5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die Koordination der Themen Compliance und Umwelt-/Klimaschutz wird durch die/den Compliance- und Klimaschutzbeauftragte/-n wahrgenommen.

Weitere soziale Themen der Arbeitssicherheit oder des Gesundheitsmanagements sind auf operativer Ebene den Organisationseinheiten Technik, Facility Management und Personal zugeteilt. Die/der Gleichstellungsbeauftragte ist zum Berichtszeitraum in der Rechtsabteilung tätig.

Die zentrale Verantwortung ist der Geschäftsführung zugewiesen, die alle Informationen direkt durch die operative Ebene erhält. Investitionsvorhaben (z. B. Umstellung auf LED-Beleuchtung, Aufbau von E-Tankstellen) werden zusätzlich durch den Aufsichtsrat geprüft.

Zur optimalen Vernetzung in die einzelnen Organisationseinheiten wurde eine Projektgruppe Nachhaltigkeit zusammengestellt, in der regelmäßiger Austausch zu Themen der Nachhaltigkeit stattfindet.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Im Geschäftsalltag verteilt sich die Umsetzung des Themas Nachhaltigkeit auf sämtliche Organisationseinheiten (z. B. Compliance, Einkauf, Klima-/Umweltschutz, Personal, Recht Technik) der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC).

Überwacht werden die ökologischen Aktivitäten durch die Geschäftsführung und den Aufsichtsrat bislang in Form eines jährlichen internen Nachhaltigkeitsberichts sowie durch den Gesellschafter.

Wichtige Vorgaben und Leitsätze für das Handeln der HMC sind u. a. der Hamburger Corporate Governance Kodex (HCGK) [siehe Kriterium 3 für Details], das Corporate-Compliance-Programm der HMC [siehe Kriterium 20], der Leitfaden für umweltverträgliche Beschaffung der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH), relevante gesetzliche Vorgaben [siehe Kriterium 20] sowie der Klimaplan der FHH.

Für die Planung und Durchführung von Veranstaltungen wurde zudem der Leitfaden für Green Events (Hamburger Umweltchecklisten) als Orientierungshilfe zur Verfügung gestellt. Die HMC verweist ihre Aussteller zudem auf den eigens erstellten Leitfaden für einen ökologisch nachhaltigen Messeauftritt.

Über das Corporate-Compliance-Programm der HMC ist Nachhaltigkeit im Organisationshandbuch verankert. Das Organisationshandbuch ist verbindlich von allen Beschäftigten zu beachten.

Darüber hinaus hat die HMC bereits 2009 die Klimaschutzleitsätze formuliert.

  1. Wir bekennen uns zu unserer Verantwortung für den Klimaschutz.
  2. Wir verstehen den Klimaschutz als Führungsaufgabe. Daher haben sämtliche Führungskräfte dazu beizutragen, unsere Ziele in Bezug auf den Klimaschutz zu erreichen.
  3. Wir meinen, dass der Klimaschutz am Arbeitsplatz beginnt. Daher sind sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu aufgerufen, in ihrer täglichen Arbeit daran mitzuwirken, dass der Ausstoß von Luftschadstoffen verringert wird.
  4. Wir betrachten den Klimaschutz als ein zunehmend wichtiges Geschäftsfeld. Unsere geschäftlichen Ziele stehen deshalb nicht im Gegensatz, sondern im Einklang mit dem Klimaschutz.
  5. Wir halten die gesetzlichen Vorschriften zum Klimaschutz ein. Als dem Klimaschutz verpflichtetes Unternehmen streben wir an, den Ausstoß von Luftschadstoffen bei unserer Geschäftstätigkeit über das gesetzlich vorgeschriebene Ausmaß hinaus zu verringern.
  6. Wir überprüfen unsere Maßnahmen zum Klimaschutz fortlaufend, mit dem Ziel, sie im Rahmen unserer Möglichkeiten ständig zu verbessern.
  7. Klimaschutz ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Wir stehen daher mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unserem Aufsichtsrat, unserer Gesellschafterin, unseren Kundinnen und Kunden und Lieferantinnen und Lieferanten sowie der Öffentlichkeit über den Klimaschutz im Messe- und Kongresswesen im Gespräch.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Zur Kontrolle und zum Vergleich der Umwelt- und Klimaauswirkungen bei der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) wird intern seit 2009 jährlich ein quantitativer Nachhaltigkeitsbericht erstellt. Dieser dokumentiert Faktoren wie die Abfallmengen und die CO2-Emisisonen aus Strom-, Wärme- und Mobilitätsnutzung. Die Daten hierfür basieren u. a. auf dem Zahlenmanagement von ca. 2.000 Zählern für Strom, Wärme/Kälte und Wasser.

