5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die Gesamtverantwortung für Nachhaltigkeit bei der Debeka liegt direkt bei den Vorständen. Auf Ebene der unmittelbar nachgeordneten Hauptabteilungen werden die entsprechenden Strategien umgesetzt, überwacht und analysiert.  

Ein Nachhaltigkeitsbeauftragter wurde vom Vorstand ernannt. Er verantwortet die Berichterstattung und setzt Impulse, um das Thema interdisziplinär im Unternehmen weiterzuentwickeln.

Um diesen Prozess zu verstetigen, wurde ein regelmäßig tagender Ausschuss für Nachhaltigkeit eingerichtet, in dem die Themen mit den verschiedenen Ansprechpartnern der Fachbereiche diskutiert und wesentliche Maßnahmen angestoßen werden. Die Unternehmensstrategie wird jährlich evaluiert und überarbeitet. Eine Anpassung zum Themenfeld Nachhaltigkeit erfolgt stetig.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Die Debeka versteht wirtschaftlichen Erfolg, soziale Verantwortung und ökologisches Bewusstsein als feste Bestandteile der Unternehmensphilosophie.    

Daraus ergibt sich, dass Regeln und Festlegungen zur Nachhaltigkeit im Unternehmensleitbild, in der Geschäftsstrategie, den Teilstrategien, in einer Rahmenbetriebsvereinbarung, in Verhaltensrichtlinien, in verschiedenen Rundschreiben und in der Rubrik Nachhaltigkeit im Intranet enthalten sind.   

Ihre Einhaltung wird von gesetzlich bestellten Beauftragten (Datenschutz, Compliance), der Konzernrevision fortlaufend überprüft und überwacht. Sie berichten regelmäßig an den Vorstand. Die Hauptabteilungen identifizieren Handlungsfelder in ihren Bereichen, leiten entsprechende Maßnahmen ab und entwickeln gemeinsam mit dem Vorstand eine übergeordnete Strategie.

Der Nachhaltigkeitsbeauftragte unterstützt die Hauptabteilungen bei der Maßnahmenentwicklung.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Ökonomische Kennzahlen werden regelmäßig erfasst, von den Hauptabteilungen überwacht, analysiert und von den Vorständen kontrolliert. Diese werden von den Aufsichtsräten und ggf. der Mitgliedervertretung kontrolliert.  

Mittels eines Energieaudits nach der DIN EN 16247­1, das die Debeka mit externer Unterstützung durchführt, wird regelmäßig ein aussagekräftiges energetisches Profil gemäß den Anforderungen des § 8a EDL­G erstellt. Die Kennzahlen werden bei der Überprüfung der Energieeffizienz zugrunde gelegt. Zur Berechnung der Treibhausgas­-Emissionen kommt eine Software der KlimAktiv gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung des Klimaschutzes mbH zum Einsatz. Die vom TÜV Nord Cert geprüfte Software bilanziert die CO-Emissionen nach der Methode des Greenhouse Gas (GHG) Protocols. Die von der Software bewerteten Umweltdaten werden in Kooperation mit dem Energieversorger evm erfasst und qualitätsgesichert. Auf diese Weise werden die Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten gewährleistet.  

Kennzahlen bzw. Auswertungen bezüglich einer nachhaltigen Personalarbeit und -­entwicklung werden regelmäßig erstellt und an den Vorstand, die Führungskräfte, die Mitarbeitervertretungen und weitere Anspruchsgruppen kommuniziert. Eine besondere Konsistenz bieten hier die Erhebungen des Arbeitgeberverbands der Versicherungen (AGV), die seit vielen Jahren mit einheitlich vorgegeben Kennzahlen operieren. So ist bei der Analyse gewährleistet, dass jeweils die gleichen Bezugsgrößen gewählt werden.  

Das Nachhaltigkeitsmanagement führt die einschlägigen Kennzahlen zusammen, überwacht die Entwicklung leitet auf dieser Basis Maßnahmenvorschläge ab.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Verhaltensrichtlinien für Mitarbeiter
Die Debeka lebt vom Vertrauen ihrer Mitglieder und Kunden sowie vom Vertrauen der Öffentlichkeit in die Leistungsstärke und Integrität der Unternehmensgruppe. Es ist eine Grundlage für den unternehmerischen Erfolg der Debeka. Um dieses Vertrauen zu gewinnen und zu rechtfertigen, ist jeder einzelne Beschäftigte zur Einhaltung des geltenden Rechts und zu verantwortungsvollem Handeln verpflichtet.  

