5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten für Nachhaltigkeit in der Hochschule werden dargelegt.

Seit 2015 gibt es einen von der Hochschulleitung ernannten Nachhaltigkeitsbeauftragten, der Professor für Hochschuldidaktik ist. Er wird unterstützt durch eine wissenschaftliche Mitarbeiterin mit einer 0,25 Stelle, die von der Universität eingerichtet wurde. Zusammen koordinieren sie eine für alle Hochschulangehörigen offene Arbeitsgruppe, die AG Nachhaltige Hochschule. Bei ihren etwa zweimonatigen Treffen beratschlagt die AG über Nachhaltigkeitsaktivitäten der Universität und unterstützt deren Umsetzung (siehe auch NHB ab S. 18). Die Mitwirkenden stammen aus allen Bereichen der Universität.

Die Hochschulleitung gibt Impulse und unterstützt finanziell die Aktivitäten des Nachhaltigkeitsbeauftragten und der AG Nachhaltige Hochschule. Im AStA-Referat Politische Bildung und Soziales wird Nachhaltigkeit je nach Besetzung mit individueller Schwerpunktsetzung aufgegriffen und bearbeitet.

Die Koordinatorin ‘Familiengerechte Hochschule/ Betriebliches Gesundheitsmanagement’ ist seit 2013 die erste Anlaufstelle für Beratungen und die Koordination einer strukturellen Weiterentwicklung der Universität in diesen Bereichen (siehe Kriterium 15 und NHB, S. 68).

Die Zentrale Gleichstellungsbeauftragte und die dezentralen Gleichstellungsbeauftragten der Fakultäten sowie die Zentrale Einrichtung Gleichstellung & Diversität (ZEGD) und die Senatskommission für Gleichstellung (KfG) setzen sich für die Umsetzung der Gleichstellung aller Geschlechter und eine Kultur gelebter Diversität und Partizipation ein (siehe Kriterium 15 und NHB ab S. 69).

Das von der Universität Vechta verfolgte Konzept der ‘Offenen Hochschule’ wird durch eine entsprechende Koordinatorin betreut. Die unter diesem Dach gesammelten Angebote dienen der Förderung von Bildungschancen von Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen.

Für alle diese Aspekte der organisationalen Ausrichtung gilt, dass sie als Querschnittsthemen aufgefasst werden müssen und deshalb alle Hochschulangehörigen Verantwortung für ihre Umsetzung in der Hochschulkultur tragen.

Das Dezernat Liegenschaften ist allgemein für Gebäude, Infrastruktur und Ressourcenmanagement zuständig (siehe Kriterium 11 und 12 sowie NHB, S. 64-66).

Der Zentrale Einkauf regelt die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen für die gesamte Universität (siehe Kriterium 11 und NHB, S. 66).

Das Referat Forschungsentwicklung und Wissenstransfer ist der zentrale Akteur zur Koordinierung von Transferaktivitäten (siehe Kriterium 10 und NHB ab S. 49).

6. Regeln und Prozesse

Die Hochschule legt dar, wie sie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse implementiert.

Das wichtige, explizit nachhaltigkeitsorientierte Dokument, das Regeln und Prozesse aufgreift, sind die Nachhaltigkeitsleitlinien, die im Juni 2017 an der Universität Vechta verabschiedet wurden. Sie verankern die Prinzipien der Nachhaltigkeit in den Bereichen Lehre, Forschung, Campus, Transfer und Governance (vgl. Kriterium 1).

