5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die zentrale Verantwortung für eine nachhaltige Unternehmensführung liegt bei der Geschäftsführung. Sie wird beraten durch die Nachhaltigkeitsbeauftragte. Analyse, Strategie und Kontrolle der Nachhaltigkeitsaspekte werden in enger gemeinsamer Abstimmung durchgeführt. Die operative Umsetzung findet in den Bereichen, Teams und Stabstellen statt.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Durch Integration der Nachhaltigkeitsaspekte in die Unternehmensstrategie gelten die allgemein bestehenden Regeln und Prozesse: Nachhaltigkeitsthemen sind über die Stabstelle Nachhaltigkeitsmanagement und alle Unternehmensbereiche (Immobilienbewirtschaftung, Kaufmännische Dienstleistungen und Technische Dienstleistungen) ins Risikomanagement eingebunden. Dieser beinhaltet die regelmäßige Identifikation, Meldung, Bewertung und Maßnahmenableitung von Risiken. In quartalsweise stattfindenden Sitzungen wird die Bewertung der gemeldeten Risiken durch den Risikoausschuss durchgeführt. Für den Risikomanagementprozess existiert eine Verfahrensanweisung, die für alle einsehbar im Intranet hinterlegt ist. Dort sind zur systematischen Identifikation von Risiken neben den im Prozess beteiligten Rollen auch Risikobereiche (Baurisiken, Marktrisiken, etc. genaueres s. DNK-Kriterium 17) definiert. Dadurch ist eine Identifikation anhand von Geschäftsbereichen sichergestellt.  
Das Prozessmanagement ist in einer Stabsstelle organisatorisch verortet. Aktuell wird dort in Zusammenarbeit mit allen Bereichen eine Bestandsaufnahme der bestehenden Prozesse erarbeitet. Die Mitarbeitenden werden anschließend mit den Prozessinhalten über interne Schulungsangebote vertraut gemacht. Eine Prozessoptimierung und -ergänzung findet parallel und auch nachgelagert statt. Die prozessrelevanten Themenbereiche der Nachhaltigkeitsstrategie werden 2020/2021integriert.  

Es existieren ergänzend Verfahrens- und Arbeitsanweisungen sowie Richtlinien (s. DNK-Kriterium 7), die 2020/2021 auf ihre Konsistenz mit den Nachhaltigkeitszielen überprüft und gegebenenfalls überarbeitet werden.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Es existieren über das zentrale Unternehmenscontrolling ökonomische und soziale Leistungsindikatoren, die kontinuierlich bedarfsorientiert erweitert werden. Das dafür genutzte Softwaresystem wurde 2018 eingeführt, um Qualitäts- und Prozessverbesserungen bei der Datenauswertung zu ermöglichen.  
Kennzahlen zur Umsatz- und Wertentwicklung, die Mietenentwicklung, offene Posten oder auch Investitionskennzahlen liefern darüber wichtige Aussagen über die ökonomische Lage. Personaldaten, ökonomische und die meisten wohnungswirtschaftlichen Kennzahlen werden bereits über unser zentrales Unternehmenscontrolling geliefert, das über automatisierte Schnittstellen aus unseren IT-Systemen versorgt wird.  
Ökologische Kennzahlen werden derzeit noch definiert und schrittweise in das zentrale Controlling integriert. Auf dieser Basis soll insbesondere die Zielerreichung zum Klimaschutz systematisch betrachtet werden. Automatisierte Schnittstellen zwischen den genutzten IT-Systemen existieren noch nicht, sodass gegenwärtig noch eine Excel-Lösung genutzt wird. Diese in den nächsten Jahren abzulösen, ist ein wichtiger Schritt für uns in Richtung Effizienz und Transparenz.   In Ermangelung historischer Daten fällt eine Gegenüberstellung größerer Zeithorizonte schwer. Eine Entwicklung lässt sich so in manchen Themenfeldern erst zukünftig erkennen. Um die wesentlichen Aspekte und Ziele überprüfen zu können, werden derzeit insbesondere (zusätzlich zu ökonomischen Kennzahlen) betrachtet:   Um die Vergleichbarkeit von Daten zu gewährleisten, halten wir uns bei den Kennzahlen an die Definition des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. und stimmen sie inhaltlich mit anderen Wohnungsunternehmen ab. Für die Datenbasis der Kennzahlen existieren unterschiedliche Qualitätssicherungsprozesse, beispielsweise das Vier-Augen-Prinzip, automatisierte Plausibilisierung und Stichprobenüberprüfungen. Ergänzend werden insbesondere Abrechnungsdaten auf größere Abweichungen gegenüber Vorjahresdaten überprüft.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Unser Leitbild: Unsere definierten Werte:
Offenheit Wir sind unvoreingenommen. Wir kommunizieren ehrlich, transparent und respektvoll miteinander. Wir leben eine offene Gesprächs- und Feedbackkultur. Wir sind fähig, konstruktive Kritik anzunehmen und zu äußern.
Vertrauen Wir vertrauen den Fähigkeiten unseres Gegenübers. Wir übertragen Verantwortung und nehmen sie wahr. Wir fördern selbstständiges Arbeiten und geben Handlungsspielräume. Verlässlichkeit Wir sind verbindlich in dem, was wir tun. Wir halten uns an Absprachen. Wir informieren zielgerichtet und regelmäßig.
Respekt Wir gehen wertschätzend mit unserem Gegenüber um. Wir begegnen einander auf Augenhöhe. Wir haben ehrliches Interesse am Gegenüber und versuchen, in schwierigen Situationen angemessen zu reagieren.
Innovation Wir arbeiten engagiert und motiviert zusammen und nutzen die Kreativität und das Potential jeder und jedes Einzelnen. Wir sind offen für Neues und für Veränderungen. Wir bieten die Möglichkeit zur persönlichen Entwicklung und fördern die fachliche Qualifikation.    

