5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Jedes Vorstandsmitglied trägt die Verantwortung für Nachhaltigkeitsthemen in seinem Ressort. Die Fachbereiche sowie der Nachhaltigkeitsbeauftragte im Bereich Presse und Vorstandsstab unterstützen die Vorstände.

Ressortverantwortungen der Barmenia-Vorstände: Barmenia-Nachhaltigkeitsbeirat
Um wirtschaftliche, soziale sowie ökologische Kernthemen der Unternehmensführung besser bewerten zu können, hat die Barmenia einen unabhängigen Nachhaltigkeitsbeirat eingerichtet, der den Vorständen der Barmenia-Versicherungsgruppe - auch als Impulsgeber - beratend zur Seite steht. Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Umwelt und Medien bilden den Barmenia-Nachhaltigkeits-beirat. Dazu gehören: Der Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Eurich, Vorstandsmitglied Carola Schroeder (u. a. zuständig für Kapitalanlage) und der Nachhaltigkeitsbeauftragte Stephan Bongwald begleiten die Sitzungen im Allgemeinen. Themenbezogen werden weitere Unternehmensvertreter hinzugezogen.

Bereits seit dem Jahr 2001 gibt es den Nachhaltigkeitsbeirat, der die Kapitalanleger bis zum Jahr 2014 ausschließlich hinsichtlich ökologischer Investitionen be­raten hat.

Die Sitzungen des Nachhaltigkeitsbeirats finden halbjährlich statt. Auch darüber hinaus erfolgt themen- und aktualitätsbezogen ein Austausch.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Nachhaltigkeit betrifft alle Bereiche der Barmenia. Themenspezifisch werden Regeln und Prozesse in den Fachbereichen definiert, realisiert und kontrolliert. So werden beispielsweise die Umsetzung der Ausschlusskriterien in der Kapitalanlage sowie die Anwendung nachhaltiger Kriterien im Einkauf überprüft.

Die Vielzahl der vorhandenen und teilweise gesetzlich vorgeschriebenen Prozesse kann an dieser Stelle nicht ausgeführt werden, da es den Berichtsrahmen überschreiten würde. Beispielhaft soll aber die Erstellung dieses nichtfinanziellen Berichtes aufgezeigt werden.

Prozess zur Erstellung der nichtfinanziellen Berichte
Der Nachhaltigkeitsbeauftragte koordiniert die Erstellung der nichtfinanziellen Berichte. Die in dem Schaubild genannten Fach- und Themenbereiche haben jeweils einen CSR-Koordinator benannt. Diese CSR-Koordinatoren ermitteln die wesentlichen Themen und koordinieren die Texterstellung in ihrem Bereich. Die Texte und Kennzahlen werden mit den jeweiligen Führungskräften abgestimmt und im Bereich Recht abschließend gefestigt.

Koordination nichtfinanzielle Berichte
Abb.: CSR-Koordinatoren in den Fachbereichen liefern dem Nachhaltigkeitsbeauftragten Inhalte für die Berichte


Der Vorstand prüft die Berichte und beschließt sie. Der Aufsichtsrat ist gesetzlich zur Prüfung verpflichtet. Ein Prüfgremium des Aufsichtsrates kontrolliert den nichtfinanziellen Bericht persönlich, indem er ein Managementgespräch führt und anschließend in den Fachbereichen Textinhalte kontrolliert und Stichproben nimmt. Der Gesamtaufsichtsrat prüft zu einem späteren Zeitpunkt die Berichte und beschließt sie, wenn die Korrektheit bestätigt werden kann. Die Berichte werden der Mitgliedervertretung vorgelegt, bevor sie veröffentlicht werden.

Die Zeitpläne zur Erstellung und für die Prüfungen des Berichtes sind durch die gesetzlichen Vorgaben eng gesteckt. Durch die bisherige gute und schnelle Zusammenarbeit mit dem Büro des Deutschen Nachhaltigkeitskodex konnte in den Vorjahren eine quantitative Prüfung auf DNK- und CSR-RUG-Konformität erfolgen. Diese ist aber nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Die detaillierte Erstellung des nichtfinanziellen Berichtes ist im Internen Kontrollsystem (IKS) der
Barmenia hinterlegt. Die vorab beschriebe Berichtserstellung wurde in Kurzform dargestellt.

Nach gesetzlichen Vorgaben bildet die Barmenia insgesamt ein umfangreiches Internes Kontroll-
system (IKS) ab.

Die Hauptabteilung Revision führt regelmäßig Prüfungen in den Fachbereichen durch.

Prozesse wurden auch unter Kriterium "5. Verantwortung" beschrieben.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Wirtschaftskennzahlen werden in einem umfangreichen Controllingsystem erfasst und vom Vorstand kontrolliert. Dieser wird vom Aufsichtsrat und der Mitgliedervertretung über­prüft.

Die Barmenia-Versicherungsgruppe ist gesetzlich verpflichtet, jährlich Geschäftsberichte und Berichte über die Solvabilität und Finanzlage (sog. SFCR-Bericht) sowie nichtfinanzielle Informationen zu veröffentlichen.
Nach gesetzlicher Vorgabe werden finanzielle sowie nichtfinanzielle Kennzahlen vom Aufsichtsrat geprüft und freigegeben. Die Jahresabschlüsse werden von Wirtschaftsprüfern kontrolliert und testiert.

Darüber hinaus tragen freiwillige Zertifizierungen zur weiteren Kontrolle bei. Arbeitsanweisungen zur Datenqualität und Kontrollen im Rahmen des internen Kontrollsystems stellen die Konsistenz der Daten sicher. (s. zur Kennzahl „Kontrolle“ auch „6. Regeln und Prozesse“)

Unternehmensrating der Barmenia Krankenversicherung AG: Ergebnis „Sehr gut“

In 2020 hat sich das größte Unternehmen der Versicherungsgruppe, die Barmenia Kranken-
versicherung AG, einem umfangreichen Unternehmensrating unterzogen.
ASSEKURATA attestiert der Barmenia Krankenversicherung AG die Gesamtnote „Sehr gut“.

