5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Um ein nachhaltiges Handeln der Sparkasse Marburg-Biedenkopf zu ermöglichen, müssen alle unsere MitarbeiterInnen gleichermaßen an einem Strang ziehen. Das Thema Nachhaltigkeit betrifft sämtliche Geschäftsbereiche, denn Optimierungsmaßnahmen können nur gelingen, wenn sich alle MitarbeiterInnen dieser Verantwortung bewusst sind.

Unsere Fachvorstände sind angehalten, ihre MitarbeiterInnen hierfür zu sensibilisieren und die für ihren Geschäftsbereich relevanten Nachhaltigkeitsthemen zu berücksichtigen und voranzutreiben. Die Entscheidung über die Durchführung von Nachhaltigkeitsmaßnamen sowie deren Koordination obliegen dem Vorstand.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Alle aktuell von uns verfolgten Prozesse, die das Thema Nachhaltigkeit betreffen, sind in unserem Unternehmenshandbuch beschrieben und fest mit den Arbeitsanweisungen für alle Geschäftsbereiche verknüpft. Die AnsprechpartnerInnen der unterschiedlichen Themen sind darin lückenlos und transparent geregelt.

Durch das interne Vorschlagswesen haben alle MitarbeiterInnen die Möglichkeit, aktiv an der Optimierung unserer nachhaltigen Handlungs- und Arbeitsweise teilzuhaben und diese voranzutreiben. Vorschläge werden von den zuständigen Fachabteilungen geprüft und entsprechend der Umsetzbarkeit weitergeleitet.

Im Zuge regelmäßiger Kundenbefragungen erörtern wir Fragen und Anregungen dieser. Dadurch stellen wir sicher, dass wir unser Kerngeschäft stets an den Wünschen unserer Kundinnen und Kunden orientieren. Um dies noch weiter voranzutreiben, wurde in 2018 kontinuierliches Befragungssystem in unserer Internet-Filiale eingerichtet. Von nun an können die Kundinnen und Kunden uns nach jedem Online-Produktabschluss ein direktes Feedback zukommen lassen und so aktiv an der Qualitätssicherung unserer Sparkasse teilhaben. Außerdem wurde in 2019 eine regelmäßige Online-Befragung nach Finanzkonzept-Gesprächen und Anlageberatungen vor Ort umgesetzt. Die Ergebnisse der Befragungen helfen uns ebenfalls bei der kontinuierlichen Verbesserung unserer Beratungsqualität.  

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Durch die Umsetzung einer nachhaltigen Personalpolitik kann langfristiger unternehmerischer Erfolg gewährleistet werden. Aus diesem Grund zeichnen wir die wichtigsten Kennzahlen der Personalentwicklung konsequent auf. So können wir mögliche Chancen und Risiken schnell erkennen und notwendige Maßnahmen rechtzeitig in die Wege leiten. Zu den regelmäßig erhobenen Kennzahlen gehören unter anderem: Um eine nachhaltige Arbeitsweise aller MitarbeiterInnen zu gewährleisten, sind diese angehalten, sich zu jeder Zeit an die im Unternehmenshandbuch festgesetzten Arbeitsanweisungen zu halten. Das Unternehmenshandbuch ist für alle MitarbeiterInnen über das Intranet zugänglich, genauso wie die allgemeinen Richtlinien und Unternehmensziele. Neuerungen dieser Regelungen werden ebenfalls unmittelbar über das Intranet mitgeteilt. Die Einhaltung sämtlicher darin festgehaltener Regelungen ist fester Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie und wird von allen Beschäftigten gleichermaßen erwartet. Mittels regelmäßiger Absolvierung von Lernprogrammen sowie durch Präsenzschulungen gewährleisten wir die Kenntnis aller MitarbeiterInnen über die verbindlichen Regelungen. Eine zeitgemäße Führung unserer MitarbeiterInnen sehen wir als ebenso wichtigen Baustein für den nachhaltigen Erfolg unserer Sparkasse, daher sind unsere Führungsleitlinien verbindlich für alle leitenden Angestellten im "Handbuch für Führung" festgehalten.