Neben diesen Leitlinien gibt es an der Universität Richtlinien, die Teilaspekte von nachhaltiger Entwicklung berühren. Zur Förderung von Gleichstellung und Diversität bestehen u.a. die Richtlinie zur Umsetzung von Chancengleichheit für Studierende mit Familienverantwortung, die Richtlinie gegen sexualisierte Diskriminierung, Belästigung und Gewalt, die Empfehlungen zu einem geschlechtergerechten Sprachgebrauch sowie der Gleichstellungsplan, das Gleichstellungszukunftskonzept sowie der 1. und 2. Selbstreport im Rahmen des von 2017-2020 durchgeführten Auditierungsverfahren “Vielfalt gestalten” (Diversity Audit), dessen Zertifikat die Universität Vechta Anfang 2020 erhalten hat. Zudem gibt es Dienstvereinbarungen zur Regelung der gleitenden Arbeitszeit, zur alternierenden Heimarbeit, die die Vereinbarkeit von Familie/ Sorgearbeit und Beruf für Mitarbeitende unterstützen. Dienstvereinbarungen zum Nichtraucher*innenschutz, zum betrieblichen Eingliederungsmanagement und zur Suchtprävention und Suchthilfe lassen sich dem Ziel Gesundheitsförderung von Mitarbeitenden zuordnen.

Was betriebliche Abläufe angeht, beschafft und verwendet die Universität zu 100% durch den Blauen Engel zertifiziertes Recyclingpapier und setzt bei der IT auf ressourcenschonende, energieeffiziente Anschaffungen (Label “Grüner beschaffen”), um CO2-Emissionen möglichst gering zu halten. Weitere Beschaffungsrichtlinien zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten bestehen aktuell nicht, jedoch bietet die zentrale Beschaffungsstruktur dafür grundsätzlich gute Voraussetzungen (siehe auch Kriterium 11).

7. Sicherstellung der Ergebnisqualität

Die Hochschule legt dar, welche Nachhaltigkeitsindikatoren genutzt, wie Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten gesichert und sowohl zur internen Sicherstellung der Ergebnisqualität als auch zur internen sowie externen Kommunikation verwendet werden.

An der Universität Vechta unterstützen verschiedene Prozesse und Institutionen die kontinuierliche Weiterentwicklung und Qualitätssicherung in wesentlichen Bereichen der Hochschule.

Es wurde ein Team Hochschulplanung und Qualitätsentwicklung eingerichtet, das in den Bereichen Hochschulplanung, Controlling und Qualitätsentwicklung tätig und Teil des Präsidialbüros ist. In diesem Rahmen werden verschiedene Evaluationen, Befragungen und anschließende Berichterstattung durchgeführt (dazu zählen Studieneingangsbefragungen, Workload-Erhebungen, Lehrveranstaltungsbewertungen, Absolvent*innen- und Ehemaligen-Befragungen) und Statistiken (zu Studierenden- und Absolvent*innenzahlen) erstellt. Das Team fertigt weiterhin Zielerreichungs- und Lageberichte als Teile des Jahresabschlusses an. Die Ergebnisse der Entwicklungsprozesse werden in Arbeitsgemeinschaften und Gremien evaluiert und anschließend veröffentlicht. Daten zu den Gesundheitschancen und -risiken von Beschäftigten werden bisher noch nicht im Rahmen eines systematischen Prozesses ermittelt, analysiert und bewertet. Die Ableitung relevanter Gesundheitsthemen und konkreter Interventionsmaßnahmen erfolgt deshalb gegenwärtig lediglich auf der Grundlage von objektiven Verfahren wie z.B. Fehlzeitenanalyse, Arbeitsbelastungsdaten (z.B. Zeit-/Überstundenkonto) sowie Auswertungen betriebsbezogener Fachstellen (z.B. Betriebliches Eingliederungsmanagement, Unfallstatistik, betriebsärztlicher Dienst, Begehungen). Die Einrichtung eines umfassenden und systematischen Betrieblichen Gesundheitsmanagements einschließlich eines entsprechenden Managementprozesses wurde 2019 im Rahmenkonzept Personalentwicklung festgelegt (siehe auch Kriterium 15).