Ab 2020 wird eine extern geprüfte CO2-Bilanzierung (für 2019) durchgeführt, mit dem Ziel, CO2-Kompensationsmöglichkeiten zu validieren. Die Bilanzierung umfasst Emissionen aus dem Facility Management, der Mitarbeitermobilität, Geschäftsreisen, der Beschaffung und Eigenlogistik gemäß dem anerkannten GHG Protocol (Scope 1-3). Ein speziell auf Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz ausgelegtes Tool sichert die Datenqualität.

Zudem finden bei der HMC aktuell im vierjährigen Turnus Mitarbeiterbefragungen statt. Die Ergebnisse aller Mitarbeiterbefragungen werden verglichen, um Rückschlüsse auf die Betriebszufriedenheit ziehen zu können.

Die HMC lässt ferner regelmäßig Energieaudits nach EDL-G (Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen) durchführen, das letzte datiert auf den 04. Dezember 2019, das nächste ist turnusgemäß für Dezember 2024 geplant.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Die Werte der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) sind im internen HMC-Kodex niedergeschrieben. Der für alle Beschäftigten geltende HMC-Kodex ist Bestandteil des Organisationshandbuches und besagt, dass das oberste Ziel der HMC wirtschaftlicher und unternehmerischer Erfolg ist. Dieser definiert sich durch das Erreichen der ambitionierten Ertrags- und Umsatzziele, durch eine hohe Umwegrentabilität, durch zufriedene Kunden/-innen und Gesellschafter/-innen sowie motivierte Beschäftigte und Dienstleister/-innen.

Das Handeln aller Beschäftigten der HMC folgt den Grundwerten "Vertrauen", "Leistungsbereitschaft" und "Verantwortung".

Des Weiteren verfolgt die HMC als 100%iges Tochterunternehmen der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) die Zielsetzungen des Hamburger Senats.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Bei der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) gibt es für die Tarifbeschäftigten ein im Tarifvertrag vorgegebenes monetäres Anreizsystem in Form eines Leistungsentgeltes. Das Leistungsentgelt ist eine variable und leistungsorientierte Bezahlung zusätzlich zum Tabellenentgelt. Für die Beschäftigten mit Sondervertrag gibt es eine Tantiemezahlung. Die Höhe der Sonderzahlungen basiert auf der Erreichung vorher vereinbarter Jahresziele. Die Details sind der „Betriebsvereinbarung zur Einführung leistungs- und erfolgsorientierter Entgelte und Vereinbarung eines betrieblichen Systems“ zu entnehmen.

Zu den Zielvereinbarungen zählen zum Beispiel (Auszug):
  • Umsetzung des Themas Nachhaltigkeit im neuen CCH; Programm „Positive Impacts“ mit den UN-Guidelines
  • Entwurf eines „green book“ für das neue CCH
  • Diverse Ziele für Mitarbeiter bezüglich des Themas Energieeinsparung in den Hallen (Potentiale ermitteln, Umstellung auf LED, bessere Dokumentation für die Zuordnung des Energieverbrauchs) im Bereich Technik/Facility Management 
Aus den Vorgaben der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) ergeben sich die Ziele der Geschäftsführung. Die Geschäftsführung kann ebenfalls eine Tantiemezahlung erhalten. Die Vergütung der Mitglieder der Geschäftsführung wird im Rahmen der HCGK Entsprechungserklärung offengelegt.