Da die Förderung der Region Marburg-Biedenkopf durch die Unterstützung regionaler Vereine und Projekte eines unserer zentralen Anliegen ist, wird über die hierfür geleisteten Aufwendungen und die unterstützten Vereine und Projekte kontinuierlich Buch geführt. Alle Spenden- und Sponsoringmaßnahmen werden zentral erfasst und regelmäßig geprüft, um auch neuen Vereinen und Projekten die Möglichkeit zu geben, von uns gefördert zu werden. Hierbei werden nicht nur große und prestigeträchtige sondern in gleichem Maße kleine Vereine und Projekte als unterstützungswürdig betrachtet.

Das Schonen natürlicher Ressourcen und die aktive Erhaltung dieser ist eine stetig wachsende Verantwortung, die über alle Branchen hinweg greift. Um unseren Ressourcenverbrauch zu beurteilen, ist die Erfassung aller Energiekosten pro Einheit essenziell. Nur so ist es uns möglich, Handlungsfelder zu entwickeln und kontrolliert Maßnahmen in die Wege zu leiten. Die lückenlose Aufzeichnung aller verbrauchten Ressourcen ist uns derzeit noch nicht möglich. Seit 2019 arbeiten wir jedoch an der Verfügbarkeit und Erfassung unserer Verbräuche sodass wir jährlich bis zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Nachhaltigkeitsberichtes aussagefähige Aufzeichnungen haben. Wir gehen davon aus, dass wir dies mittelfristig umsetzen können.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Gemäß unseres öffentlichen Auftrags richtet sich unser Handeln stets nach dem Gemeinwohl und entlang der Interessen der Bürgerinnen und Bürger der Region Marburg-Biedenkopf.
Mit der Vergabe von Krediten unterstützen wir sowohl Geschäfts- als auch Privatkunden und fördern kommunale Belange insbesondere in wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereichen. Durch regelmäßige Spenden und Sponsoringmaßnahmen leisten wir einen wichtigen Beitrag zum öffentlichen Leben im Landkreis. So setzten wir uns für zahlreiche Vereine, Projekte und Veranstaltungen in den Bereichen Kultur, Sport, Umwelt, Bildung und Forschung ein. Hierbei liegt uns insbesondere die Unterstützung kleiner Vereine und Projekte am Herzen, da gerade diese maßgeblich zur kulturellen Vielfalt der Region beitragen.

Gemäß unseres Verständnisses einer ganzheitlichen Beratung berücksichtigen wir soziale, ökologische und ethische Werte unserer Kundinnen und Kunden.  Wir setzen das in der gesamten Sparkassengruppe verankerte Konzept einer ganzheitlichen Finanzberatung um.

In unserer "Geschäftsanweisung für Mitarbeiter" und unserem "Handbuch Führung" sind unsere Grundsätze und Werte für den Umgang mit Kundinnen und Kunden und untereinander für alle MitarbeiterInnen der Sparkasse Marburg-Biedenkopf verbindlich festgehalten.   Die Geschäftsanweisung für die MitarbeiterInnen regelt die Rechte und Pflichten im Beschäftigungsverhältnis. Neben allgemeinen Pflichten sind unter anderem der Umgang mit Kundinnen und Kunden, die Verwendung von dienstlichen Unterlagen, Geldgeschäfte mit Dritten und für Dritte, wirtschaftliche Verhältnisse und Unterhaltung von Konten, die Schweigepflicht, die Auskunftserteilung sowie das Verhalten bei Strafsachen, Annahme von Geschenken und anderen Vorteilen inhaltlich geregelt.  

Im Handbuch Führung werden die idealtypischen Anforderungen an die Führungskräfte bzw. an das erwartete Selbstverständnis der Führungskräfte der Sparkasse beschrieben. An die Führungskräfte der Sparkasse wird übergeordnet die zentrale Anforderung gestellt, „unternehmerisch zu denken und zu handeln“. Unter dieser Fähigkeit werden in unserer Sparkasse folgende Eigenschaften verstanden:        
Unser Führungsleitbild und konkrete Absprachen zum Führungsprozess dienen der Entwicklung eines einheitlichen Grund- und Führungsverständnisses und orientieren sich an unseren gemeinsamen Werten.

