5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Nachhaltigkeit ist bei Gemeiner Architekten in der Geschäftsführung verankert. Diese Aufgabe wird als beständiger Prozess verstanden, da sich entwickelnde technische Lösungen neue Perspektiven der Nachhaltigkeit eröffnen. Regulatorische Vorgaben wie zum Beispiel zur Energieeinsparung erfordern ebenfalls stetige Weiterentwicklungen.

Trotz der klaren Verantwortlichkeit werden die Beschäftigten in den Prozess der Nachhaltigkeit intensiv einbezogen. Dies geschieht durch Schulungen, Best-practice-Studien und in Vorträgen mit externen Experten.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Die Beschäftigen sind angehalten, nachhaltig und umweltbewußt zu agieren.
Konkrete Handlungshilfen gibt es in Form von verschiedenen Richtlinien bzw. Prozessbeschreibungen:

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Aus unserer Sicht liegen die wesentlichen Hebel zur Nachhaltigkeit in der Konzeption von Baumaßnahmen und der Auswahl von Lieferpartnern sowie der Auswahl von Dienstleistern für die Umsetzung unserer Ideen.

Im Kriterium Wesentlichkeit haben wir die Kriterien der Nachhaltigkeit an unsere Konzeption beschrieben.

Für die Auswahl unserer Lieferpartner und unserer Dienstleister gelten folgende Regeln:
- Es werden ausschließlich Unternehmen mit Sitz in der Europäischen Union und weit überwiegend in Deutschland beauftragt.
- Es werden ausschließlich Materialien aus der Europäischen Union eingekauft.
- Wo immer möglich, geben wir regionalen Materialien den Vorzug. Beispiel: Belgischer Blaustein statt Marmor aus Italien.
- Wir fordern Nachweise für die Entstehung der Materialien und geben gekennzeichneten Herstellungsmethoden, wie zum Beispiel dem FSC-Siegel für Holz, den Vorzug.
- Tropenhölzer werden seit vielen Jahren bei unserer Geschäfttätigkeit nicht mehr eingesetzt.
- Im Zweifel werden Experten konsultiert. Beispiel: Experten der Feuerwehr werden zu Isoliermaterialien konsultiert.

Intern werden wesentliche Verbräuche (Energie, Wasser, Reisemedien) fortlaufend erfasst und jährlich ausgewertet. Der unternehmenseigene CO2-Fußabdruck wird ebenfalls jährlich ermittelt.



Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator G4-56
Beschreiben Sie die Werte, Grundsätze sowie Verhaltensstandards und -normen (Verhaltens- und Ethikkodizes) der Organisation.

Wir sind der festen Überzeugung, dass nachhaltiges Handeln unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit auf Dauer fördert und ein solches Vorgehen auch im Interesse unserer Auftraggeber und Lieferpartner liegt.

Wir haben unseren Weg die Strategie der Werte genannt: wir wollen Werte für Einzelpersonen, Institutionen und die Gesellschaft schaffen und erhalten. Dabei betrachten und berücksichtigen wir in unserer Arbeit die drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales. 

Als Spezialisten für die Revitalisierung von Einzelgebäuden und ganzen Stadtteilen denken wir ganzheitlich und wissen, dass gesellschaftliche Wandlungsprozesse von Architektur ebenso beeinflusst werden wie dies umgekehrt der Fall sein kann. 

Da Wandel ein immerwährender Prozess ist, betreiben wir Wandlungsarchitektur. Damit ist gemeint, dass wir Gebäude bereits bei der Planung so konziperen, dass es zu einem späteren Zeitpunkt mit vergleichweise gerimgem Aufwand für einen neuen Zweck genutzt werden kann.

Aus unserer Sicht liegen die wesentlichen Hebel zur Nachhaltigkeit in der Konzeption von Baumaßnahmen und der Auswahl von Lieferpartnern und Dienstleistern.

