5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die Gesamtverantwortung für eine nachhaltige Unternehmensführung liegt gleichberechtigt bei der Geschäftsführung der Unternehmen im Verbund. Diese beauftragt alle leitenden Angestellten zu einer nachhaltigen Gestaltung und Ausführung der Geschäftsprozesse.

Der Verbund beschäftigt eine Compliance-Beauftragte, die als Ansprechpartnerin für Mitarbeiter_innen agiert.

Generell werden zu nachhaltigkeitsbezogenen Themen wie z.B. im technischen Bereich zu Passivhausbau und energieeffizientem Bauen oder Inklusion regelmäßige Schulungen und Fortbildungen durchgeführt. Es gibt Beauftragte in den Abteilungen Technik und Wohnen und Vermieten. Auch die Mitarbeiter der FKB erhalten regelmäßige Schulungen im Bereich "Umgang mit Kunden". Dieser wird dauerhaft durch die Zertifizierung des Gütesiegels "Servicequalität BW" überprüft.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie hat der FSB Verbund im Laufe der Jahre eine Reihe von Regeln und Prozessen im operativen Geschäft implementiert. Dazu gehören:

- Bündelung von Erfahrungen und Know-How aller Abteilungen im Rahmen eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnisses bei unterschiedlichen Vorhaben
- Portfoliostrategie
- Vorgaben zu betrieblichen Abläufen in prozesshaften Darstellungen
- Dienstanweisungen zum Verhalten in bestimmten Prozesssituationen
- Prozessbeschreibungen und Organisationsanweisungen
- Intranet als Informationssystem für alle Mitarbeiter_innen
- Datenmanagementsystem
- Interne Qualitätshandbücher und Arbeitsanweisungen bei den Bädern
- Quartalsweise Projektberichte
- Vergaberichtlinien

Darüber hinaus bestehen Regelungen für die Errichtung von Neubauten sowie die Modernisierung des Bestandes. Zur Reduzierung der (Folge-)Kosten erfolgt bereits in der Planungsphase eines Neubaus eine enge Abstimmung zwischen Planer_innen und Fachkräften über einzuhaltende Qualitätsstandards. Diese Qualitätsstandards, die auch für die Modernisierung des Bestandes gelten, sind in einem Qualitätssicherungs- und Produktkatalog festgehalten.

Zusätzlich gibt es im FSB-Verbund Abteilungen, die eine besondere soziale Verantwortung tragen. Dazu zählt die Abteilung Wohnen und Vermieten. Auch der Vermietungsprozess erfolgt nach einem Dringlichkeitskatalog und sichert die bedarfsgerechte Belegung von Wohnungen. Dies erfolgt dabei immer unter Berücksichtigung des allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Es bestehen dazu weitere Vergabekriterien, die vom Aufsichtsratsgremium beschlossen wurden.

Des Weiteren hält der FSB Verbund einen Prozessleitfaden vor, welcher allen Mitarbeiter_innen zur Verfügung steht. Dieser gewährleistet Transparenz und Klarheit für das eigene „Tun und Handeln“, dient der Identifizierung und Realisierung vorhandener Potenziale, sowie der Verbesserung von Nachvollziehbarkeit und Revisionssicherheit. Prozessleitfäden bestehen für die Bereiche Portfolio-Investplanung, Projektentwicklung, Neubau, Vertrieb, Gewährleistungsmanagement und geplante Instandhaltungen, um die internen Unternehmensprozesse nachhaltig zu sichern und zu optimieren.

