5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

In der Confiserie Michel ist die Geschäftsleitung in den Personen Inhaber Jochen Müller und Petra Müller-Ernst für Nachhaltigkeitsentwicklung in Planung und Umsetzung für Einkauf, Produktion und Verkauf verantwortlich.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Dieser ist unser erster Nachhaltigkeitsreport. Durch eingehende Analyse, Reflexion und Beschreibung der Ausgangssituation und den Ergebnissen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit, welche wir bereits in den vergangenen Jahren in unserem Betrieb erreichen konnten, haben wir die wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte identifiziert, an denen wir in den nächsten zwei Jahren bis Ende 2020 weiterarbeiten möchten und uns entsprechende Ziele gesetzt – siehe Kriterium 3 "Ziele".

Analyse und Ziele werden im nächsten Schritt als Nachhaltigkeitsstrategie zusammenfassend verschriftlichen und den Mitarbeiter*innen zugänglich machen. Es folgt ein intensiver Austausch über Zielsetzungen und Umsetzungsprozesse der Nachhaltigkeitsstrategie. Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter*innen werden aufgenommen.

Über mehrere Jahre hinweg sind im Betriebsalltag bereits Regeln zur Verbesserung der Nachhaltigkeit entstanden, wie zum Beispiel das Einsparen von Energie. Diese Regeln wurden schriftlich in Arbeitsbeschreibungen und betrieblichen Dokumenten festgehalten. Erstmals konnten wir so von unserem Ökostromerzeuger Rückvergütungen erreichen. Die bestehenden Dokumente werden im Rahmen der Verschriftlichung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie weiter ausgearbeitet und ergänzt.

Unsere Intention ist es, langfristig Bedarfe an Nachhaltigkeit und Qualität im Lebensmittelbereich zu wecken. Unseren Anspruch an nachhaltiges Wirtschaften vermitteln wir unseren Mitarbeiter*Innen und bereits in Praktika an Schüler*Innen und Ausbildungsinteressenten. Deshalb haben wir bislang keinen Mangel an Auszubildenden im Bereich Konditorei und können Mitarbeiter*innen bei Bedarf langfristig binden.

Unsere Konditorei erfüllt die strengen gesetzlichen Auflagen, insbesondere die deutschen Verordnungen zur Lebensmittelhygiene - nachgewiesen durch das HACCP-System - und zur Lebensmittelinformation. Außerdem haben wir eine enge Qualitätsüberprüfung unserer Produkte in Produktion und Verkauf eingeführt. Bei der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und beim Deutschen Konditorenbund haben unsere Produkte sehr gute Auszeichnungen erhalten, und unsere Confiserie wird im renommierten „Guide des Croqueurs de Chocolat“ geführt.

Um bereits umgesetzte Maßnahmen und unsere weiteren Anstrengungen besser an unsere Kunden und Zulieferer zu kommunizieren, werden wir künftig alle zwei Jahre einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Folgende Leistungsindikatoren werden in unserem Handwerksbetrieb zur Kontrolle der Einhaltung und Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsziele eingesetzt: Als unternehmerische Planungsmethode werden in unseren Tages-, Monats- und Jahreszielplänen auch unsere nachhaltigen Vorgehensweisen beschrieben, nachgehalten und überprüft.

Die Daten zu den aufgeführten Leistungsindikatoren werden in unserem zweijährigen Nachhaltigkeitsbericht zusammengefasst und veröffentlicht.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator EFFAS S06-01
Anteil aller Lieferanten und Partner innerhalb der Lieferkette, die auf die Einhaltung von ESG-Kriterien bewertet wurden. Link

Dies ist unsere erste DNK-Erklärung. Somit gibt es keine Vergleichsdaten auf die wir zurückgreifen können.
Wir sind bereits im Dialog mit unseren Lieferanten bezüglich der ESG-Kriterien, haben aber bislang darüber keine vollständige Dokumentation. Diese erarbeiten wir bis zu Abgabe unserer nächsten DNK-Erklärung, welche wir für das Berichtsjahr 2020 planen.