Zur Information über universitäre Veränderungen werden Mitarbeitende durch das Intranet, Mails, oder auch durch Mitarbeiter*innenversammlungen informiert. Durch Mitarbeiter*innen-Befragungen und andere partizipative Austauschrunden werden Mitarbeitende der Universität regelmäßig in die Erarbeitung von Veränderungsprozessen einbezogen. Ein markantes Beispiel für diese partizipative Arbeit, durch das die Ergebnisqualität in Punkto Diversität/ soziale Nachhaltigkeit an der Universität Vechta sichergestellt wird, ist das Diversity Audit (siehe auch NHB, S. 69). Im Zuge des Audits waren alle Angehörigen der Universität eingeladen, sich als Teilnehmende der prozessbegleitenden Workshops oder als Aktive in den AGs auszutauschen und zusammenzutun, und sich so an der Thematisierung von Diversität und Teilhabe und deren nachhaltiger Umsetzung an der Universität zu beteiligen. Gleichstellungs- und diversitätsrelevante Kennzahlen finden sich zudem im aktuellen Gleichstellungsplan der Universität Vechta, der neben Geschlecht weitere Diversitätsmerkmale (u.a. Alter, Regionalität) beinhaltet. Die Datengrundlage wird im Rahmen des Gleichstellungs- und Diversitäts-Controlling der Universität jährlich aktualisiert.

Die beschriebenen Prozesse können immer auch Nachhaltigkeit als von der Universität definiertes Querschnittsthema berühren. Darüber hinaus gibt es keine spezifischen auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Prozesse, Daten oder Indikatoren an der Universität Vechta.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Die Leistungsindikatoren nach GRI und EFFAS sind vorerst nicht Umfang des HS-DNK. Die Indikatoren sind für unsere Hochschule nicht hinreichend aussagekräftig oder (zum jetzigen Zeitpunkt) nicht in der abgefragten Tiefe zu berichten. Auf lange Sicht wird geprüft, nach einem (noch zu entwickelnden)
hochschulspezifischen Indikatoren-Set zu berichten.

8. Anreizsysteme

Die Hochschule legt dar, inwiefern ihre leitenden Organisationseinheiten Nachhaltigkeitsprozesse materiell und immateriell durch Zuweisung von projektgebundenen oder etatisierten Ressourcen sowie Legitimation und Unterstützung auf allen (Entscheidungs-) Ebenen fördern und anregen. Es wird dargelegt, inwiefern die Hochschulleitung derartige Anreizsysteme auf ihre Wirkung hin überprüft.

In vielen verschiedenen Bereichen bietet die Universität Vechta für ihre Angehörigen Anreize für auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Verhaltensweisen. Verschiedene Angebote fördern Stück für Stück ein diverses, umweltbewusstes, gesundes und soziales Campusleben.

Dabei gibt es sowohl Anreize, die durch finanzielle oder ideelle Förderung seitens der Hochschulleitung bestimmte Strukturen und Prozesse bereitstellen, sowie Anreize, die direkt das Verhalten einzelner Hochschulangehöriger für nachhaltigkeitsorientiertes Verhalten fördern. Im Folgenden werden sowohl strukturelle wie auch individuelle Anreize für nachhaltige Entwicklung genannt.

Beispielsweise bietet die Universität Vechta durch regelmäßige Veranstaltungen die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit nachhaltigkeitsbezogenen Themen. Dazu zählt eine Aktionswoche Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), in der alle Lehrenden aufgefordert sind, BNE in ihren Lehrveranstaltungen aufzugreifen und die finanziell durch die Hochschulleitung unterstützt wird (siehe auch NHB, S. 32). Die jährliche Ausrichtung einer Internationalen Woche durch das International Office ergänzt – sowohl wissenschaftlich wie auch persönlich – das reguläre Angebot zu interkulturellem Austausch. Mit der Verleihung des von einem Vechtaer Reiseunternehmer gestifteten Höffmann-Wissenschaftspreis für Interkulturelle Kompetenz zeichnet die Universität jährlich herausragende Wissenschaftler*innen in diesem Gebiet aus und fördert sie durch den mit 10.000€ dotierten Preis. Der von der Zentralen Einrichtung Gleichstellung und Diversität (ZEGD) organisierte Diversity Monat rückt Vielfalt in Hochschule und Gesellschaft ins Blickfeld und sensibilisiert auf diese Weise für soziale Ungleichheiten. Im Rahmen ihrer Angebote zur geschlechter- und diversitätssensiblen wissenschaftlichen Nachwuchsförderung wirkt die ZEGD zudem auf eine verbesserte Chancengerechtigkeit in wissenschaftlichen und wissenschaftsnahen Karrierewegen hin.

