5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Als öffentliche Unternehmen der Stadt Norderstedt steht die Unternehmensgruppe Stadtwerke Norderstedt in einer besonderen gesellschaftlichen Verantwortung, nachhaltig zu handeln. Die strategische Verantwortung liegt daher bei Jens Seedorff, Erster Werkleiter der Unternehmensgruppe Stadtwerke Norderstedt. Vor vier Jahren wurde die Stabsstelle Nachhaltigkeitsmanagement geschaffen. Kontrolle und Analyse der Nachhaltigkeitsthemen werden vom Nachhaltigkeitsmanagement durchgeführt und im Nachhaltigkeitsbericht offengelegt. Mit der Verankerung von Nachhaltigkeit als Leitidee in unserer Unternehmensstrategie 2030 wird nachhaltiges Handeln zukünftig noch stärker in Entscheidungsprozessen berücksichtigt.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie wurde Ende des Jahres 2021 in die Unternehmensstrategie 2030 integriert. Klare Regeln und Prozesse werden daher erst in den kommenden Jahren erarbeitet und umgesetzt. Bereits vereinbart wurde, dass Entscheidungen stets unter Berücksichtigung von Prüffragen zur Leitidee „Nachhaltigkeit & qualitatives Wachstum“ getroffen werden müssen:

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Als Eigenbetrieb der Stadt Norderstedt unterliegen wir der Kontrolle durch politische Gremien und stehen so im stetigen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Außerdem unterliegt die Rechtmäßigkeit und Zweckmäßigkeit unseres Handelns der Kontrolle durch das städtische Rechnungsprüfungsamt und den Landesrechnungshof. Externe Wirtschaftsprüfer stellen sicher, dass unsere Buchführung und Bilanzierung den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Wir veröffentlichen seit 2021 einen Geschäftsbericht und legen unser Engagement im Bereich Nachhaltigkeit u.a. anhand von Kennzahlen auch im jährlichen DNK-Bericht seit 2018 offen. Ein Umweltreporting zur Energie- bzw. CO2-Bilanz wird durch unser Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001 gemacht. Ein Monitoring für Ziele der integrierten Unternehmensstrategie 2030 wird im kommenden Jahr aufgebaut.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Wir betreiben unser Kerngeschäft umweltverträglich, ethisch und sozial verantwortlich und zugleich ökonomisch erfolgreich. Nach diesen Prinzipien treffen wir unsere Unternehmensentscheidungen und gestalten die Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden, Geschäftspartnern, den Bürger:innen, der Politik und Öffentlichkeit sowie unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir sind verantwortlich dafür, dass unsere Produkte und Dienstleistungen hochwertig sind und einen gesellschaftlichen Bedarf decken. Wir verhalten uns zu unseren Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartnern am Markt fair und transparent. Diese Grundsätze haben wir in Form unseres Compliance-Kodex im November 2016 in der Unternehmensgruppe festgeschrieben.

Auch in unseren CSR-Richtlinien haben wir unsere Werte festgeschrieben und den Grundsatz der Nachhaltigkeit definiert. Im kommenden Jahr werden wir im Rahmen der Umsetzung der integrierten Unternehmensstrategie 20230 diese Richtlinien überarbeiten. Werte und Verhaltensnormen sind auch Bestandteil unseres Mitarbeiterhandbuchs, das seit 2020 den Mitarbeitenden als Leitfaden dient. Des Weiteren enthält unser im Jahr 2021 überarbeiteter Frauenförderplan Richtlinien zu Gleichstellung und Vielfalt.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Die Vergütung eines Großteils unserer Mitarbeiter:innen richtet sich nach dem Tarifvertrag Versorgungsbetriebe (TV-V). Es gibt einen geringen Anteil an Mitarbeitenden mit außertariflichen Verträgen (Geschäftsführung und überwiegend Mitarbeiter:innen aus dem Vertrieb).  

