5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit liegt bei dem Nachhaltigkeitsmanager, welcher im Bereich Qualitäts- und Umweltmanagement angesiedelt ist. Zur Unterstützung des Nachhaltigkeitsmanagers wurde das sogenannte Nachhaltigkeitsteam aus den Bereichen Personalmanagement, Qualitäts- und Umweltmanagement und Managementsysteme gebildet, da Themen aus diesen Bereichen den Schwerpunkt eines jeden Nachhaltigkeitsberichts bilden.

Wichtige Entscheidungen wie beispielsweise die finale Definition des Nachhaltigkeitsverständnisses oder der zukünftigen -ziele werden von den beiden Geschäftsführern getroffen. Die Erarbeitung neuer Ziele und die Kontrolle der Zielerreichung obliegt dem Nachhatigkeitteam. Bedarfsgerecht spiegelt es den Stand der Zielerreichung den verantwortlichen Führungskräften im Rahmen einer Regelkommunikation wider.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Qualitäts- und Umweltpolitik und Integriertes Managementsystem

Wir haben aus internationalen Management-Standards heraus jeweils eine Qualitäts-, Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutzpolitik definiert, die die grundsätzlichen Leitplanken für die Zieldefinitionen der Bereiche bildet. Diese Politik wird durch die bereichsbezogenen Leitlinien konkretisiert. Das aus diesen Einzelsystemen entwickelte integrierte Managementsystem ist ein Führungsinstrument; entsprechend haben die Führungskräfte die Gesamtverantwortung für ihre Teilsysteme. Sie werden dabei durch die sogenannten iMAS-Beauftragten und durch weitere Beauftragte (z. B. für Gewässerschutz und Abfall) unterstützt. Die iMAS-Beauftragten sind Mitarbeiter*innen in den verschiedenen Bereichen, die neben ihren fachlichen Aufgaben für die Steuerung des iMAS verantwortlich sind.  

Nachhaltigkeitsstrategie
Die Nachhaltigkeitsstrategie von hanseWasser basiert auf der Balanced Scorecard, und damit auf den Unternehmenszielen, den strategischen Themen sowie dem Leitbild. Das aktuell in der Entwicklung befindliche Nachhaltigkeitsverständnis des Unternehmens wird dessen Selbstbild und Ziele zum Thema Nachhaltigkeit verdeutlichen und präzisieren. Daraus werden in Zukunft insbesondere für die sozialen Nachhaltigkeitsaspekte Einzelziele und -Maßnahmen (weiter-)entwickelt.

Leitbild
Mit unserem Unternehmensleitbild haben wir unsere Geschäftspolitik auf umweltverträgliche Prozesse, eine nachhaltige Geschäftsentwicklung und die Förderung unserer Mitarbeiter ausgerichtet. Die Verantwortung gegenüber Mensch, Umwelt und Gesellschaft als modernes und nachhaltig agierendes Abwasserunternehmen stellt eine zentrale Aussage unseres Leitbilds dar.   

Balanced Scorecard und Unternehmenszielkarte
Die Balanced Scorecard (BSC) ist das Mess- und Steuerungssystem im Hinblick auf unsere Vision und Strategie. Gemeinsam mit den Gesellschaftern der hanseWasser werden die Zielgrößen für die BSC abgestimmt. In der BSC werden jeweils für die folgenden fünf Jahre Zieldefinitionen festgeschrieben. Die Unternehmenszielkarte wird aus der BSC abgeleitet und dient als operatives Steuerungsinstrument für das Kalenderjahr. Sie enthält die folgenden vier Perspektiven mit insgesamt neun Messgrößen.