Sowohl die Geschäftsanweisung als auch das Handbuch Führung werden bei Bedarf aktualisiert und über das Mitarbeiterinformationsportal für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter veröffentlicht.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Der Erfolg unserer Sparkasse hängt im Wesentlichen von motivierten und engagierten MitarbeiterInnen ab. Daher wird im Zuge regelmäßiger Personalgespräche mit den Vorgesetzten die berufliche Weiterentwicklung aller Beschäftigten vorangetrieben. Ein Personalgespräch muss mindestens einmal im Jahr (bei Bedarf auch öfter) stattfinden, der Zeitpunkt des Gesprächs wird flexibel mit der/dem Vorgesetzten vereinbart. Durch das interne Vorschlagswesen werden MitarbeiterInnen außerdem dazu animiert, Ideen und Vorschläge - auch im Sinne der Nachhaltigkeit - jederzeit anzubringen. Dem TVöD entsprechend erfolgen nach durchlaufener Berufserfahrung Stufensteigerungen, die in einer Vergütungserhöhung münden. Im Einzelfall ist zudem eine vorgezogene Stufensteigerung möglich, sofern der/die MitarbeiterIn überdurchschnittliche Leistungen zeigt (§ 17 TVöD-S). Weiterhin gibt es die Möglichkeit, zur Vermeidung von Fachkräftemangel, eine Arbeitsmarktzulage zu zahlen (Deckung des Personalbedarfs oder Bindung von qualifizierten Fachkräften – KAV 57/2016).
Darüber hinaus gewähren wir auf Basis unserer Dienstvereinbarung eine Mitarbeiterkapitalbeteiligung sowie eine Sonderzuwendung, die auf die Zielerreichung des Geschäftsjahres ausgerichtet ist. Dabei steht der Erhalt der Leistungsfähigkeit des Instituts im Vordergrund. Somit wird gewährleistet, dass die satzungsgemäßen, dem gemeinen Nutzen dienenden Aufgaben zum Wohle der Bevölkerung auch in der Zukunft erfüllt werden können. Die Erreichung des für die Sonderzuwendung geforderten Betriebsergebnisses kontrolliert die Gesamtbanksteuerung.

Mit der Einführung des Digitalen Beratungs-Centers in 2019 haben wir uns mit der Einführung einer leistungsorientierten Zusatzvergütung beschäftigt. Hierzu wurden Festlegungen getroffen, die qualitative und quantitative Zielwerte umfassen. Weiterhin erarbeitet eine Arbeitsgruppe ab dem Jahr 2020 ein Leistungsanreizsystem für den Markt.

Im Sinne der Nachhaltigkeit gewähren wir einen Kinderbetreuungszuschuss, der Beschäftigten gezahlt wird, wenn sie innerhalb von drei Jahren nach der Geburt des Kindes an den Arbeitsplatz zurückkehren. Bei Rückkehr innerhalb eines Jahres besteht ein Rückkehrrecht auf den alten Arbeitsplatz.

Zur Deckung des künftigen Personalbedarfs, bilden wir auch über den Bedarf aus. Derzeit besteht ein Einstellungskontingent von 25 Auszubildenden und 2 dualen Studienplätzen. Das Einstellungskontingent wird jährlich vom Vorstand festgelegt. Weiterhin wird zur Förderung von Nachwuchskräften über den Bedarf qualifiziert indem Studienprogramme für Potenzialträger sowie Mentoren- und Traineeprogramme angeboten und durchgeführt werden.