Weitere Prozessvorschriften in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften sind durch die Freiburger Nachhaltigkeitsziele gegeben, welche als Grundlagen für bewusste Konsum- und Verhaltensweisen die Wechselbeziehungen zwischen Konsumierenden in der Stadt und Produzierenden im regionalen Umland sichtbar machen sollen und dessen Berücksichtigung stetig gewährleisten. Auch die baulandpolitischen Grundsätze der Stadt Freiburg werden bei der Realisierung neuer Bauprojekte zu jedem Zeitpunkt überprüft und eingehalten. (siehe auch Freiburger Nachhaltigkeitsziele)

Der FSB Verbund erstellt regelmäßig einen Sozialbericht zu den Tätigkeiten des Unternehmens im sozialen Bereich. Die Erweiterung des Sozialberichtes zu einem Nachhaltigkeitsbericht ist geplant. Zusätzlich soll in einem Rhythmus von zwei Jahren eine Aktualisierung der DNK-Entsprechenserklärung vorgenommen werden.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Die Implementierung, Steuerung und Kontrolle der nachhaltigen Unternehmensstrategie erfolgt durch ein umfassendes Qualitäts- und Risikomanagementsystem. Das Unternehmen verwendet hierfür ein Frühwarnsystem, welches mögliche Risiken identifiziert und in einem Risikokatalog zusammenfasst. Das Frühwarnsystem basiert auf aktuellen bzw. erkennbaren Einflussfaktoren und Einschätzungen.

Der Verbund veröffentlicht einen umfangreichen Beteiligungsbericht mit strategischen Zielen sowie Leistungs- und Finanzzielen, die jeweils für alle Unternehmen im Verbund ausgewiesen werden. Dieses Jahr wird der Beteiligungsbericht um die nachhaltige Berichterstattung im Rahmen des DNK ergänzt. (siehe auch Beteiligungsbericht 2018, ab Seite 99) Geplant ist das nachhaltige Handeln künftig in einem Nachhaltigkeitsbericht darzustellen.

Ergänzend zu den Geschäfts-und Beteiligungsberichten hat der FSB Verbund bereits drei Mal einen Sozialbericht veröffentlicht, in dem die sozialen Aktivitäten des Unternehmens zur Stärkung und Stabilisierung von Nachbarschaften und Quartieren durch eine Reihe von Maßnahmen beschrieben und an Hand von konkreten Zahlen dargestellt werden. Dies dient auch der eigenen Kontrolle des sozialen Anspruchs des FSB Verbunds und lässt regelmäßig einen Abgleich mit den gesetzten Zielen zu.

Die Ziele werden jährlich in Erfolgs- und Investitionsplänen niedergeschrieben. Die Leistungsziele der städtischen Gesellschaften werden nach §105, Abs. 2, Satz 2, GemO BW mit Darstellung der Erfüllung des öffentlichen Zwecks anhand unternehmensspezifischer Kennzahlen berichtet. Als Steuerungsinstrument werden dabei die Aufsichtsratsbeschlüsse des Gesellschafters eingesetzt.                            
Spezifische Kennzahlen zu den Bereichen Umwelt und Mitarbeiter können unter anderem unter den Kriterien und Leistungsindikatoren 5-7, 11-13 und 16 eingesehen werden.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Der FSB Verbund sieht seine Hauptaufgabe in der Schaffung von nachhaltig orientiertem und bezahlbarem Wohnraum für die Stadt Freiburg. Die wichtigsten Werte, die dabei im FSB Verbund gelebt werden, sind die Betreuung der Mieterschaft, die Einhaltung von sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeitszielen sowie Gleichstellung und Nichtdiskriminierung. Die Grundsätze und Verhaltensstandards werden unter anderem in einer Betriebsvereinbarung und Verfahrenanweisungen auf Firmenverbund-Ebene geregelt.

Um der Sozialverträglichkeit Rechnung zu tragen, sind entsprechende Verhaltensweisen in den Vermietungsgrundsätzen des FSB Verbunds festgelegt, welche bestimmte Kriterien bei der Vergabe von Wohnraum beinhalten.