Seitens des AStA wurde im April 2019 zum ersten Mal eine Aktionswoche Nachhaltigkeit mit zahlreichen interaktiven Angeboten und Vorträgen organisiert und finanziert (siehe auch NHB, S. 72). Regelmäßig und auch im Januar 2019 organisierte dieser auch eine Aktionswoche gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Ideologien.

Im Campusalltag regt u.a. die Mensa zur Wahl nachhaltiger Ernährungsweisen an. Sie bietet verschiedene vegetarische und vegane Speisen an, quersubventioniert diese und fördert durch Aktionen wie den “Klimateller” das Bewusstsein für ökologische und soziale Aspekte von Ernährung (siehe auch NHB, S. 67). Mülltrennung wird den Hochschulangehörigen durch die Präsenz von Wertstoff-Trenn- und Sammelbehältern auf allen Fluren nahegelegt und vereinfacht. Die konsequent getrennte Entleerung dieser Behälter muss allerdings noch sichergestellt werden.

Bezüglich gesundheitsfördernder Verhaltensweisen bietet die Hochschule ein großes Angebot im Hochschulsport für Studierende und Mitarbeitende sowie Fort- und Weiterbildungsangebote zu Gesundheitsthemen für Mitarbeitende an. Aktivitäten für eine familiengerechte Hochschule fördern die Work-Life-Balance der Studierenden und Mitarbeitenden.

Ein Leih-E-Bike soll den Mitarbeitenden zudem umweltfreundliche Ortswechsel z.B. zwischen den in der Stadt verteilten Universitätsgebäuden ermöglichen. Der AStA betreibt außerdem eine Fahrradwerkstatt und trägt damit zur umweltfreundlichen und gesundheitsfördernden Mobilität insbesondere der Studierenden bei. Das Semesterticket bietet Anreize zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.

Viele dieser Angebote und Veranstaltungen werden durch regelmäßige Evaluationen unter den Beteiligten überprüft und entsprechend überarbeitet. Die Überprüfung erfolgt je nach Thema durch die für die Anreize verantwortliche Stelle selbst oder durch zentrale Einrichtungen wie das Team Hochschulplanung und Qualitätsentwicklung. Die Hochschulleitung ist, wie alle Hochschulangehörigen, ebenfalls Adressat der genannten Anreize. Ihre Evaluation kann bislang allerdings nur anhand übergreifender Nachhaltigkeitszielsetzungen, wie sie in der Zielvereinbarung und im Hochschulentwicklungsplan (S. 52 f.) festgehalten sind, erfolgen und bezieht sich nicht im Detail auf einzelne Nachhaltigkeitsaspekte. Weitere Angaben zur Evaluation entnehmen Sie bitte den Ausführungen zu Kriterium 7.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Die Leistungsindikatoren nach GRI und EFFAS sind vorerst nicht Umfang des HS-DNK. Die Indikatoren sind für unsere Hochschule nicht hinreichend aussagekräftig oder (zum jetzigen Zeitpunkt) nicht in der abgefragten Tiefe zu berichten. Auf lange Sicht wird geprüft, nach einem (noch zu entwickelnden)
hochschulspezifischen Indikatoren-Set zu berichten.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Die Leistungsindikatoren nach GRI und EFFAS sind vorerst nicht Umfang des HS-DNK. Die Indikatoren sind für unsere Hochschule nicht hinreichend aussagekräftig oder (zum jetzigen Zeitpunkt) nicht in der abgefragten Tiefe zu berichten. Auf lange Sicht wird geprüft, nach einem (noch zu entwickelnden)
hochschulspezifischen Indikatoren-Set zu berichten.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Die Hochschule, legt dar, ob und wie sie interne und externe Anspruchsgruppen identifiziert und wie diese in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Sie legt dar, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Die allgemeinen Strukturen zur Beteiligung an der Universität Vechta werden in Kriterium 14 “Partizipation der Hochschulangehörigen” erläutert. Der Nachhaltigkeitsprozess an der Universität Vechta wird im Wesentlichen durch die AG Nachhaltige Hochschule und den Nachhaltigkeitsbeauftragten gestaltet (siehe auch NHB, S. 18-21). Die AG Mitglieder wirken aus Eigeninitiative und Interesse am Prozess mit und bringen Themen und Projekte ein, die gemeinsam weiterentwickelt werden. Die AG ist dabei offen für alle Hochschulangehörigen und legt Wert auf eine breite Repräsentanz der verschiedenen Statusgruppen und Handlungsfelder der Hochschule. Zu konkreten Themen werden einzelne Zuständige durch die AG hinzugezogen. Sie gewinnt zunehmend an Bekanntheit, ihre Aktivität ist in manchen Handlungsfeldern allerdings noch ausbaufähig.

