5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Gesamtverantwortlich für Nachhaltigkeitsthemen einschließlich der damit verbundenen strategischen und geschäftspolitischen Überlegungen ist der Vorstand der Kreissparkasse Tübingen. Das Strategiemanagement (Analyse, Monitoring, Dokumentation) wird im Vorstandsbereich im Zusammenwirken mit der Abteilung Unternehmenssteuerung, die direkt dem Vorsitzenden des Vorstandes unterstellt ist, vorgenommen. In die strategische Analyse werden dem Vorstand direkt unterstellte Führungskräfte einbezogen.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

In unserer Geschäftsstrategie ist die Implementierung eines jährlichen Regelkreislaufs für die Nachhaltigkeitsarbeit verankert, der sich aus den Prozessschritten Analyse, Festlegung von Zielen und Maßnahmen sowie Überprüfung der Zielerreichung zusammensetzt. In diesem Zusammenhang haben wir zu Beginn des Jahres 2020 zur Systematisierung und Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements mit dem Instrument „Nachhaltigkeitskompass“ eine Bestandsaufnahme durchgeführt und Maßnahmen abgeleitet.  

Die Geschäftsstrategie wird durch den Vorstand im Rahmen eines bereits implementierten, regelhaften Prozesses mindestens einmal jährlich überprüft. Dabei werden direkt dem Vorstand unterstellte Führungskräfte einbezogen. Die Maßnahmen zur Erreichung der in der Geschäftsstrategie festgelegten Ziele werden durch die jeweiligen Fachbereiche umgesetzt. Der Vorstandsbereich koordiniert im Zusammenwirken mit der Abteilung Unternehmenssteuerung alle Aktivitäten in diesem Zusammenhang und es wird ein Reporting zur Zielerreichung durchgeführt.

Schriftlich festgelegte „Verhaltensrichtlinien der Kreissparkasse Tübingen“ greifen den Aspekt der Nachhaltigkeit auf und beschreiben die Compliance-Kultur der Kreissparkasse Tübingen. Die Verhaltensrichtlinien geben bei unserem Handeln Orientierung. Sie stehen für Integrität, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Respekt. Mit der Einstellung der Verhaltensrichtlinien auf unserer Homepage machen wir die gelebte Compliance-Kultur öffentlichkeitswirksam. https://www.ksk-tuebingen.de/verhaltensrichtlinien

Konkretisiert werden die auf unserer Homepage veröffentlichen Verhaltensrichtlinien durch die „Leitlinien für die Beschäftigung bei der Kreissparkasse Tübingen“ mit verbindlichen Regeln für die Arbeit und das Verhalten der Mitarbeitenden sowie mit Regelungen für die Annahme von Zuwendungen und unseren Grundsätzen für den Umgang mit Interessenkonflikten im Wertpapiergeschäft.

In enger Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung der Kreissparkasse Tübingen wurde eine Vielzahl von Dienstvereinbarungen zum Schutz und zum Wohl der Beschäftigten geschlossen.

Für die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Dienstleistern haben wir ein Konzept einer Vereinbarung entwickelt, worin verschiedene Nachhaltigkeitsaspekte angesprochen werden. Weitere Ausführungen dazu sind bei Kriterium 17 – Menschenrechte beschrieben.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Unsere Nachhaltigkeitsleistungen dokumentieren wir anhand folgender Indikatoren:  

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:
Im Rahmen einer vorausschauenden Personalplanung werden frei werdende Stellen identifiziert und daraus der Ausbildungsbedarf abgeleitet.

Sparkassenbetrieb: Die Verbrauchswerte sind bei Kriterium 11 - Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen - dargestellt.

Auf unserer Homepage verweisen wir auf unsere Erklärung nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex. https://www.ksk-tuebingen.de/dnk-erklaerung