Darüber hinaus bietet die HMC nicht-monetäre Anreize an, um die Beschäftigten der HMC zu mehr Nachhaltigkeit zu ermutigen. Die Azubis können z. B. ab 2020 von der Handelskammer zu sogenannten „Energie-Scouts“ ausgebildet werden. In einem mehrtägigen Kurs werden sie in den Bereichen Energieeffizienz und Ressourcenschonung fortgebildet, um mit diesem Wissen ihren jeweiligen Ausbildungsbetrieb auf lösungsorientierte Potenziale für mehr Nachhaltigkeit zu analysieren.

Die HMC bietet ihren Beschäftigten zudem die vergünstigte Nutzung des ÖPNV (ProfiTicket) sowie Dienstfahrräder. Des Weiteren findet bei der HMC regelmäßig ein Fahrrad-Reparatur-Service statt.

Auch können die Beschäftigten, neben einem alle zwei Jahre inhouse stattfindenden Gesundheitstag, jährlich kostenfrei am MOPO Staffellauf teilnehmen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Die Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) ist als 100%iges Tochterunternehmen der FHH durch das Hamburger Transparenzgesetz verpflichtet, über die Vergütung der Geschäftsleitung zu berichten (siehe §3 (1) Nr. 15).
Die „Berichte über die Vergütungen der Mitglieder von Vorständen und Geschäftsführungen der Hamburger öffentlichen Unternehmen“ sind frei online zugänglich. Auf der HMC Website sind zudem die HCGK (Hamburg Corporate Governance Kodex) Entsprechungserklärungen seit 2013 inkl. Vergütung der Geschäftsführung einzusehen:

I. Erfolgsunabhängige Komponenten
a) Gehälter
    Erstattung Urlaubsabgeltung
b) Zusatzversorgung
c) Sachbezüge
II. Erfolgsabhängige Komponente,
    x Variable Vergütung
III. Komponente mit langfristiger Anreizwirkung

Die 12 Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten pro Sitzung ein Sitzungsgeld, welches in allen öffentlichen Unternehmen gleich ist. Jährlich finden vier Bauausschüsse, vier Personalausschüsse, zwei Finanzausschüsse sowie vier Aufsichtsratssitzungen statt. Weitere Informationen sind im Aufsichtsratshandbuch für die Vertreterinnen und Vertreter der Freien und Hansestadt Hamburg einzulesen.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Das Verhältnis der Jahresvergütung ist den Ausführungen zum Personalaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der HCGK Entsprechungserklärung, beides im Geschäftsbericht 2019, zu entnehmen.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Durch „Stakeholder Mapping“ lassen sich für die Hamburger Messe und Congress GmbH (HMC) die relevanten Anspruchsgruppen identifizieren. Diese Methode ermöglicht die systematische Bestimmung der Erwartungen, Bedürfnisse, Wichtigkeit und Macht der entsprechenden Gruppen. Hierzu zählen u.a. die folgenden Interessengruppen:
  • Hamburg Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH (HGV)
  • Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) / Behörden (Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft)
  • Beschäftigte (zum 31.12.2019: 340, davon 2 Geschäftsführer und 21 Auszubildende (inkl. Beschäftigte in Elternzeit u. Langzeitkranke))
  • Organisationen, insbesondere Ausstellungs- und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft e. V. (AUMA.), Interessengemeinschaft deutscher Fachmessen- und Ausstellungsstädte (IDFA) und UFI The Global Association of the Exhibition Industry
  • Unternehmen der UmweltPartnerschaft und Klima-Partner-Vereinbarung
  • Aussteller (Firmenkunden, Verbände, Vereine, etc.; jährlich bis zu 15.000)
  • Besucher (jährlich bis zu 700.000)
  • Veranstalter
  • Geschäftspartner
  • Dienstleister / Servicepartner
  • Gesellschaft / breite Öffentlichkeit / Wissenschaft 
Für das CCH – Congress Center Hamburg – sind darüber hinaus insbesondere das German Convention Bureau e.V. (GCB) und der Europäischer Verband der Veranstaltungscentren e.V. (EVVC) als Interessenvertretung, durch Informationsveranstaltungen (z. B. Green Meetings und Events Konferenz) und als starke Netzwerker im Kontext der Nachhaltigkeit relevant.

