft.

Diese Ziele unterstehen einer umfassenden Kontrolle: Die Geschäftsführung überwacht die Arbeit der Führungskräfte der einzelnen Fachabteilungen, die Arbeit der Geschäftsführung wiederum unterliegt der Kontrolle durch den Aufsichtsrat sowie die Gesellschafter.

Die Vergütung der VHH-Führung steht bislang nur zum Teil in Bezug zu den Nachhaltigkeitszielen der VHH (siehe GRI 102-35: Vergütungspolitik). Im Jahr 2020 ist die Thematik der Nachhaltigkeit erstmalig in die Zielvereinbarungen aufgenommen worden. Eine Teilnahme von Nicht-Führungskräften an monetären Zielvereinbarungen wurde bisher im Haustarifvertrag nicht vereinbart.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

GRI 102-35: Vergütungspolitik
Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung sowie die Vergütungen des Aufsichtsrats werden transparent dargestellt und in einem jährlichen Bezügebericht veröffentlicht. Der Bericht für 2020 ist derzeit noch nicht verfügbar. Bericht über die Vergütungen von Vorständen und Geschäftsführungen der Hamburger öffentlichen Unternehmen für das Jahr 2019.

Die Leistungskriterien der Vergütungspolitik werden in Form einer zweigeteilten Zielvereinbarung formuliert: 50 Prozent Kopplung an EBITDA und 50 Prozent andere Ziele wie zum Beispiel Digitalisierung.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

GRI 102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung

Für das Jahr 2020 konnte dieser Wert noch nicht ermittelt werden und liegt somit nicht vor.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Als zweitgrößtes Nahverkehrsunternehmen in Norddeutschland nimmt die VHH eine zentrale Rolle im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) der Metropolregion Hamburg ein. Als öffentliches Unternehmen ist Transparenz ein essenzieller Bestandteil der VHH-Unternehmensführung. Zur Gewährleistung höchstmöglicher Transparenz wird ein regelmäßiger Austausch mit Stakeholdern gepflegt.

Die relevanten Stakeholder der VHH sind Fahrgäste, die Auftraggebenden (Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Verkehr und Mobilitätswende und die Kreise Pinneberg, Segeberg, Herzogtum Lauenburg, Stormarn), die Eigentümer*innen, die Politik, der Aufsichtsrat sowie die eigenen Mitarbeitenden. Der VHH sind die Stakeholder bekannt, es wurde keine Methode zur Identifizierung angewandt.

Die Stakeholder der VHH wurden im Sommer 2020 im Rahmen von Interviews zum Thema Nachhaltigkeit befragt. Die Interviews fanden persönlich statt und dienen der VHH nun als Wegweiser zu wesentlichen Themen und Anliegen ihrer Stakeholder. Von besonderem Interesse sind dabei die Nachhaltigkeitsthemen, bei denen die Stakeholder der VHH den größten Handlungsbedarf im Unternehmen sehen. In einer Wesentlichkeitsmatrix wurden die Bewertungen der Stakeholder mit den relevanten Themen aus Sicht der VHH zusammengebracht (siehe Kriterium 2 „Wesentlichkeit“). Insgesamt wurden fünfzehn Interviews mit folgenden Stakeholder-Gruppen geführt.




Auftraggebende (Hamburger Umland):
1. Kreis Herzogtum Lauenburg, Kreis Stormarn, Kreis Pinneberg (SVG Südwestholstein)
2. Auftraggeberin Freie und Hansestadt Hamburg
3. Verkehrspolitische Sprecher*innen der Fraktion von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke
4. VHH-Aufsichtsratsmitglieder*innen
5. Finanzbehörde Beteiligungsverwaltung
6. HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH
7. Betriebsratsmitglieder*innen, stellvertretend für die Mitarbeiter*innen
8. Mitglieder*innen des HVV-Fahrgastbeirates, stellvertretend für Kund*innen

Auch unabhängig von der Wesentlichkeitsanalyse im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstellung ist die VHH stets um einen engen Kontakt mit ihren Stakeholdern bemüht. So steht das Unternehmen über die Abteilung „Kundendialog“ sowie verschiedene Social-Media-Plattformen mit seinen Fahrgästen im regelmäßigen Austausch. Auf diese Art und Weise werden persönlich, telefonisch und schriftlich Kund*innen-Hinweise entgegengenommen, bearbeitet und in enger Abstimmung mit den Fachabteilungen beantwortet.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

GRI 102-44: Wichtige Themen und hervorgebrachte Anliegen

Die wichtigsten Themen und Anliegen, die durch die Einbindung der internen und externen Stakeholder aufgekommen sind, werden grundlegend in der Wesentlichkeitsmatrix zusammengefasst (siehe Kriterium 2 „Wesentlichkeit“).

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Eine zukunftsfähige und vor allem nachhaltige Mobilität ist für die langfristige Sicherung ihres Geschäftsmodells – die Planung und Durchführung von Linienverkehrsleistungen im innerstädtischen und überländlichen Bereich – für die VHH von zentraler Bedeutung.