Wir werden auch zukünftig über unsere Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit berichten. Dabei orientieren wir uns an der Erklärung nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Für die Erstellung der Erklärung nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex haben wir einen Prozess implementiert, der die Datenerhebung dezentral, durch die jeweiligen Fachbereiche, vorsieht. Die erhobenen Daten werden von einer zentralen Stelle erfasst und inhaltlich durch die Abteilung Revision im Auftrag des Verwaltungsrats geprüft. So gewährleisten wir die Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Die auf unserer Homepage veröffentlichten „Verhaltensrichtlinien der Kreissparkasse Tübingen“ umfassen Ziele und Prinzipien darüber, wie wir uns verhalten müssen, um stets den gültigen rechtlichen Regelungen und unseren eigenen internen Anforderungen gerecht zu werden. Sie dienen dem Schutz unseres Hauses, unserer Kundinnen und Kunden, Geschäftspartnerinnen und -partner sowie Kolleginnen und Kollegen. Hier werden insbesondere die Themen Interessenkonflikte, Compliance und rechtskonformes Verhalten, Geldwäscheprävention und Finanzsanktionen, Betrug, Bestechung und Korruption, Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Daten, Qualität unserer Arbeit sowie Nachhaltigkeit in Bezug auf ökologische Auswirkungen unseres Handelns angesprochen. Der Vorstand und der Verwaltungsrat der Kreissparkasse Tübingen stehen uneingeschränkt hinter diesen Verhaltensrichtlinien. 

Konkretisiert werden die „Verhaltensrichtlinien der Kreissparkasse Tübingen“ durch weitere Leitlinien, Anweisungen und Prozesse, insbesondere durch die „Leitlinien für die Beschäftigung bei der Kreissparkasse Tübingen“. Dort finden sich Regelungen unter anderem zu allgemeinen Pflichten bei der Aufgabenerfüllung, insbesondere im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher, tariflicher und sonstiger (interner) Bestimmungen, zum Umgang mit Kundinnen und Kunden, zur Schweigepflicht und zum Datenschutz, zu Geldgeschäften mit Dritten und für Dritte und zur Entgegennahme von Geschenken.

Für die Annahme von Zuwendungen von Dritten bestehen darüber hinaus detaillierte Regelungen bezüglich der rechtlichen Grundlagen und der Erteilung der Zustimmung hierfür.

Außerdem sind für den Bereich Wertpapierdienstleistungen Grundsätze zum Umgang mit Interessenkonflikten festgelegt.

Zur Entwicklung, Förderung und Integration einer angemessenen Risikokultur haben wir einen Verhaltenskodex zur Risikokultur der Kreissparkasse Tübingen und ihrer Tochtergesellschaften erarbeitet und in unser internes Regelwerk eingebunden.

Im Rahmen eines Projektes zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur wurden von Führungskräften und weiteren Mitarbeitern Führungs- und Mitarbeitergrundsätze erarbeitet. Diese Grundsätze stützen sich auf das Leitbild und die darin definierten Werte der Kreissparkasse Tübingen und konkretisieren unsere Vorstellung von guter Führung und Zusammenarbeit.

Weitere Verhaltensregeln sind zudem durch Dienstvereinbarungen mit dem Personalrat normiert, wie etwa die Dienstvereinbarung zur flexiblen Arbeitszeit, die Dienstvereinbarungen zum Mitarbeiterentwicklungsgespräch und Zielgespräch sowie die Dienstvereinbarung zur übertariflichen Vergütung für Beschäftigte am Markt, für die wir eine Auszeichnung der Gewerkschaft ver.di erhalten haben.

Die Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften sowie eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung genießen bei der Kreissparkasse Tübingen höchsten Stellenwert. Damit Fehlverhalten frühzeitig erkannt werden kann, wurde zum 1. Januar 2014 ein Hinweisgebersystem (Whistleblowing) eingeführt. Hier können Mitarbeitende konkrete Hinweise auf Verstöße oder strafbare Handlungen anonym und vertraulich an die Compliance-Stelle melden. Im Intranet erfolgt regelmäßig ein Hinweis auf das Hinweisgebersystem.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Der Schwerpunkt des Vergütungssystems liegt zum einen in der Anwendung der tariflichen Vorschriften für alle Beschäftigten der Kreissparkasse Tübingen bzw. den Empfehlungen des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg für die Vorstandsmitglieder und zum anderen in der Begrenzung der variablen Vergütung auf maximal 25 Prozent der fixen Vergütung, wobei die variable Vergütung in keinem Fall von der individuellen Erreichung der Vertriebsziele alleine abhängig ist.

Die Vorgaben des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg für die Vergütung der Vorstandsmitglieder enthalten ausdrückliche Begrenzungen der möglichen fixen und variablen Vergütungsanteile. Für die Gewährung der variablen Vergütung für die Vorstandsmitglieder ist eine mehrjährige Bemessungsbasis vereinbart. Der Verwaltungsrat der Kreissparkasse Tübingen stellt die Zielerreichung fest und entscheidet über die Zahlung der variablen Vergütung.

Die Vergütungsstruktur der Beschäftigten ist durch die Anwendung des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD-S) hauptsächlich durch diese tarifvertraglichen Vorgaben geprägt. Dies gilt auch für die betriebliche Altersvorsorge.

