5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

In der Rechtsform der GmbH & Co. KG obliegt die zentrale Verantwortung der gesamten Geschäftsführung – und damit auch für Nachhaltigkeitsthemen – bei der Komplementärin Flamarium Verwaltungs GmbH und hier personell bei den beiden Geschäftsführern Michael Kriebel und Frank Pasic.

Mit Einführung eines Umweltmanagementsystems (UMS) wurde im Jahr 2007 ein UMS-Team gegründet, welches die Umweltpolitik des Unternehmens formuliert und entsprechende Programme und Ziele entwickelt und vorangetrieben hat.

Aus dem UMS-Team wurde im Jahr 2018 ein Nachhaltigkeits-Team formiert, welches sich für die Entwicklung einer darüberhinausgehenden Nachhaltigkeitsstrategie verantwortlich zeichnet und die Geschäftsführer in entsprechenden Fragestellungen berät.

Das Nachhaltigkeits-Team besteht aus mindestens fünf Mitgliedern des Unternehmens neben den beiden Geschäftsführern. Es können auch externe Gäste wie Berater dazukommen, zum Beispiel wenn es um strategische Fragestellungen geht. Die Vorsitzende des Nachhaltigkeitsteams ist Frau Dina Pasic. 

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Verschiedene Leitlinien und Verhaltensstandards verankern Nachhaltigkeit als zentralen Bestandteil unseres operativen Geschäfts.

Grundlage unseres unternehmerischen Handelns ist ein Nachhaltigkeitssystem, welches sich gerade aus dem bereits im Jahre 2007 implementierten Umweltmanagementsystems (UMS) entwickelt. Dieses UMS war bis zum 31. Mai 2020 EMAS-zertifiziert. Aufgrund des hohen Verwaltungsaufwands, den EMAS anerkanntermaßen mit sich bringt, hat sich die Geschäftsführung entschlossen, das Zertifikat nicht über den genannten Zeitpunkt zu erneuern, was aber der Aufrechterhaltung der eingeführten Strukturen nicht entgegensteht.  

In der Erklärung „Die Umweltpolitik der Flamarium Saalkreis GmbH & Co. KG – Verantwortung, Transparenz und Dialog“ vom 4. Mai 2007, die bis heute nur in wenigen Punkten aktualisiert werden musste, bekennt sich die Geschäftsführung zu der selbst auferlegten Verpflichtung, die drei Komponenten unternehmerischer Entwicklung – Ökonomie, Soziales und Ökologie – stets in Einklang zu bringen. Diese Erklärung ist als Download auf der Unternehmenshomepage und als Broschüre einsehbar.  

Unser Organisationshandbuch bündelt geschäftsinterne Reglements und Abläufe und bildet somit die Basis für Rechtssicherheit und gute Zusammenarbeit im Unternehmen. Es beinhaltet u.a. zahlreiche Verfahrensanweisungen zu einem umweltbewussten und sicheren Betriebsablauf.  

Zur Erfüllung betrieblicher und gesetzlicher Verpflichtungen haben wir über externe Anbieter browser- und datenbankbasierte Module wie ein Rechtskataster und eine EHS-Software eingeführt; letztere dient vornehmlich der kontinuierlichen Schulung unserer Mitarbeiter.   Abschließend ist die regelmäßige – mindestens alle 14 Tage – stattfindende Dienstbesprechung ein Kernelement der unternehmensinternen Kommunikation.  

Das Nachhaltigkeits-Team koordiniert und überwacht die Aktivitäten zur gesellschaftlichen Verantwortung. Es kontrolliert die Entwicklung der Nachhaltigkeitsziele und überprüft Regeln und Prozesse.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Um unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, ist eine regelmäßige Überprüfung des Umsetzungsstandes unerlässlich. Aus diesem Grund erheben wir eine Reihe von Nachhaltigkeitsindikatoren, die in verschiedenen internen und externen Berichten veröffentlicht und zur Unternehmenssteuerung genutzt werden.

Im Rahmen unserer ökologischen Ziele werden folgende Umweltindikatoren dokumentiert und bewertet:
Zu diesem Zweck haben wir ein Monitoring-System entwickelt und implementiert, mit welchem die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte sowie die energiebezogenen Medienverbräuche systematisch erfasst und ausgewertet werden.
Die Einhaltung der Grenzwerte stellt eine zertifizierte Emissionsmesseinheit sicher.
Mit der Erfassung meist monatlicher Verbrauchsdaten aus Versorgerabrechnungen und eigener Medienverbrauchszähler werden die Verbräuche standortbezogen dargestellt. Derzeit arbeiten wir daran, eine Zählerstruktur aufzubauen, die es ermöglicht, Verbräuche zu einem großen Teil auch bestimmten Verbrauchsgruppen, wie z.B. den einzelnen Kremationsöfen, den Kühlräumen etc., zuzuordnen. Diese Struktur soll bis Ende 2021 bereitstehen.