Das Gesamtergebnis setzt sich aus den folgenden Einzelergebnissen zusammen, die mit unterschiedlicher Gewichtung in die Bewertung eingehen:

Die Einzelergebnisse im Überblick
Teilqualität Note Gewichtung
Sicherheit exzellent 5%
Erfolg sehr gut 25%
Beitragsstabilität sehr gut 35%
Kundenorientierung sehr gut 25%
Wachstum/Attraktivität im Markt sehr gut 10%

Das erfreuliche Ergebnis wird getragen durch eine sehr hohe Kundenzufriedenheit sowohl in der Voll- als auch in der Zusatzversicherung. Der Krankenversicherer erhalte von seinen Kunden nicht nur bei der Dauer der Rechnungserstattung, sondern auch in Punkto Schnelligkeit der Leistungsabrechnung sowie bei telefonischer Erreichbarkeit oder der Bearbeitung von Online-/E-Mail-Anfragen und der Kompetenz der Mitarbeiter marktüberdurchschnittliche Zufriedenheitswerte. Zudem sei die Sicherheitslage des Unternehmens exzellent, das zeige die marktüberdurchschnittliche Eigenkapitalquote. Vertriebsseitig sei die Barmenia sehr breit aufgestellt und besitze somit hohe Wachstumspotenziale. Insbesondere durch die Einführung der neuen Tarifpalette im Bereich der Zusatzversicherungen zum GKV-Schutz habe die Gesellschaft ihre Wettbewerbsposition deutlich verbessert.

Assekurata hat sich auf die Qualitätsbeurteilung von Versicherungsunternehmen aus Kundensicht spezialisiert. Mit den von Assekurata durchgeführten Ratings hat sich ein Qualitätsmaßstab für Versicherungsunternehmen im deutschen Markt etabliert, der dem Verbraucher als Orientierungshilfe bei der Wahl seines Versicherungsunternehmens dient und Versicherungsvermittler bei ihrer Beratung unterstützt (s. zur Kennzahl „Kontrolle“ auch „6. Regeln und Prozesse“).

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Das Vergütungssystem der Unternehmen und damit auch die mit variablen Vergütungsbestandteilen versehenen Zielvereinbarungen entsprechen den aktien- und auch den versicherungsaufsichtsrechtlichen Anforderungen. Dementsprechend enthalten Zielvereinbarungen auch langfristige Komponenten, die in Abhängigkeit der Zielerreichung aufgeschoben ausgezahlt werden. Zielerreichungsgrade werden von den zuständigen Gremien, also für den Vorstand vom Aufsichtsrat, bewertet und kontrolliert.

In den Unternehmen kommen je nach Verantwortungsebene verschiedene Vergütungskomponenten zur Anwendung. Neben einer festen Vergütung können die Vorstände sowie Mitarbeiter der Verantwortungsebenen 1 und 2 eine variable Vergütung erhalten, die von der Erreichung entsprechender Ziele abhängt.

Die Relation von fester und variabler Vergütung ist auf den verschiedenen Verantwortungsebenen unterschiedlich. Sie ist jeweils so bemessen, dass sie auf der einen Seite Anreize schafft, aber Risiken vermeidet. Die variable Vergütung resultiert deshalb aus individuellen Zielen, Bereichszielen und Unternehmenszielen. Diese sind aus den strategischen Zielen abgeleitet. Sie werden zwischen Aufsichtsrat und Vorstand, Vorstand und Mitarbeitern der Verantwortungsebene 1 sowie Mitarbeitern der Verantwortungsebene 1 und der Verantwortungsebene 2 vereinbart. Sie stehen deshalb auch im Einklang mit der Geschäfts- und Risikostrategie sowie den Zielen und langfristigen Interessen der Unternehmen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Wie unter "1. Strategische Analyse und Maßnahmen" beschrieben, gibt es neben dem Barmenia-Zielsystem kein separates "Nachhaltigkeitszielsystem".
Die Vergütungspolitik wird ausführlich unter "8. Anreizsysteme" beschrieben.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Vorstandsvergütung in Tsd Euro für Geschäftsjahr (Vorjahr)
Barmenia-Konzern: 2.123 (1.818), davon
BK: 1.585 (1.358)
BA: 538 (460)

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Wertvoll für die Gesellschaft
„Die Barmenia ist Teil der Gesellschaft und hat kontinuierlichen Kontakt zu ihren Anspruchsgruppen.“

Anspruchsgruppen der Barmenia (kraft Gesetz)
Die Anspruchsgruppen ergeben sich weitestgehend aus Gesetzen zur Rechtsform der Barmenia
Versicherungen a. G. als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG), der Barmenia Krankenversicherung AG und der Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG als Aktiengesellschaften sowie weiteren Gesetzen, denen der Barmenia-Konzern unterliegt. Daraus ergeben sich folgende Anspruchsgruppen, die im regelmäßigen Austausch mit den Barmenia-Vorständen stehen:
Weitere Anspruchsgruppen der Barmenia
Zu den weiteren Anspruchsgruppen der Barmenia gehören Kunden, die Mitarbeiter, der Vertrieb, Partner und Interessenten, die Politik, Aufsichtsbehörden, Verbände, Verbraucher und ihre Schutz-organisationen sowie Medien. Die Gremien der Barmenia vertreten die Interessen der Stakeholder fortlaufend. Dazu gehört auch die Interessengemeinschaft selbstständiger Versicherungsvermittler der Barmenia Versicherungen e. V. (IVB), die die Einfirmenvertreter vertritt. Als Gremien mit beratender Funktion agieren der Unternehmensbeirat und der Nachhaltigkeitsbeirat. Diese beratenden Gremien setzen sich insgesamt aus Vertretern von Unternehmen, Politik, NGOs, Wissenschaft und Medien zusammen. Darüber hinaus ist die Barmenia in Verbänden wie dem GDV und dem PKV-Verband, aber auch im AGV, im BWV und in dem Unternehmensnetzwerk B.A.U.M. e. V., organisiert.