Als familienfreundliches Unternehmen fördert der Verbund seine Mitarbeiter in ihrer persönlichen und professionellen Entwicklung. (flexible Arbeitszeiten, Elternzeiten, Kinderbetreuung Pflege von Angehörigen, etc. bis hin zum Übergang in den Ruhestand (siehe auch Kriterium 8))

Investitionsintensität (Werterhaltung und Werterhöhung des Immobilienbestandes): Angabe in EUR/qm Wohnfläche pro Jahr (optional)

Die Instandhaltungsintensität der FSB beträgt im Berichtsjahr 20,56 Euro pro m² Wohnfläche.

Modernisierung und Instandhaltung/Instandsetzung: 15.678 T€

Instandhaltung der FKB in 2018 betrug 2.994 T€, der Modernisierungsaufwand belief sich auf 6.541 T€.

Gesamtkapitalrentabilität (Ertragskraft des Unternehmens) (optional)

Die Gesamtkapitalrentabilität beträgt im Berichtsjahr 3,2 Prozent

CO2-Intensität des Gebäudebestands (optional)

Bislang wurden im Unternehmen keine Kennzahlen zu Treibhausgas-Emissionen erhoben. Künftig plant der Verbund im Rahmen der Etablierung einer Nachhaltigkeitsberichterstattung diesen Indikator in das Berichtswesen aufzunehmen.

CO2-Einsparung seit 1990 (Beschreibung des Einsparpotenzials und die Maßnahmen, durch die die CO2-Einsparung erreicht wurde) (optional)

Bislang wurden im Unternehmen keine Kennzahlen zu Treibhausgas-Emissionen erhoben. Künftig plant der Verbund im Rahmen der Etablierung einer Nachhaltigkeitsberichterstattung diesen Indikator in das Berichtswesen aufzunehmen.

Anteil der energetisch voll- bzw. teilmodernisierter Wohnungen am Gesamtbestand (optional)

Bisher wurde der Anteil der energetisch voll- bzw. teilsanierten Wohnungen im Unternehmen nicht erhoben. Der Wert wird derzeit ermittelt und soll künftig in das Berichtswesen einfließen.

Kosten für soziale Projekte (optional)

Für das Sozialmanagement in den Quartieren, welches Mieterveranstaltungen, Mieterberatung, Konfliktvermittlung sowie Quartiersarbeit und Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnqualität ( z.B. Grünbepflanzungen, Sitzbänke) umfasst, stellt der FSB Verbund durchschnittlich ca. 2,8 Mio € zur Verfügung.

Anteil barrierefreier/-armer Wohnungen im Bestand (optional)

Der Qualitätssicherungskatalog sieht den barrierearmen Zugang zum Gebäude, Hausflur, zu den Treppenhäusern und zu den Wohnungen nach DIN 18040 vor. In allen Gebäuden mit mehr als drei Geschossen sind barrierearm Aufzüge nach LBO vorzusehen. Auch die Wohnungen selbst müssen nach den Vorgaben der LBO gebaut werden. Derzeit sind 26 Prozent der FSB-Wohnungen mindestens barrierefrei erreichbar. Rollstuhlgerechte Wohnungen werden in Neubauten nach Bedarf und im Bestand soweit technisch möglich umgesetzt.

Auch in den städtischen Bädern achtet der FSB Verbund darauf den Besuchern mit körperlichen Beeinträchtigungen einen möglichst barrierearmen Zugang zu gewährleisten. So wurden im Strandbad, dem Westbad und dem Hallenbad Haslach behindertengerechte Umkleidekabinen und Duschräume sowie ein barrierearmer Zugang zu den Schwimmbecken geschaffen. Das Lorettobad ist darüber hinaus mit einem behindertengerechten WC-Bereich ausgestattet worden. Im Keidel Thermal-Mineral Bad besteht ein barriererfreier Zugang zu allen Bereichen des Bades. So sind dort neben behindertengerechten Umkleiden, Duschen und WCs, auch der Zugang zu allen Becken und dem Saunabereich durch den Einbau eines Lifts für Außen- und Therapiebecken sowie einen mobilen Lift gegeben.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Gemäß der tariflichen Bindung nach dem TVöD erfolgt die Gewährleistung eines jährlichen Leistungsentgeltes. Bei der FSB wird eine einheitliche Prämie an alle Mitarbeiter ausgezahlt. Bei der FKB und RGB erfolgt eine individuelle, leistungsorientierte Prämienauszahlung. Über die Regelungen des TVöDs hinaus werden im FSB-Verbund daher derzeit keine weiteren erfolgsabhängigen monetären Zielvereinbarungen vereinbart.