Von besonderer Wichtigkeit für die HMC als Unternehmen der öffentlichen Hand sind der Gesellschafter HGV sowie die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH). So verpflichtet sich die HMC entschlossen deren Richtlinien und Nachhaltigkeitszielen wie beispielsweise den Klimazielen des Senats. Sowohl in der Rolle als Gesellschafter als auch bei der Wahrnehmung von Aufsichtsrat-Mandaten hat die HGV die Aufgabe, bei seinen Tochterunternehmen auf die Verwirklichung von nachhaltigen Zielen und das öffentliche Interesse einzuwirken.

Zudem ist die HMC im ständigen Austausch zu Aspekten der Nachhaltigkeit mit den Behörden des Landes Hamburg (z. B. Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation). So kann beispielsweise die Möglichkeit wahrgenommen werden, an Informationsveranstaltungen der Behörden zu verschiedensten Themen der Nachhaltigkeit wie etwa der Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts oder der Realisierung der Klimaziele teilzunehmen.

Darüber hinaus stellen auch die Beschäftigten der HMC eine wesentliche Interessengruppe dar. Durch Umfragen, Aktionstage und Anreize, insbesondere hinsichtlich nachhaltiger Mobilität, wird mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit geschaffen. Im Intranet und über Newsletter wird zudem über aktuelle Themen informiert und relevante Dokumente werden für alle Beschäftigten zur freien Verfügung gestellt. Den Beschäftigten wird die Möglichkeit geboten, ihre Meinung im Intranet an der „Pinnwand“ im Bereich Klimaschutz kundzutun oder direkt an die/den Klimaschutzbeauftragte/-n als Ansprechpartner/-in zu tragen. Ganz besonders involviert sind diejenigen Beschäftigten, die Teil der abteilungsübergreifenden Projektgruppe sind. Kurz- bis mittelfristig wird der Dialog zur Weiterentwicklung außerdem durch die ausgebildeten Energie-Scouts gefördert werden, die ihre fundierten Vorschläge zu Energie- und Ressourceneffizienz kommunizieren können.

Eine weitere wichtige externe Ansprechgruppe für das Nachhaltigkeitsmanagement sind Organisationen. Es findet daher ein regelmäßiger Austausch speziell mit dem Ausstellungs- und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft e. V. (AUMA.), der Interessengemeinschaft deutscher Fachmessen- und Ausstellungsstädte (IDFA) sowie der UFI The Global Association of the Exhibition Industry statt. Insbesondere der AUMA vertritt die Interessen der HMC in der Politik.

Auch Unternehmen der Klima-Partner-Vereinbarung (seit 2018) sowie die Mitgliedschaft in der UmweltPartnerschaft (seit 2019) und der Luftgütepartnerschaft (ab 2020) stellen für die HMC Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zur stetigen Verbesserung dar.

Zudem stellen die Aussteller eine starke Interessengruppe dar. Insbesondere bei Eigenveranstaltungen wie der WindEnergy, der SMM und der INTERNORGA sowie bei Gastveranstaltungen wie dem Heldenmarkt erwartet diese Interessengruppe eine nachhaltige Ausrichtung der jeweiligen Veranstaltung. Die HMC bietet den Ausstellern zudem einen „GRÜNEN LEITFADEN“ zur Unterstützung ihres ökologisch nachhaltigen Veranstaltungsauftritts an.

Auch die Besucher als eine weitere starke Interessengruppe werden über Besucherbefragungen und Newsletter einbezogen. Ein spezielles Nachhaltigkeitsthema der Besucher stellt die Anreise dar.

Mittel- bis langfristig soll das Thema Nachhaltigkeit auch in die Workshops der Führungskräfte der HMC integriert werden. Die Geschäftsführung ist überzeugt, dass der Klimaschutz als Querschnittsaufgabe verstanden werden muss, um dabei Fortschritte erzielen zu können. Sie hält es deshalb für geboten, den Klimaschutz als Aufgabe auf sämtlichen Stufen der Wertschöpfungskette zu verankern und in der Geschäftstätigkeit der HMC zu berücksichtigen. Auf der Internetseite der HMC werden Informationen zu Corporate Social Responsibility (CSR) für alle Interessierten bereitgestellt.