Wesentlichkeit
Die wesentlichen Themen werden unterjährig im Vorfeld von Sitzungen und Veranstaltun­gen der vorab genannten Gremien ermittelt und dienten deshalb auch zur Erstellung der Wesentlichkeitsermittlung. Darüber hinaus wurden im Jahr 2018 detaillierte Stakeholder-Interviews geführt, um den Gemeinwohlbeitrag (Public Value) der Barmenia zu ermitteln.

  Anspruchsgruppen Themen/Anliegen
Interne Anspruchsgruppen Mitgliedervertreter u. a. Entgegennahme des Lageberichtes und Jahresabschlusses sowie Wahl des Aufsichtsrates
Aufsichtsrat Beratung zu strategischen und operativen Fragen zur Geschäftspolitik und Unternehmenssteuerung sowie Überwachung der Geschäftsführung
Beirat Beratung in wichtigen geschäftspolitischen Fragen und Förderung des Versicherungs-gedankens in der Öffentlichkeit
Nachhaltigkeitsbeirat Beratung und Begleitung in der nachhaltigen Ausrichtung unter Beachtung der drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales
Kunden Sicherheit, Service, Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge, Compliance
Interessengemeinschaft selbstständiger Versicherungsvermittler der Barmenia Versicherungen e. V. (IVB) Beratung der Geschäftsleitung in verschiedenen Fragen, vertritt die Interessen der Einfirmenvertreter
Mitarbeiter (Betriebsrat) Sichere Arbeitsplätze, Einkommen, soziale Sicherheit, Entwicklungsmöglichkeiten
Externe Anspruchsgruppen Staat und Gesellschaft Steuern, sichere Arbeitsplätze, Einhaltung von Recht und Vorschriften, soziale Unterstützung
Mitbewerber Einhaltung von Regeln und Spielregeln zur Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs
Geschäftspartner Sicherheit, Erfüllbarkeit der Verträge, Zusammenarbeit
Medien Transparenz, Verbraucherschutz
 
Ermittlung des Public Value
StakeholderzusammensetzungIm Rahmen einer wissenschaftlich-basierten Untersuchung hat die Barmenia in 2018 begonnen, ihren Gemeinwohlbeitrag zu ermitteln. Die zentrale Frage lautete: "Was macht die Barmenia wertvoll für die
Gesellschaft?" Das Ziel dieser Studie war es, die zentralen Wertbeiträge zum Gemeinwohl systematisch zu erfassen. Zur Beantwortung dieser Frage wurden Vertreterinnen und Vertreter der benannten Stakeholder-Gruppen befragt. Die Interviews wurden mittels einer eigens dafür entwickelten Methodik im persönlichen Gespräch durchgeführt.

An der Studie haben 45 Experten aus der „relevanten Gesellschaft“ bzw. Stakeholder-Gruppen teilgenommen. Sie überblicken aufgrund ihrer Erfahrung und Expertise die gesellschaftlichen Belange und können die Barmenia und ihr Verhalten im gesellschaftlichen Raum vor diesem Hintergrund reflektieren. Acht der Interviewpartner sind weiblich, 37 sind männlich. 25 der befragten 45 Personen gaben an, Kunden der Barmenia zu sein. Auch, wenn sie nicht in dieser Funktion, sondern aufgrund ihrer Expertise und Meinungsführerschaft im relevanten Gesellschaftsbereich befragt wurden. Neben den abgebildeten Stakeholdern wurden einzelne Personen speziell für die Gruppe „Kunde“ interviewt, die sonst keiner weiteren Kategorie zuzuordnen waren. Für die geforderte Expertise sind eine gewisse Erfahrung und oftmals auch Position sowie eine gewisse Kenntnis über die Barmenia Voraussetzung. Erwartungsgemäß ist der Altersdurchschnitt der Expertengruppe mit 50 Jahren relativ hoch.

Aus dem wissenschaftlichen Public Value-Modell der Barmenia wurden in Eigenregie die kommunikativen Schwerpunkte der Barmenia abgeleitet (s. dazu „2. Wesentlichkeit“).

Das Projekt wurde wissenschaftlich begleitet von Prof. Dr. Timo Meynhardt und Eduard Frantz M.A von der HHL Graduate School of Management, Dr. Arend Oetker Lehrstuhls für Wirtschaftspsychologie und Führung an der Handelshochschule Leipzig.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Die wichtigen Themen werden in dieser Entsprechenserklärung in den jeweiligen Kennzahlen benannt. Eine Gesamtübersicht findet sich unter "9. Beteiligung von Anspruchsgruppen" sowie unter "Strategie".