 Standards und Verhaltensnormen:
  • Annahme von Vergünstigungen
  • Korruptionsvorbeugung
  • Verhaltenskodex
  • Rauchen in Diensträumen und -fahrzeugen
  • Poolfahrzeugbenutzung außerhalb der Geschäftszeiten
  • "Sicher in sozialen Medien" Social Media-Guidelines
  • Informationsfluss bei besonderen Vorkommnissen
  • Verkehrssicherung
  • Verkehrssicherung: Spielplatzkontrolle und Baumkontrolle
  • Verkehrssicherung: Gebäudebegehungen
  • Auftragsvergabe an Subunternehmer
  • Auftragsvergabe Kleinstinstandhaltung durch Hausmeister
  • Netiquette - Umgang mit E-Mails
  • Arbeitszeitregelung (in Überarbeitung)
  • Nutzung von E-Mail und Internet in der VOLKSWOHNUNG GmbH
  • IT-Leitlinie
  • Bearbeitung von Mieterhöhungen
  • Nutzung von Online-Portalen
  • Nutzung Eltern-Kind-Büro
  • Vermarktung von Miet- und Eigentumsobjekten im Neubaubereich
  • Umgang mit asbesthaltigen Bodenbelägen
  • Prüfung von Wartungsleistungen und Wartungsrechnungen
  • Erstellung/Bearbeitung und Freigabe von Managementdokumenten
  • Betriebliches Vorschlagswesen
  • Mitarbeiterdialog
  • Umgang mit Rechtsangelegenheiten
  • Begründungen bei Ein- und Ausbuchungen und Kontenbereinigungen und Auszahlungen von dem Mietkonto
  • Vorgehensweise bei Beanstandungen durch Müll im Bestand
  • Risikomanagement
  • Erstellung, Bearbeitung, Freigabe und Pflege von Mitteilungen via VOWOintern
  • Schufa-Bonitätsabfragen zum Mietinteressent über Immosolve
  • Unterschriftenregelung
  •  Verhaltenskodex (wird bis Mitte 2020 durch Compliance Richtlinie ersetzt

Investitionsintensität (Werterhaltung und Werterhöhung des Immobilienbestandes): Angabe in EUR/qm Wohnfläche pro Jahr (optional)

2018: 24,95 €/qm
2019: 32,49 €/qm

Gesamtkapitalrentabilität (Ertragskraft des Unternehmens) (optional)