Die Festlegung der Kriterien, die Gewährung und die Festsetzung einer Zulage für die oberste Führungsebene liegt im Ermessen unseres Verwaltungsrates. Grundlage für die Zahlung einer etwaigen Zulage sind die Richtlinien für die Vergütung und Versorgung der angestellten Vorstandsmitglieder und stellvertretenden Vorstandsmitglieder der kommunalen Sparkassen in Hessen (Richtlinien 2008). Das Aufsichtsorgan stellt hierbei ebenfalls auf die langfristige Leistungsfähigkeit der Sparkasse ab.

Aufgrund der exakten gesetzlichen Regelungen zum Thema Vergütung und der oben beschriebenen Zusatzleistungen unserer Sparkasse sind keine weiteren Nachhaltigkeitsziele in unserem Vergütungssystem festgeschrieben.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Offenlegung (§16 Abs. 2 Institutionsvergütungsverordnung (IVV))
Unsere Sparkasse ist ein im Sinne des §17 der IVV nicht als bedeutend einzustufendes Institut, jedoch ein Institut mit einer Bilanzsumme von 3 Mrd. € oder mehr im Durchschnitt zu den jeweiligen Stichtagen der letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahre. Es besteht für unsere Sparkasse gemäß Artikel 450 (2) CRR (Capital Requirements Regulation) die Verpflichtung, die Vergütung aller Beschäftigten aufgeschlüsselt nach Geschäftsbereichen offenzulegen. Der erste Offenlegungsbericht wurde für das Jahr 2018 in 2019 veröffentlich.  

Die Offenlegung erfolgt nach der IVV zeitgleich mit der Veröffentlichung des Nachhaltigkeitsberichts. Der Offenlegungsbericht ist frei zugänglich auf unserer Website www.skmb.de (unter dem Pfad: „Ihre Sparkasse vor Ort“ > „Die wichtigsten Zahlen und Fakten“ > „Offenlegungsbericht“; Direktlink: https://www.skmb.de/content/dam/myif/sk-marburg-biedenkopf/work/dokumente/pdf/allgemein/Offenlegungsbericht_20181231.pdf?n=true).
Artikel 27 MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive) - Datenschutzgrundverordnung (DVO) fordert für den Bereich der Wertpapier(neben)dienstleistungen zusätzlich, dass durch die Vergütungssysteme Kundeninteressen nicht beeinträchtigt werden.

Der Verwaltungsrat erhält für seine Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung und Sitzungsgeld. Alle drei Jahre wird die Höhe der Aufwandsentschädigung und des Sitzungsgeldes überprüft und gegebenenfalls neu festgelegt. Eine automatische Anpassung erfolgt nicht.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Wir beschäftigen ausschließlich MitarbeiterInnen im Inland.
Diese werden gemäß den Entgelttabellen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst vergütet (Tabelle TVöD/VKA Anlage A zu § 15 TVöD). Somit wird eine angemessene Vergütung aller MitarbeiterInnen gewährleistet.

Bei der Kennzahl zur Vergütung der höchstbezahlten Person handelt es sich um eine vertrauliche und wettbewerbsrelevante Information. Deshalb sehen wir von einer Veröffentlichung ab. Eine weitergehende Auswertung diesbezüglicher Vergütungskennzahlen erfolgt nicht.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Die wichtigste Anspruchsgruppe der Sparkasse Marburg Biedenkopf sind gemäß unseres öffentlichen Auftrags alle BürgerInnen der Region. Dies schließt sowohl PrivatkundInnen und Geschäftspartner als auch die regionale Wirtschaft und unsere MitarbeiterInnen ein. Ebenso zählen unsere Träger genauso wie vielfältige lokale Institutionen, Vereine und Verbände, sämtliche Schulen und Bildungseinrichtungen sowie soziale Einrichtungen, Kirchen, Sozialwerke, Kultur- und Sportvereine zu unseren wichtigsten Anspruchsgruppen. Diese Definition unserer Anspruchsgruppen orientiert sich an unserer Satzung, eine weitere Identifizierung einzelner Untergruppen erfolgt nicht, da grundsätzlich jede/r Einwohner/in der Region, jeder regionale Verein und jede/s in der Region ansässige Unternehmen/Einrichtung/Firma etc. die Möglichkeit wahrnehmen kann, Kundin/Kunde der Sparkasse Marburg-Biedenkopf zu werden.