Leistungsindikator EFFAS S06-02
Anteil aller Lieferanten und Partner innerhalb der Lieferkette, die auf die Einhaltung von ESG-Kriterien auditiert wurden. Link

Dies ist unsere erste DNK-Erklärung. Somit gibt es keine Vergleichsdaten auf die wir zurückgreifen können.
Wir sind bereits im Dialog mit unseren Lieferanten bezüglich der ESG-Kriterien, haben aber bislang darüber keine vollständige Dokumentation über abgeschlossene bzw. geplante Nachhaltigkeitsaudits. Diese erarbeiten wir bis zu Abgabe unserer nächsten DNK-Erklärung, welche wir für das Berichtsjahr 2020 planen.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Unsere Größe und unser Budget lassen nur in geringem Rahmen eine finanzielle Belohnung für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele zu. Wir arbeiten deshalb mit nichtfinanziellen Belohnungen, die sich stärker am Teamgedanken orientieren. Dazu gehört zum Beispiel ein gemeinsames Weihnachtsessen auf Sterneniveau oder ein Fortbildungskurs, an dem die Auszubildenden gemeinsam teilnehmen können.  

Im kleinen Handwerksbetrieb gibt es keine besenderte Gremien, welche die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele bearbeiten. Alles geschieht in direkter Kommunikation (Information, Diskussion und Entscheidung) mit den Geschäftsinhabern, die den Mitarbeiter*innen die nachhaltigen Unternehmenswerte als Vorbilder im Geschäftsalltag vorleben.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Im bereits genannten Nachhaltigkeitsworkshop (Kriterium 1 "Strategische Analyse und Maßnahmen") haben wir in Frühjahr 2019 eine Stakeholderanalyse mit Blick auf Interesse / Macht und Einfluss bezüglich der Nachhaltigkeit durchgeführt. Unsere wesentlichen Stakeholder sind:

Mitarbeiter*innen:
Auf Grund unserer Firmengröße sind wir immer eng im Austausch mit unseren Mitarbeiter*innen. Dabei erhalten wir fortwährend Feedback und nutzen dazu auch die Mitarbeiter*innen-Gespräche.

Kund*innen: Mit vielen Stammkunden und mit vielen Neukunden sind wir im Dialog über unsere Produkte, deren Art und Weise der Produktion und über Inhaltsstoffe, um eine Bewusstmachung unserer Qualität und Nachhaltigkeit zu erzielen. Auch hier arbeiten wir mit Produktflyern, um das Produkt und seine nachhaltige Herstellungsweise besser zu erklären und zu bewerben (vgl. z.B. die Herstellung von Eissorten oder von Vollkornbrot).
In Zukunft wollen wir auch Kundenbefragungen per Fragebogen durchführen.

Lieferanten: Wir versuchen mit langjährigen Lieferanten im Austausch zu sein, um nachhaltiger produzieren zu können. Durch unseren Anspruch an unsere Produkte und deren Abgrenzung gegenüber unseren Mitbewerbern, haben wir über die Jahre mehr spezialisierte Lieferanten, welche ebenfalls nach Nachhaltigkeitskriterien arbeiten.

Veranstalter: Wir wählen unsere Events, die wir mit unserem Genießermobil bestücken, sorgfältig aus. Dabei achten wir auf einem ausgesuchten Kreis von Verkäufern und Ausstellern, die ebenfalls Wert auf der Nachhaltigkeit legen. In diesem Sinne regen wir die Veranstalter an eine entsprechende Auswahl der Stände vorzunehmen, um die Wertigkeit der Events zu erhalten.

Stadt und Region: Durch unsere strategische Mitgliedschaft in Culinary Heritage stärken wir die Nachhaltigkeit in unserer Region und arbeiten hierbei auch mit der Tourist Info Neustadt zusammen. Auf diese Weise können wir zugleich die regionalen Stärken unserer Produkte besser vermarkten.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Einsparpotenzialle hinsichtlich des Energie- und Wasserverbrauchs in der Produktion werden schrittweise durch die Erneuerung von einsparenden Maschinen und Geräte (Angaben der Hersteller) umgesetzt - siehe Kriterium 12 "Ressourcenmanagement". Abrechnungen der Versorgungsunternehmen werden dabei als Kontrollinstrument herangezogen. 