Die Vorstände sind sich bewusst, dass es durch die Ausweitung des Geschäftsbetriebs, die wachsende Anzahl von Gesetzen und nicht zuletzt durch die immer größer werdende Komplexität der rechtlichen Vorschriften und aufsichtsbehördlichen Vorgaben für die Betriebsangehörigen zunehmend schwieriger wird, immer die richtige Entscheidung zu treffen. Um die Betriebsangehörigen bei ihrer Tätigkeit zu unterstützen und Entscheidungshilfen zu geben, wurden Verhaltensrichtlinien verabschiedet. Diese sollen helfen, Rechtsrisiken zu erkennen und Rechtsverstöße zu vermeiden. Die Verhaltensrichtlinien umfassen neben den Themen Datenschutz, IT-Sicherheit und Nichtdiskriminierung konkretere und umfangreichere Regelungen gegen Bestechung und Korruption. Außerdem legen sie Grundsätze für einen fairen und vertrauensvollen Umgang untereinander fest.  

Die Verhaltensrichtlinien stellen neben dem Unternehmensleitbild die Grundlage des täglichen Handelns aller Debeka-­Beschäftigten dar.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Gemäß aufsichtsrechtlichen Vorgaben werden die Vergütungssysteme der Unternehmen der Debeka-Gruppe jährlich auf ihre Angemessenheit überprüft und ggf. angepasst. Insgesamt werden die Vergütungssysteme transparent und auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichtet. Zudem unterstützt ihre Ausgestaltung die im Unternehmensleitbild und in der Unternehmensstrategie festgelegten Ziele und verhindert negative Anreize, Interessenkonflikte sowie das Eingehen unverhältnismäßig hoher Risiken. Insbesondere soll so vermieden werden, dass im Zusammenhang mit variablen Vergütungsbestandteilen Fehlanreize geschaffen werden, die einer langfristig positiven Entwicklung der Debeka­-Gruppe entgegenstehen könnten. Die Grundsätze zur Vergütung des Vorstands sowie der Mitarbeiter sind in entsprechenden Dokumenten festgehalten. 

Für das Vergütungssystem der Vorstandsmitglieder sind die jeweiligen Aufsichtsräte der Unternehmen verantwortlich. Für die angemessene Ausgestaltung des Vergütungssystems der Mitarbeiter ist der Vorstand verantwortlich. Die Vergütungsgrundsätze richten sich nach dem Unternehmensleitbild und leiten sich aus den darin verankerten Zielen „Bestmögliche Leistungen für unsere Mitglieder und Kunden” sowie „Sichere Arbeitsplätze, leistungsgerechte Entlohnung und überdurchschnittliche Sozialleistungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter” ab. 

Allen Mitarbeitern des Innen­- und Außendienstes werden auf Basis betrieblicher Regelungen eine Mitarbeiter-Erfolgsprämie, die Möglichkeit der betrieblichen Altersversorgung, Sonderzahlungen und weitere Zusatz-­ bzw. Sozialleistungen gewährt. 

Alle Regelungen zur Vergütung an sich und den darüber hinaus gehenden finanziellen Leistungen werden im Rahmen der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung nicht nur formal abgestimmt, sondern auch zum großen Teil gemeinschaftlich erarbeitet. 

Über das Ideenmanagement der Debeka sollen die Mitarbeiter aktiv in die Gestaltung der Arbeitsprozesse und der Unternehmensentwicklung einbezogen werden. Für eine Idee kann entweder eine Anerkennungsprämie oder je nach Wirksamkeit eine Geldprämie gewährt werden. Für Ideen, die zu einer sehr bedeutenden Einsparung oder einer sonstigen sehr bedeutenden Verbesserung führen, kann die Prüfungskommission dem Vorstand eine höhere Prämie empfehlen.  

Die Wahrnehmung ehrenamtlicher Tätigkeiten wird vom Arbeitgeber ausdrücklich begrüßt und kann ­je nach Art der Tätigkeit und nach Abstimmung mit der Personalabteilung ­während der Sollarbeitszeit erfolgen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Als Unternehmensgruppe mit traditionellem Schwerpunkt im öffentlichen Dienst sind die Vergütungsregelungen der Vorstandsmitglieder in Anlehnung an das Beamtenrecht ausgestaltet. So erhalten die Vorstandsmitglieder feste Bezüge, die sich nach einer Besoldungsgruppe der Besoldungsordnung des Bundesbesoldungsgesetzes richten. Darüber hinaus haben die Vorstände eine Pensionszusage.  