Im Rahmen der jährlichen Zielvereinbarungsgespräche seitens der Gesellschafterin (Stadt Freiburg) mit den städtischen Gesellschaften werden Ziele gesetzt und deren Erreichung wird jährlich in einem Soll-Ist Abgleich im Rahmen der Beteiligungsberichte evaluiert. Der Beteiligungsbericht wird erstmals im Januar 2019 um eine Nachhaltigkeitsberichterstattung ergänzt.

Darüber hinaus hält der FSB Verbund ein umfassendes nicht-monetäres Anreizsystem für Mitarbeitende vor, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und den Mitarbeitenden ein sozial nachhaltiges und zeitgemäßes Arbeitsumfeld bieten zu können. So hält der FSB Verbund ein betriebliches Gesundheitsmanagement vor, wodurch Mitarbeiter_innen des FSB Verbunds Rabatte für Sportangebote in den Bädern und andere Kurse wie z.B. ein Lauftraining unter Anleitung eines Personal-Trainers wahrnehmen können. Weitergehend wird ein umfassendes Fortbildungs- und Qualifizierungsangebot, bestehend aus Inhouse-Seminaren, internen Fachtrainingsmaßnahmen sowie externen Schulungsmaßnahmen, angeboten. Ein besonderes Anliegen ist es den Mitarbeiter_innen Vereinbarkeit von Arbeit und Familie zu ermöglichen. So setzt das Unternehmen auf familienfreundliche Arbeitszeiten. Bereits seit 2008 bietet der FSB Verbund eine weitgehend eigenständige Handhabung des Arbeitszeitbeginns und –endes innerhalb der vorgegebenen Zeitfenster zwischen 7:00 Uhr – 20:00 Uhr. Des Weiteren hat im Herbst 2014 die zentrale Kindertagespflege „Stadtgartenknirpse“ in Kooperation mit dem Tagesmütterverein in den Räumen der FSB den Betrieb aufgenommen. Hier werden den Mitarbeiter_innen mehrere Betreuungsplätze angeboten. Seit Ende des Jahres 2015 ist der FSB-Verbund ebenfalls Mitglied im „Freiburger Netzwerk Familienbewusste Unternehmen“, welches durch den Austausch von Erfahrungen und Best-Practice-Beispielen die familienbewusste Personalarbeit weiterentwickelt.

Auch der ökologische Aspekt spielt im Rahmen der Anreizangebote eine wichtige Rolle. So unterstützt der FSB Verbund die Beschäftigten, die ihren Arbeitsplatz durch öffentliche Verkehrsmittel erreichen. Im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten bietet er den Beschäftigten ein Jobticket der VAG an und fördert diese mit rund 48.000 Euro jährlich bei einer Anzahl von derzeit ca. 100 Jobtickets. Darüber hinaus wird das Leasing von Dienstfahrrädern angeboten, welche auch privat genutzt werden können.