Wir nehmen unsere Verantwortung als öffentlich-rechtlicher Finanzdienstleister sehr ernst, daher stehen unsere MitarbeiterInnen in engem Kontakt mit unseren Anspruchsgruppen. Der Austausch mit ihnen findet auf sehr vielfältige Art und Weise statt. So nutzen wir beispielsweise den Geschäftsbericht, einen Newsletter, soziale Medien, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Online-Banking um über aktuelle und dauerhafte Änderungen zu informieren. In unseren Filialen, durch regelmäßige Kundenbefragungen, Beschwerdemanagement und Veranstaltungen können wir außerdem die persönliche Meinung und wichtige Anliegen unserer KundInnen erfahren. So können wir Chancen und Risiken laufender Nachhaltigkeitsprozesse schnell erkennen und gemeinsam an wichtigen Zukunftsthemen wie der Energiewende, dem demografischen Wandel und dem Erhalt einer stabilen Wirtschaft arbeiten. Ziel ist es dabei stets, die Interessen der Region Marburg-Biedenkopf zu erkennen, sie zu wahren und ihre Entwicklung stetig voranzutreiben.  

Um unsere Anspruchsgruppen noch besser kennenzulernen, führen wir regelmäßige Marktforschungsanalysen sowohl für Privat- als auch für Firmenkunden durch. Anhand des daraus resultierenden Ergebnisses können die laufenden veränderbaren Interessen analysiert werden. Diese Analysen dienen als Grundlage für interne Optimierungsprozesse.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Wir beschäftigen, aufgrund unserer starken regionalen Verwurzelung, weit überwiegend MitarbeiterInnen aus der Region. Viele dieser MitarbeiterInnen engagieren sich auch privat ehrenamtlich in regionalen Institutionen und Vereinen. Dies ermöglicht uns einen kontinuierlichen Austausch mit allen unseren Anspruchsgruppen, deren Bedürfnisse wir stets wahrnehmen möchten und deren Meinung uns sehr wichtig ist.

Durch regelmäßige Befragungen unserer Privat- und Gewerbekunden wissen wir bereits, dass die Sicherheit der Anlagen, gute Beratung, angemessene Zinsen und mediale Zugangswege einige der wichtigsten Themen und Anliegen für diese beiden Anspruchsgruppen sind. Zusätzlich sind für Gewerbekunden beispielsweise Beratungen zu bargeldlosem Zahlungsverkehr (Kartenterminals) und zu Auslandsgeschäften relevante Themen, die sie mit uns besprechen möchten. Diese nur zu kennen reicht allerdings nicht aus, um sich optimal auf die Bedürfnisse unserer Anspruchsgruppen einzustellen. Daher haben wir in 2018 ein kontinuierliches Befragungssystem mit unserer Internet-Filiale verknüpft. Mit der Bestätigungsmail über den Erwerb eines Produkts wird ein Befragungslink versendet, mittels dessen die KundInnen freiwillig an der anonymen Befragung teilnehmen können. Mit den Ergebnissen dieser Befragung möchten wir verstärkt an der Optimierung unserer Produkte arbeiten. Außerdem wurden im Jahr 2019 anonyme Online-Befragungen nach Beratungsgesprächen durchgeführt, an denen unsere KundInnen ebenfalls freiwillig mittels eines Befragungslinks teilnehmen können.  Dadurch werden sich in Zukunft sowohl unsere Leistungen, als auch die Kompetenzen unserer MitarbeiterInnen stetig verbessern und im Rahmen der Möglichkeiten noch intensiver auf die Ansprüche und Wünsche unserer KundInnen ausgerichtet sein.