Auch in Bezug auf unsere personellen Zielsetzungen werden regelmäßig verschiedene Sozialindikatoren erhoben. Beispiele hierfür sind u.a. die Schwerbehindertenquote oder die Gesundheitsquote im Unternehmen. Zudem werden ggf. aufgetretene besondere Vorkommnisse und Anfragen von Stakeholdern ausgewertet. Aufgrund solcher Anfragen ist z.B. die ebenfalls auf der Unternehmenshomepage zum Download bereitgestellte Broschüre „Über den Umgang mit Totenasche“ erstellt worden.

Darüber hinaus werden die Wirkungsziele der begünstigten Organisationen regelmäßig überwacht (FUNUS Stiftung, des Mitteldeutschen Feuerbestattungsvereins e.V. und des Gemeinnützigen Feuerbestattungsvereins Halle e.V.). Ein Mitglied der Geschäftsleitung nimmt hierfür an Sitzungen des Vorstandes der Stiftung sowie an den Mitgliederversammlungen der Vereine teil. Darüber hinaus wird der Wirkungsbericht auf Einhaltung der Wirkungsziele und insbesondere der speziellen Nachhaltigkeitsziele und Förderkriterien des Flamarium geprüft. Falls kein Wirkungsbericht von der Organisation erstellt wird, erfolgt eine Prüfung anhand des sog. Tätigkeitsberichtes, der auch dem Finanzamt zur Überprüfung der Gemeinnützigkeit vorgelegt werden muss.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Der Mensch im Mittelpunkt

Hervorgegangen aus dem 1926 gegründeten Volks-Feuerbestattungsverein Halle setzt unser Flamarium eine über 80-jährige Tradition der Feuerbestattungskultur fort.

Wir sind Partner der Bestatter in Mitteldeutschland und gestalten würdevolle Trauerfeiern, Einäscherungen und Urnenbeisetzungen nach individuellem Verständnis.

Menschlichkeit, Anteilnahme und Verständnis bestimmten von Beginn an das Wirken des Volks-Feuerbestattungsvereins. Diese Werte bilden die Handlungsmaxime von unserem Flamarium. Unser besonderes Anliegen ist es, geschützte Orte für den letzten Dienst an Verstorbenen zu schaffen.

Eine sozialverantwortliche Feuerbestattungskultur bedeutet für uns konkret:

Verhaltenskodex

Respekt vor dem Verstorbenen und Sensibilität gegenüber den um ihn Trauernden bilden die Grundlage unseres Verständnisses von Bestattungskultur.

Offenheit

Die Vergänglichkeit des Lebens und das Abschiednehmen gehören unvermeidlich zu unserem Dasein. "Trauernde sind überall sich verwandt" formulierte es der österreichische Dichter und Dramatiker Franz Grillparzer.  

Ritualpflege

Wir begreifen die Feuerbestattung nicht als rein technischen Akt, sondern als integralen Bestandteil eines Bestattungsrituals. Rituale können einen wichtigen Beitrag leisten, Trauer zu verarbeiten und das Leben neu zu ordnen.

In unseren Einrichtungen besteht die Möglichkeit, die gesamten Abläufe der Feuerbestattung an einem Ort und in einer zeitlich geschlossenen Abfolge zu begleiten und zu begreifen. Verlust und Trauer solidarisch in sicherer Begleitung zu erleben und zu verarbeiten, steht hier im Vordergrund.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Unser Vergütungssystem sieht keine direkte Messung an der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen vor. Dies erklärt sich aufgrund unserer Organisationsstruktur (flache Hierarchien) sowie der komplexen Messung von Nachhaltigkeitszielen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Aus Wettbewerbs- und Vertraulichkeitsgründen berichten wir nicht zum Indikator GRI SRS-102-35.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Aus Wettbewerbs- und Vertraulichkeitsgründen berichten wir nicht zum Indikator GRI SRS-102-38.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Die wichtigsten Anspruchsgruppen wurden mittels einer Stakeholder-Analyse ermittelt. Es wurde mithilfe einer Tabellenkalkulation ermittelt, wie die Art der Einflussnahme aussieht und welche Chancen und Risiken sich aus dieser Einflussnahme ergeben. Am Ende stand eine Bewertung des Einflusses (wichtig/weniger wichtig/unwichtig) fest.

