5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Geschäftsführung und Nachhaltigkeitsbeauftragter

Koordiniert und umgesetzt wird die ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie von Dipl.-Ing. Martin Treder, der seit Ende 2013 als stellvertretender ITAD-Geschäftsführer fungiert und zuständig für die Bereiche Energie, Klima und Nachhaltigkeit ist. Er ist Vorsitzender der AG Klimaschutz und Abfallwirtschaft der Verbände ITAD und VKU. Im Zuge des DNK-Modellprojekts wurde er im Jahr 2018 als „Nachhaltigkeitsbeauftragter in der Thermischen Abfallbehandlung“ vom Institut für Nachhaltigkeitsbildung geschult.

Die Nachhaltigkeitsstrategie wird mit dem Geschäftsführer Dipl.-Ing. Carsten Spohn regelmäßig abgestimmt. Insofern ist die Geschäftsführung unmittelbar in die Nachhaltigkeitsstrategie involviert.

Vorstand

Der Vorstand, bestehend aus den Vertretern der Mitgliedsanlagen, wird über den Fortschritt der ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie im Hinblick auf den Nutzen für die Mitgliedsunternehmen fortlaufend informiert. Teilweise wirken die Vorstände der Mitgliedsanlagen auch an den Modellprojekten mit. Der Vorstand gibt durch diesen partizipativen Ansatz gleichzeitig Impulse für das nachhaltigkeitsstrategische Vorgehen der ITAD und stimmt diese mit den Anforderungen und Entwicklungen der Mitgliedsunternehmen ab.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ITAD-Geschäftsstelle wurden vom Institut für Nachhaltigkeitsbildung im Hinblick auf die Dimensionen, Strategien, Prinzipien und Kompetenzen der nachhaltigen Entwicklung sowie die DNK-Kriterien geschult, um an der Entwicklung der ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie aktiv mitwirken zu können, insbesondere im Hinblick auf nachhaltigkeitsbezogene Tätigkeiten der Geschäftsstelle (nachhaltige Beschaffung, Dienstreisen, Veranstaltungsplanung etc.). Auf dieser Basis kann der nachhaltigkeitsbezogene Austausch mit Geschäftspartnern (z.B. im Bereich Messebau und Beschaffung) weiter intensiviert werden. Im Berichtsjahr 2019 erfolgte eine nachhaltigkeitsbezogene Schulung der Geschäftsstellenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in den Bereichen Arbeitnehmerrechte, Chancengerechtigkeit und Qualifizierung.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Regeln und Prozesse zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie

Die ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie wird regelmäßig auf Konsistenz, Aktualität und Nutzen hin überprüft. Durch die kontinuierliche Aktualisierung der ITAD-Nachhaltigkeits-Visitenkarte und der jährlichen Fortschreibung der DNK-Erklärung erfolgt eine turnusgemäße Kontrolle.  

Mitarbeiterbesprechungen, der Austausch mit Kooperationspartnern und Anspruchsgruppen (Germanwatch, NABU, Institut für Nachhaltigkeitsbildung etc.) sowie die Einbindung des ITAD-Vorstandes und der ITAD-Mitglieder gewährleisten einen Diskurs über die Nachhaltigkeitsstrategie und führen zu einer kontinuierlichen Evaluierung, die der Dynamik der nachhaltigen Entwicklung Rechnung trägt.  

Der Abgleich mit Nachhaltigkeitsstrategien in Bund, Ländern, Kreisen und Kommunen sowie der Austausch mit den entsprechenden Akteuren einer nachhaltigen Entwicklung garantieren zudem ebenfalls einen fortwährenden Erkenntnisprozess.  

Die ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie wird in einzelnen Schritten modular umgesetzt, um eine Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten und eine Überforderungen für die Beteiligten zu vermeiden. Als Arbeitsprinzipien lassen sich beispielhaft Transparenz, Anpassungsfähigkeit und Nutzenorientierung nennen.  

Der ITAD-Vorstand beschließt in der Regel nachhaltigkeitsbezogene Projekte auch außerhalb der Zuständigkeit, um die Unterstützung der Nachhaltigkeitsstrategie zu dokumentieren und deren Mitwirkung möglich zu machen.  