2018: 3,45%
2019: 3,42%

CO2-Intensität des Gebäudebestands (optional)

2017: 23,42 kg/m2
2018: 22,06 kg/m2
2019: noch nicht verfügbar, da energetische Messdaten erst mit Verzögerung vorliegen

CO2-Einsparung seit 1990 (Beschreibung des Einsparpotenzials und die Maßnahmen, durch die die CO2-Einsparung erreicht wurde) (optional)

Aufgrung mangelnder Datenverfügbarkeit kann hierzu keine belastbare Aussage getroffen werden.

Anteil der energetisch voll- bzw. teilmodernisierter Wohnungen am Gesamtbestand (optional)

Aufgrund mangelnder Datenverfügbarkeit kann hierzu keine belastbare Aussage getroffen werden.

Kosten für soziale Projekte (optional)

Wir ermitteln diese Kosten nicht zusammenhängend. Wir arbeiten in unterschiedlichen Bereichen mit der Stadt und sozialen Einrichtungen zusammen. So stellen wir beispielsweise kostenlosen Wohnraum für von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen zur Verfügung. Allerdings sind diese Aufwendungen aktuell nicht quantifiziert.

Anteil barrierefreier/-armer Wohnungen im Bestand (optional)

Die Zählung der relevanten Wohneinheiten wurde erst in 2019 abgeschlossen, daher liegen keine vergleichbaren Daten zu 2018 vor.

Anteil schwellenarmer/schwellenfreier/barrierearmer/barrierefreier Wohnungen
2019: 21,95%
Anteil barrierefreier/rollstuhlgerechter Wohnungen nach DIN18040
2019: 1,51%
Nachhaltiges Bestandsmanagement
GdW BM1 Neubauquote 2018: 1,16%  2019: 1,18%
GdW BM2 Modernisierungsintensität 2018: 7,97 €/qm  2019: 9,95 €/qm
GdW BM4 Instandhaltungsintensität 2018: 19,52 €/qm 2019: 26,05 €/qm

Nachhaltiges Management von Mieterbeziehungen:
MB2 Marktanteil 2018: 8,43%  2019: 8,48%
GdW MB3 Vermietungsquote 2018: 97,08%  2019: 97,04%
GdW MB4 Durchschnittsmiete im Bestand 2018: 6,05 €/qm 2019: 6,21 €/qm
GdW MB5 Durchschnittsmiete Erstvermietung 2018: 8,36 €/qm  2019: 8,83 €/qm
GdW MB7 Betriebskostenquote 2018: 17% 2019: 18%
GdW MB9 Mieterfluktuation 2018: 6,99%  2019: 5,49%
Nachhaltiges Ertrags- und Finanzmanagement
GdW EF4 Umsatzerlöse aus Vermietung und Verpachtung 2018: 71,7 Mio € 2019: 74,7 Mio €
GdW EF6 Eigenmittelquote 2018: 27,15% 2019: 27,81%

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

1) Nachhaltigkeit in Anreizsystemen
Die Ziele der Geschäftsführung werden mit dem Aufsichtsrat/Aufsichtsratsvorsitzenden definiert und sind Bestandteil eines variablen Vergütungsanteiles, bei dem 5% von der Zielerreichung abhängen.   Da bisher keine unternehmensbezogenen strategischen Nachhaltigkeitsziele formuliert waren, war eine Weitergabe und Berücksichtigung in den Zielvereinbarungen nicht möglich. Auch konkrete jährliche Zielvereinbarungen mit allen Mitarbeitenden wurden erst 2019 eingeführt. Zukünftig finden sich die unternehmerischen Ziele in den einzelnen Mitarbeiterzielvereinbarungen wieder. Da die VOLKSWOHNUNG an den Tarifvertrag der Wohnungswirtschaft gebunden ist, sind monetäre Anreize und Vergütungen nur dann möglich, wenn sie sich auf überdurchschnittliche Leistungen der/des Einzelnen beziehen und mittels einer Betriebsvereinbarung abgedeckt sind.   Es existieren einzelne Anreizsysteme, wie beispielsweise  
2) Kontrolle der Zielerreichung
Die Erreichung der Ziele wird über kontrolliert.  