Wir sehen unseren ökonomischen Erfolg im effizienten Umgang mit denRohstoffen, Energien, Flächen, Umwelt und gesellschaftlicher Konsens. Damit verbindet sich unser wirtschaftlicher Erfolg zwangsläufig mit umweltbezogenen, sozialen und gesellschaftlichen Kriterien. Der gleichberechtigte Dreiklang Ökonomie, Ökologie und Soziales ist unsere Unternehmensausrichtung. Die Einhaltung der ESG-Kriterien sind die Grundlage unseres Handelns.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Eine systematisches Anreizsystem zur Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen ist im Aufbau.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator G4-51a
Vergütungspolitik – Berichten Sie über die Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und die leitenden Führungskräfte.

Das Unternehmen wird als GmbH von dem geschäftsführenden Gesellschafter Christof Gemeiner geführt. Ein gesondertes Kontrollorgan existiert nicht.
Zur Vergütungspolitik für die leitenden Führungskräfte berichtet das Unternehmen nicht, weil diese zum Teil umsatz- und ertragsabhängig gestaltet wird und aus Gründen des Wettbewerbsschutzes keine Rückschlüsse auf den Geschäftsverlauf zugelassen werden sollen.


Leistungsindikator G4-54
Nennen Sie das Verhältnis der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters in jedem Land mit signifikanten geschäftlichen Aktivitäten zum mittleren Niveau (Median) der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten (ohne den höchstbezahlten Mitarbeiter) im selben Land.

Diesen Indikator berichtet das Unternehmen Gemeiner Architekten nicht, weil diese zum Teil umsatz- und ertragsabhängig gestaltet wird und aus Gründen des Wettbewerbsschutzes keine Rückschlüsse auf den Geschäftsverlauf zugelassen werden sollen.
 
 

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Gemeiner Architekten stehen im ständigen Austausch durch Dialog mit verschiedenen Anspruchgruppen oder deren Repräsentanten.

Als Anspruchgruppen wurden im Rahmen einer Analyse der Unternehmensplanung identifiziert:
- Beschäftige im eigenen Unternehmen
- zukünftige Beschäftige im Unternehmen
- Wettbewerber
- Vertreter vom Politik und Verwaltung
- Bauherren von Neubauten
- Immobilieneigentümer, die einen Umbau planen
- Unternehmer, die Immobilien erweitern, umnutzen oder sonstwie verändern wollen
- Handwerker, die als Dientsleister Baumaßnamen realsieren
- Baustoffhändler und Hersteller von Baustoffen
- Einwohner von Städten und Gemeinden
- Öffentlichkeit
- Medienvertreter
- Berufsverbände

Hinweis: die Reihenfolge stellt keine Wertung dar. Aus Gründen der Lesbarkeit wurde die männliche Form bei der Benennung der Anspruchsgruppen gewählt. 

Der Austausch mit den Anspruchsgruppen wird durch folgende Formen in den Nachhaltigkeitsprozess eingebunden:
- direkte Gespäche
- Diskussionsbeiträge, zum Beispiel in den Organisationen der Anspruchsgruppen
- Initiierung eigener Veranstatungen, themenabhägig fachöffentlich oder öffentlich 
- im Ehrenamt in Berufverbänden
- im Ehrenamt im Gestaltungsbeirat
- Teilnahme an Veranstaltungen Dritter, zum Beispiel regelmäßig am "Tag des offenen Denkmals" 

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator G4-27
Nennen Sie die wichtigsten Themen und Anliegen, die durch die Einbindung der Stakeholder aufgekommen sind, und wie die Organisation auf jene wichtigen Themen und Anliegen reagiert hat, einschließlich durch ihre Berichterstattung. Nennen Sie die Stakeholdergruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen jeweils angesprochen haben.