Perspektive     
Ziel
Ergebnis Angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals erreichen
Kunden/ Qualität Dienstleistungen und Kundenbeziehungen professionell und nachhaltig gestalten
Mitarbeiter/ Produktivität Produktivität, Anwesenheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter kontinuierlich verbessern
Nachhaltigkeit/ Zukunft Nachhaltige Weiterentwicklung der Gesellschaft sichern

Strategische Themen
Die strategischen Themen (auch Strategielandschaft genannt) sind unter der Perspektive Nachhaltigkeit/ Zukunft in der Unternehmenszielkarte abgebildet. Sie wurden bereits in Kriterium 1 Strategische Analyse und Maßnahmen genannt.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Qualitäts- und Umweltpolitik und Integriertes Managementsystem
Jährlich werden von den iMAS-Beauftragten und internen Auditoren unternehmensweit interne Audits zu den Themen Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Qualitätssicherung und zukünftig auch Nachhaltigkeit durchgeführt und im Rahmen von Managementreviews durch die Geschäftsführung und Bereichsleitung bewertet.
 
Unternehmenszielkarte
Dreimal im Jahr, nach den ersten drei Quartalen, wird für alle Messgrößen der Unternehmenszielkarte eine Prognose erstellt, wie sich die Zielerreichung am Ende des Jahres voraussichtlich darstellen wird. So kann frühzeitig eingeschätzt werden, ob einzelnen Teilzielen verstärkte Aufmerksamkeit zukommen muss oder Steuerungsmaßnahmen ergriffen werden müssen, um die Zielgrößenerreichung gewährleisten zu können. Nach dem Jahresabschluss wird sowohl intern als auch extern gegenüber den Gesellschaftern über die Zielkartenerreichung berichtet. Für die Erfassung der Messgrößen sind Mitarbeiter*innen aus den verschiedenen Bereichen des Unternehmens zuständig, welche auch für die Konsistenz der Daten verantwortlich sind. Die Unternehmenszielkarte ist auch Grundlage für das interne Anreizsystem, welches in Kriterium 8 näher beleuchtet wird.  

Über unser Zielkartensystem werden die Ziele und deren Gewichtung jährlich für alle Organisationseinheiten definiert, unterjährig gesteuert und bewertet. Hierfür werden neun Messgrößen herangezogen:

Unternehmensziel Messgröße
Angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals Ergebnis
Ergebnis Drittgeschäft (freier Abwassermarkt)
Dienstleistungen und Kundenbeziehungen professionell und nachhaltig gestalten Erfüllungsgrad Verträge 
Organisations- und Prozesssicherheit Gesamtunternehmen, Anteil erfolgreicher Zertifizierungen
Zufriedenheit Bremer und Kommunal- und Industriekunden
Produktivität, Anwesenheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter kontinuierlich verbessern Effizienzsteigerungsmaßnahmen z.B. technische Optimierungen 
Gesundheitsindex
Nachhaltige Weiterentwicklung der Gesellschaft sichern Umweltziele nach EMAS / Nachhaltigkeitsmanagement
Strategische Themen und strategische Projekte

Um die Zielerreichung der einzelnen Messgrößen zu unterstützen, gibt es verschiedene weitere Zielzahlen und Maßnahmen. Einige Beispiele dafür sollen hier genannt werden. Ein Teilziel der Messgröße Erfüllungsgrad Verträge ist die Frachtreduzierung der Schadstoffparameter der Kläranlagen. Dazu dient neben dem Technischen Berichtswesen auch die Qualitätssicherung im Labor.  

Das Ergebnis, d. h. der prognostizierte Bilanzgewinn wird monatlich im Controllingreport ausgewiesen. Im Gesundheitsindex ist auch die 1000-MA-Quote enthalten, welche zum Vergleich der Unfallquote pro 1000 Vollarbeiter dient. Jeder Unfall wird im Nachgang dokumentiert und aufbereitet, um das Risiko für ähnliche Unfälle zu verringern.  

Technisches Berichtswesen
Im Bereich der Abwasserwerke überwacht das technische Berichtswesen alle technischen Kennzahlen, die für einen optimalen und umweltfreundlichen Betrieb der Anlagen relevant sind. Die Abwasserqualität wird durch die Konzentrationen der Inhaltsstoffe bestimmt. Für die Angabe der gesamten organischen Schmutzfracht wird der CSB-Wert (chemischer Sauerstoffbedarf) verwendet. Zur Quantifizierung der Nährstoffe Stickstoff und Phosphor werden die Summenparameter Gesamtstickstoff (Nges) und Gesamtphosphor (Pges) bestimmt.  