Siehe auch: „Unser Beitrag zu den 17 UN-Zielen für eine nachhaltige Entwicklung
  • SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
  • SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Das Thema Nachhaltigkeit führt insbesondere bei den Aussteller/-innen und Besucher/-innen zu hohem Interesse. Die HMC bietet einen zentralen Treffpunkt für verschiedene Leitmessen.
Im Folgenden werden Fachmessen und Publikumsveranstaltungen mit explizitem Nachhaltigkeitsbezug aufgeführt, die immer weiter in den Vordergrund rücken, um der Nachfrage von Aussteller/-innen, Besucher/-innen und Branche gerecht zu werden. Hierbei sollen die Stakeholder partizipativ miteinbezogen werden:
 
Beispiele:
  • INTERNORGA - Leitmesse für den gesamten Außer-Haus-Markt:
    Urban Farming, Vegan Food, Soul Food, grüne Verpackungen, etc.

  • WindEnergy - The global on and off-shore Event:
    Energie, Umwelttechnik, Recycling und Entsorgung: Energiewirtschaft (konventionelle und erneuerbare Energien), Konferenzkonzept #climatefirst, Elektrifizierung, Energiespeicherung und Power-to-X-Lösungen, Sicherheit, Cybersicherheit und Digitalisierung, gesellschaftliches Engagement, Jobs und Skills

  • GET Nord - Fachmesse Elektro, Sanitär, Heizung, Klima
    (Angebotsverzeichnis online einsehbar)
    Überbegriffe: Gebäudesystemtechnik, Elektro- und Sanitärtechnik, Heizungstechnik, Erneuerbare Energien, Lichttechnik, Klima, Kälte, Lüftung, Pumpen und Antriebstechnik, Klempnertechnik, Werkzeuge und Betriebsausstattung, Dienstleister

  • oohh! Die FreizeitWelten:
    Tourismus regional, Mobilitätswende (E-Bikes; E-Autos), Green Screen Tour(Naturdokumentationen)
Das am häufigsten angefragte Anliegen insbesondere der Gastveranstalter/-innen und Kongressveranstalter/-innen besteht in den Maßnahmen, um Veranstaltungen nachhaltig zu gestalten. Dafür formulierte die HMC eine Zusammenfassung der wichtigsten Maßnahmen in den Bereichen Elektrizität / Heizung, Energieeffizienz, Logistik, Mobilität, Catering, Abfall, Umweltmanagement, Leitfaden für Aussteller/-innen und Partnerschaften. Ab Ende 2020 werden online zudem übersichtliche OnePager mit den wichtigsten Maßnahmen analog der SDGs verfügbar sein.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Die positiven sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Tätigkeit der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) lassen sich durch Umfragen und Studien belegen. Laut der letzten Mitarbeiterumfrage im Jahr 2019 steigt die Mitarbeiterzufriedenheit. Eine Studie des Münchner ifo Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2016 belegt die sozialen und volkswirtschaftlichen Auswirkungen in der Region (siehe Kriterium 2 für Details).

Ein Projekt für 2020 und darüber hinaus ist die Digitalisierung vieler Prozesse („Digitale Transformation“). Die fortschreitende Transformation in die neue Arbeitswelt bedeutet eine stetige Anpassung an die neuen Gegebenheiten und stellt bisherige Strategien und Vorgehensweisen infrage. Zu diesem Zweck wird 2020 ein Chief Digital & Information Officer bestellt, der/die insbesondere die Aktivitäten für eine digitale Transformation der HMC weiterentwickeln und unternehmensweit koordinieren wird. Der Aufbau „digitaler Kompetenz“ beim Personal hat für die HMC hohe Priorität und wird durch die HMC Akademie im Rahmen von Fortbildungen gefördert. Die Digitalisierung wird die Arbeit der Beschäftigten im Allgemeinen und zahlreiche Berufsbilder im Speziellen verändern.

Die HMC setzt sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Aktuell nutzen über die Hälfte der Beschäftigten (≈  56 %) das Homeoffice-Angebot.