Folgende Anliegen wurden beispielhaft durch Einbindung von Anspruchsgruppen durch Gemeiner Architekten aufgenommen und zu Themen gemacht:

Thema: Einführung von beratenden Gestatungsbeiräten in den Kommunen mit dem
Berufsverband BDA
Anspruchsgruppen: Stadtverwaltung und Kommunalpolitik
Ergebnis: Beratungen der Politik zu Schaffung von Gestaltungsbeiräten laufen

Thema: E-Mobilität: Stärken, Schwächen, Praxiserfahrungen mit der Bürgerschaft
Anspruchsgruppen: Unternehmer, Bürger, Energieversorger
Ergebnis: Hilden ist ein Hotspot der Elektromobilität

Thema: Rettung, Sanierung und Findung neuer Nutzungen für denkmalgeschützte Gebäude
Anspruchsgruppen: Bürger, Handwerker, Kommunalpolitik, Medien
Ergebnis: prägende Gebäude in der Stadt Hilden wurden saniert und haben das Umfeld stark positiv beeinflusst

Thema: Wege zur intelligenten Energieeffizienz mit der Bürgerschaft
Anspruchsgruppen: Bürger, Handwerker
Ergebnis: Fachwissen wird rege nachgefragt

Thema: Umgang mit Bausünden
Anspruchsgruppen: Bürger, Einzelhandel, Stadtverwaltung, Kommunalpolitik
Ergebnis: der Prozess zur Umgestaltung des vormaligen Steinhäuser Zentrums in der Hildener Innenstadt wurde initiiert und wird teilweise umgesetzt

Thema: Energiewende für Gebäude mit der Handwerkerschaft
Anspruchsgruppen: Handwerker, Immobilienverwalter, Investoren, Bürger
Ergebnis: angemessene Lösungen werden rege nachgefragt

Thema: Mobilitäts- und Energiewende durch intelligent kombinierte Technik mit der Bürgerschaft
Anspruchsgruppen: Handwerker, Unternehmer, Bürger, Energieversorger
Ergebnis: konkrete Best-practice-Beispiele wurden vorgestellt und individuelle Anwendungen werden nachgefragt.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Im Kriterium Strategische Analyse und Maßnahmen haben wir einige unserer Handlungsfelder der Nachhaltigkeit definiert:
- Lebenswerte Städte bewahren und schaffen
- Anpassung an die Demografie
- Chancen der Internationalisierung nutzen
- Klimawandel begrenzen und Städte resilient machen
- Preisentwicklung durch intelligente Lösungen auffangen
- Flächenverbauch reduzieren
- Architektur als Identifikation leben
- Energieeinsatz verringern
- Einfachheit in der Umsetzung und im Betrieb

Die sozialen und ökologischen Wirkungen unserer wesentlichen Produkte und Dienstleistungen sind bekannt und durch die Analyse soziodemografischer Daten sowie diverser Studien zum Leben in Städten, Bezahlbarkeit von Wohnraum, Klimawandel, SDGs der UN, etc. ermittelt worden.
Die Analyse solcher Daten ist im Unternehmen ein kontinuierlicher Vorgang.

Diese Handlungsfelder sind komplex und nicht allein durch uns als Architekturbüro zu steuern. Wir suchen und finden Partner, die mit uns Innovationen und Lösungen finden und umsetzen. Wir verstehen uns als Treiber dieser Entwicklung.

Partner für unser Innovationsmanagement haben wir im Kriterium Beteiligung von Anspruchsgruppen genannt. Besonders nutzen wir hier den Berufsverband BDA, die Architektenkammer NRW und qualifizierte Handwerksunternehmer.

Aktuell beschäftigen wir uns intensiv mit Building Information Modelling, einer Methode der optimierten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden und anderen Bauwerken mit Hilfe von Software. Damit wollen wir uns in die Lage versetzen, dass bereits bei der Planung der Energieverbrauch durch die spätere Nutzungsphase minimiert wird.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

Für Finanzanlagen legt Gemeiner Architekten soziale und ökologische Kriterien zugrunde, so dass diese nicht im Widerspruch zur Nachhaltigkeit stehen. Ausgeschlossen sind für uns Anlagen in Werten der Tabak-, Rüstungs-, Waffen-, Entertainment- und Alkoholindustrie sowie in Staatsanleihen von Ländern, in denen die Todesstrafe angewandt wird. Die Einhaltung dieser Richtlinie wird durch die Geschäftsführung jährlich überprüft.