Bei der variablen Vergütung für einen Einzelnen gibt es keine Verknüpfung mit einer individuellen Zielerreichung. Damit kann auch kein Zielkonflikt hinsichtlich der Interessen unserer Kundinnen und Kunden und der finanziellen Interessen eines Beschäftigten der Kreissparkasse Tübingen entstehen. Dies steht auch im Einklang mit unserer strategischen Ausrichtung, wonach wir durch hochwertige Qualität in Beratung, Produkten und Service Vertrauen schaffen, ausbauen und dadurch lebenslange Geschäftsbeziehungen aufbauen möchten.

Über die tariflichen Eckpunkte bzw. die Empfehlungen des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg hinaus sind keine expliziten Nachhaltigkeitsziele in das Vergütungssystem integriert. Aktuell ist eine Aufnahme von Nachhaltigkeitszielen als Orientierungsgröße für Zielvereinbarungen und die Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter nicht vorgesehen. Nachhaltigkeitsziele sind außerdem kein Bestandteil der Evaluation des Vorstandes der Kreissparkasse Tübingen durch den Verwaltungsrat.

Das Vergütungssystem der Kreissparkasse Tübingen wird jährlich überprüft. Die Information des Verwaltungsrats erfolgt mindestens einmal jährlich.

Neben ihrer tariflichen Vergütung können alle Mitarbeitenden im Rahmen der Ideenbörse für eingereichte Verbesserungsvorschläge rund um unsere Geschäftstätigkeit eine Geld- oder Sachprämie erhalten. Ohne Aspekte der Nachhaltigkeit konkret zu benennen, schließt dies auch Ideen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit der Kreissparkasse Tübingen ein. In diesem Zusammenhang werden beispielsweise immer wieder Ideen zur Einsparung von Energie sowie Verpackungs- und Büromaterial, insbesondere Papier, eingereicht.

Nicht nur die Kreissparkasse Tübingen, auch die Mitarbeitenden sind gesellschaftlich engagiert. Die Kreissparkasse unterstützt das soziale, ehrenamtliche Engagement und auch sportliche Aktivitäten ihrer Beschäftigten. Es gibt bezahlte Freistellungen für öffentliche Ehrenämter, Tätigkeiten bei der Feuerwehr oder im Rettungsdienst.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Die Mitglieder des Verwaltungsrates erhalten ausschließlich eine Aufwandsentschädigung für ihre Tätigkeit nach den Empfehlungen des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg.

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder richtet sich nach den Empfehlungen des Sparkassen-verbandes Baden-Württemberg. Die Vorgaben enthalten ausdrückliche Begrenzungen der möglichen fixen und variablen Vergütungsanteile. Für die Gewährung der variablen Vergütung für die Vorstandsmitglieder ist eine mehrjährige Bemessungsbasis auf der Grundlage von ökonomischen Zielen vereinbart. Dies gilt auch für die betriebliche Altersvorsorge für die Vorstandsmitglieder. Für ökologische und soziale Themen wurden keine Ziele vereinbart. Nur der Verwaltungsrat kann über die Vergütung der Vorstandsmitglieder entscheiden.

Die Vergütung sowie die betrieblichen Altersvorsorgeleistungen für die Führungskräfte und die weiteren Mitarbeitenden richten sich nach den Bestimmungen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD).

Bei der Zusammensetzung der Vergütung liegt der Schwerpunkt auf dem festen Entgelt.

Die zentrale variable Vergütungskomponente ist die Einmalzahlung an alle bankspezifisch Beschäftigten, deren Auszahlung von der Erreichung fixierter ökonomischer Kennzahlen zum Unternehmenserfolg abhängig ist. Es wurden keine Ziele für ökologische und soziale Themen festgelegt.

Bei der Kreissparkasse Tübingen gibt es keine an Produktabsatzziele gekoppelten Abschlussvergütungen und aufgrund der öffentlich-rechtlichen Rechtsform keine auf Beteiligung basierende Vergütung. Es werden keine Einstellungsprämien oder sonstige Zahlungen als Einstellungsanreiz vergütet.

Als Obergrenze für die variable Vergütung eines einzelnen Beschäftigten wird über alle Beschäftigtengruppen hinweg ein Wert von maximal 25 Prozent der fixen Vergütung festgelegt, wobei die variable Vergütung ausschließlich seitens des Arbeitgebers gewährt wird. Der Gesamtbetrag aller variablen Komponenten machte einen Anteil von ca. 0,35 Prozent der Lohnsumme für die tarifvertraglichen Beschäftigten aus.

