5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Das für die Nachhaltigkeitsentwicklung des Unternehmens im Jahr 2019 ins Leben gerufene Projektteam setzt sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus allen Fachabteilungen zusammen. Die Beteiligung der Belegschaft am Nachhaltigkeitsmanagement wird dadurch jederzeit gewährleistet. Das Kernteam bildet die Geschäftsführung, die Abteilungsleitung Zentrale Steuerung und das Marketing.

Verantwortliche für die Nachhaltigkeitsberichterstattung ist die Abteilung Zentrale Steuerung mit der Abteilungsleiterin Kerstin Glaner und der Sachgebietsleiterin für den Bereich Marketing Bianca Stein. Diese stimmen sich mit den Geschäftsführern Peter Karmann und Alexander Bendzko ab.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Das Thema Nachhaltigkeit ist in allen Geschäftsprozessen implementiert und es wurden bereits in den ersten Projektphasen der Nachhaltigkeitsberichterstattung Vertreter aller Abteilungen im Unternehmen in die Erarbeitung miteingebunden. Die Aspekte der Nachhaltigkeit sind bereits in den Unternehmenszielsetzungen und Leitbildern integriert, wodurch das Unternehmen bereits nachhaltig agiert. Darüber hinaus sollen alle Mitarbeiter mittels einer offenen Kommunikation und transparenten Vorgehensweise in den Prozess miteingebunden werden. Nach Fertigstellung sollen die Ergebnisse mittels verschiedener Kanäle der Öffentlichkeit präsentiert und erläutert werden.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Die Gesellschaft hält sich an alle einschlägigen Gesetze und Selbstverpflichtungen. Das stellen verschiedene Instanzen sicher, unter anderem der Compliance-Beauftragte. Außerdem sind die Grundsätze dazu in der Unternehmensstrategie festgeschrieben. Folgende Leistungsindikatoren zur Steuerung und Kontrolle von Nachhaltigkeitszielen werden erhoben:
Die Daten werden fortlaufend aktualisiert und eventuelle Abweichungen analysiert.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH folgt seit der Gründung einem vorausschauenden Zielsystem, welches auf vier Säulen beruht:

Soziale Verplichtung:
"Wichtigste soziale Verpflichtung ist für uns die Bereitstellung von bezahlbarem, attraktivem und sicherem Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung, der von uns als einem soliden und seriösen Vermieter angeboten wird."

Ökonomische Erfordernisse:
"Daneben sind ökonomische Erfordernisse einzuhalten, denn Wirtschaftlichkeit und Rentabilität dienen schließlich zur Substanzerhaltung und der bedarfsgerechten Weiterführung unseres Geschäftsbetriebes."

Ökologische Anforderungen:
"Im Sinne ökologischer Anforderungen betreiben wir Maßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung von Umweltqualität, Energieeffizienz und Energieeinsparung, um eine nachhaltige Bestandsentwicklung gewährleisten zu können."


Baukultureller Auftrag:
"Schließlich sehen wir im baukulturellen Auftrag die Chance, durch unser Baugeschehen das Bewusstsein für Architekturqualität und den Dialog darüber zu fördern und einen aktiven Beitrag zur Schärfung der Identität und des Selbstverständnisses unserer Stadt zu leisten."

Diese Firmenzielsetzung und Philosophie wird auf verschiedenen Kanälen nach außen kommuniziert.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Die Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitsziele ist bisher kein Bestandteil der bestehenden Anreizsysteme.

Im Tarif des TVöD, § 18 Leistungsentgelt, wird in Verbindung mit der geschlossenen Betriebsvereinbarung die Gewährung von Leistungsentgelt geregelt. Dort ist festgeschrieben, wie herausragende Leistungen ermittelt, gemessen und zusätzlich entgeltlich honoriert werden.
In einer Betriebsvereinbarung wird geregelt, wer die Beurteilungen, wann durchzuführen hat. Die betriebliche Kommission steht beratend den Mitarbeitenden zur Verfügung, überwacht das Verfahren und kontrolliert die Bewertungen auf Vollständigkeit und rechnerische Richtigkeit.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten Sitzungsgelder. Alle Angestellten, mit Ausnahme des Geschäftsführers erhalten eine Entlohnung nach dem Tarifsystem TVöD. Die Tantieme des Geschäftsführers ist an die Erreichung einer vom Aufsichtsrat vorgegebenen Zielvereinbarung geknüpft.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Der Geschäftsführer erhielt eine Vergütung von 1,9 Prozent der Jahresgesamtvergütung aller Voll- und Teilzeitbeschäftigten (ohne Lohnnebenkosten).