In den Vertriebsbereichen Energie und Telekommunikation wird mit Zielvereinbarungen, die sich überwiegend an Umsatzzahlen orientieren, gearbeitet. Für die tarifgebundenen Mitarbeiter:innen gilt es, Unternehmensziele für eine Leistungsprämie zu erreichen. Es gibt darüber hinaus zum Teil projektgebundene Zielvereinbarungen. Zielvereinbarungen mit konkretem Bezug zur Nachhaltigkeit gibt es bislang nicht. Allerdings ist der Grundsatz der Nachhaltigkeit bereits Bestandteil der Unternehmensstrategie und unseres Compliance-Kodex. Alle Mitarbeiter:innen haben sich danach zu richten. Darüber hinaus werden wir in den kommenden zwei Jahren ein Konzept erarbeiten, wie die Leistungsprämie mit dem Erreichen von Nachhaltigkeitszielen verknüpft werden kann.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

a.
i. Die Beschäftigten werden nach dem Tarifvertrag Versorgungsbetriebe (TV-V) entsprechend ihrer Tätigkeiten vergütet. Unsere Kontrollorgane wie der Stadtwerkeausschuss und die Aufsichtsräte erhalten eine Aufwandsentschädigung. Sie erhalten keine Vergütung. Die Gehälter der drei Werkleiter (Geschäftsführung) werden im Jahresabschluss veröffentlicht. Sie erhielten im Jahr 2021 zwischen 201.000,00 – 212.000,00 EUR. Die Vergütung der AT-Mitarbeiter:innen (z.B. leitende Führungskräfte, Vertreter der Geschäftsführung, Vertriebsmitarbeiter:innen) werden nicht veröffentlicht und enthalten überwiegend eine variable Vergütung. Unsere Führungskräfte erhalten zum Großteil ein festes Gehalt und teilweise ein Grundgehalt mit variabler Vergütung. Diese richtet sich nach den Umsatzzahlen. Eine leistungsbasierte oder aktienbasierte Vergütung, Boni und zugeteilte Aktien haben wir nicht.
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz gibt es nicht.
iii. Wir haben im Jahr 2021 keine Abfindung gezahlt.
iv. Es gab keine Rückforderungen.
v. Wir haben eine Pflichtversicherung der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) für alle Führungskräfte und Angestellte und eine freiwillige betriebliche Altersvorsorge mit Zuschuss des Arbeitgebers.

b.
Nachhaltigkeitsziele werden in der Vergütungspolitik bisher noch nicht vereinbart.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Die Unternehmensgruppe Stadtwerke Norderstedt agiert ausschließlich in Deutschland und die Vergütung eines Großteils unserer Mitarbeiter:innen richtet sich nach dem Tarifvertrag Versorgungsbetriebe (TV-V). Das Verhältnis der Jahresgesamtvergütung des 1. Werkleiters der Stadtwerke Norderstedt (Konzernmutterunternehmen) zur durchschnittlichen Jahresgesamtvergütung der Angestellten der Stadtwerke Norderstedt und der wilhelm.tel GmbH beträgt ca. 2,9.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Die Unternehmensgruppe Stadtwerke Norderstedt arbeitet mit zahlreichen Anspruchsgruppen, die einen Einfluss auf die Unternehmensgruppe haben oder von der unternehmerischen Tätigkeit betroffen sind, zusammen. Im Jahr 2019 haben wir erstmals in Dialoggesprächen mit einem Großteil unserer Führungskräfte zuerst unsere wichtigsten Anspruchsgruppen identifiziert und im Anschluss eine umfangreiche Befragung mit rund 1.900 Teilnehmenden durchgeführt. Die Ergebnisse der Befragung haben wir in eine Wesentlichkeitsmatrix überführt (siehe DNK-Bericht 2020). In Workshop-Formaten haben die Verantwortlichen der jeweiligen Fachabteilungen diese wesentlichen Themen konkretisiert. Diese dienten als Grundlage für die Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie. Die Zusammenarbeit mit Anspruchsgruppe bzw. partizipative Prozesse sind als Leitidee auch zentraler Bestandteil unserer neuen Unternehmensstrategie 2030. Die Kooperation mit Partner:innen wird in der Zukunft verstärkt.   