Zu unseren Stakeholdern gehören vorrangig Bestattungsinstitute aus Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Niedersachsen, die uns mit Dienstleistungen im Bereich der Feuerbestattung – Einäscherung von Verstorbenen und ggf. Beisetzung der Urne im Friedgarten Mitteldeutschland – beauftragen.
Nach neuesten Entwicklungen werden aber auch die Angehörigen der Verstorbenen, also die Auftraggeber unserer Auftraggeber, zu einer immer wichtigeren Gruppe von Anspruchsstellern. Hatten wir noch vor einigen Jahren gar keinen Kontakt zu dieser Gruppe, wird der Dialog mit diesem Personenkreis im Rahmen von Trauerfeiern, Urnenbeisetzungen oder Einäscherungsritualen, bei denen die Angehörigen persönlich zugegen sind, immer stärker und wichtiger.
Die Erkenntnisse aus diesen Gesprächen werden von unseren Mitarbeitern mit Hilfe unserer betriebseigenen Software CRIMSON festgehalten und im Rahmen der regelmäßigen Dienstbesprechungen kommuniziert.  

Weitere wichtige Anspruchsgruppen sind Nachbarn, Zulieferer, Behörden und die Öffentlichkeit. 

Wir führen den Dialog im Rahmen unserer Netzwerktreffen (z.B. Tag der offenen Tür oder Tag des Friedhofes), aber auch mithilfe von Feedbacks zu unseren Nachhaltigkeitsberichten. Die Ergebnisse der Dialoge werden dann im Nachhaltigkeitsteam besprochen und in die Nachhaltigkeitsstrategie aufgenommen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Die meisten Anfragen erreichen uns zumeist von Personen, die einen nahen Angehörigen oder Freund in unserem Haus haben einäschern lassen, zu dem Thema, wie wir mit der Totenasche umgehen, speziell, wie mit in der Asche enthaltenen Edelmetallen verfahren wird. Diese Anfragen und deren Beantwortung werden anonymisiert dokumentiert. Zur Beantwortung dieser Fragen haben wir die Broschüre "Über den Umgang mit der Totenasche" entwickelt, die unser Verfahren unter Berücksichtigung der einschlägigen Rechtsprechung darstellt. Diese Broschüre stellen wir allen Interessierten kostenlos zur Verfügung.

Ein weiteres wichtiges Thema ist der sogenannte Bypassbetrieb, bei dem die Anlagentechnik die Rauchgase aus Selbstschutz vor Überhitzung ungefiltert über den Schornstein ableitet. Die Bypässe werden in unserem Haus elektronisch dokumentiert, die zuständige Überwachungsbehörde wird hierüber umgehend in Kenntnis gesetzt.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Wesentliche ökologische Auswirkungen unserer Dienstleistungen sind Ressourcenverbräuche, vor allem im Bereich Energie, sowie Emissionen, deren Grenzwerte in der 27. BImSchV normiert sind. Die entsprechenden In- bzw. Outputmengen werden regelmäßig erfasst und publiziert (siehe Kriterium 7). Weitere Informationen zu diesem Thema folgen außerdem in den Kriterien 11-13.  

In Bezug auf Innovationen spielt der Einsatz neuer Technologien und Verfahren in unserem Haus eine entscheidende Rolle.

Das neue – im Berichtsjahr noch nicht bezogene – Verwaltungsgebäude am Standort Osmünde sowie das ebenfalls dort gelegene Café-Restaurant „Gartenhaus“ werden über die im Flamarium freigesetzte Wärmeenergie beheizt. Andernfalls müsste die Energie über ein Rückkühlwerk an die Atmosphäre abgegeben werden. Um theoretisch mögliche Ausfallzeiten zu umgehen, wurde zudem eine Erdwärmepumpe installiert.

Dieses Verfahren ist nicht handelsüblich und konnte nur in enger Zusammenarbeit mit einem langjährigen Partner im Bereich Gas- und Heizungsinstallation verwirklicht werden. Von dieser mit einer hohen Investition verbundenen Maßnahme versprechen wir uns mittelfristig eine deutliche Kostenersparnis sowie eine Schonung natürlicher Ressourcen.

Generell halten wir unsere Mitarbeiter dazu an, Verbesserungsvorschläge einzubringen, um diese im Nachhaltigkeitsteam zu besprechen. Ein festgelegtes Verfahren existiert hierzu noch nicht.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Wir verfügen über keine eigenen Finanzanlagen.