Die Fortschreibung der DNK-Erklärung wird mit dem Team der ITAD-Geschäftsstelle im Rahmen einer Schulung durch das Institut für Nachhaltigkeitsbildung für das jeweilige Berichtsjahr vorbereitet. Dort werden die Strategie, die Ziele, die Anspruchsgruppen und die Themen für das jeweilige Berichtsjahr abgeglichen und erörtert.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Leistungsindikatoren  

ITAD erhebt einige der in der vorliegenden DNK-Erklärung verwendeten GRI-Leistungsindikatoren. Zudem werden Indikatoren aus dem offiziellen Bericht zur Klimaneutralität genutzt. Beide Systeme garantieren die Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz.  

Ausgewählte nachhaltigkeitsbezogene Indikatoren der ITAD im Überblick:  

Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.  

GRI SRS-302-1: Energieverbrauch innerhalb der Organisation  

GRI SRS-303-3: Wasserentnahme  

GRI SRS -305 -1: Direkte THG-Emissionen (Scope 1)  

GRI SRS -305 -2: Indirekte energiebezogene THG-Emissionen (Scope 2)  

GRI SRS-305 -3: Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)  

Papierverbrauch und Druck intern:  

Papierverbrauch: Exakte Erfassung von Papiergewichten, Anzahl Blättern und Auflage Interner Druck: Exakte Erfassung der Anzahl verbrauchter Toner  

Broschürendruck extern:  
Papierverbrauch und externer Druck: Exakte Erfassung von Papiergewichten, Anzahl Blättern sowie s/w-bzw. Farbdruck    

Angabe der Gesamtfahrleistung aller Pkw  
Listung aller getätigten Einzelflüge (Flugstrecke in km)  
Taxifahrten (in Euro) – Umrechnung in gefahrene km mit Durchschnittskosten/km  

Angabe der getätigten Übernachtungen

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Vgl. die Kriterien 1 und 2.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Vergütungssystem  

Eine unmittelbare Vergütung für nachhaltigkeitsbezogene Tätigkeiten erfolgte im Berichtsjahr 2019 nicht, daher spielen die Kontrolle und die Evaluation in diesem Zusammenhang eine untergeordnete Rolle.  

ITAD-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter nutzen für Dienstreisen in der Regel die BahnCard 50 bzw. 100. Neben den monetären Vorteilen fördert ITAD damit zudem die nachhaltige Mobilität und verfügt über ein weiteres Vehikel der Mitarbeitermotivation.

Die Teilnahme an (nachhaltigkeitsbezogenen) Weiterbildungen, Veranstaltun­gen und Kon­feren­­zen wird den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ITAD ermöglicht. Da dies zugleich eine große Flexibilität erfordert, sind frei wählbare Homeoffice-Tage und flexibel Arbeitszeiten vorgesehen, soweit dies mit betrieblichen Belangen im Einklang steht.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden auch künftig Freiräume geschaffen, um Nachhaltigkeitsthemen auf der Basis persönlicher Interessen und Neigungen in die ITAD-Nachhaltigkeitsstrategien ein­zu­bringen. So können beispielsweise die persönlichen nachhaltigen Lebensstile Impulse für die nachhaltige Beschaffung geben.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Im Berichtsjahr 2019 existierten keine gesonderten Vergütungsvereinbarungen. Geschäftsführung sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezogen ein Festgehalt.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Aufgrund der Größe der ITAD-Geschäftsstelle (fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) können für das Berichtsjahr 2019 keine aussagekräftigen Angaben gemacht werden.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Anspruchsgruppen

In der Satzung erfolgt ein Hinweis auf die Anspruchsgruppen der ITAD:

„Es werden die Interessen der Umwelt sowie der Gebührenzahler, von Gewerbe und Industrie im Verhältnis zu Öffentlichkeit, Politik und Behörden gefördert und die Interessen der Mitglieder in der EU, in Deutschland und in den Bundesländern vertreten.“

ITAD steht in ständigem Austausch mit den entsprechenden Vertreterinnen und Vertretern.

Neben den in der Satzung genannten Akteuren werden die Anspruchsgruppen und interessierten Parteien im Bereich der unter “Strategie" genannten Aspekte und Handlungsfeldern identifiziert (z.B. soziale Verantwortung – Gewerkschaften, Nachhaltigkeitskommunikation – Medienvertreter, Klimaneutraler Verband – Umwelt- und Klimaorganisationen).