Elektromobilität
Eines der wichtigsten Zukunftsthemen ist die Elektromobilität. Die Freie und Hansestadt Hamburg hat für ihre Verkehrsunternehmen das Ziel vorgegeben, ab dem Jahr 2020 ausschließlich lokal emissionsfreie Busse zu beschaffen. Innerhalb des nächsten Jahrzehnts soll der Wandel zur Elektromobilität vollzogen sein. Voraussetzung für den Betrieb von Elektrobussen ist die Etablierung eines stabilen Regelbetriebs. Aktuell steht die Bereitstellung der dafür unabdingbaren Infrastruktur im Fokus. Dazu gehören neue Werkstätten, neue Ladeinfrastruktur, geänderte Anforderungen an geschultes Fahrpersonal, ein intelligentes Betriebsleitsystem, eine tiefgreifende Digitalisierung und ein smartes Lademanagement. Die Lieferung der ersten 16 serienreifen Mercedes-Benz eCitaro erfolgte im Jahr 2019 für den Betriebshof Bergedorf. Inzwischen ist die E-Bus-Flotte auf 40 Fahrzeuge angewachsen.

Mehr zum Thema Elektromobilität bei der VHH: https://vhhbus.de/elektromobilitaet

elexityVHH
Die Elektromobilität ist für die VHH eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Dabei bieten sich Chancen in der Kommunikation – sowohl in Richtung der Fahrgäste als auch der Mitarbeiter*innen. Der Weg zu einem e-mobilen Unternehmen wird daher auch kommunikativ umfassend begleitet. Weil die Elektromobilität nicht nur für die VHH, sondern auch für die Metropolregion Hamburg von hoher Bedeutung ist, wurde eine eigene Produktmarke entwickelt: „elexityVHH“. Unter der Marke „elexityVHH“ fasst die VHH alle Aspekte einer nachhaltigen Mobilität zusammen – von der Infrastruktur auf den Betriebshöfen über speziell geschultes Personal bis hin zu Fahrzeugen, die mit 100 Prozent Ökostrom betrieben werden und in einem innovativen Design gestaltet wurden, das unter Einbindung unserer Fahrgäste kreiert wurde.

Zur elexityVHH-Website: https://vhhbus.de/elexity

Darüber hinaus beteiligt sich die VHH an verschiedenen innovativen Mobilitätsprojekten:

ioki Hamburg
Das „ioki Hamburg“-On-Demand-Shuttle ist ein öffentliches Verkehrsmittel ohne festen Fahrplan oder Linien, das vollständig in den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) integriert ist. Die VHH bringt das Angebot zusammen mit ioki, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn für intelligente On-Demand-Mobilität, auf die Straße. Fahrgäste mit ähnlichen Routen werden mithilfe eines Algorithmus automatisch zu Fahrgemeinschaften gebündelt und gemeinsam befördert.

Die Flotte besteht aus emissionsarmen Elektroautos des britischen Herstellers LEVC. Die Fahrzeuge verfügen über sechs Sitzplätze und sind barrierefrei: Rollstuhlfahrende und Kinderwagen können bequem befördert werden, in jedem Auto gibt es außerdem einen Kindersitz.

„ioki Hamburg“ möchte mit seinem On-Demand-Shuttle-Angebot den öffentlichen Nahverkehr stärken – und der Plan geht auf. Mehr als die Hälfte der Fahrgäste lässt sich zu größeren Haltestellen im Bedienungsgebiet bringen. „ioki Hamburg“ hat somit eine echte Chance, die Mobilitätsgewohnheiten in Zukunft zu verändern. Mit vernetzten Angeboten für die erste und letzte Meile wird der Nahverkehr deutlich attraktiver und das Leben ohne eigenes Auto gerade für junge Menschen langfristig denkbar.

Das Angebot startete im Sommer 2018 in den Hamburger Stadtteilen Osdorf und Lurup. Im Herbst 2019 kam ein weiteres Bedienungsgebiet im Stadtteil Billbrook hinzu. Im Dezember 2020 hat die VHH gemeinsam mit weiteren Projektpartner*innen im Rahmen des Forschungsprojektes Reallabor Hamburg (RealLabHH) im Kreis Stormarn zwei neue „ioki Hamburg“-Bedienungsgebiete gestartet: Eines in der Stadt Ahrensburg, eines im Raum Brunsbek, Lütjensee und Trittau. Beide Mobilitätsangebote werden von den Kund*innen sehr gut angenommen.