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Innovationen mit Haltung
„Unsere Versicherungen sind Bestandteil gesellschaftlicher Lösungen.“  

Versicherungen sorgen für den finanziellen Ausgleich eines versicherten Schadens. Mit nachhaltigen, innovativen Versicherungsprodukten schützt die Barmenia langfristig ihre Kunden und die Gesellschaft. Bei Produktentwicklungen wird überlegt, wie Versicherte im Schadensfall auch anderweitig entlastet werden können, beispielsweise mit Assistanceleistungen wie einem Einkaufshelfer oder einem Babysitter, einem Handwerker oder einer medizinischen Zweitmeinung. Als umweltbewusstes Unternehmen entwickelt die Barmenia auch Produkte, die die Umwelt entlasten oder dabei unterstützen, z. B. in der Hausratversicherung durch ein Upgrade auf energieeffizientere Haushaltsgeräte. Dabei müssen nachhaltige Zusatzleistungen auch kalkulatorisch gerechtfertigt sein und den Versicherten Zusatznutzen bieten.

Für eine erfolgreiche und langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Versicherungsunternehmen hat eine effiziente und zielgerichtete Produktpolitik ausschlaggebende Bedeutung. Die Entwicklung neuer Produkte sowie deren Innovation orientieren sich maßgeblich an den Kundenwünschen - unter Berücksichtigung einer nachhaltigen Unternehmenspolitik. Die Barmenia entwickelt Versicherungen und Innovationen, die Bestandteil gesellschaftlicher Lösungen sind. Dies findet in einer Zeit des verschärften Wettbewerbs statt und unterliegt vielfältigen Gesetzgebungsmaßnahmen (Solvency II, soziale Sicherungssysteme). Diese Marktdynamik/Marktsättigung erfordert eine hohe Flexibilität bei der Definition und Marktpositionierung neuer Produkte. Klare Strukturen, kurze Produktentwicklungs-zeiten (time to market) und Verantwortlichkeitsregelungen tragen wesentlich zum Erhalt einer starken Wettbewerbsfähigkeit und somit zum Unternehmenserfolg bei.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat die Barmenia im Jahr 2014 das Produktmanagement (PM) neu definiert. Ziel des Produktmanagements soll es daher sein, die unterschiedlichsten Aufgaben zur Produktentwicklung und -pflege so konsequent aufeinander abzustimmen, dass die Produkte in einem dynamischen Umfeld ständig marktfähig und nachhaltig sind.

Die Aufgaben des Produktmanagements (PM) umfassen im Allgemeinen die Planung, Entwicklung, Produktion und Verwaltung von Produkten. Dazu zählen: Um zukünftig noch effektiver die Anforderungen des Marktes erfüllen zu können, wird die Orga-nisationsstruktur regelmäßig auf die erforderlichen Qualitätsanforderungen geprüft.

Die bei der Konzeption der Produkte mitwirkenden Bereiche sind überwiegend auch im PM-Kreis vertreten. Sie erhalten im Rahmen dieses Gremiums frühzeitig und regelmäßig Informationen zu ersten Überlegungen über neue oder zu modifizierende Produkte.

Die einzelnen Prozessschritte, von der Produktidee bis hin zur Produkteinführung/Produktbegleitung, inkl. möglicher Handlungsweisen können so unmittelbar mit den Fachbereichen besprochen und abgestimmt werden. Hierbei steht der Kundenbedarf wesentlich im Blick. Versicherungsvermittler und Kooperationspartner können dabei Ideengeber sein.

Über einen standardisierten Bewertungskriterienkatalog ist es möglich, das neue Produkt oder eine Produktinnovation anhand der fest definierten Kriterien, wie z. B. Wettbewerbsfähigkeit (u. a. soziale Aspekte) sowie Nachhaltigkeit (u. a. ökologische Betrachtung), zügig über ein Punktesystem zu bewerten. So kann die Entscheidung - pro oder contra - einfach und zeitnah getroffen werden.

Der Teilnehmerkreis ist sowohl für die Entwicklung der Produktstrategie als auch für die Planung, Umsetzung und Koordination der daraus abgeleiteten Maßnahmen sowie für die permanente und abschließende Kontrolle verantwortlich.

Mit der Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD (engl. Insurance Distribution Directive) wurde ab 2018 das Produktfreigabeverfahren für die Barmenia-Versicherungsunternehmen - kurz POG (engl. Product Oversight and Governance) - verbindlich eingeführt. Dieses beschreibt neben den Regeln zur Zielmarktbestimmung die angemessenen Maßnahmen und Verfahren für die Gestaltung, Überwachung, Überprüfung und den Vertrieb von Produkten. Die Regelungen müssen dem Komplexitätsgrad und den Risiken in Bezug auf die Produkte sowie der Art, dem Umfang und der Komplexität des entsprechenden Geschäfts des Herstellers angemessen sein.

Produktneuheiten
Im Geschäftsjahr 2020 hat der Barmenia-Konzern wieder innovative und nachhaltige Produkte und Bedingungen geschaffen, die klar und transparent sind und gesellschaftliche Herausforderungen über innovative Lösungen aufgreifen. Diese sind nachfolgend dargestellt:

Barmenia Krankenversicherung AG

Digitale Angebote verbessern das Gesundheitsmanagement und den Kundenservice.

Die Barmenia erweitert für ihre Kunden ständig ihre Service-Angebote und ist ein innovativer Partner rund um die Gesundheit. Die Themen "Ärztemangel auf dem Land" und "Sprechstunden an Randzeiten sowie Wochenenden und Feiertagen" beschäftigen die Bürger in Deutschland schon länger. Die Abwanderung von Ärzten in Großstädte trägt dazu bei, dass eine ausreichende medizinische Versorgung auf dem Land herausfordernd werden kann. Ebenso zeigt uns das aktuelle Jahr, unter dem Zeichen von COVID-19, wie wichtig eine schnelle und qualitative medizinische Beratung und Versorgung ist.

Die Barmenia beschäftigt sich explizit mit diesen wichtigen Gesundheitsthemen, die die Gesellschaft betreffen und für die Lösungen geschaffen werden müssen.