Diese und weitere Messgrößen werden im Bereich der Abwasserwerke für den Betrieb täglich erfasst und zusätzlich permanent online beobachtet. Die Anlagenverantwortlichen beobachten diese Werte und leiten bei Auffälligkeiten entsprechende Maßnahmen ein. Insbesondere dem Energieverbrauch der Anlagen kommt eine besondere Aufmerksamkeit, da hanseWasser eine umfangreiche Klimaschutzkultur im Unternehmen verankert hat.  

Die durch das Technische Berichtswesen monatlich ermittelten wesentlichen Kenndaten werden im Bereich Abwasserwerke gemeinsam mit dem Bereichsleiter kommuniziert und diskutiert. Sollte eine Messgröße auffällig hoch sein, kann so rechtzeitig gegengesteuert werden. Zudem lassen sich langfristige Tendenzen erkennen. Auch dem technischen Geschäftsführer wird der Monatsbericht vorgestellt. Die folgende Werte sind in der Eigenüberwachung für den Monatsbericht enthalten und werden für die regelmäßige Kontrolle unseres Kerngeschäfts, der Abwasserableitung und –reinigung, genutzt:  
  1. Abwasserreinigung
    • Ablaufkonzentration, Fracht und Frachtreduzierung CSB, Nges, Pges, BSB5
  2. Energie
    • Eigenstromerzeugung der Kläranlagen (durch Klärgas, Erdgas, Windkraftanlage und Photovoltaikanlagen)
    • Spez. Stromverbrauch der Kläranlagen Farge und Seehausen
    • Spezifischer Stromverbrauch der biologischen Stufe der KAS
    • Spezifischer Stromverbrauch der Pumpwerke
  3. Klärschlammentsorgung
    • Art und Menge der Verwertung und Entsorgung, Lagerbestand
    • Menge der Annahme von Co-Input
  4. Niederschläge und Mischwasserentlastungen
    • Niederschlagsmengen in den Einzugsgebieten
    • Mischwasserentlastungsmenge und – entlastungsraten

Für die untere Wasserbehörde (Senator für Umwelt, Bau und Verkehr) werden die Messwerte der Abwasserreinigung und der Mischwasserentlastungen in einem Jahresbericht zusammengefasst. Der Abfallbehörde werden die entsprechenden Werte der Klärschlammentsorgung geliefert.

Qualitätssicherung im Labor
Zur Qualitätssicherung ist uns die permanente Kontrolle des Abwasserreinigungsprozesses wichtig. Deshalb beproben und analysieren wir täglich den Ablauf der Kläranlagen in unserem eigenen Labor in der Kläranlage Seehausen. Auch der Klärschlamm wird hier einer kontinuierlichen Qualitätsprüfung unterzogen. So entsprechen wir sowohl den gesetzlichen also auch unseren eigenen Anforderungen an den größtmöglichen Umweltschutz.  

Controllingreport
Der Controllingreport ist ein weiteres Steuerungs- und Informationsinstrument. Er enthält die wichtigsten Unternehmenskennzahlen. Neben klassischen kaufmännischen Kennzahlen wie dem Bilanzgewinn oder dem Ergebnis vor Steuern werden auch Kennzahlen zu den Themen Personal, Investitionsmaßnahmen oder Energie berichtet. Darüber hinaus werden die wichtigsten Risiken des Unternehmens präsentiert. Der Bericht wird monatlich erstellt und dem Managementkreis zur Verfügung gestellt.  

Umwelterklärung Alle wesentlichen Umweltkennzahlen und Zielerreichungen werden in der Umwelterklärung nach EMAS kommuniziert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Diese werden in den Kriterien 11 bis 13 näher erläutert.  