3) Evaluation der obersten Führungsebene
Folgende Nachhaltigkeitsziele sind bereits in die Zielvorgaben der Geschäftsführung integriert: Weitere sozial-ökologische Unternehmensziele sind bisher nicht Bestandteil eines Anreizsystems

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

a. Die Vergütung der Geschäftsführung ist nicht zwingend öffentlich zu machen, da eine Befreiung der Offenlegungspflicht mit der Stadt vereinbart wurde. Eine Offenlegung ist im jährlich erscheinenden Beteiligungsbericht der Stadt geplant.   https://www.karlsruhe.de/b4/stadtverwaltung/stadtfinanzen/beteiligungsbericht.de
b. Derzeit steht die Vergütungspolitik noch nicht konsequent in Abhängigkeit zu der Erreichung von nachhaltigen Leistungskriterien. Die Erreichung ökonomischer Ziele und des Bestandswachstums sind in geringem variablen Anteil ind der GF-Vergütung enthalten.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Durch die überwiegende Anwendung des Tarifvertrags der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft erfolgt keine Ermittlung des Verhältnisses der Jahresgesamtvergütung der Geschäftsführung zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Unser unternehmerischer Erfolg hängt wesentlich davon ab, inwieweit die Unternehmensstrategie auf die Bedürfnisse unserer Stakeholder ausgerichtet ist. Vom strategischen Team, bestehend aus Geschäftsführung, Bereichsleitung und ausgewählten Stabsstellen, wurden folgende Stakeholder als wesentliche Anspruchsgruppen in zwei Workshops identifiziert: Die Stakeholder wurden hinsichtlich ihres Einflusses auf die VOLKSWOHNUNG und ihrer Betroffenheit durch Aktivitäten bzw. ihres Interesses an diesen eingeordnet. Für ein zielgerichtetes Handeln ist es uns wichtig, mit den Kernanspruchsgruppen des Unternehmens in den Dialog zu treten. So lernen wir die an uns gestellten Erwartungen, Ansprüche und Interesse an die uns kennen und können unser ökonomisches, soziales und ökologisches Handeln daran ausrichten. Für die Kommunikation mit unseren Stakeholdern stehen zahlreiche Wege zur Verfügung. Beispielsweise:
Die VOLKSWOHNUNG wird zukünftig in zweijährigem Rhythmus eine DNK-Entsprechenserklärung erstellen, um auf diese Weise die Nachhaltigkeitsleistung in ihrem Fortschritt sichtbar zu machen. Bis zum nächsten Berichtszyklus wird die Stakeholder-Integration stärker ausgebaut. Der jährliche Geschäftsbericht wird zukünftig um einen Sozialbericht und einen Umweltbericht ergänzt, die im zweijährigen Rhythmus abwechselnd erscheinen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