Darüber hinaus setzen sich auch verschiedene studentische Initiativen durch Projekte und Aktionen mit dem Thema Nachhaltigkeit an der Universität auseinander und liefern Impulse für die Universität (siehe auch NHB, S. 73-75).

Strategische Prozesse, die die gesamte Hochschule betreffen, wie etwa im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung oder des Diversity-Audits, finden üblicher Weise unter Einbeziehung aller interessierten Hochschulangehörigen statt. Neben einer hochschulweiten Einladung zur Beteiligung, erfolgt zudem eine direkte Ansprache einzelner Akteur*innen, die durch bisheriges Engagement, Interessenbekundung oder wegen ihrer Verantwortlichkeit für bestimmte Bereiche identifiziert werden. Dabei ist man stets um eine für die Universität repräsentative Zusammensetzung der Mitwirkenden bemüht. Zum Beispiel sollten die folgenden Statusgruppen vertreten sein: Studierende, Mitarbeiter*innen aus Lehre und Forschung (Mittelbau und Professor*innen), Mitarbeiter*innen aus Technik und Verwaltung sowie Vertreter*innen der Hochschulleitung.


Der Austausch mit anderen Hochschulen zu nachhaltiger Hochschulentwicklung findet insbesondere durch die Mitgliedschaft im bundesweiten HOCHN-Netzwerk statt. Dort versammeln sich Expert*innen aus der Nachhaltigkeitsforschung, die beispielsweise als Referent*innen im Rahmen der Fortbildungsreihe Bildung für nachhaltige Entwicklung an die Universität Vechta geladen werden. Das Netzwerk ermöglicht zudem Erfahrungsaustausch mit Nachhaltigkeitsbeauftragten anderer Hochschulen und ist Quelle gegenseitiger Inspiration. Insgesamt wird die Zusammenarbeit zu übergreifenden Veranstaltungen und Projekten in wissenschaftlichen und anwendungsorientierten Kontexten gefördert, wodurch die Universität Vechta Möglichkeiten zur Mitgestaltung einer nachhaltigen Hochschullandschaft in Deutschland und ggf. darüber hinaus wahrnehmen kann.