Im Folgenden werden Beispiele aufgeführt, wie die Barmenia diese Themen in ihre Steuerung und Produktlandschaft aufgenommen hat:
  1. AUSZEICHNUNG
    Im ascore Rating vom Juni 2020 erhält der MediApp-Tarif (Telearzt) in der Kategorie Krankenzusatz - Telemedizin die Auszeichnung "Tarif des Monats".
    Um im Rahmen einer Krankenheitskosten-Vollversicherung alle Möglichkeiten einer modernen medizinischen Beratung nutzen zu können, bietet die Barmenia einen kostenlosen Telemedizin-Service an. Dieser telemedizinische Service gewährleistet rund um die Uhr einen digitalen Zugang zu qualifizierter ärztlicher Beratung und ggf. Behandlung. Bei Bedarf kann sogar ein Rezept oder eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausgestellt werden. Somit wird dem Kunden sehr zeitnah nicht nur ein medizinischer Rat gegeben, sondern auch das entsprechende Medikament verschrieben. So können Beschwerden unmittelbar behandelt werden, die wiederum den Genesungsverlauf begünstigen können. Darüber hinaus erspart dies dem Kunden im Idealfall den Weg zum Arzt und Wartezeit und schont ferner Ressourcen.

    Telemedizinische Versorgung ist heute noch nicht flächendeckend etabliert. In der Regel bleibt es den Kassen sowie den privaten Versicherern überlassen, welche Form der telemedizinischen Leistungen und ob sie Telemedizin anbieten wollen. Demnach ist nicht jedem Bürger der Zugang automatisch hierzu vollumfänglich gewährt. Mit dem Barmenia-MediApp-Tarif bietet die Barmenia die telemedizinischen Leistungen erstmalig in einem Solo-Baustein an. Damit ist die Barmenia der erste Anbieter in Deutschland, der dieses Service-Angebot allen Menschen - unabhängig von ihrer Hauptversicherung und Zugangsvoraussetzungen, wie z. B. Gesundheitszustand und Alter - anbietet. 

    Dies ermöglicht allen in Deutschland gemeldeten Bürgern, jederzeit einen Arzt sprechen zu können - ganz unkompliziert und einfach. Im Idealfall kann die Barmenia somit jedem Menschen qualitativ hochwertige ärztliche Beratung ermöglichen und Ressourcen (Fahrten, Wartezeiten,…) schonen.

    Die Barmenia hat mit Medgate seit Januar 2020 auf einen der erfahrensten Telemedizin-Anbieter am Markt im Bereich der Telemedizin gesetzt. Medgate hat über 20 Jahre Erfah-
    rung im Bereich der digitalen Arztberatung und -behandlung. Auf Grund der Erfahrung und Expertise dieses Partners kann die Barmenia ihren Kunden auch eine qualitativ hochwertige digitale Beratung zu COVID-19 anbieten. Die Barmenia-Kunden bekommen eine Erst-
    einschätzung zu ihren Symptomen und erhalten bei Bedarf ein Privatrezept und/oder eine AU-Bescheinigung – und das 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Dieser Kommunikationsweg zum digitalen Arzt hat es ermöglicht, potenzielle Infektionsherde einzuschränken, in dem Kontakte vermieden werden können. Gleichzeitig können eine erste medizinische Ein-schätzung und Empfehlungen ausgesprochen werden.

    Ganzheitliche Serviceleistungen für Kunden
    Die Barmenia baut für ihre Kranken-Vollversicherungskunden die Services rund um die Gesundheit fortlaufend aus, um ideale Lösungen für Krankheitsbilder und Diagnosen abbilden zu können.

    • Über Services - wie betterDoc - kann sich der Kunden z. B. eine Zweitarztmeinung von Experten, vor allem bei schwerwiegenderen Diagnosen, einholen. Dadurch können z. B. Operationen vermieden oder aber auch Sicherheit für den Therapieplan eingeholt werden.
    • Über Programme - wie selfapy - oder die Kooperation mit den Schön Kliniken, kann die Barmenia dem Kunden im Rahmen psychischer Erkrankungen Experten an die Hand geben. Diese können zum einen die Zeit bis zur Therapie überbrücken oder aber auch eine stationäre Nachbehandlung stabilisieren.
    • Mit Kaya haben die Kunden die Möglichkeit, unabhängig von Ort und Zeit ihren Rücken zu stärken und eine Art mobile Physiotherapie zu nutzen.
    • Über die Kooperation mit Kieser Training ermöglicht die Barmenia den Kunden, ein Training mit Experten vor Ort vorzunehmen. Dadurch können Gesundheitsbeschwerden durch gezielte Prävention gänzlich vermieden bzw. frühzeitig behandelt werden.

  2. Barmenia folgt dem Megatrend der Individualisierung und geht dabei individuell und nachhaltig auf Kundenbedürfnisse ein.

    Die Barmenia hat zu Beginn des Jahres eine neue Produktlandschaft in der Kranken-Zusatzversicherung auf den Markt eingeführt. Bei der Konzeption der Produktwelt
    „Mehr-für-Sie“ ist explizit ein Fokus auf individuelle Kundenbedürfnisse und schlanke sowie papierlose Prozesse gelegt worden. Alle Produkte sind online abschließbar. Eine Police wird in der Regel per E-Mail an den Kunden versendet.

    Bei der Konzeption ist u. a. auch großer Wert darauf gelegt worden, dass alle potenziellen Kunden ein Produkt abschließen können. Dafür ist eigens in jeder Produktlinie ein Produkt ohne Gesundheitsprüfung konzipiert worden. Somit werden auch Menschen mit Vorerkran-kungen berücksichtigt und nicht kategorisch ausgeschlossen.