Strategische Themen Die strategischen Themen sind unter der Perspektive Nachhaltigkeit/ Zukunft in der Unternehmenszielkarte abgebildet. Jedem strategischen Thema ist als „Kümmerer“ ein Geschäftsführer oder ein Bereichsleiter zugeordnet. Dieser bewertet regelmäßig sein Thema mit einer Note der Skala 1-10. Diese Bewertung wird im Anschluss im Führungskreis diskutiert, wodurch eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Fortschritt der strategischen Themen erfolgt.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Im hanseWasser Leitbild sind folgende Werte festgeschrieben:

Unser Anspruch
Wir sind das Abwasserunternehmen in Bremen und der Region.
Wir sind überregional anerkannt.
Wir erbringen unsere Leistungen wirtschaftlich und mit hoher Qualität.
Wir übernehmen Verantwortung für Mensch, Umwelt und Gesellschaft.

Zusätzlich gibt es Verhaltensstandards, welche das Führungs-, Experten- und Mitarbeiterverständnis beschreiben. Diese werden täglich umgesetzt, was auch durch Einbeziehung der Verhaltensstandards in die jährliche Beurteilung im Rahmen des leistungsorientierten Entgeltsystems (LBE) gewährleistet wird.

In Betriebsvereinbarungen sind die Themen Diskriminierung, Mobbing/Nötigung/Bedrohung und sexuelle Belästigung geregelt, sowie die Rechte und Pflichten der Mitarbeiter und Vorgesetzten und etwaig erforderliche Maßnahmen. Zudem existieren Compliance Richtlinien zu den Themen Umgang mit Einladungen & Geschenken und Umgang mit Geschäftsgeheimnissen.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Das zentrale Anreizsystem bei hanseWasser ist ein leistungsbezogenes Entgeltsystem (LBE), welches mit wenigen Ausnahmen, wie z. B. Praktikanten und Auszubildenden, für alle Mitarbeiter*innen gilt. So besteht die Möglichkeit, zusätzlich zu seinem Regelentgelt einmal im Jahr eine leistungsabhängige Prämie zu erhalten. Im LBE sind Nachhaltigkeitsziele berücksichtigt, die in den verschiedenen Komponenten enthalten sind.  

Das LBE basiert zum größten Teil auf individuell vereinbarten, persönlichen Zielen oder auch Team-Zielen, deren Erreichen vom Vorgesetzten gemessen und bewertet werden. Weiterhin spielt auch eine persönliche Leistungsbeurteilung im Rahmen eines Feedbackgesprächs mit dem Vorgesetzten eine Rolle für den Grad der Zielerreichung. Grundlage hierfür sind die internen Vereinbarungen zum Führungs-/Experten- bzw. Mitarbeiterverständnis. Zusätzlich basiert ein Teil der persönlichen Prämie auch auf dem Erreichen der generellen Unternehmensziele, die auf der Unternehmenszielkarte festgelegt wurden.

Auf der Unternehmenszielkarte von hanseWasser ist unter Punkt 8 das Thema Nachhaltigkeit aufgelistet. Zum einen ist darunter eine Ansammlung von Umweltzielen nach EMAS (EMAS-Index) subsummiert. Als zweiter Punkt ist da für 2020 die erfolgreiche Implementierung des Themas Nachhaltigkeit und des Nachhaltigkeitsmanagement genannt.

Jede*r Mitarbeiter*in besitzt durch seine/ihre Arbeit Einfluss auf die Unternehmenszielkarte. Hierüber soll die Identifikation der Mitarbeiter*innen mit dem Unternehmen und dem Unternehmenserfolg gefördert werden. Die Gewichtung der drei Komponenten Unternehmens-, Individualziele und Beurteilung ist abhängig von der Position der Angestellten. Führungskräfte haben beispielsweise einen größeren Einfluss auf die Steuerung der Unternehmensziele und tragen mehr Verantwortung für diese. Daher geht die Unternehmenszielkarte mit einer größeren Gewichtung in das leistungsbezogene Entgelt der Führungskräfte ein.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan (GF)
Wir bieten den leitenden Führungskräften folgende Vergütungsarten:
Der variable Teil der Vergütung der Geschäftsführung wird durch die Erreichung der Zielvereinbarungen bestimmt, die für das jeweilige Geschäftsjahr mit den Gesellschaftern vereinbart wurden. Diese Zielvereinbarungen enthalten ebenfalls Nachhaltigkeitsthemen.  