a. /ii.)
In den Workshops (s.o.) zur Ermittlung der Stakeholder wurden ebenfalls deren Themen und Anliegen aufgenommen. Wir ermittelten aus den kontinuierlichen persönlichen Kontakten, branchenspezifischen Themen sowie allgemeinen Themen der öffentlichen Diskussion:
Vom Gesellschafter wurden Klimaschutz, (mehr) bezahlbarer Wohnraum, Werterhalt, Kundenzufriedenheit, Digitalisierung, Stadtentwicklung, Mobilität und die Kooperation mit anderen Stadtakteuren als Anliegen vorgebracht.
Für unsere Kundinnen und Kunden sind insbesondere Bezahlbarkeit, Sauberkeit/Sicherheit, Service, bedarfsgerechte Angebote und Komfort/angenehmes Wohnumfeld wichtig.
Die Öffentlichkeit priorisiert derzeit die Themen Klimaschutz, das Wohnungsangebot in der Stadt und TechnologieRegion Karlsruhe, Transparenz, Infrastruktur sowie Image und Werte der VOLKSWOHNUNG. Die Medien thematisieren Ergänzungsbebauungen im städtischen Bereich, Klimaschutz und Transparenz unseres Unternehmens.
Unsere Mitarbeitenden achten auf Arbeitsplatzsicherheit, Identifikation mit den Werten der VOLKSWOHNUNG, Weiterbildung und herausfordernde Aufgaben, Gleichbehandlung, gelebte Werte sowie Kundenzufriedenheit.
Unsere Geschäftspartnerinnen und -partner achten auf leistungsgerechte Vergütung, unsere Liquidität, unsere Unternehmenswerte, Klimaschutz und Energieeffizienz, Transparenz und Verlässlichkeit. Den Ämtern der Stadt Karlsruhe ist ebenso wie uns eine enge, transparente Zusammenarbeit in den vielfältigen Themenbereichen wichtig.
i.) Wir greifen diese Themen auf, indem wir sie reflektieren, ggf. Verbesserungspotential ableiten und darüber auf unterschiedlichem Weg kommunizieren. Unsere Mieterinnen, Mieter, unsere Mitarbeitenden und weitere Stakeholder erhalten viermal jährlich Informationen über unser Kundenmagazin DAHEIMjournal, unsere Mitarbeitenden über das Intranet, alle anderen Stakeholder darüber hinaus über direkten Kontakt, unsere Pressemitteilungen und unsere Homepage. Über Seminare, Messen, Verbandsarbeit/-treffen, themenspezifische Arbeitskreise und enge Kooperationen beispielsweise mit Hochschulen oder städtischen Akteuren findet ein regelmäßiger Austausch statt. Auch mit anderen Wohnungsunternehmen stehen wir über neue Ideen und Konzepte im Dialog (z.B. Kooperation hubitation, Initiative Wohnen 2050).

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

1) Auswirkungen unserer Produkte und Dienstleistungen auf soziale und ökologische Aspekte Wir ermitteln die Auswirkungen unserer Produkte systematisch im Rahmen der Unternehmensstrategie. Sie wird unterstützt durch das bestehende Quartiers- und Sozialmanagement, das Nachhaltigkeitsmanagement sowie den Aufbau eines Quartiersmonitorings. Durch Mieterbefragungen und Informationsveranstaltungen wird die Effektivität der einzelnen Maßnahmen überprüft. Durch das Feedback der Mieterinnen und Mieter passen wir unsere Maßnahmen kontinuierlich an.   
Unser Hauptprodukt ist der bezahlbare Wohnraum für die Karlsruher Bevölkerung. Die wesentliche Dienstleistung stellt die Bewirtschaftung von Gebäuden und Grünflächen dar.  
Die negativen ökologischen Auswirkungen sind im Wesentlichen die Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen/Ressourcenverbrauch (DNK Kriterium 11), der Energie- und Wasserverbrauch, die Mieterabfälle während der Lebenszeit und Bauabfälle bei Abrisstätigkeiten sowie die Eingriffe in natürliche Lebensräume und die damit einhergehende Abnahme der Biodiversität. Insbesondere die durch während des gesamten Lebenszyklus freigesetzten Treibhausgasemissionen sind von globaler Relevanz. Die sozialen Auswirkungen sind die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum und - insbesondere durch unsere ganzheitliche quartiersbezogene Sichtweise – die Bereitstellung von Infrastruktur, Lebensqualität, Versorgung mit wohnungsnahen Dienstleistungen durch Kooperationen und die Durchmischung der Mieterschaft zur Verhinderung von Segregation.