Die Nachhaltigkeitsziele sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch kein Bestandteil der Evaluation der obersten Führungsebene durch das Kontrollorgan, sollen aber mittelfristig Berücksichtigung erfahren.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Die Gehälter der beiden leitenden Führungskräfte werden im Beteiligungsbericht der Stadt Freiburg veröffentlicht. (siehe Beteiligungsbericht 2018, S. 100)

Darüber hinaus stehen keine Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologischen und soziale Themen.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Das Verhältnis der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters zum mittleren Niveau (Median) der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten wird derzeit nicht ermittelt, da dieser Wert von dem FSB Verbund nicht als steuerungsrelevant angesehen wird.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Als wichtigste Anspruchsgruppen identifiziert der FSB Verbund die Stadt Freiburg als Gesellschafterin, den Aufsichtsrat die Mieterschaft, Kundschaft und die Mitarbeiter_innen. Darüber hinaus zählen auch Banken, Lieferanten, Wettbewerber auf dem lokalen Markt und unternehmensbezogener Fachverbände (GdW, vbw,etc.) sowie die allgemeine Öffentlichkeit und die lokale Presse zu den wesentlichen Stakeholdern. Der Austausch mit den Anspruchsgruppen erfolgt auf unterschiedlichen Ebenen unter Anwendung unterschiedlicher Instrumente. Für die Identifikation der relevanten Anspruchsgruppen wird derzeit kein gesonderter Prozess durchgeführt.

Gesellschafter:
Der Aufsichtsrat nimmt als Kontrollorgan die Aufsichtspflichten im Rahmen seiner Tätigkeit wahr. Hierzu dienen fünf Ausschusssitzungen und i. d. Regel zwei Aufsichtsratssitzungen im Jahr. Der Aufsichtsrat führt die erforderlichen Beschlüsse herbei, die anschließend dem Gesellschafter vorgelegt werden.
Zusätzlich erfolgt die Abstimmung mit dem Referat für Bezahlbares Wohnen unter Teilnahme der städtischen Ämter innerhalb einer Lenkungsgruppe und im Rahmen der Dezernentenkonferenz Wohnen. Darüber hinaus finden regelmäßige Abstimmungen mit den Dezernaten und Ämtern sowie eine Teilnahme an den städtischen Ausschüssen statt.

Mieterschaft:
Der durch die Mieterschaft gewählte Mieterbeirat stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen den Mieter_innen und dem Vermieter dar. Die 27 Mitglieder stimmen sich regelmäßig untereinander mit den Mieter_innen und den Vertretern des Unternehmens ab und stehen auch überregional mit anderen Mieterbeiräten im Austausch. Der Mieterbeirat ist mit einer Stimme im Aufsichtsrat vertreten. Darüber hinaus finden regelmäßige Mieterversammlungen statt, um den ständigen Austausch mit der Mieterschaft zu gewährleisten und dessen Anliegen einzubeziehen. Im Jahr 2012 fand darrüber hinaus erstmals eine Mieterzufriedenheitsbefragungen statt. Das Unternehmen unterhält vier über die Stadt verteilte Mieterbüros, in denen die Mieter_Innen im Rahmen von Mietsprechstunden beraten werden. Weiterhin steht den Mieter_innen ein 24h-Stundennotdienst zur Verfügung. Ferner werden die Wohnungen teilweise von Hausmeistern und Hauswarten betreut und die Mieter_innen können auf einen Concierge-Service zugreifen. Die Hausmeisterbetreuung soll in den kommenden fünf Jahren auf das Gesamtportfolio ausgeweitet werden. Ein besonderes Anliegen ist es dabei, dass der Kontakt niederschwellig ermöglicht wird. Bei der Entwicklung von Bauprojekten und Quartiersentwicklungen werden Mieter_innenvertreter, Bürgervereine und Nachbarschaftswerke in Wettbewerbsverfahren einbezogen. Während der Baumaßnahmen erfolgt die Kommunikation über Sanierungsbeiräte und Projektbeiräte sowie Interessensgruppen.

Zusätzlich erscheint zwei Mal jährlich eine Mieterzeitung als Informationsübermittlung für aktuelle Projekte, die Vorstellung neuer Mitarbeiter_innen, Informationen über technisch anstehende Neuerungen oder die Änderung von Öffnungszeiten in den Mieterbüros.