Vergütungspolitik für die leitenden Führungskräfte (Bereichsleiter)

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Die Jahresgesamtvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters (oder Geschäftsführung) beträgt weniger als das 5-fache des mittleren Niveaus der Jahresgesamtvergütung aller Mitarbeiter*innen.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Eine intensive Zusammenarbeit mit unseren Gesellschaftern, der Freien Hansestadt Bremen als unserem Auftraggeber sowie mit Politik und Gesellschaft ist uns wichtig. Unsere Mitarbeiter*innen haben maßgeblich Anteil an unserem Unternehmenserfolg. Wir pflegen einen intensiven, fachlichen Austausch in der Abwasserbranche, stehen in einem engen Dialog mit unseren Kunden und beteiligen uns an Umweltbildungs- und Forschungskooperationen.  

Die Identifikation unserer Stakeholder ergibt sich z.T. aus unserem Unternehmensauftrag, der Stadtentwässerung und Abwasserreinigung. Als Dienstleister der Stadt Bremen ergeben sich automatisch viele Schnittstellen. Das Leitbild der hanseWasser stellt darüber hinaus klar, dass wir in der Branche und in der Region verankert sind, wodurch sich weitere Kontakte zu Interessengruppen ergeben. Mit unserem Engagement im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz habe wir einen weiteren Schwerpunkt gesetzt und Netzwerke aufgebaut. Mit folgenden Stakeholdergruppen stehen wir im Dialog:




Die Erwartungen der verschiedenen Anspruchsgruppen an hanseWasser sowie ihre Anliegen sind vielfältig. Für einen transparenten und offenen Austausch mit den verschiedenen Stakeholdern initiieren wir verschiedenste Dialogformen. Hierzu gehört beispielsweise der regelmäßige Einbezug von Behörden und Interessensverbänden. Auch der Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern spielt für hanseWasser eine wichtige Rolle. Neben dem Angebot kostenfreier Beratungsgespräche bieten wir privaten und gewerblichen Kunden die Möglichkeit an, im Anschluss an die erbrachte Dienstleistung ein Feedback abzugeben. Damit wird unter anderem die Zufriedenheit mit dem Kundenservice, der Erreichbarkeit sowie der Beratungsqualität erfragt.

Eingehendes Kundenfeedback wird unmittelbar von den Verantwortlichen registriert und über ein strukturiertes Bewertungssystem ausgewertet. Die Bewertungsskala reicht von 1 – 5 in Anlehnung an das Schulnotensystem. Bewertungen mit Beschwerdepotential (ab Note 4), Beschwerden, Verbesserungsvorschläge und sonstige Anmerkungen werden im Rahmen des über das iMAS gesteuerten, kontinuierlichen Verbesserungsprozesses nachverfolgt.

So wird sichergestellt, dass die Anliegen der Kunden individuell und zeitnah wahrgenommen geprüft und, sofern als sachgerecht und sinnvoll bewertet, in den Geschäftsprozessen berücksichtigt werden, um den hohen Qualitätsstandard beizubehalten. Für das Jahr 2019 erreichten wir mit den eingegangenen Bewertungen einen Notendurschnitt von 1,2.  