Unsere Produktion ist sehr genau auf den tagtäglichen Abverkauf unserer Waren abgestimmt, sodass es möglichst keine Überproduktion gibt. In Ausnahmefällen spenden wir nicht abverkaufte Waren.

In der Lebensmittelproduktion wird Innovation leider häufig mit der Zugabe von nicht-natürlichen Produkten wie Farben und Zusatzstoffe, mit der erhöhte Zugabe von Zucker und Salz als Geschmackverstärker verbunden. Darüber hinaus werden nicht-nachhaltige Verfahren zur Frischhaltung und Lagerfähigkeit der Produkte eingesetzt.

Unsere Konditorei versteht Innovation hingegen als Hinwendung zur natürlichen und regionalen Produkten, die primär jahreszeitlich in landwirtschaftlichen Anbaubetrieben eingekauft und verarbeitet werden sowie für zeitaufwändige Fermentierverfahren (siehe dazu auch Kriterium 4 "Tiefe der Wertschöpfungskette"). In unserer Konditorei arbeiten wir stets an Produktinnovationen und wurden dafür 2003 für unser Mandelgebäck „Mándali“ mit dem „Innovationspreis Südpfalz“ der Sparkasse Südliche Weinstrasse in Landau ausgezeichnet.

Als weitere Beispiele unserer Produktinnovationen möchten wir unsere veganen Sorbets (Eisprodukte) und unsere Olivenöl haltigen Schokoladenprodukte nennen, die ein vollkommen neues Geschmackserlebnis für unsere Kundschaft kreieren. Hierzu kooperieren wir mit der Firma Zait Ltd & Co KG Olivenölhändler im nahen Grünstadt, Mitglied Slow Food Deutschland e.V.

Unsere Mitarbeiter*innen haben im Rahmen unseres Vorschlagwesens jederzeit die Möglichkeit eigene Ideen zu Innovationen einzubringen. In der Produktion gibt es Freiräume für Kreativität und das Ausprobieren neuer Rezepturen. Kreativität, die zu neuen Variationen und Produkten führt ist für uns wesentlich, um unseren Kunden im Jahreskreis (z.B. Fashing, Ostern, Advents- und Weihnachtszeit) immer wieder neue interessante Qualitätsprodukte anbieten zu können.

Unser Wissen und unsere Philosophie bezüglich traditionellen Produkten und nachhaltigen innovativen Produktkreationen geben wir durch Gespräche und Informationsbroschüren an unsere Kunden weiter. Dabei liegt uns auch die frühzeitige Bewustseinsschulung von Kindern am Herzen. Wir bieten kindgerechte Backkurse an, in denen die Kinder die einzelnen Zutaten unabhängig von Endprodukt kennenlernen und probieren können, und auch erfahren, woher die Produkte stammen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator EFFAS E13-01
Verbesserung der Energieeffizienz der eigenen Produkte im Vergleich zum Vorjahr. Link

Dies ist unsere erste DNK-Erklärung. Somit gibt es keine Vergleichsdaten auf die wir zurückgreifen können.
Um die Energieeffizienz unserer Produkte weiter zu steigern ist es uns wichtig, die älteren Kühlgeräte und Öfen nacheinander durch energiesparendere Geräte 2021 zu tauschen. Dies müssen wir abhängig von unserem wirtschaftlichen Gewinn planen und umsetzen.

Leistungsindikator EFFAS V04-12
Gesamtinvestitionen (CapEx) in Forschung für ESG-relevante Bereiche des Geschäftsmodells, z. B. ökologisches Design, ökoeffiziente Produktionsprozesse, Verringerung des Einflusses auf Biodiversität, Verbesserung der Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen für Mitarbeiter und Partner der Lieferkette, Entwicklung von ESG-Chancen der Produkte, u. a. in Geldeinheiten bewertet, z. B. als Prozent des Umsatzes. Link

Für unseren kleinen Handwerksbetrieb ist es nicht möglich in ESG-relevanten Bereichen zu forschen und entsprechende Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Unseren ESG-Verbesserungsprozess gestalten wir durch Information und Reflexion gemeinsam mit unseren Mitarbeiter*innen sowie durch die Einbeziehung von Fachberatungen.