Den Offenlegungspflichten nach § 16 Abs. 2 Institutsvergütungsverordnung kommen wir nach. Diesem Offenlegungsbericht können detaillierten Angaben zur Vergütung entnommen werden, wobei hier sichergestellt ist, dass die datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllt sind. Darin sind auch Abfindungen enthalten, sofern sie aus Sicht der Institutsvergütungsverordnung zu berücksichtigen sind. Rückforderungen gab es keine. https://www.ksk-tuebingen.de/institutsvergütungsverordnung

Die externen Prüfungen durch die Prüfungsstelle des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg bestätigen uns regelmäßig, dass die Verpflichtungen der Institutsvergütungsverordnung erfüllt sind.  

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Bei der Kennzahl zur Vergütung der am höchsten bezahlten Person handelt es sich um eine vertrauliche Information, die aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht veröffentlicht werden kann. Eine weitergehende Auswertung diesbezüglicher Vergütungskennzahlen erfolgt nicht.

Die Kreissparkasse Tübingen beschäftigt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausschließlich im Inland.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Die Kreissparkasse Tübingen ist ein regional verankertes Kreditinstitut. Aus unserem Satzungsauftrag, unserer Geschäftstätigkeit und unserem gesellschaftlichen Engagement und der Betrachtung der sich daraus ergebenden Schnittstellen bzw. Berührungspunkte lassen sich unsere Anspruchsgruppen ableiten. So stehen wir in einem kontinuierlichen Austausch mit den Mitarbeitenden, unseren Geschäftspartnern, dem Verwaltungsrat, unserem Träger, den Gemeinden, der Wirtschaft, den gesellschaftlichen Institutionen, den Bürgerinnen und Bürgern in der Region sowie auch anderen Sparkassen, den Sparkassenverbänden und unseren Verbundunternehmen.

Wir nutzen regelmäßig die Möglichkeit, beispielsweise mit dem Kreistag, mit der örtlichen Industrie- und Handelskammer sowie mit Schulen den Austausch zu pflegen und deren unterschiedlichen Erwartungen zu erfassen. Über das Netzwerk Nachhaltigkeit der Industrie- und Handelskammer Reutlingen stehen wir in einem regelmäßigen branchenübergreifenden Fach- und Erfahrungsaustausch mit Unternehmen unserer Region. Gleichzeitig besteht darin die Chance, wertvolle Anregungen zu erhalten, um unsere Nachhaltigkeitsleistungen weiterzuentwickeln.

Die Kommunikation mit den Mitarbeitenden und dem Personalrat sowie der Schwerbehindertenvertretung erfolgt primär über persönliche Gespräche. Der Vorstand führt regelmäßig Gespräche mit dem Personalrat. Mitarbeitende haben die Möglichkeit, ihre Anliegen im Rahmen von Vorstandsdialogen mit dem Vorstand und dem Personalrat zu besprechen.

Darüber hinaus führen wir regelmäßig, aktuell im Jahr 2020, Mitarbeiterbefragungen durch, um die Erwartungen und Ansprüche der Mitarbeitenden systematisch zu erheben und daraus Handlungsfelder abzuleiten. Bei der Entwicklung von Umsetzungsmaßnahmen werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt.

Im Rahmen der Initiative der Industrie- und Handelskammer Reutlingen „Wirtschaft macht Schule“ pflegt die Kreissparkasse Tübingen Bildungspartnerschaften mit insgesamt sieben Schulen im Geschäftsgebiet. Darüber hinaus stellen wir Schülerinnen und Schülern regelmäßig Praktikumsplätze im Rahmen der Berufserkundung zur Verfügung.

Extern erfolgt die Kommunikation mit den Stakeholdern neben persönlichen Gesprächen über Veranstaltungen, das Internet und über die Presse.

Die Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden steht für uns an erster Stelle. Sie ist die Grundlage für die Erfüllung unseres öffentlichen Auftrags. Neben den Beratungsgesprächen als wichtige Plattform führen wir regelmäßig Kundenbefragungen durch. Um die Erwartungen und Ansprüche unserer Kundinnen und Kunden zu erfragen, haben wir darüber hinaus ein Format für Kundendialoge entwickelt. 