Neben diesen fixen Bezügen erhält der Vorstand keine monetären oder monetär bewertbaren Nebenleistungen, die eine Anreizwirkung entfalten, Risikopositionen einzugehen bzw. Nachhaltigkeitsziele zu verletzen.  

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wird entsprechend der Satzung sowie durch Beschluss der Hauptversammlung bzw. Mitgliedervertreterversammlung festgelegt. Die monatliche Aufsichtsratsvergütung orientiert sich, wie bei den Vorstandsmitgliedern, an der Besoldung für Bundesbeamte.  

Die Gesamtbezüge des Vorstands und die Aufwendungen für den Aufsichtsrat sind in den Geschäftsberichten aufgeführt.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Das Verhältnis der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters zum mittleren Niveau (Median) der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten (ohne den höchstbezahlten Mitarbeiter und ohne Mitglieder des Vorstands) beträgt 6,8 zu 1.  

Im Innendienst beläuft sich das Verhältnis auf 4,1 zu 1, im Außendienst auf 7,1 zu 1. Die geschäftlichen Aktivitäten der Debeka sind auf Deutschland begrenzt. Die Personal­-Aufwendungen sind in den Geschäftsberichten aufgeführt.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Die wichtigsten Anspruchsgruppen der Debeka ergeben sich aus ihrer Philosophie. Getreu dem Gedanken des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit ist sie grundsätzlich nur den Kunden verpflichtet, die mit Vertragsunterzeichnung Mitglieder und Kunden der Debeka werden. Die Debeka besteht damit nur für ihre Mitglieder und Kunden und nicht etwa für Aktionäre oder Investoren. Sie sorgt daher ausschließlich für zwei Gruppen: ihre Mitglieder bzw. Kunden und ihre Mitarbeiter. Diese haben deshalb einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit und das wirtschaftliche Handeln. Seit ihrer Gründung ist die Debeka unabhängig und muss keine Rücksicht auf die Interessen von beherrschenden Unternehmen oder Kapitalgebern nehmen.  

Die Debeka kommuniziert offen und ehrlich mit ihren Ziel-­ und Anspruchsgruppen. Dies beinhaltet auch den Austausch über wesentliche Nachhaltigkeitsthemen. Mit ihrem flächendeckenden Servicenetz ist die Debeka für alle Mitglieder und Kunden auch vor Ort erreichbar. Zusätzlich werden regelmäßig Kundenbefragungen durchgeführt, um die Zufriedenheit zu evaluieren. Weitere Kontaktmöglichkeiten bieten z. B. die Kanäle der Debeka in den sozialen Netzwerken und das Beschwerdemanagement. Dieser Austausch mündet regelmäßig in Anregungen zum Thema Nachhaltigkeit. Auch über einen E-­Mail­-Newsletter, Pressemitteilungen und Zeitungsberichte kommuniziert das Unternehmen mit Mitgliedern, Kunden und Interessenten.  

Die Interessen der Beschäftigten wahren die Arbeitnehmervertretungen am Standort Koblenz sowie ihre rund 1.000 Vertreter in den Außenstellen. Darüber hinaus sind der Aufsichtsrat und die Mitgliedervertreterversammlung wichtige Adressaten der Kommunikation. Die Mitarbeiterkommunikation erfolgt über regelmäßige Informationsveranstaltungen sowie über interne Medien, wie zum Beispiel dem Intranet oder auf freiwilliger Basis über eine eigene Mitarbeiter­-App. Wesentliche Feedback­ und Beteiligungsmöglichkeiten bieten außerdem Mitarbeiterbefragungen und das Debeka-­Ideenmanagement. Über Letzteres empfängt der Arbeitgeber zahlreiche Vorschläge zum Thema Nachhaltigkeit.  

Zu ihren weiteren Anspruchsgruppen gehören die Politik und Aufsichtsbehörden, Branchenverbände, Verbraucherschutzorganisationen sowie die Öffentlichkeit und die Medien. Branchenverbände engagieren sich aktiv für die Interessen ihrer Mitgliedsunternehmen gegenüber der Politik. Die Debeka ist Mitglied im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV), im Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. (PKV) und im Verband der Privaten Bausparkassen e.V. (VdPB). Diese übernehmen größtenteils die Kommunikation mit Politik und Aufsichtsbehörden. Anfragen von Verbraucherschutzzentralen, Öffentlichkeit und Medien beantwortet das Unternehmen unter Berücksichtigung der dargelegten Grundsätze.  