Es gibt sowohl informelle und persönliche Gespräche wie auch offizielle Veranstaltungen zur Diskussion von Nachhaltigkeitsthemen rund um die Hochschule mit verschiedenen regionalen und anderen externen Akteur*innen (zum Beispiel im Kontext von studentischen Projektarbeiten, Disseminationsveranstaltungen von Forschungsprojekten, Ringvorlesungen).Die externen Stakeholder der Universität Vechta sind sehr vielfältig und werden je nach Vorhaben von den jeweiligen Hochschulangehörigen identifiziert und adressiert. Im Allgemeinen zählen dazu die Bürger*innen des Landkreises Vechta, die Stadt Vechta, politische Amtsträger*innen und Institutionen, andere Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen im In- und Ausland, Unternehmen in der Region und darüber hinaus sowie Vereine, NGOs etc.

Weitere Austauschformen und konkretere Kooperationen zu nachhaltiger Entwicklung mit externen Akteur*innen sowie Transfermaßnahmen werden in Kriterium 10 und im NHB ab S. 49 erläutert.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Die Leistungsindikatoren nach GRI und EFFAS sind vorerst nicht Umfang des HS-DNK. Die Indikatoren sind für unsere Hochschule nicht hinreichend aussagekräftig oder (zum jetzigen Zeitpunkt) nicht in der abgefragten Tiefe zu berichten. Auf lange Sicht wird geprüft, nach einem (noch zu entwickelnden)
hochschulspezifischen Indikatoren-Set zu berichten.

10. Transformation

Die Hochschule legt dar, wie sie durch geeignete Prozesse eine Transformation Richtung nachhaltiger Entwicklung in ihren wesentlichen Handlungsfeldern erreichen möchte. Ebenso wird dargelegt, inwiefern Maßnahmen innerhalb der Handlungsfelder einen Lernprozess für die gesamte Organisation und bei Akteuren darüber hinaus in Gang setzen und Verstetigungsprozesse für die angestrebte Transformation vorangetrieben werden. Dies beinhaltet ebenfalls den kontinuierlichen Austausch mit Kommunen, Wirtschaft, politischem Umfeld und Zivilgesellschaft.

Die Universität Vechta ist in verschiedenen Handlungsfeldern im ständigen Austausch mit zahlreichen Personen und Organisationen, woraus sie vielfältige Impulse für die nachhaltige Entwicklung der eigenen Hochschule erhält.

Sie ist beteiligt an einer Vielzahl von nachhaltigkeitsbezogenen Forschungsprojekten mit direkter Relevanz für die Universität selbst und für die Region, in der sie sich befindet. Das Forschungsprojekt TeRRIFICA (Territorial Responsible Research and Innovation Fostering Innovative Climate Action) z. B. ist Teil des EU-Förderprogramms Horizon 2020 und widmet sich der Entwicklung von innovativen Klimaanpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen zusammen mit regionalen Akteur*innen. Dabei zielt es darauf ab, den Erwerb von dazu förderlichen Kompetenzen bei den Beteiligten in verschiedenen europäischen Regionen zu unterstützen (siehe auch NHB, S. 54).

Ein wesentlicher Motor für nachhaltige Entwicklung an der Universität Vechta war und ist die Beteiligung am BMBF-geförderten Verbundprojekt "Nachhaltigkeit an Hochschulen (HOCHN): entwickeln – vernetzen – berichten". Dieses bezieht sich explizit auf die Beforschung und Anwendung von Maßnahmen für nachhaltige Hochschulentwicklung in den Handlungsfeldern Lehre, Forschung, Betrieb, Transfer, Nachhaltigkeitsberichterstattung und Governance. Das bereits in Kriterium 9 erwähnte HOCHN-Netzwerk ist ein zusätzliches Ergebnis des Projektes.

Weitere Forschungsprojekte mit Nachhaltigkeitsbezug sind auf der Website der Universität im Bereich Forschung für nachhaltige Entwicklung und im NHB ab Seite 37 zu finden.