Kundschaft:
Eine weitere wichtige Anspruchsgruppe liegt in der Kundschaft des FSB Verbunds. Die Regiobäder und das Keidel Mineral-Thermal-Bad verzeichneten im Jahr 2018 zusammen fast zwei Millionen Besucher. Auch durch den Betrieb der städtischen Parkhäuser ist ein regelmäßiger Kontakt mit Kundinnen und Kunden gegeben. Vor allem die Bäder sind dabei wichtige regionale und touristische Dienstleistungseinrichtungen bei denen der Gast im Mittelpunkt steht. Alle Mitarbeiter_innen sind dabei stets dienstleistungsorientiert und bieten dem Gast einen umfassenden und freundlichen Service. Zur Kundenbetreuung gehört auch ein Beschwerdemanagement, durch das Anliegen direkt gegenüber den Mitarbeiter_innen geäußert und kurzfristig bearbeitet werden. 

Belegschaft:
Der regelmäßige Austausch mit der Belegschaft erfolgt durch den Betriebsrat und die jährlich stattfindenden Betriebsversammlungen. Gespräche zwischen Betriebsleitung und Betriebsrat erfolgen bei Bedarf regelmäßig. Weiterhin werden Mitarbeiter_innen im Intranet über ein Mitarbeiterinformationssystem über aktuelle Entwicklungen und Pressemitteilungen informiert. Eine weitere Beteiligungsmöglichkeit liegt in den jährlich stattfindenden Mitarbeitergesprächen, in denen Mitarbeiter_innen ebenfalls Ihre Verbesserungsvorschläge und Anmerkungen, auch für nachhaltigkeitsrelevante Themenstellungen, mitteilen können.

Für alle Anspruchsgruppen gelten die Kommunikationsleitsätze: Offenheit, Transparenz, Freundlichkeit und kurzfristige Reaktion.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Bei dem Freiburger Stadtbau Verbund steht die Mieterschaft im Vordergrund. Der FSB Verbund kümmert sich nicht nur um den Erhalt und die Schaffung von nachhaltigem und qualitativ gutem Wohnraum mit ansprechender Lebensqualität, sondern sieht sich auch als Servicedienstleister. Der Kontakt mit Mieter_innen erfolgt über ein vielfältiges Angebot. Die relevanten Themen und Anmerkungen der Mieterschaft, welche aus dem bisherigen Austausch entstanden sind, konnten bereits in einem vielfältigen Maßnahmenprogramm umgesetzt werden, hierzu gehören:

- Service vor Ort (Hausmeister bzw. Concierge)

- Das Mieterbüro bietet den Menschen im Quartier einen umfassenden Service und verkürzt den direkten Weg zum FSB Verbund. Hier bietet der FSB Verbund ihren Mieter_innen einen persönlichen und unbürokratischen Service an. Dort, wo die meisten Mieter_innen des FSB Verbunds leben, will das Wohnungsunternehmen persönlich vertreten sein. Die Nähe zum Kunden ist für den FSB Verbund ein wichtiger Schlüssel für mehr Mieterzufriedenheit.

- Die Mieter_innen können einen 24-Stunden-Notdienst in Anspruch nehmen

- Der FSB Verbund führt in regelmäßigen Abständen Kundenzufriedenheitsanalysen durch, um die Anliegen und Wünsche ihrer Mieter_innen aufnehmen zu können.

- Tritt der Fall ein, dass Miter_innen die Mietkosten nicht mehr aufbringen können, bietet die FSB eine eigene und für die Mieter_innen kostenfreie Mietschuldnerberatung.

- Der FSB Verbund bietet ein Umzugsmanagement (im Rahmen von Vollmodernisierungen oder bei Abbruch) an, bei dem mit jedem/r Mieter_in ein individuelles Umzugsgespräch geführt wird. So erhalten alle Mieter_innen eine bedarfsgerechte Ersatzwohnung. Der Umzug wird auf Kosten des FSB Verbunds durchgeführt.