Ein stetiger Austausch mit Journalisten sorgt für Transparenz der Unternehmensaktivitäten in der Öffentlichkeit. Bestandteil der Presse­- und Öffentlichkeitsarbeit ist ebenfalls eine intensive Medienbeobachtung, wodurch die Debeka wichtige Themen frühzeitig erkennen und zeitnah auf sie reagieren kann.

Die Anspruchsgruppen wurden mittels Expertenschätzung identifiziert. 

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Die Debeka orientiert sich stets an den Bedürfnissen ihrer Mitglieder und Kunden. Aktuell werden verstärkt digitale Services nachgefragt, die die Prozesse zwischen der Debeka und ihren Versicherten vereinfachen und Ressourcen schonen. Hierauf reagiert sie und investiert vorrangig in Lösungen, die für Mitglieder und Kunden Mehrwerte schaffen. Beispiele dafür sind das Engagement in den sozialen Netzwerken oder die Einführung der Debeka Leistungs­-App – eine papierlose Alternative zur Leistungsbeauftragung. Auch soziale Anliegen der Anspruchsgruppen, wie die Interessen der Mitarbeiter, haben seit jeher einen hohen Stellenwert bei der Debeka. Viele Wünsche aus den Reihen der Belegschaft, z. B. zur Flexibilisierung der Arbeitszeit, des Arbeitsortes und Vereinbarkeit von Beruf und Familie, konnten in der Vergangenheit verwirklicht werden. Umgesetzt wurden weiterhin zahlreiche Vorschläge, die Mitarbeiter über das Ideenmanagement eingereicht haben. Sie haben zu Ersparnissen in Millionenhöhe beigetragen.  

Die Anregungen zum Thema Nachhaltigkeit werden vom Nachhaltigkeitsbeauftragten gesammelt, priorisiert und im Ausschuss für Nachhaltigkeit vorgestellt und diskutiert. Das Ergebnis wird wiederum an die betroffenen Fachbereiche zur Prüfung, Planung, und ggf. Umsetzung gespiegelt. Die meisten Anregungen zum Thema kommen von den Mitarbeitenden.

Übersicht über Anspruchsgruppen und Erwartungshaltungen

Erwartungshaltungen/ Anspruchsgruppen Aus Sicht der Anspruchsgruppen an die Debeka Aus Sicht der Debeka an die Anspruchs-gruppen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Arbeitsplatzsicherheit
  • sehr gute Sozialleistungen faire Löhne
  • Wertschätzung
  • gutes Arbeitsklima
  • Gewissenhaftigkeit
  • Loyalität /Treue
Mitglieder und Kunden
  • Produkt­ /Dienstleitungsqualität Schutz
  • guten Service
  • keine zweckwidrige Verwendung der Beiträge
  • faires Verhalten in Leistungsfällen
  • Treue


Kooperationspartner
  • gemeinsames Ziel
  • gemeinsames Ziel
Medien/Analysten/etc.
  • transparente, korrekte Informationen
  • transparente Kriterien, faire Ratings
Kooperationspartner
  • CSR/Sponsoring
  • gute Beziehungen
Politik/Aufsichtsbehörden
  • Einhaltung der Gesetze (Governance) und untergesetzliche Vorgaben
  • günstige wirtschaftliche Situation, keine Überregulierung
Lieferanten
  • lange Kundenbeziehungen
  • pünktliche Zahlungen
Mitbewerber
  • fairen Wettbewerb
  • fairen Wettbewerb

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Die Debeka setzt auf langfristig angelegte Versicherungs-­ und Bausparprodukte mit einem überdurchschnittlichen Preis­-Leistungs-­Verhältnis für ihre Mitglieder und Kunden. Im Unternehmensleitbild heißt es: „Wir entwickeln unser Produktangebot kontinuierlich weiter, reagieren flexibel und zeitnah auf sich verändernde Kundenbedürfnisse und Rahmenbedingungen. Dabei stehen Sicherheit und Nachhaltigkeit immer im Vordergrund.“ Gegenüber ihren Mitgliedern und Kunden geht die Debeka langfristige, oft lebenslange Verpflichtungen ein. Dies erfordert die Berücksichtigung vor allem ökonomischer, aber auch ökologischer und sozialer Aspekte. Versicherungen und Finanzierungen sind Dienstleistungen, aus denen darüber hinaus keine sozialen und ökologischen Wirkungen entstehen. Daher werden diese Aspekte nicht ermittelt.  