Bei der Entwicklung dieser Unternehmensstrategie wurden die Mitarbeitenden involviert und die Mission gemeinsam erarbeitet. Die Meinung der Mitarbeiter:innen wird auch bei einer Vielzahl von Projekten berücksichtigt. Befragungen zur Arbeit im Home-Office, zur Digitalisierung und Mobilität sind Beispiele hierfür. Ferner haben wir bei unserer internen Impfkampagne Mitarbeitende einbezogen.  

Wichtigste externe Anspruchsgruppe ist die Stadt Norderstedt. Als Eigenbetrieb kommt der Stadt und ihren Gremien eine bedeutende Rolle zu. Der Austausch findet u.a. im Stadtwerkeausschuss statt. In einem öffentlichen und nicht-öffentlichen Teil der Sitzungen werden die Mitglieder des Ausschusses ebenso wie die Bürger:innen über Entwicklungen, Projekte, Zahlen und Fakten informiert. Die Zustimmung der Mitglieder des Stadtwerkeausschusses muss für eine Vielzahl von strategischen und wirtschaftlichen Entscheidungen eingeholt werden.

Auch weiteren Anspruchsgruppen, unseren Geschäftspartnern, Zulieferern, Verbänden und politischen Instanzen kommt eine wichtige Bedeutung zu. Dabei sind besonders unsere Kundinnen und Kunden hervorzuheben. Unser Ökostrom-Tarif „TuWatt" bietet beispielsweise eine besondere Möglichkeit der Partizipation. Jede Kundin und jeder Kunde dieses Produktes ist zugleich Mitglied im TuWatt-Beirat. Dieser trifft sich mit allen Mitgliedern einmal pro Jahr. Der Vorstand des Beirates tauscht sich mit dem Produktmanagement und der Kommunikationsabteilung einmal im Monat über Ideen, Projekte und Planungen aus, die den drei TuWatt-Säulen „Erzeugung von Energie", „Stärkung des Bewusstseins" und „Verbesserung der Energieeffizienz" gerecht werden.

Um den Dialog mit Unternehmen in Norderstedt zu intensivieren und um gemeinsam nachhaltige Lösungen vor Ort zu suchen, haben wir den Norderstedter Zukunftsdialog etabliert. Mobilität und New Work standen 2021 im Fokus der Diskussionsrunden.
 