2) Förderung der Nachhaltigkeitsleistung durch Innovationsprozesse
Wir bilden unsere Belegschaft kontinuierlich weiter, damit Innovationen in unsere Produkte einfließen können. Neben Fortbildungen findet über Seminare, Messen, Verbandsarbeit/-treffen, themenspezifische Arbeitskreise und enge Kooperationen beispielsweise mit Hochschulen oder städtischen Akteuren ein stetiger Austausch zu neuen Entwicklungen am Markt statt. Auch mit anderen Wohnungsunternehmen stehen wir über neue Ideen und Konzepte im Dialog (z.B. Kooperation hubitation, Initiative Wohnen 2050). Unsere Kooperation mit Hochschulen in Forschungsprojekten ist ein wichtiges Instrument zur Innovationsförderung. In der Zusammenarbeit mit externen Partnerinnen und Partnern (Stadtwerke, Fachplaner/Ingenieure) werden Konzepte zur Optimierung der Energiebereitstellung erarbeitet und deren Einsatz diskutiert. Wir haben 2018 einen Wohnungsbaukasten definiert, der unter Berücksichtigung von Marktbedarf, Demographie und Flexibilität konstant weiterentwickelt wird. Darin wird das benötigte Wohnungsgemenge (Mischung der Wohnungsgrößen, Zuschnitte, etc.) spezifiziert, das in der Auslobung[1] und Quartiersentwicklung berücksichtigt wird. Daran knüpft das Mobilitätskonzept an, das zum einen die Reduktion von Stellplätzen vorsieht, aber auch einen ökologischeren Verkehr ermöglichen soll. Diese Konzepte werden bei Neubau- und größeren Bestandsentwicklungsprojekten integriert. Wir fordern unsere Auftragnehmerinnen und -nehmer in Auslobungen dazu auf, innovative ressourcen- und energiesparende Ansätze zur Projektumsetzung zu wählen. Dabei ist die Abwägung zwischen Kosten, Nutzen und Risiko für uns als kommunales Wohnungsunternehmen sehr wichtig. Für die Erarbeitung von themenspezifischen Konzepten, die es für die Umsetzung unserer Unternehmensziele benötigt, sollen Arbeitskreise implementiert werden. Zur flächendeckenden team- und bereichsübergreifenden Übertragung von Erkenntnissen/Lessons Learned fehlt es noch an operativen Strukturen. Sie werden im nächsten Berichtszyklus implementiert.  

3) Potential innovativer Prozesse entlang der Wertschöpfungskette
Die VOLKSWOHNUNG entwickelt aktuell einen Standardkatalog für die Errichtung und Modernisierung von Gebäuden, der Planung, Ausstattung, Energieeffizienz und -versorgung definiert. Dieser Katalog wird unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit ganzheitlich bewertet. Die Einbindung von externen Partnerinnen und Partnern bei der Erstellung und Bewertung des Standardkatalogs führt zu einer fachübergreifenden Bewertung der einzelnen Produkte und Baustoffe. Durch diese Vorgaben werden Geschäftspartnerinnen und -partner zum Einsatz nachhaltiger Produkte angehalten. Die gezielte Anwendung nachhaltiger Produkte führt zu einer Steigerung des Wettbewerbs bei Herstellungs- und Verarbeitungsunternehmen. Durch regelmäßige Überprüfung der Standards können Innovationen einfließen. Bei der vertraglichen Bindung von Dienstleistern werden durch Vorgaben bei der Ausschreibung sowohl Qualitätsstandards (Schall, Licht, Effizienzniveau, ...) als auch Herstellungsstandards (Einsatz von Recyclingbeton, Holzbauweise, etc..) festgelegt. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird bei der Durchführung der Bauvorhaben überprüft. Grundsätzlich können sich Innovationsprozesse auf ökonomische, gesellschaftliche oder ökologische Themen auswirken, so z.B. durch Kostenersparnis in der Bau- oder Bewirtschaftungsphase oder durch Ressourcen- bzw. Energieeinsparung und sich somit positiv auf den Klimawandel auswirken. Die Digitalisierung kann sich sowohl in der Kundenzufriedenheit als auch positiv oder negativ in den Kosten niederschlagen.


[1] Wettbewerb

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen. Link (Seite 38)

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Eine Überprüfung der von uns genutzten Finanzanlagen und -institute nach ethischen und sozial-ökologischen Gesichtspunkten erfolgt derzeit noch nicht. Wir haben Konten bei Aareal Bank AG, Badischer Beamtenbank, Postbank, Sparkasse, Landesbank Baden-Württemberg, DKB, Volksbank e.G., Stadt Aareal Bank und Philippsburg Aareal Bank.  
Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse wurde dieses Themenfeld zwar identifiziert, jedoch im Vergleich zu anderen Themenfelder zeitlich zurückgestellt.