Neben der kontinuierlichen Verbesserung unserer Dienstleistungen sind wir auch bestrebt, uns als Arbeitgeber weiterzuentwickeln. Wir führen regelmäßig Zufriedenheitsbefragungen innerhalb der Belegschaft durch und binden die Mitarbeiter aktiv in Arbeitsgruppen und Gremien ein, die sich mit ihren Kernanliegen an hanseWasser als Arbeitgeber wie z. B. Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Arbeitssicherheit beschäftigen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Stakeholder  Kernanliegen Dialogform
Freie Hansestadt Bremen
  • Werterhaltung Abwasserinfrastruktur
  • Rechtskonformität
  • Transparenz
  • Regelmäßiger Austausch
  • Berichtswesen
 
Bürger*innen
  • Sichere, wirtschaftliche und umweltgerechte Abwasserreinig
  • Reduzierung von Emissionen (Lärm, Geruch)
  • Aktuelle Informationen, Transparenz
  • Gute Kundenbetreuung
  • Kundenbetreuung / Hotline
  • Kundenzufriedenheitsbefragung
  • Website; Social Media, Printprodukte
  • Baustellenradar
  • Informationsveranstaltungen, z.B. Kanalbaumaßnahmen und Grundstücksentwässerung
Mitarbeiter*innen
  • Sicherer und zukunftsfähiger Arbeitsplatz
  • Vertrauen in das Unternehmen und die Prozesse
  • Chancengleichheit und faires Miteinander
  • Jährliches Mitarbeitergespräch
  • Betriebsrat
  • Intensive Einbeziehung der Mitarbeiter, z.B. durch Leitbilddialog, Resonanzgruppen
  • Mitarbeiterzeitung, Intranet, interne Informationsveranstaltungen
Gesellschafter
  • Werterhaltung Abwasserinfrastruktur
  • Ergebnisbeteiligung
  • Rechtskonformität
  • Gute Partnerschaft zur Stadt Bremen
  • Balanced Score Card: Erwartungen und Zieldefinition
  • Gesellschafterversammlungen
 
Behörden
  • Rechtskonformität
  • Umfangreiche Berichtspflichten
  • Regelbesprechungen
Politik
  • Transparenz bzgl. Umweltauswirkungen
  • Anlassbezogene Zusammenarbeit
Infrastrukturträger
  • Gemeinsame Lösungen im öffentlichen Raum
  • Regelbesprechungen
Industrie- und kommunale Kunden  
  • Nutzung technischer Kompetenz und Dienstleistung
  • Qualität
  • Direkter Kontakt mit den Kunden
  • Kundenzufriedenheitsabfragen
  • Infoveranstaltungen
Lieferanten / Rahmenvertragspartner, Dienstleister
  • Fairer Wettbewerb und faire Geschäftsbedingungen
  • Angemessene und pünktliche Vergütung
  • Bedarfsbezogener Dialog
  • Ausschreibungen überwiegend nach VOB
Andere Abwasserbetriebe
  • Erfahrungsaustausch
  • Benchmarking
  • Erfahrungsaustausch Großstädte
Branchen- und Fachverbände
  • Praxiserfahrung, Fachwissen
  • Mitarbeit in Arbeitsgruppen, Gremien etc.
Interessenverbände Vereine, NGOs  
  • Reduktion negativer Umwelteinflüsse
  • Erhalt der Biodiversität
  • Klimaschutz
  • Transparente Kommunikation
  • Stärkung lokaler/ regionaler Strukturen
  • Praxiserfahrung, Fachwissen
  • Kooperationen
  • Ständige Gesprächsbereitschaft für bedarfsbezogene Anliegen
Forschung
Bremer Bildung
Bremer Schulen
  • Beteiligung an Forschungsprojekten
  • Praxiserfahrung
  • Umweltbildung
  • Kooperationen
  • Unterrichtsmaterialien, Abwassertour
Öffentlichkeit / Medien
  • Transparente und direkte Kommunikation
  • Informationsveranstaltungen
  • Netzwerkarbeit
  • Pressearbeit
  • Website, Social Media
  • Umwelterklärung, Geschäftsbericht
.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Für eine zukunftsfähige Abwasserreinigung setzt sich hanseWasser laufend mit der Entwicklung und dem Einsatz neuer Technologien auseinander. Durch die Stabsstelle für „Innovation und Technologie“ werden insbesondere Möglichkeiten der Prozessinnovation ermittelt und nachverfolgt. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Fachbereichen sollen interne Potenziale frühzeitig erkannt werden.  