Bei der Entwicklung aller Produkte prüft die Debeka, inwieweit sich Nachhaltigkeitsaspekte integrieren lassen, die kalkulatorisch sinnvoll sind. In der Krankenversicherung sind dies Tarife, in denen unterschiedliche Leistungsinhalte gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Die Produkte bieten ein breites Spektrum an Leistungsinhalten, wie z. B. Angebote für gesundheitsfördernde Maßnahmen oder Leistungen in den Bereichen Bewegung und Ernährung. Durch die ausgewogene Produktpalette der Debeka Krankenversicherung und durch eine nachhaltige, verantwortungsbewusste Investition der Kundengelder wird auch in den Produkten der Nachhaltigkeitsgedanke umgesetzt.

Im Jahr 2019 wurde begonnen, das Kapitalanlageprodukt für die chancenorientierte, fondsbasierte Rentenversicherung der Debeka Lebensversicherung – den Debeka Global Shares – neu auszurichten. Bis zum Zeitpunkt dieser Umstellung setzte sich dieses Portfolio aus vier börsengehandelten (Exchange Traded Funds (ETF) von iShares zusammen. Diese ETF wurden Anfang 2020 durch drei Debeka-eigene Aktienfonds ersetzt. Die Portfolioverwaltung – und damit die Einzeltitelauswahl – wird dabei jeweils von der Debeka Asset Management GmbH (DebekAM) erbracht. Dadurch können die Debeka eigenen ESG-Kriterien bei der Einzeltitelauswahl berücksichtigt werden. Die neuen, regional ausgerichteten Fonds, die die Debeka-eigenen Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen, investieren in Unternehmen aus Nordamerika, Europa und Asien gemäß dem Motto „bewusst nachhaltig vorsorgen“.  

Die Debeka und ihre Produkte werden oftmals von unabhängigen Ratinggesellschaften wie Franke & Bornberg, Assekurata sowie von Institutionen des Verbraucherschutzes oder der Fachpresse, insbesondere „Stiftung Warentest“, bewertet. Solche Bewertungen dienen u. a. als Grundlage für die Verbesserung oder Neuentwicklung von Produkten.  

Die Digitalisierung bietet insbesondere im Service für die Mitglieder und Kunden Vorteile. Sie senkt nicht nur Kosten und schafft Mehrwerte, sondern verringert auch den Verbrauch von Ressourcen. Dazu trägt die Entwicklung technischer Anwendungen bei, die einerseits die Zusammenarbeit erleichtern und andererseits durch Automatisierung perspektivisch ein weitgehend papierarmes Arbeiten ermöglichen (z. B. Digitalisierung der Eingangspost) .

Auch beim Thema Beratung stellt die Debeka seit Mai 2020 den Interessenten und Kunden als Weiterentwicklung die Onlineberatung zur Verfügung. Mit Hilfe der Software Snapview wird der Beratungs- und Antragsprozess vollständig digital abgebildet. Der Interessent / Kunde tritt in einen virtuellen Austausch mit dem Außendienstmitarbeiter und kann den gesamten Beratungs- und Antragsprozess bis hin zur Unterschrift digital verfolgen.

Vorteile für Mitglieder und Kunden erbringt beispielsweise die im Oktober 2016 eingeführte Debeka Leistungs­-App, die mit 881.000 Nutzern (nach eigenen Angaben) die erfolgreichste App in der Branche ist. In der Krankenversicherung werden jährlich rund 10 Millionen Leistungsaufträge bearbeitet, die die Mitglieder einreichen (es handelt sich dabei um 61 Millionen Einzelbelege.) Die App bietet ihnen eine papierlose Alternative zum Postweg. Die Debeka hat diesen Gedanken hin zu einem Portal weiterentwickelt, – Meine Gesundheit, die neue Debeka Leistungs-App. Meine Gesundheit bündelt die digitale Leistungseinreichung mit weiteren Services rund um die Gesundheit. Nutzer haben mit der App zum Beispiel die Möglichkeit, Medikamente digital zu speichern und so mögliche Risiken und Wechselwirkungen jederzeit im Auge zu behalten.  