Im Rahmen des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft sind der Science Shop Vechta/ Cloppenburg und die Koordinierungsstelle Transformationswissenschaft agrar Niedersachsen wichtige Akteure (siehe auch NHB, S. 54-55). Der Science Shop ist eine Anlauf- und Vermittlungsstelle für bildungs- und forschungsrelevante Fragestellungen aus der Region. Mit seiner partizipatorischen sowie inklusiven und integrativen Arbeitsweise will er Wissen, Bildung und auch die Universität für Menschen erreichbar machen, die sonst keinen Zugang zu ihr hätten. Die (Forschungs-)Projekte des Science Shop orientieren sich dabei an gesellschaftlich relevanten Fragen und sind (somit) eng mit Themen der nachhaltigen Entwicklung verknüpft.

Die Koordinierungsstelle Transformationswissenschaft agrar Niedersachsen am Standort Vechta vernetzt Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die eine nachhaltige und zukunftsorientierte Agrar- und Ernährungswirtschaft gestalten wollen und adressiert damit ein wichtiges Themenfeld in der landwirtschaftlichen Intensivregion Oldenburger Münsterland. In verschiedenen Veranstaltungsformaten u.a. zu Themen der Nutztierhaltung, der Digitalisierung der Landwirtschaft sowie nachhaltigem Ressourcenmanagement greift der Verbund dabei drängende Fragen der Region auf und erörtert Lösungsmöglichkeiten für die Praxis. Zum Ausbau der Forschungsaktivitäten in diesem Bereich wird darüber hinaus ein Forschungscluster „Transformationsmanagement in ländlichen Räumen“ aufgebaut.

Auf globaler Ebene bringt sich die Universität im Rahmen ihrer Beteiligung am Global Cluster for Higher Education for Sustainable Development der International Association of Universities (IAU) ein. Diese Initiative verfolgt das Ziel, die Sustainable Development Goals (SDGs) und ihre Ausgestaltung in Kooperation mit Hochschulen aller Kontinente weiter voranzubringen. Die Universität Vechta arbeitet hinsichtlich der SDGs 5 (Geschlechtergerechtigkeit) und 12 (Nachhaltige/r Konsum und Produktion) daran mit. Weiterhin ist die Universität durch das RCE Oldenburger Münsterland (siehe Kriterium 2d) mit BNE-Aktivitäten anderer Universitäten weltweit durch das RCE-Netzwerk der United Nations University verbunden (siehe auch NHB, S. 59).

Einen Austausch und gemeinsame Aktivitäten zur Weiterentwicklung der Lehrer*innenbildung hinsichtlich BNE pflegt die Universität Vechta zudem im Deutschsprachigen Netzwerk “LehrerInnenbildung für eine nachhaltige Entwicklung (LeNa)”, dessen Gründungsmitglied sie ist.

Diese verschiedenen Projekte und Institutionen spiegeln die grundsätzliche Ausrichtung der Universität Vechta und ihre Transformationsbereitschaft wider. Sie liefern Impulse, Konzepte und Kontakte, die eine langfristige Weichenstellung für eine nachhaltige Entwicklung ermöglichen. Jedoch kann bislang nicht von einem ganzheitlichen, integrierten Prozess der Nachhaltigkeitstransformation die Rede sein. Hier könnte es ein strategischer Ansatz sein, zukünftig die verschiedenen Pfade zusammenzuführen und damit Governance-Strukturen zur Transformation zu etablieren.

Auch durch die Ausrichtung der Lehre kann die Universität Vechta einen Beitrag zur Transformation der Gesellschaft leisten. Näheres zu den verschiedenen Lehrformaten, durch die eine nachhaltige Entwicklung gefördert werden soll, ist in Kriterium 16 und im NHB ab S. 23 erläutert.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Die Leistungsindikatoren nach GRI und EFFAS sind vorerst nicht Umfang des HS-DNK. Die Indikatoren sind für unsere Hochschule nicht hinreichend aussagekräftig oder (zum jetzigen Zeitpunkt) nicht in der abgefragten Tiefe zu berichten. Auf lange Sicht wird geprüft, nach einem (noch zu entwickelnden)
hochschulspezifischen Indikatoren-Set zu berichten.