    Im ambulanten Bereich hat die Barmenia einen Budgettarif konzipiert, der es dem Kunden ermöglicht, innerhalb einer festgelegten Budgethöhe seine Ausgaben für medizinische Anliegen selbst zu „steuern“. Damit kann der Kunde eigenständig im Rahmen des Tarifes entscheiden, wofür er sein Budget ausgeben möchte. Wichtig hierbei ist lediglich, dass eine ärztliche Verordnung vorliegt. Mit dieser Produktlinie hat die Barmenia ein Alleinstellungsmerkmal in der privaten Kranken-Zusatzversicherung. Beim Unternehmensrating mit der Note „Sehr gut“ stellte ASSEKURATA die Verbesserung der Wettbewerbssituation durch diese neue Barmenia-Tarifpalette heraus.

    Die drei Produktlinien Zahn, ambulant und stationär beinhalten jeweils für sich aufbauende Stufen, z. B. Erstattungshöhen im Zahnbereich zu 80 %, 90 % und 100 %. Die drei Produkt-linien sind miteinander und in Teilen auch untereinander kombinierbar. So bieten sie dem Kunden einen hohen Individualisierungsgrad. Ebenso ist ein Wechsel des Versicherungs-schutzes (z. B. Upgrade) innerhalb einer Tariflinie möglich (teilweise mit Gesundheits-prüfung).

    AUSZEICHNUNGEN

    In der Ausgabe 06/2020 hat Finanztest insgesamt 249 Tarife im Hinblick auf ihre Versicherungsbedingungen und Anträge, getestet.
    Dabei erhält „Mehr Zahn 90“ von der Barmenia die Note "Sehr gut" (1,1) und zeigt damit in Verbindung mit der Top-Note "Sehr gut" (0,5) für den Tarif „Mehr Zahn 100“, dass die Zahnzusatz-Versicherung der Barmenia insgesamt erstklassig ist.

    Im Novemer 2020 hat die Barmenia das Produktportfolio der Kranken-Zusatzversicherung um das Produkt eines neuen Optionstarifes ergänzt. Der Optionstarif „Mehr Optionen“ bietet neben der Option auf eine Kranken-Vollversicherung auch die Option eines Wechsels innerhalb der Kranken-Zusatzversicherungsprodukte. Die Barmenia bietet potenziellen Kunden damit Flexibilität und stützt auch hier den Individualisierungsgedanken.

    Bei der Namensgebung der Produkte hat die Barmenia auf für sich sprechende und verständliche Namen geachtet – gemäß der Vision „Barmenia EINFACH. MENSCHLICH.“

  3. Kooperationspartner Johanniter unterstützt bei Pflegebedürftigkeit
    Pflegebedürftigkeit ist eine Herausforderung, der sich die Barmenia mit namhaften Partnern stellt. Ein weiteres wichtiges gesellschaftliches Thema ist der demografische Wandel. Die deutsche Bevölkerung altert. Die zunehmende Pflegebedürftigkeit stellt Deutschland vor große Probleme. Hinzu kommt, dass Pflegeplätze sowie Einrichtungen nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind. Pflegeplätze selbst ziehen hohe finanzielle Kosten nach sich. Weiterhin möchten die Menschen solange es möglich ist, selbstständig agieren und zuhause versorgt werden. Das Ziel ist, die Eigenständigkeit so weit wie möglich zu stützen und zu erhalten. Mit dem Kooperationspartner Johanniter hat die Barmenia einen Experten an der Seite, wenn es um Pflege im Alltag und Alter geht. Die Barmenia entwickelte ein Produkt, "das Pflegemonatsgeld", welches es dem Kunden ermöglicht, im Alter selbstbestimmt zu entscheiden, wie seine Versorgung erfolgen sollte.

Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG

Die meisten Produkte der Barmenia Allgemeine sind online abschließbar. Angebote und Policen werden über elektronische Medien an den Kunden versendet. So werden Unmengen an Papier eingespart. Für jedes gängige Produkt gibt es drei Produktlinien, die es dem Kunden ermöglichen, möglichst individuell seinen Bedarf abzudecken. Die Ausrichtung bietet nicht nur eine maximale Transparenz für den Kunden, sondern schont zudem die Ressourcen nachhaltig. In vielen Tarifen gibt es bereits heute eine Innovationsklausel und eine Barmenia-Leistungsgarantie.Im Jahr 2020 sind u. a. folgende Produkte überarbeitet bzw. neu konzipiert worden: Mit der Produktausrichtung auf Tiere rundet die Barmenia ihr Produktportfolio im Sinne des Kunden nachhaltig ab. Menschen haben eine starke emotionale Bindung zu ihren Tieren, die häufig als Familienmitglied integriert sind. Die Barmenia möchte für ihre Kunden ein zuverlässiger und vertrau-ensvoller Ansprechpartner für alle seine Lebenslagen und Lebensumstände sein – hiermit sind auch Tiere eingeschlossen. Die ökologischen und sozialen Wirkungen der Versicherungsleistungen können nicht separat ermittelt werden. Sie werden als finanzielle Leistungen insgesamt im Geschäftsbericht und unter "18. Gemeinwesen" unter Aufwendungen für Versicherungsfälle genannt.

Customer Experience-Management und kontinuierliche Kundenfeedback-Systeme
Ziel ist, den Service im Sinne der Barmenia-Kunden fortlaufend weiterzuentwickeln. Die Barmenia will sich an den Kundenbedürfnissen ausrichten und ihr Markenversprechen „#MachenWirGern“ einlösen.