Im Rahmen des Impulsmanagements analysieren wir alle Hinweise, um kontinuierlich potenzielle Fehlerquellen zu entdecken und unser Angebot im Sinne unserer Kundinnen und Kunden weiterzuentwickeln.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

In Befragungen - und so auch beim im Jahr 2020 durchgeführten Sparkassen-Onlinekunden-Dialog - sprechen Kundinnen und Kunden häufig Themen wie „Persönlicher Ansprechpartner“, „Präsenz vor Ort/Filialnetz“ sowie „Kompetente Beratung und Service“ an. Bei der Gestaltung unserer Angebote achten wir deshalb darauf, dass sie den heutigen, individuellen Ansprüchen unserer Kundinnen und Kunden gerecht werden. Wir legen Wert darauf, dass eine kompetente, bedarfsgerechte Beratung durch unsere Kundenberaterinnen und -berater sichergestellt ist.

Im Rahmen verschiedener Projekte der Kreissparkasse Tübingen (z. B. Audit berufundfamilie; Fit für die Zukunft; Effiziente Prozesse) werden im Dialog mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konkrete Themenstellungen besprochen und gemeinsam Lösungen erarbeitet. Beispiele dafür sind die Neukonzeption der Ziel- und Mitarbeiterentwicklungsgespräche sowie die aktuelle Bearbeitung eines Konzepts für das Mobile Arbeiten.  

Aus den Mitarbeiterbefragungen wurden konkrete Themenstellungen angegangen. So wurden zum Beispiel im Rahmen des Projekts „Fit für die Zukunft“ Initiativen zu den Themen Leitbild, Zusammenarbeit, Führung und Kommunikation gebildet und unter Einbeziehung von Beschäftigten umgesetzt.

Auf Wunsch der Schulen haben wir das Angebot zum Bewerbertraining intensiviert und wir bieten hier sehr praxisnahe Schulungen an.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema für die Kreissparkasse Tübingen, denn wir sehen darin gleichzeitig die Chance, unsere Position im Wettbewerb weiter zu stärken. In unserer Geschäftsstrategie ist der Grundsatz verankert, dass wir neben betriebswirtschaftlichen Aspekten auch soziale und ökologische Ansprüche im Blick haben. Dies im Bewusstsein, dass ökonomischer Erfolg nur im Einklang mit der Gesellschaft und der Umwelt langfristig Bestand hat. Diesen Grundsatz beziehen wir explizit auf unser Leistungsangebot, das deshalb auch nachhaltige Produkte umfasst. Die sozialen und ökologischen Wirkungen unserer wesentlichen Produkte/Dienstleistungen lassen sich teilweise quantifizieren, z. B. über Finanzierungsvolumina. Sie zeigen sich aber auch qualitativ durch das Vorhandensein des Produktes bzw. der Dienstleistung. Beispiele sind im Folgenden aufgeführt. Über effiziente Prozesse, die zunehmende Digitalisierung sowie die persönliche, bedarfsgerechte Beratung unserer Kundinnen und Kunden durch unsere qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fließen Nachhaltigkeitsaspekte mit einer positiven ökologischen Wirkung (Ressourcenverbrauch) und sozialen Wirkung („Wir sind da für die Menschen in unserer Region“) bereits in den Erstellungsprozess ein.

Als regionales, gemeinwohlorientiertes Kreditinstitut bieten wir allen Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu modernen Finanzdienstleistungen. Unser Produktangebot haben wir mit nachhaltigen Investmentfonds der DekaBank und der Landesbank Baden-Württemberg erweitert, so dass nachhaltige Produkte im Wertpapierbereich inzwischen ein Beratungsschwerpunkt darstellen. Im Ergebnis haben unsere Kundinnen und Kunden im Jahr 2020 ein Volumen von ca. 27 Mio. Euro in nachhaltige Wertpapiere angelegt.

Mit dem S-Anlagegoldkonto haben wir außerdem unser Produktportfolio im Edelmetallbereich erweitert. Unser Kooperationspartner, die Sparkasse Pforzheim Calw, hat sich auf den Code of Practise des Responsible Jewellery Council verpflichtet und bietet über die Aufbereitung von Gold aus Altschmuck und Industrieabfällen nachhaltiges Gold an.
Als Sparkasse engagieren wir uns umfassend für das Gelingen der Energiewende in der Region. Dabei ist es uns ein Anliegen, die Menschen, Unternehmen und Institutionen vor Ort in die ökologische Weiterentwicklung unserer Region einzubeziehen. Bei der Finanzierung von Energieeffizienzprogrammen kooperieren wir intensiv mit den Förderbanken. Im Jahr 2020 stellten wir auf diesem Weg ein Fördervolumen von ca. 69 Mio. Euro zur Verfügung. Darüber hinaus haben wir für die Finanzierung von Energieeffizienz- und Modernisierungsmaßnahmen und die Umstellung auf erneuerbare Energien aus eigenen Mitteln insgesamt ein Volumen von 163,6 Mio. Euro bereitgestellt.