hanseWasser beteiligt sich außerdem aktiv an Forschungsprojekten. Dabei handelt es sich einerseits um Aktivitäten, die konkret unser Kerngeschäft betreffen, wie beispielsweise zu den Herausforderungen für die Abwasserwirtschaft durch Mikroplastik und Spurenstoffen. Andererseits beteiligten wir uns auch an Projekten, die uns als Unternehmen und Arbeitgeber in Bremen betreffen, beispielsweise an einer Hochschulkooperation zum Thema „Nachhaltige Arbeit“.  

Darüber hinaus sind wir offen für Anregungen von innen und außen, um unsere Leistungen kontinuierlich zu verbessern. Innerbetrieblich haben wir dafür ein umfangreiches, betriebliches Vorschlagswesen unter dem Namen „FIVI“ (Förderung innovativer Verbesserungsideen) implementiert. Die Ideen können beispielsweise zur Optimierung von Prozessen, zur Verbesserung der Arbeitssicherheit oder des Umweltschutzes oder zur Kostenreduktion eingereicht werden. Umgesetzte Maßnahmen werden angemessen, das heißt entsprechend dessen wirtschaftlichem Nutzen, der Arbeitssicherheits- bzw. Umweltschutzrelevanz und dem Grad der Verbesserung prämiert. Die Umweltschutzrelevanz hat dabei eine besonders hohe Gewichtung, sodass derartige Verbesserungsvorschläge im Vergleich höher prämiert werden.  

Das Thema Innovationen wird derzeit durch eine Stabsfunktion im Bereich Abwasserwerke betreut. Die zuvor genutzten Werkzeuge Innovationszirkel und Innovationsplaza waren nicht erfolgreich bei der Identifikation von sinnvollen und marktgängigen Innovationen. Der Schwerpunkt wurde daher auf öffentlich geförderte FuE-Projekte gelegt, um damit Prozessverbesserungen, internen Wissensgewinn und eine stärkere Positionierung hanseWassers als Innovationstreiber innerhalb Branche zu erreichen. Zukünftig soll die Stabsfunktion der Geschäftsführung unterstellt werden, was die strategische Bedeutung des Themas Innovation für das Unternehmen nochmal verdeutlicht.

Im Rahmen der IT-Strategie setzt hanseWasser auf Digitalisierung. Durch die digitale Umgestaltung von Prozessen werden diese zukünftig effizienter und umweltfreundlicher. Bisher wurden in diesem Zusammenhang bereits mehrere Verfahren angepasst, welche nun „papierlos“ laufen, so zum Beispiel die Bedarfsanforderungen an die Materialwirtschaft, die Bearbeitung der Eingangspost und die Bearbeitung von Funktionsbeschreibungen.  

Verfahrenstechnische Investitionen werden immer auch hinsichtlich ihrer energetischen Auswirkungen und Potenziale bewertet. Energieeffiziente Lösungen erhalten dadurch bereits in der Alternativensuche eine höhere Aufmerksamkeit, die Auswahl einer von der effizientesten Variante abweichenden Lösung erfordert eine detaillierte Begründung. Dies war ein wichtiger Baustein dafür, dass das gesamte Unternehmen seit 2015 klimaneutral agiert.  

Die Ermittlung der ökologischen Wirkungen der wesentlichen Geschäftstätigkeit erfolgt durch eine Bilanzierung der Treibhausgase nach dem „Greenhouse Gas Protocol“ in CO2-Äquivalenten.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Der Indikator besitzt keine Relevanz für hanseWasser, da hanseWasser aufgrund seines speziellen Vertragskonstruktes mit seinen Gesellschaftern und dem Auftraggeber keine Finanzanlagen besitzt.