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Das CSR-Team führte im Rahmen eines Workshops eine Stakeholder-Relevanz-Analyse durch. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden folgende Anspruchsgruppen mit der höchsten Relevanz identifiziert: Eigner und Aufsichtsrat, Stadt Ingolstadt, Mitarbeiter, Mieter, Bürger, Medien, Verbände und Sonderfachleute, Betriebsrat, Öffentliche Hand (Regierung von Oberbayern, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr), Stadtrat, Konzern Stadt, Politische Parteien, Banken, Umweltamt und Stadtplanungsamt.

Mit den wichtigsten Stakeholdern bleibt die Gesellschaft durch die folgenden Maßnahmen im Dialog:

Eigner und Aufsichtsrat:
Stadt Ingolstadt:
Öffentliche Hand / Banken:
Mitarbeiter:
Betriebsrat:
Mieter:

Bürger / Medien:

Verbände:

Sonstiges:

Durch den regelmäßigen Austausch mit den Stakeholdern wird ein Einblick in deren Bedürfnisse und Anforderungen an das Unternehmen gewonnen.

Die Mitarbeiter sind durch die Ernennung eines Nachhaltigkeitsteams eng in das Nachhaltigkeitsmanagement eingebunden.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Konkrete Anliegen der Stakeholder-Gruppen liegen zurzeit noch nicht vor. Im Laufe der nächsten Berichtsjahre sind intensivere Stakeholder-Dialoge geplant.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Die Unternehmenskultur ist von einem starken Interesse geprägt die Produkte und Dienstleistungen innovativ und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Hierzu arbeitet das Unternehmen beispielsweise mit der Technischen Hochschule Ingolstadt oder verschiedenen Universitäten im Rahmen von Forschungsprojekten und Studienarbeiten zusammen. Die Gesellschaft beteiligt sich an Innovationstagen (Hackathon Brigk Ingolstadt) und Foren wie dem Wohnungszukunftstag. Im Rahmen des experimentellen Wohnungsbaus wurden bereits viele Projekte umgesetzt. Die GWG Ingolstadt ist dadurch oftmals Vorreiter für neue Wohnformen und Bautechniken.

Eigene Regietrupps gewährleisten einen hohen Qualitätsstandard in der Ausführung und eine kontinuierliche Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten.

Mittels Architekturwettbewerben wird ein qualitativ und innovativ hoher Anspruchsgrad innerhalb des Immobilienbestandes erreicht.

Bezüglich der innovativen Weiterentwicklungen im Bereich der Architektur und der Bautechnik wird auf die sich veränderten Lebensumstände eingegangen. Es sollen neue Dienstleistungssektoren eröffnet und der Servicegedanke weiter geführt werden. Das Thema der Digitalisierung und die damit zusammenhängenden Kundenansprüche spielen hierbei ebenso eine wichtige Rolle.
Der hohe Qualitätsstandard sorgt für langlebige Produkte und damit für eine ressourcenschonende Instandhaltungsplanung.

Die Projekte zum Umwelt- und Artenschutz sorgen für Biodiversität und zur Erhaltung der Artenvielfalt.
Sonderprojekte wie zum Beispiel das Artenschutzprogramm Animal Aided Design (AAD) eröffnen weitere Möglichkeiten zum zukunftsorientierten und nachhaltigen Handeln.

Im Rahmen des Animal Aided Design wurden im Berichtsjahr konkret Projekte im Immobilienbestand umgesetzt. Im Bereich des Wohnumfeldes an der Peisserstraße wurde durch das Anlegen einer  "grünen Fuge" mit Igelburgen, Benjeshecken, Wildwiesen, Totholzstapel, Sand-, Kies- und Lehmkulen ein wertvoller Beitrag zum Artenschutz und zur Biodiversität erfüllt.

Im Rahmen von Exkursionen innerhalb der Branche erweitern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stets ihren Horizont und stehen im engen Austausch mit den Mitbewerbern.

Die sozialen und ökologischen Auswirkungen der hier beschriebenen Produkte und Dienstleistungen werden nicht konkret gemessen, da eine Messung dieser Projekte zu umfangreich oder zu aufwendig wäre. Der Erfolg und der Bedarf weiterer Innovationen werden aber im Rahmen der internen Risikobewertung berücksichtigt.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen. Link (Seite 38)

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Aufgrund der sozialen Verpflichtung des Unternehmens zur Bereitstellung preisgünstigen Wohnraums wurden langfristige Darlehensverpflichtungen mit der Stadt Ingolstadt und der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt (als Fördermittelgeber des Freistaates Bayern) eingegangen.

Diese Darlehensverpflichtungen stellen rund 61 Prozent der langfristigen Fremdkapitalaufnahmen dar.