Neben der verstärkten Ausrichtung unseres Kerngeschäfts auf die Bedürfnisse der Region möchten wir die Zufriedenheit unserer MitarbeiterInnen nicht außer Acht lassen. Über das Intranet wird ein regelmäßiger Informationsaustausch mit den Beschäftigten gepflegt. Themen wie Sicherheit am Arbeitsplatz, Gesundheitsmanagement und Mitarbeiteraktivitäten werden hier unter anderem berücksichtigt. Außerdem werden aktuelle Maßnahmen und Projekte im Sinne der Nachhaltigkeit mitgeteilt. Über das strikt geregelte Beschwerdemanagement werden Beschwerden transparent und zügig bearbeitet, sodass wir erkannte Schwachstellen schnell beheben können. Im Rahmen des 2018 initiierten Projekts „Zukunftswerkstatt“ wurden bereits Mitarbeiterbefragungen durchgeführt, deren Ergebnisse im Projekt Beachtung finden und zur Optimierung der Mitarbeiterzufriedenheit führen sollen.
Über den Verwaltungsrat stehen wir in regelmäßigem Austausch mit unseren Trägern, dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Stadt Marburg.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Bei der Neuentwicklung und Neueinführung von Produkten behalten wir stets die Erfüllung unseres öffentlichen Auftrags im Blick. Wir möchten auch in Zukunft weiterhin den Anspruch erfüllen, den BürgerInnen der Region die für sie bestmöglichen Produkte anbieten zu können. Daher werden neue Produkte grundsätzlich nur dann von uns angeboten, wenn wir sie als sinnvolle Verbesserung für Menschen und Umwelt in der Region erachten. Hierbei orientieren wir uns gemäß der gegebenen Möglichkeiten stets an den neuesten ökonomischen und ökologischen Standards.

Als Dienstleister im Finanzsektor verursachen unsere Produkte keine unmittelbaren negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Dennoch entziehen wir uns nicht der Verantwortung, die sich uns bietenden Chancen zur Förderung sozialer und ökologischer Faktoren in der Region aktiv wahrzunehmen.
So werden unter anderem die Nutzung erneuerbarer Energien und Modernisierungsmaßnahmen von Wohneigentum durch ein spezielles Produktangebot unterstützt und vorangetrieben. Außerdem wurden in diesem Jahr 40 Existenzgründungen mittels unseres hauseigenen Existenzgründungsprogramms unterstützt.   

Um die Digitalisierung weiter voranzutreiben und dadurch auch weiterhin eine flächendeckende Versorgung mit Finanzdienstleistungen zu ermöglichen, wurde im Oktober 2018 das Projekt „Zukunftswerkstatt“ ins Leben gerufen. Mit dem Ziel „fit für die Zukunft“ arbeiten wir gemeinsam an einer digitalisierten und nachhaltigeren Zukunft unserer Sparkasse. Ebenso wurde in 2019 die Digitalisierung unserer Prospekte und Flyer weiter vorangetrieben. Unsere Datenbank umfasst mittlerweile die wichtigsten Themen für Privat- und Geschäftskunden und wird kontinuierlich um aktuelle Info-Flyer erweitert. Ziel ist es, möglichst keine papierhaften Flyer mehr zu nutzen und so unseren Papierverbrauch zu reduzieren. Des Weiteren begann 2018 in einigen unserer Beratungs-Center und Filialen eine Pilotierung von PenPads. Diese sollen den Papierverbrauch  zusätzlich vermindern und in Zukunft flächendeckend an allen unseren Standorten installiert werden.  

Ende 2018 wurde eine Zentralisierung der Materialbestellung  beschlossen, die Anfang nächsten Jahres umgesetzt wird. Hierbei geht es um ein zentrales Bestellsystem, das es uns in Zukunft ermöglicht, mehrfache kleine Lieferungen in seltenere größere Lieferungen zusammenzufassen.  

Inwiefern unsere Geschäftspartner und andere Akteure entlang der Wertschöpfungskette in Innovationsprozesse eingebunden sind, können wir nicht darlegen, da wir die Wertschöpfungskette nicht derart tief betrachten (siehe Kriterium 4).