Für soziale Zwecke haben wir in Zusammenarbeit mit den Förderbanken ein Volumen von
12,6 Mio. Euro finanziert.

Mit unserer Unternehmensbeteiligungsgesellschaft „S Capital“ tragen wir dazu bei, die Eigenkapitalbasis regionaler Unternehmen zu stärken und damit auch die finanziellen und unternehmerischen Spielräume zu verbessern, um in unserer Region Wachstum und Investitionen zu fördern.

Mit unseren Finanzierungen und der Einbindung von Förderprogrammen stärken wir darüber hinaus die Innovationsfähigkeit des Mittelstandes. Im Jahr 2020 stellten wir über Förderprogramme ein Finanzierungsvolumen von 9,2 Mio. Euro für innovative Investitionen zur Verfügung.

Über unsere gemeinnützige Dachstiftung „Gemeinsam Zukunft stiften - eine Initiative Ihrer Kreissparkasse Tübingen“ und das damit verbundene Stiftungsmanagement bieten wir unseren Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, sich mit ihrem Vermögen gesellschaftlich zu engagieren. 

Uns ist wichtig, Ressourcen verantwortungsvoll und effizient einzusetzen. Wir sind bestrebt, Ressourcenverbräuche, insbesondere Energie und Papier, zu reduzieren. So haben wir im Jahr 2020 unsere digitalen Prozesse weiterentwickelt. Neben der Möglichkeit, im Online-Banking Kontoauszüge und weitere Unterlagen papierfrei in das elektronische Postfach einzustellen, bieten wir unseren Kundinnen und Kunden beispielsweise mit einer erweiterten Finanzplanung die Möglichkeit, Bankdienstleistungen digital, und damit zeit- und ressourcensparend zu nutzen.

Als regional verankertes Kreditinstitut ist es für uns selbstverständlich, Geschäftspartner und andere Institutionen unserer Region in Innovationsprozesse einzubinden und bei unseren Leistungen deren Belange zu berücksichtigen. Ein Beispiel hierfür ist die Konzeption unseres „Girokonto für Betreute“ in einem gemeinsamen Austausch mit dem Landratsamt Tübingen, im Landkreis Tübingen tätigen Berufsbetreuern sowie mit dem Betreuungsverein Landkreis Tübingen e. V.. Das Jahr 2020 war insbesondere geprägt durch die Corona-Pandemie. In dieser herausfordernden Situation war es uns wichtig, durchgängig für unsere Kundinnen und Kunden da zu sein und gemeinsam individuelle, vor allem bedarfsgerechte Angebote zu entwickeln. Beispiele sind Beratungen zu Hilfsprogrammen der Förderbanken, Überbrückungskredite und Vereinbarungen über Tilgungsaussetzungen. Darüber hinaus sind wir dem privaten Moratorium der Sparkassen-Finanzgruppe beigetreten.
Die Ideen der Mitarbeitenden sind eine wichtige Quelle für Innovationen und die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeit. Über die Ideenbörse können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem strukturierten Prozess über ein Online-Tool jederzeit Verbesserungsvorschläge zu allen Themen rund um unsere Geschäftstätigkeit einreichen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Bei unserem „Klima-Sparkassenbrief“ werden sämtliche Einlagen verwendet, um private, gewerbliche und kommunale Vorhaben im Bereich der erneuerbaren Energien sowie Maßnahmen zu finanzieren, die zur Steigerung der Energieeffizienz beitragen. Im Jahr 2020 haben unsere Kundinnen und Kunden insgesamt ein Volumen von ca. 2,3 Mio. Euro in den Klima-Sparkassenbrief investiert.

Bei unserem Riestersparplan werden bei der Verwendung der Einlagen ethische, soziale und ökologische Belange berücksichtigt. 

Unsere Kundinnen und Kunden haben im Jahr 2020 ein Volumen von ca. 27 Mio. Euro in nachhaltige Investmentfonds der DekaBank sowie der Landesbank Baden-Württemberg angelegt.   Da wir für die Verwendung von Finanzierungsmitteln aus Einlagen und Krediten derzeit keine Leitlinien mit Nachhaltigkeitskriterien festgelegt haben, erfolgt darüber hinaus keine Messung.