Um den Ansprüchen der Anspruchsgruppe Kundschaft gerecht zu werden, halten die kundenorientieren Dienstleistungsunternehmen des FSB Verbunds, wie die FKB, regelmäßige Mitarbeiterschulungen im Bereich „Umgang mit Kunden“ vor. Um dies dauerhaft zu gewährleisten, findet alle zwei Jahre eine Zertifizierung des Gütesiegels „Servicequalität BW“ statt. Generell werden alle Gäste bereits am Empfang freundlich über Auskünfte zu Kursen oder sonstigen Angeboten beraten. In allen Bereichen wird gewährleistet, dass die Gäste an Pulten eine/n Mitarbeiter_in persönlich antreffen um sich informieren zu können. Sollte ein Notfall vorliegen, wird per Notfallnummer ein interner Anruf an alle Apparate ausgelöst. Innerhalb weniger Sekunden kommt aus jeder Abteilung ein/e Mitarbeiter_in, um zu unterstützen. Alle Einrichtungen sind barrierefrei zugänglich. Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung können per Lift die Schwimmbecken erreichen.

Die Stadt Freiburg stellt einen weiteren wichtigen Stakeholder dar. Ein wichtiges Thema ist in diesem Austauschprozess die Erreichung der Klimaschutzziele sowohl auf regionaler als auch auf bundesweiter Ebene.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Als größtes kommunales Wohnungsunternehmen der Region hat der FSB Verbund einen entscheidenden Einfluss auf das soziale, ökologische und ökonomische Umfeld. Durch die ökologische Modernisierung, Sanierung und Neubaustrategie setzt der FSB Verbund ökologische Maßstäbe in der Stadt Freiburg und bietet insbesondere den regionalen Unternehmen Auftragsmöglichkeiten.

Themenfelder der regenerativen Energien, darunter Solartechnik sowie die Erforschung von Dämm- und Bautechniken, beschäftigen den FSB Verbund bereits seit vielen Jahren. Es konnten einige Pilotprojekte, z. T. mit Alleinstellungsmerkmal, durchgeführt werden. Rückblickend kann der FSB Verbund weltweit die erste Sanierung eines Hochhauses im Passivhausstandard vorweisen. Aktuell betreibt der FSB Verbund eine umfassende Modernisierungsstrategie, bei der die Verbesserung der Energiebilanz im Vordergrund steht.

Das Pilotprojekt „Mieterstrommodell“ wurde in den Wohngebäuden der Belchenstraße 12 – 34 realisiert. Im Rahmen einer überregionalen Ausschreibung wurde ein Unternehmen ausgewählt, dass PV-Anlagen installiert und den erzeugten Strom direkt an die Mieter_innen vermarktet. Mieter_innen sollen dadurch vom günstigen Preis der Stromerzeugung vom eigenen Dach profitieren. Der FSB Verbund engagiert sich ebenfalls für den Ausbau der lokalen Infrastruktur einer nachhaltigen und ökologischen Mobilität, beispielsweise mit der Installation von Ladepunkten für Elektrofahrzeuge in öffentlichen, halböffentlichen und privaten Bereichen.

Auch die betriebsinternen Anlagen und Bestände unterliegen einem stetigen Modernisierungs- und Erneuerungsprozess. So konnten mit dem Abschluss der Sanierungen in der „Schwabentorgarage“ alle betriebseigenen Parkgaragen modernisiert und die zughörige Technik erneuert werden. Dieses Engagement wurde bereits von Seiten der Bundesregierung anerkannt, wodurch der FSB Verbund Fördermittel aus dem Programm „Saubere Luft 2017-2020“ erhalten konnte, welches Städte unterstützt, die im Bereich der schadstoffarmen Fahrzeugflotten, der Umstellung auf alternative Antriebe und mehr Infrastruktur für Elektromobilität investieren.