Die Auswirkungen auf ökologischer Ebene können durch ein ausgeprägtes Zählermanagement erfasst und bestimmt werden. Dadurch ist es möglich, die Aussteller über ihren Verbrauch oder CO2-Fußabdruck zu informieren, damit diese bei Bedarf ihre verbrauchten Ressourcen kompensieren können.

Um die Emissionen beim Auf- und Abbau der Messestände zu reduzieren, setzt die HMC seit 2018 auf ein Slot-System für Lkw des Logistik-Dienstleisters. Zuvor fuhren alle auf- und abladenden Lkw unorganisiert auf das Messegelände und sorgten so für Staus, lange Stehzeiten und laufende Motoren. Seit 2018 werden die Lkw auf verschiedene Stellplätze innerhalb Hamburgs gelenkt, auf denen sie warten, bis sie zum Ab- oder Beladen auf das Messegelände gerufen werden. Dies spart Emissionen und Zeit.

Der Leitfaden für „Grüne Messen“ hält zudem zu mehr Nachhaltigkeit bei der Planung, beim Aufbau, der Veranstaltung selbst bis hin zum Abbau und der Folgeverwertung an. Die Zusammenarbeit mit erfahrenen Messe- und Standbauern erleichtert den möglichst effektiven Veranstaltungszyklus.

Die innovative Revitalisierung des Congress Center Hamburg (CCH) fokussierte sich bereits in der Planung auf die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung. Das neue CCH wird in allen Belangen den aktuellen Standards gerecht und weist intelligente Merkmale auf, die  es zu einem der modernsten und größten Kongresszentren Europas macht. Dazu gehört in Sommermonaten die Klimatisierung des Gebäudes mittels der natürlichen Kühlfunktion des Parks Planten un Blomen unter Ausschluss technischer Kühlsysteme. Dies soll große Mengen Energie einsparen. Der Anspruch ist es, das Gebäude auf allen Ebenen nachhaltig zu gestalten. Dem revitalisierten Kongresszentrum soll gemäß dem Zertifizierungssystem der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) der Goldstatus verliehen werden. Dies wäre der höchste zu erreichende Status für Gebäude im Bestand.

Das Zertifizierungssystem beachtet dabei die
  • ökonomische Qualität
  • ökologische Qualität
  • soziokulturelle und funktionelle Qualität
  • technische Qualität
  • und Prozessqualität
fast zu gleichen Teilen, sodass ein aussagestarkes Gesamtbild entsteht.

Die Nutzung von 100 % Ökostrom und Restfernwärme vermindert bereits die negativen Auswirkungen des Energieverbrauchs während der Veranstaltungen. Die Restfernwärme soll zudem sukzessiv auf regenerative Quellen umgestellt werden.

Dem Abfallaufkommen während der Veranstaltung soll mit Mülltrennung und korrekter Weiterverwertung entgegengewirkt werden, sodass wichtige Ressourcen wieder in den Wertstoffkreislauf gelangen können.

Mit Hinblick auf den Fuhrpark der HMC werden vermehrt moderne E-Karren und Pkw mit einer Mindestklassifizierung von Euro 5 – 6 eingesetzt.

Die positiven Auswirkungen der Innovationen werden deutlich durch die Erfassung im quantitativen Nachhaltigkeitsbericht. Bei allen Maßnahmen werden die Interessengruppen der HMC miteinbezogen, informiert und dazu angehalten, Feedback zu kommunizieren.

Siehe auch: „Unser Beitrag zu den 17 UN-Zielen für eine nachhaltige Entwicklung
  • SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
  • SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
  • SDG 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion
  • SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Die Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) verfügt als 100%iges Tochterunternehmen der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) über Finanzanlagen als Anteil an verbundenen Unternehmen.

Die HMC ist an der mit Vertrag vom 09.02.2004 gegründeten Gesellschaft MOLITA Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Messe Hamburg KG als einzige Kommanditistin mit einer Einlage, diese entspricht der Haftsumme und dem Gesellschaftskapital, von 10.000 € beteiligt. Dieses rechtlich notwendige Konstrukt im Bezug auf die neuen Messehallen durchläuft demgemäß keine Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozial Faktoren.