Mehr zu „ioki Hamburg“: https://vhhbus.de/ioki-hamburg

TaBuLa-LOG
In Lauenburg/Elbe im Kreis Herzogtum Lauenburg wurde unter Beteiligung der VHH ein Testzentrum für automatisiert verkehrende Busse (TaBuLa) aufgebaut. Auf einer Teststrecke im öffentlichen Straßenraum fährt seit Herbst 2019 ein automatisiertes Shuttle Fahrgäste von der Ober- in die Unterstadt. Als Aufgabenträger des öffentlichen Nahverkehrs zeichnet der Kreis Herzogtum Lauenburg gemeinsam mit der Technischen Universität Hamburg (TUHH) für die Projektkoordination verantwortlich. Die VHH ist als Betreiberin der automatisierten Fahrzeuge in das Projekt TaBuLa eingebunden. Das Forschungsvorhaben wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert. Im Rahmen des Nachfolgeprojekts TaBuLa-LOG werden seit November 2020 mit dem TaBuLa-Shuttle auch Waren transportiert. Die Auslieferung der Waren übernimmt „Laura“, ein kleiner Transportroboter, der künftig seinen Weg automatisiert zwischen Shuttle und Abhol- beziehungsweise Auslieferpunkt finden soll.

Mehr zum Projekt TaBuLa: https://vhhbus.de/tabula-autonomes-fahren

NEW 4.0
Seit Ende Juli 2018 beteiligt sich die VHH an der „Norddeutschen EnergieWende – NEW 4.0“. An das Projekt sind rund 60 Partner*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eingebunden. Ziel ist es, Lösungen für die nächste Stufe der Energiewende zu finden – etwa wie Strom, der mit Windenergieanlagen erzeugt wird, zur Ladung von Elektrobussen genutzt werden kann. Die VHH wird im Projekt NEW 4.0 in Zukunft eine wichtige Abnehmerin für den regenerativ erzeugten Strom. Wenn die gesamte Busflotte auf Elektroantrieb umgestellt wird, besteht ein geschätzter Leistungsbedarf von rund 31 Megawatt täglich. So ist es geplant, die VHH im Zuge des Projekts direkt mit Windstrom aus dem Windpark Curslack zu versorgen. Der Windpark hinter dem Bergedorfer Busbetriebshof ist Teil der Forschung an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) am Technologiezentrum Energie-Campus. Mit dem dort durch Wind erzeugten Strom sollen nachts die Elektrobusse der VHH geladen werden. 

Mehr zum Projekt NEW 4.0: https://vhhbus.de/norddeutsche-energiewende

ITCS
Die technische Umsetzung des neuen rechnergestützten Betriebsleitsystems ITCS (Intermodal Transport Control System) ermöglicht dem Betrieb der VHH mehr Möglichkeiten zur Nutzung moderner Kommunikationsmittel, Möglichkeiten zur Steuerung von Echtzeitdaten sowie eine verbesserte Vertriebstechnik. Seit der Systemumstellung wird den Fahrgästen der VHH die Übersicht der Anschlussmöglichkeiten unter den Bussen der VHH und auch übergreifend zu unterschiedlichen Verkehrsunternehmen vereinfacht in Echtzeit angezeigt. Gegenwärtig wird an der Auswertung der entstehenden Daten gearbeitet, um ein kundenorientiertes Qualitätsmanagement zu realisieren.

Das Ideenmanagement der VHH wird über die Mitarbeiter*innen-App „Aktuell+“ geregelt. Dort erhalten alle Mitarbeiter*innen die Gelegenheit, sich in unterschiedlichen Foren auszutauschen. Besonders die Busfahrer*innen der VHH, die keinen eigenen PC-Arbeitsplatz besitzen, nutzen das Angebot aktiv und regelmäßig, um mit ihren Kolleg*innen, aber auch der VHH-Geschäftsführung in Kontakt zu treten. Ihre Ideen, Hinweise und kritischen Anmerkungen tragen dazu bei, Unternehmensprozesse zu optimieren. Mehrmals im Jahr findet im „Aktuell+“ zudem ein Chat mit der Geschäftsführung statt. Dann haben alle VHH-Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, ihre Ideen und Vorschläge zur Optimierung betrieblicher Prozesse direkt mit der Geschäftsführerin und dem Geschäftsführer zu diskutieren.

Konkretes Beispiel: Immer wieder gibt es zahlreiche Hinweise aus dem VHH-Fahrdienst zu Falschparkern, die den Busverkehr erheblich beeinträchtigen. Diese Meldungen können nun im „Aktuell+“ abgegeben und ausgewertet werden. Innerhalb eines Monats wurden so 729 Falschparker*innen von insgesamt 128 Fahrer*innen gemeldet. Die Liste wurde in einem Termin mit der Hamburger Behörde für Inneres und Sport, dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und weiteren Verkehrsunternehmen vorgestellt. In der Folge konnten verschiedene Maßnahmen vereinbart werden, damit in Zukunft Linienwege und Haltestellen freigehalten werden können, sodass ein verlässlicher und pünktlicher Verkehr gewährleistet werden kann.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

GRI G4 FS11: Finanzanlagen

Die VHH hat keine Finanzanlagen und investiert ausschließlich in eigene Anlagen und Produkte. Überschüssiger Cash wird im Rahmen des Finanzpoolings der Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH (HGV) bei der Hansestadt Hamburg gehalten. Die HGV ist die Konzernholding für öffentliche Unternehmen der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) sowie für weitere Beteiligungen – die VHH befindet sich zu 94,19 Prozent in ihrem Besitz.