Ferner arbeiten wir gemeinsam mit der Stadtverwaltung an der Smart City Offensive „Norderstedt GO!“. Das Smart City Programm wird dabei unter Einbeziehung von internen und externen Zukunftsbotschafter:innen erarbeitet und regelmäßig in Ausschüssen vorgestellt. Die Auftaktveranstaltung fand im September 2021 statt. Gemeinsam wurden im ersten Workshop mit Bürger:innen und Unternehmer:innen im November 2021 die Vision für „Norderstedt GO!“ erarbeitet. Im kommenden Jahr werden die Projektideen einem Nachhaltigkeitscheck unterzogen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Eines der wichtigsten Projekte in Hinblick auf die Beteilung von Anspruchsgruppe ist die Smart-City Offensive „Norderstedt GO!“. Gemeinsam mit der Stadt Norderstedt sind wir im Herbst 2021 gestartet. Interessierte Menschen aus der Einwohnerschaft und aus Norderstedter Unternehmen haben dabei in Workshop-Formaten konkrete Projektideen für die nachhaltige und digitale Stadtentwicklung mit dem Ziel, gemeinsam eine ganzheitliche Digitalisierungsstrategie der Stadt zu entwickeln, erarbeitet.
Der Input aus dem ersten Zukunftsbotschafter: innen-Workshop und den Experteninterviews im November 2021 zeigt ein selbstbewusstes, fortschrittliches Bild der Norderstedter Zukunft. Dieses Bild spiegelt sich nun in der Vision wider. Die Vision beschreibt kurz und prägnant den zukünftigen Zielzustand der Stadt: „Ideenraum der Zukunft. Für mehr Möglichkeiten. Für mehr Lebensqualität. Für alle. Wir sind Bühne einer neuen, digital-vernetzten Lebensform mit Strahlkraft über die Metropolregion hinaus. Als Schnittstelle zwischen urbaner Modernität und naturnahem Leben, verbinden wir sinnvolle Technologie harmonisch und nachhaltig mit unserer Umwelt.“
Die Ergebnisse und Projektideen aus den Workshops werden einem Nachhaltigkeitscheck unterzogen und in unserem Produktmanagement aufgegriffen. Smart City ist ein zentrales Handlungsfeld unserer Unternehmensstrategie 2030.
Pressemeldungen, wiederkehrende Ausschüsse und Informationen auf der eigenen Homepage der Offensive „Norderstedt Go!“ informieren transparent über die Fortschritte des Projektes.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Als Eigenbetrieb der Stadt Norderstedt haben wir den Auftrag, die Daseinsvorsorge der Bürger:innen zu sichern. Im Jahr 2021 haben wir dafür 57 Mio. EUR investiert. Bei der wilhelm.tel GmbH standen die Zusammenarbeit mit der Hamburger Wohnungsgesellschaft SAGA und Investitionen in die Infrastruktur im Vordergrund. Bei den Stadtwerken Norderstedt wurde besonders ins Fernwärmenetz und die Verbindung von Inselnetzen investiert. Weitere Beispiele sind ein neuer Brunnen mit rund 40 Metern Tiefe als Teil unserer langfristigen Versorgungsstrategie und der weitere Ausbau der E-Ladeinfrastruktur mit zwei neuen Schnellladesäulen.  

Ferner haben sich die Stadtwerke Norderstedt zum Ziel gesetzt, den Anteil der Solarenergie an der städtischen Strom- und Wärmeerzeugung deutlich auszubauen. Norderstedt verfügt über ein erhebliches Potenzial ungenutzter Dachflächen, die wir mit moderner PV-Technik zur Stromerzeugung nutzen möchten. Außerdem wollen wir Solarthermieanlagen auf Freiflächen installieren, um den Anteil regenerativer Energie in der Fernwärmeversorgung zu steigern. Ein gelungenes Beispiel hierfür ist die Sporthalle am Exerzierplatz, die große Teile der benötigten Wärme für Duschen und Heizung mit der eigenen Solarthermieanlage erzeugt. Um weitere Dachflächen zur Stromerzeugung zu erschließen und Angebote für Mieter:innen, Eigentümer:innen, Gewerbekunden und Wohnungswirtschaft zu schaffen, nehmen wir am bundesweiten „Wattbewerb“, einem Wettbewerb für Städte und Gemeinden zum Photovoltaikausbau, teil.  

Für unsere wesentlichen Produkte - Fernwärme, Strom, Gas und Wasser - können die sozialen und ökologischen Auswirkungen nicht umfassend bestimmt werden, allerdings werden die eingesetzten Mengen durch Zähler erfasst. Wir treiben den nach dem Energiewirtschaftsgesetz vorgeschriebenen Einbau von elektronischen Stromzählern voran. Den Verbrauchern stehen mit den Analysewerkzeugen des Kundenportals so neue Möglichkeiten zur intelligenten Steuerung und damit auch zur Senkung ihres Stromverbrauchs zur Verfügung. Zudem bieten wir Haushalten mit niedrigem Einkommen unter bestimmten Bedingungen eine für die Kundinnen und Kunden kostenfreie Energiespar-Beratung inkl. direkter Umsetzung kleinerer Energieeffizienzmaßnahmen (z.B. Energiesparlampen) an.