Das Debeka Innovation Center (DICE) erprobt neue Technologien und Methoden, die der Debeka und damit den Kunden und Mitarbeitern Mehrwerte liefern können. Häufig geht es in den Projekten des DICE darum, Prozesse zu vereinfachen, durch Digitalisierung ressourcensparend zu agieren und durch Automation den manuellen Aufwand für die Mitarbeiter zu verringern. Zum Beispiel wurde im Rahmen eines DICE-Projekts die digitale Personalakte in der Debeka eingeführt. Ein anderes Projekt hat eine innovative Methode der Authentifizierung von Kunden via Smartphone erprobt. Und aktuell beschäftigt sich ein DICE-Team mit möglichen Anwendungsfällen der Chatbot-Technologie. Auch die Mitarbeiter profitieren von der zunehmenden Digitalisierung. So wurde auf Basis des hierfür eigens abgeschlossenen „Tarifvertrags zum mobilen Arbeiten“, der zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft ausgehandelt wurde, eine konkrete Betriebsvereinbarung erarbeitet.  

Über das Debeka Gesundheitsmanagement „proGesundheit“ bietet man Mitgliedern spezielle Unterstützungsangebote rund um weitverbreitete Krankheiten wie Diabetes, Depressionen oder Herzerkrankungen. Das Angebot umfasst neben verschiedene Vorsorge­ auch Betreuungsprogramme und kann unter www.debeka.de/progesundheit eingesehen werden.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Die Kapitalanlage der Debeka ist Teil einer werteorientierten Unternehmenskultur. Sie wählt ihre Investitionen sorgfältig aus und achtet auf eine breite Mischung und Streuung. Dies geschieht im Einklang mit den Unternehmenszielen. Die Debeka übernimmt Verantwortung, indem sie durch eine sicherheitsorientierte Kapitalanlage und ein kostenbewusstes Wirtschaften eine nachhaltige Wertschöpfung gewährleistet. Dabei kombiniert sie Sicherheit und Fortschritt: Zu den Kapitalanlagen zählen beispielweise Beteiligungen an Unternehmen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und dem Ausbau von Infrastruktur.  

Ethische, ökologische und soziale Belange bei der Kapitalanlage berücksichtigt die Debeka auf der Grundlage von ESG­-Kriterien. Unter Verwendung einer speziellen Anwendungssoftware eines global führenden Anbieters von Nachhaltigkeitsanalysen und Ratings stehen durch norm­- und geschäftsfeldbasierte Ausschlusskriterien bestimmte Einzeltitel bzw. Branchen für die Kapitalanlage nicht zur Verfügung. Auf diese Weise wird die Konformität mit den Prinzipien des „United Nations Global Compact“ (UN GC) sowie der „International Labour Organisation“ (ILO) sichergestellt.  

Die Debeka-­eigenen ESG­-Kriterien sehen vor, dass keine Kapitalanlagen von Emittenten bzw. Schuldnern erworben werden dürfen,


Bei Immobilien und Alternative Investments führt der Ansatz von Positivkriterien zu wirkungsorientierten Investitionen in den Bereichen

Damit tragen diese Investitionen zur Erreichung der nachfolgenden Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen („Sustainable Development Goals“) bei:

Ziel #3. Gesundheit und Wohlergehen,
Ziel #4. Hochwertige Bildung,
Ziel #6. Sauberes Wasser und Sanitär-­Einrichtungen,
Ziel #7. Bezahlbare und saubere Energie,
Ziel #8. Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum,
Ziel #9. Industrie, Innovation und Infrastruktur,
Ziel #11. Nachhaltige Städte und Gemeinden,
Ziel #12. Nachhaltige/r Konsum und Produktion,
Ziel #13. Maßnahmen zum Klimaschutz.  

Vor der Investitionsentscheidung durchlaufen die Immobilien und Alternative Investments einen Due-Diligence­-Prozess, der die ESG-­Kriterien der Anlagen bzw. des Anbieters prüft.  

ESG­-Komitee
Zur Verankerung und fortlaufenden Weiterentwicklung der Debeka eigenen ESG­-Kriterien in der Kapitalanlage hat die Debeka ein ESG­-Komitee eingerichtet. Es setzt sich aus Funktionsträgern im Kapitalanlagemanagement und im Risikomanagement zusammen, die unter der Leitung des Finanzvorstands beraten.