Der FSB Verbund beschäftigt sich intensiv mit dem Thema „Graue Energie“ und THG-Emissionen. Hierzu etabliert sie erneut eine innovative Holzbauweise und beginnt in 2019 mit der Errichtung von 116 Wohnungen in Holz im Quartier Schildacker. Weitere Holzgebäude sind im Quartier Metzgergrün geplant. Aufstockungen wie in der Belchenstraße wurden bereits in Holz ausgeführt. Bei dem Projekt „Gemeinsam. Einfach .Wohnen“ kommt ebenfalls die Holzmodulbauweise zur Ausführung.

Der FSB Verbund stößt ebenfalls soziale und kulturelle Pilotprojekte an. Dazu zählt der Bau des Zentralen Kunstdepots für die städtischen Museen im Passivhausstandard zur zentralen sach- und fachgerechten Lagerung von Ausstellungswerken. Des Weiteren zählt z. B. das Wohnungstauschprogramm mit Anreizsystem sowie die Förderung von Wohnraum für Wohngruppen, die durch einen sozialen Träger angemietet werden, dazu.

Neben Wirtschaftlichkeit und energetischer Verbesserung werden die Belange von Ökologie und Denkmalschutz sowie die Anwendung innovativer Techniken und Verfahren bei der Planung und Ausführung berücksichtigt. Schon seit den 1970-iger Jahren engagiert sich die Gesellschaft in der Solartechnik, trägt zur Erforschung unterschiedlicher Dämmsysteme und Bautechniken bei, nutzte schon früh alternative Energieträger und wird mehrfach mit Preisen für beispielhaftes und innovatives
Bauen ausgezeichnet. So wurde der FSB Verbund im Jahr 2014 unter anderem für die „Sanierung Binzengrün 9“ mit ihrem innovativen Wohnbaukonzept im Rahmen der Landesinitiative 2013/2014 „Haus. Häuser. Quartiere // Wohnen nachhaltig gestaltet“ prämiert. Weitere Auszeichnungen können ebenfalls auf der Homepage des FSB Verbunds eingesehen werden.

Auch die Regio Bäder und das Keidel Mineral-Thermal-Bad investieren in innovative Maßnahmen, um den energieintensiven Betrieb der städtischen Bäder zu optimieren. So wird ein Großteil des Wärmebedarfs der Bäder durch Blockheizkraftwerke generiert, was für das Keidel Bad ebenfalls ab dem Jahr 2020 vorgesehen ist. Darüber hinaus wird das BHKW auch den Strom für den Betrieb des Keidelbads erzeugen. Im Halsacher Bad ist zusätzlich eine PV-Anlage installiert. Viele Bereiche, insbesondere die Unterwasserbeleuchtung, werden mit sparsamen LED-Beleuchtungsmitteln betrieben, um Energie und Energiekosten zu sparen. Die verwendeten Umwälzpumpen werden frequenzgesteuert, so dass diese nur bei Bedarf in Volllast betrieben werden. Die Lüftungsanlagen in den Bädern werden nach dem Badebetrieb auf Nachtbetrieb umgestellt, was ebenfalls zur Energie- und Ressourceneinsparung beiträgt. In allen Freibädern und im Faulerbad wird Brunnenwasser entsprechend aufbereitet und genutzt. Auch im Bereich der Kosmetik setzt unter anderem das Keidel Bad auf den Einsatz rein biologischer und nachhaltiger Produkte der Firma Weleda.

Durch die regelmäßigen Mitarbeitergespräche können sich die Mitarbeiter_innen mit ihren Ideen am internen Innovationsmanagement beteiligen. Hierdurch wird sichergestellt, dass innovative Ansätze auch seitens der eigenen Belegschaft generiert und in den Prozess eingebunden werden können.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen. Link (Seite 38)

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Dieser Leistungsindikator ist für die FSB als Wohnungsunternehmen nicht relevant, bzw. wird nicht nachgehalten (siehe auch branchenspezifische Ergänzung für Wohnungsunternehmen S. 37). Für weitere Ausführungen siehe Kriterium 10.