Die klimatischen Auswirkungen unserer Produkte sind uns durchaus bewusst. Seit 2013 erheben wir eine CO2-Bilanz in Übereinstimmung mit der ISO 14064-1 und investieren in weltweite Klimaschutzprojekte. Die Produkte der gesamten Unternehmensgruppe sind für die Kundinnen und Kunden im Jahr 2021 CO2-neutral.


Darüber hinaus bieten wir unseren Privat- und Unternehmenskunden Ökostrom über unseren TuWatt-Tarif an. Das Besondere an diesem Produkt ist die Möglichkeit, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen. TuWatt unterstützt Projekte in Norderstedt, die dazu beitragen, die lokale Energieversorgung umweltbewusster zu gestalten.
Zum Jahreswechsel haben wir diesen Ökostrom-Tarif auf Windstrom aus Schleswig-Holstein umgestellt und zwei neue TuWatt-Tarife, TuWatt+ und TuWatt+2Go, eingeführt, die sich ganz gezielt an die wachsende Zielgruppe der Fahrer:innen von E-Fahrzeugen richtet. Aufgrund der steigenden Anzahl dieser Fahrzeuge in Norderstedt steigt auch der von ihnen verbrauchte Strom. Mit unseren neuen Tarifen und unserer Ladeinfrastruktur unterstützen wir diese Entwicklung und bieten günstige Möglichkeiten, diese Fahrzeuge umweltfreundlich, schnell und unkompliziert zu laden. Ferner kooperieren wir mit dem Unternehmen tesa, an dessen Firmenzentrale wir zwölf neue Ladepunkte für die Mitarbeiter:innen installiert haben.

Nachhaltige Mobilität sehen wir insgesamt als wichtiges, zu entwickelndes Geschäftsfeld und als eines unserer wesentlichen Handlungsfelder in der Nachhaltigkeitsstrategie. Daher sind wir im Juli 2020 mit unserem Mobilitätskonzept „BewegungUmdenken“ gestartet. Gemeinsam mit der Stadt Norderstedt haben wir ein innovatives E-Bike-Sharing für alle Mitarbeiter:innen der Unternehmensgruppe Stadtwerke und der Stadtverwaltung initiiert. An fünf Standorten im Stadtgebiet können Pedelecs kostenfrei ausgeliehen werden. In der auf zwei Jahre angelegten ersten Pilotphase wird untersucht, welche Kriterien ein gesellschaftlich akzeptiertes Mobilitätskonzept der Zukunft erfüllen muss, um einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der gesteckten Klimaziele zu leisten. Durch die Fahrten mit den Pedelecs konnten bis zum Jahresende 2021 mit rund 36.205 zurückgelegten Kilometern knapp 7.179,86 kg CO2-Emissionen eingespart werden und damit nochmals deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum.


Für die gesamte Unternehmensgruppe gilt, dass Änderungen der nationalen und internationalen Gesetzeslage, Vorgaben der Bundesnetzagentur sowie die Energiewende und Digitalisierung von uns stetige Anpassungen fordern. Wir treiben daher aktiv Innovationen voran. Für die Etablierung von Prozessen startet im kommenden Jahr im Zuge der Umsetzung der Unternehmensstrategie 2030 die Arbeit an drei entsprechenden Fokusthemen:
Innovations-Scouting, Produktentwicklungs- und Vertriebskonzept, Aufbau eines Managements zur Steuerung externer Anforderungen. Im Berichtsjahr haben wir bereits im Rahmen unserer „Produktwerkstatt“ als Instrument zur Etablierung eines Produkt- und Innovationsmanagements einen Kriterienkatalog unter Nachhaltigkeitsaspekten entwickelt.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Wir haben keine Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen haben.