Konkrete Messungen und Aufzeichnungen der durch die Produktpalette verursachten sozialen und ökologischen Wirkungen finden zurzeit nicht statt, sollen jedoch in der bis Ende 2020 formulierten Nachhaltigkeitsstrategie thematisiert werden. Einige positive Auswirkungen unseres nachhaltigen Produktangebots können wir dennoch bereits heute feststellen: der 2013 in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Marburg-Biedenkopf aufgesetzte CO2-Sparbrief wurde 2016 und 2018 aufgrund der dadurch erzielten Erfolge neu aufgelegt, abermals mit einer Laufzeit von 5 Jahren. Weitere aus den CO2-Sparbriefen resultierende ökologische Auswirkungen können im Jahr 2021, mit Ende der Laufzeit des CO2-Sparbriefs 2016 berichtet werden.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen. Link (Seite 38)

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Unser Produktportfolio ist darauf ausgerichtet, unsere Kundinnen und Kunden umfassend in sämtlichen finanziellen Belangen optimal beraten und unterstützen zu können. Daher wird es fortwährend geprüft und bei Bedarf angepasst oder durch neue Produkte und Dienstleistungen ergänzt. Die Sicherstellung eines angemessenen Ertrags-/Risikoprofils aller Produkte und Dienstleistungen ist hierbei eine Selbstverständlichkeit für uns. Daher durchlaufen 100% unserer eigenen neuen Produkte und Dienstleistungen grundsätzlich einen streng geregelten Einführungsprozess (siehe Kriterium 4. Tiefe der Wertschöpfungskette, Neue-Produkte-Prozess) der gegebenenfalls eine Testphase beinhaltet, sofern keine Erleichterungen aus dem MaRisk abzuleiten sind. Dieser Prozess umfasst auch eine Prüfung, ob das Produkt von den Kundinnen und Kunden gewünscht, sicher und nachhaltig im Sinne der voraussichtlichen Produktlebensdauer ist. Produkte, die sich zusätzlich zum Kundennutzen positiv auf Umwelt und Gesellschaft auswirken, werden nach Möglichkeit bevorzugt eingeführt (siehe Kriterium 10: CO2-Sparbrief). Eine explizite Darstellung aller Prüfungsfaktoren des Neue-Produkte-Prozesses ist nicht möglich, da es sich hierbei um interne und wettbewerbsrelevante Informationen handelt.

Das Thema Nachhaltigkeit spielt dafür eine wichtige Rolle, denn wir möchten der Region aktuelle und zukunftsfähige Finanzmodelle anbieten können. Daher bieten wir unseren Kunden beispielsweise den nachhaltigen Renten-Fonds der DekaBank an. Diese setzt besonders hohe Maßstäbe indem sie ökologische, soziale und ethische Aspekte genauso berücksichtigt, wie die klassischen Rendite- und Risikoüberlegungen. Uns ist es außerdem wichtig, dass der Kunde die von ihm gewählten Produkte und deren Chancen und Risiken, auch in Hinblick auf deren Nachhaltigkeit, versteht. Nur wenn er dies tut, kann er sich auch persönlich damit identifizieren und aus voller Überzeugung dahinterstehen.  

Im laufenden Geschäft lehnen wir spekulative und hochriskante Umsätze grundsätzlich ab. Die Risiken der Realwirtschaft der Region werden von uns unter Beachtung einer betriebswirtschaftlich sinnvollen Risikoverteilung mitgetragen. Durch die Vermeidung von Klumpenrisiken können wir ein stabiler Finanzpartner für die Region sein. Sämtliche Wertpapieranlagen werden mittels eines speziell definierten Investmentprozesses geprüft und nur dann von uns angeboten, wenn sie unseren KundInnen auch langfristig nachhaltigen Erfolg bringen können.

Neue Geschäftspartner anderer Branchen beleuchten wir vorab hinsichtlich der von ihnen vertretenen Werte. Sind diese nicht mit dem Wertgefüge der Sparkasse Marburg-Biedenkopf vereinbar, gehen wir keine neue Geschäftsbeziehung ein.