Beispiele für den Austausch mit den Anspruchsgruppen

ITAD-eigene Angebote werden einer externen Überprüfung durch Anspruchsgruppen unterzogen – durch externe Beratung, Critical Reviews, die Einbeziehung von Naturschutzverbänden, Gewerkschaften etc. Zudem dienen Kongresse und Workshops als Austausch- und Diskussionsforen. Die Ergebnisse dieser Diskurse werden mit den Zielen und Angeboten der ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie abgeglichen und fließen ggf. dort ein. Sofern dies nicht der Fall ist, wird dies den involvierten Gruppen transparent gemacht, um den Dialog weiter zu vertiefen. Dieses Vorgehen fördert das gegenseitige Vertrauen – auch im Falle konfligierender Ziele.

Vgl. zudem die Kriterien 3 und 4 (Konzept für einen nachhaltigen Messeauftritt).

Der Austausch mit den Anspruchsgruppen hat im Allgemeinen zum Ziel, Synergien und Zielkonflikte zu identifizieren und weitere Impulse für die ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie zu erhalten.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Die naturnahe und nachhaltige Gestaltung des Betriebsgeländes gewinnt in Mitgliedsunternehmen zunehmend an Bedeutung. ITAD hat in diesem Zusammenhang im Berichtsjahr damit begonnen, eine erste Konzeption für das Projekt „Nachhaltige Gestaltung des Betriebsgeländes“ zu erstellen. Gleichzeitig wurde ein entsprechender Workshop für Mitgliedsunternehmen in Münster durchgeführt.
Impulsgeber für dieses Handlungsfeld war u.a. der NABU NRW.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Innovations- und Produktmanagement

ITAD-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter antizipieren frühzeitig wissenschaftliche, rechtliche und politische Entwicklungen und lassen diese bereits in einem frühen Stadium in konkrete Angebote für die Mitgliedsunternehmen einfließen.

ITAD und die Mitgliedsunternehmen verstehen sich als Impulsgeber und Pionier zahlreicher Entwicklungen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Die Innovationen und Produkte sowie die entsprechenden sozialen und ökologischen Auswirkungen werden anhand der Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie deutlich (vgl. Kriterien 1 und 2).

Ausdruck des innovativen Ansatzes ist die Umsetzung der vorliegenden DNK-Erklärung als Impuls für die freiwillige Berichterstattung der Mitgliedsunternehmen. ITAD war der erste Industrieverband in Deutschland, der eine DNK-basierte Erklärung vorlegt hat (Berichtsjahr 2017). Auf dieser Grundlage haben weitere ITAD-Mitgliedsunternehmen eine DNK-Erklärung und eine Nachhaltigkeits-Visitenkarte erstellt sowie eine integrierte Schulung durch das Institut für Nachhaltigkeitsbildung absolviert. Darüber hinaus haben Mitgliedsunternehmen zusätzlich eigene DNK-Erklärungen, zum Teil im Rahmen der konzernbezogenen Kommunikation, veröffentlicht.

Als Ausdruck des innovativen Ansatzes der ITAD sind auch in Auftrag gegebene Studien und Gutachten zu nennen. Beispielhaft kann hier die "Literaturrecherche zu biogenen Anteilen und Heizwerten in Altholz und Klärschlamm" von Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme, IWARU, FH Münster, aufgeführt werden. Mit der Studie wurde der aktuelle Kenntnisstand zu den energiebezogenen biogenen Anteilen und Heizwerten in diesen Abfallgruppen ermittelt. Die Ergebnisse sind vom UBA entsprechend umgesetzt worden.
Als weiteres Beispiel ist die Studie „Beitrag Thermischer Abfallbehandlungsanlagen zur Energiewende“ (Energy Brainpool), deren Ziel es war, den Beitrag zur Energiewende heute und in der Zukunft zu beschreiben und zu quantifizieren, um daraus Hemmnisse und Lösungskonzepte zu erarbeiten.

Wirkungen entlang der Wertschöpfungskette

Die Wirkungen entlang der Wertschöpfungskette und die Einbindung der Geschäftspartner werden in Kriterium 4 dargelegt.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen. Link (Seite 38)

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Insgesamt durchlaufen 90 Prozent der Finanzanlagen eine Auswahlprüfung nach sozialen und ökologischen Grundsätzen.