Dazu priorisiert die Barmenia im Rahmen des Customer Experience-Managements aus Kundensicht relevante Prozesse und führt an wichtigen Kontaktpunkten kontinuierliche Kundenbefragungen durch (z. B. nach einer Leistungsabrechnung oder nach einem Gespräch mit der telefonischen Kundenbetreuung). Durch die Erhebung der Weiterempfehlungsbereitschaft und durch tiefergehende Zufriedenheits- und Faktenfragen können Kundenerlebnisse abgebildet, Kundenerwartungen analysiert, Verbesserungspotenziale identifiziert und Serviceziele abgeleitet werden. Die Abfrage konkreter Aspekte eines Kundenkontaktes und die Software-gestützte Verarbeitung der Kundenantworten bietet der Barmenia die Möglichkeit, Zusammenhänge sichtbar zu machen und Einflüsse auf die Gesamtzufriedenheit und die Weiterempfehlungsbereitschaft quantitativ und qualitativ zu erkennen.

Beispiel: Customer-Experience-Management in der telefonischen Kundenbetreuung
Seit dem Jahr 2016 gibt es das kontinuierliche Feedback-System. Damit kann die Barmenia wichtige Kriterien für die Zufriedenheit und Weiterempfehlungsbereitschaft aus Kundensicht ermitteln. Ein relevanter Aspekt ist zum Beispiel, dass der Kunde das Gefühl vermittelt bekommt, dass sich der Mitarbeiter um sein Anliegen kümmert. Ein weiteres Kriterium ist, dass der Mitarbeiter Sachverhalte einfach und verständlich erklären kann.

Die Kundenbewertung dieser Aspekte erfolgt auf einer Antwortskala von „stimme voll und ganz zu“ bis „stimme gar nicht zu“. Mit den Erkenntnissen konnten konkrete Ziele mit Blick auf den Kundenanteil „stimme voll und ganz zu“ festgelegt und Maßnahmen zur Zielerreichung erarbeitet und umgesetzt werden.

Das Ergebnis ist eine deutliche Verbesserung bei der Bewertung der beiden Teilaspekte „Zuständigkeit“ und „Erklärung des Sachverhaltes“ mit gleichzeitiger Verbesserung der Gesamtzufriedenheit. Den Aussagen „Der Mitarbeiter fühlte sich für mein Anliegen zuständig“ und „Der Mitarbeiter konnte den Sachverhalt einfach und verständlich erklären“ stimmen mittlerweile annähernd 75 % der befragten Kunden voll und ganz zu.

Diese Beispiele zeigen, wie mit Hilfe des kontinuierlichen Kundenfeedback-Systems ein fortlaufendes Erarbeiten von zielführenden Verbesserungsmaßnahmen und ein regelmäßiges Controlling hinsichtlich Relevanz und Wirksamkeit erfolgen kann.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Kundengelder: Verantwortungsvolle Investitionen mit Bekenntnis zu UNPRI
Investitionen setzen wir verantwortungsvoll ein unter Berücksichtigung von Sozial- und Umweltaspekten.

Die Erfüllung der Verträge hat oberste Priorität. Dazu gehört für die Barmenia auch, dass das Geld der Kunden verantwortungsvoll investiert wird.

Seit dem Jahr 2014 bekennen sich die Barmenia-Unternehmen zu den Grundsätzen für verantwortungsvolles Investieren der Vereinten Nationen (engl. Principles for Responsible Investments, kurz PRI).
 
Die Barmenia war somit einer der ersten Versicherer in Deutschland, der dieses Bekenntnis abgegeben hat.
 
Mit der Unterschrift verpflichtet sich die Barmenia, Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekte bei Investitionsentscheidungen zu beachten. Diese Verpflichtung zu den UNPRI beinhaltet, dass die Barmenia zum 31. März eines jeden Jahres einen Transparenzbericht an das PRI-Sekretariat geben muss. Dieser Bericht zeigt die Weiterentwicklung in der Kapitalanlage der Barmenia auf. Der öffentliche Teil kann unter www.unpri.org eingesehen werden.

Die Barmenia hat Ausschlusskriterien festgelegt, die für Neuinvestitionen und seit 2019 auch ohne
Bestandsschutz für den Altbestand gelten:  

Ausschlusskriterien der Barmenia Unternehmen:
  • Herstellung von oder Handel mit geächteten Waffen (Streubomben, Landminen etc.) sowie konventionellen Waffen und konventionellen Waffenkomponenten
  • Herstellung von Bioziden (Chemikalien, die von der WHO als extrem gefährlich eingestuft
    werden)
  • Bei der Behandlung von Arbeitnehmern Verstoß gegen Prinzipien, die die ILO als grundlegend ansieht: Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Diskriminierung sowie systematische Umgehung von Mindestarbeitsstandards. Dies gilt für die Unternehmen selbst sowie für deren Zulieferer/Subunternehmer.
  • Verstoß gegen Menschenrechte über Arbeitsverhältnisse hinaus, z. B. Inkaufnahme von
    Gefährdung der Kunden, Menschenhandel, Gewaltanwendung, Verletzung der Selbstbestimmungsrechte. Dies gilt für die Unternehmen selbst sowie für deren Zulieferer/Subunternehmer.
  • Verstoß gegen ein oder mehrere der zehn Prinzipien des UN GLOBAL COMPACT
Staaten:
  • Verstoß gegen Arbeitsrechte hinsichtlich Mindestlöhne, Arbeitszeiten, Sicherheit und Gesundheit
  • Autoritäre Regime
  • Juristische Diskriminierung gesellschaftlicher Gruppen, z. B. Frauen, Behinderte, Minderheiten
  • Weite Verbreitung von Kinderarbeit
  • Verstoß gegen Menschenrechte, z. B. politische Willkür, Folter, Bewegungs- und Religions-freiheit
  • Massive Einschränkung der Presse- und Medienfreiheit
  • Praktizierung der Todesstrafe
Weiterentwicklung
Die Barmenia versteht Nachhaltigkeit als Weg, auf dem Meilensteine gesetzt werden, die kontinuierlich geprüft und mit Augenmaß weiterentwickelt werden. In 2020 konnten weitere Entwicklungen vorgenommen werden:

Ausschlusskriterien für Neuinvestitionen und Altbestand
Die Ausschlusskriterien gelten für alle Neuinvestitionen. Der Bestandsschutz für Wertpapiere mit negativen Nachhaltigkeitsmerkmalen wurde aufgehoben, wobei das wirtschaftliche Interesse im Sinne der Versichertengemeinschaft gewahrt bleiben muss. Nach Bekanntwerden eines Negativ-merkmals werden die Bestände überprüft und innerhalb der nächsten 12 Monate interessenwahrend Umschichtungen vorgenommen. Im Rahmen der Anlageausschusssitzungen weisen die Manager der Spezialfonds nach, welche Wertpapiere mit negativen Nachhaltigkeitsmerkmalen seit wann im Bestand sind, die Veräußerungspflicht innerhalb von 12 Monaten wird hier ebenfalls überprüft.

Entwicklung des CO2-Footprints der Kapitalanlage
Es wurde erstmals eine CO2-Auswertung der Portfolien mit Vergleichsbenchmark vorgenommen. Bei der Bewertung der Auswertung ist zu beachten, dass nur für 49 Prozent der Wertpapiere im Bestand verwendbare CO2-Daten zur Verfügung standen. Diese Auswertung wird aktuell analysiert und zeigt mögliche Ansatzpunkte für den Umbau der Portfolien hin zu nachhaltigeren CO2-ärmeren Kapitalströmen auf. Diese Ansätze werden im nächsten Jahr auf Umsetzbarkeit geprüft. Im Rahmen von Solvency II werden ESG-Risiken regelmäßig analysiert und erforderlichenfalls Maßnahmen zur Minderung von ESG-Risiken implementiert.

Regulatorik
Es wurde ein bereichsübergreifendes Projektteam zur Regulatorik im Bereich Nachhaltigkeit gegründet. Es wird zielgerichtet an der Umsetzung der Transparenzverordnung zum 10.03.2021 gearbeitet. Die Barmenia strebt eine nachhaltige Kapitalanlage an. Dabei musste die Frage geklärt werden, in welchen Punkten die Barmenia den Anforderungen der Verordnung nachkommen oder ihre Nichterfüllung erklären möchte.

Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach
Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen:

Barmenia-Konzern: 88 % (2019: 89 %)

Barmenia Krankenversicherung AG: 87 % (2019: 87 %),
Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG: 99 % (2019: 99 %)

Bereits im Jahr 2019 wurden alle Anlageklassen von der Nachhaltigkeitsstrategie erfasst mit Ausnahme der Immobilien, Baufinanzierungen und strategischen Beteiligungen. Im Verhältnis zur Gesamtkapitalanlage ist die Anlageklasse Baufinanzierung in diesem Kalenderjahr prozentual stärker gestiegen, so dass der Prozentsatz, der eine positive oder negative Auswahlprüfung nach ESG Gesichtspunkten durchläuft im Gesamtkonzern um 1 % gesunken ist. Aktuell werden Klassifizierungsmöglichkeiten für Immobilien und Baufinanzierungen geprüft.

Hinweis: Die Barmenia behält sich zur Portfoliosteuerung vor, Investments in US Treasuries bis max. 3 % des Kapitalanlagevolumens zu tätigen.


Risikobewertung
Die adäquate Begegnung von Nachhaltigkeitsrisiken im Sinne der ESG-Kriterien wird bei der Barmenia als gesamtunternehmerische Verantwortung betrachtet. In der Kapitalanlage werden
Nachhaltigkeitsrisiken seit der Bekennung zu den PRI im Jahre 2014 explizit adressiert. Die sowohl gesellschaftliche als auch politische Bedeutung der Nachhaltigkeit nimmt die Barmenia fortwährend zum Anlass, die Auswirkungen möglicher Nachhaltigkeitsrisiken auf das gesamte Unternehmen zu überprüfen. In diesem Zusammenhang werden potenzielle Risiken wie folgt bewertet (s. dazu auch
„2. Wesentlichkeit – Risikomanagement und Bewertung von Nachhaltigkeitsrisiken“):
  • Vorfälle bei einzelnen Emittenten werden insbesondere im Hinblick auf ihre finanziellen Auswirkungen und Risiken untersucht. Die Einbeziehung der Nachhaltigkeitsprinzipien in den Investmentprozess schützt damit insbesondere vor finanziellen Risiken (bspw. Schadenersatzzahlungen bei Nichteinhaltung von Umweltstandards oder Korruption), die sich in Aktien- und Rentenkursen widerspiegeln. Insofern wird hierdurch auch eine langfristig orientierte Rendite sichergestellt.
  • Zusätzlich zu den finanziellen Risiken können auch Reputationsrisiken für die Barmenia-Versicherungsgruppe deutlich besser vermieden werden.
  • Auch werden Investitionen in Geschäftsmodelle gemieden, die Risiken für die Barmenia-Versicherungsgruppe im Kerngeschäft schaffen können, z. B. bei Geschäftsmodellen mit negativen Auswirkungen auf die Gesundheit und damit auf die Kosten der Krankenversicherung.
  • Um eine ganzheitliche Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsrisiken im Risikomanagementsystem der Barmenia zu gewährleisten, wurden im Rahmen der zweiten Risikoinventur 2020 Pflichtangaben für die ESG-Risiken in die einzelnen Risikomeldungen integriert. In diesem Zusammenhang müssen die jeweiligen Risikobeobachter erörtern, inwiefern das in der Risikomeldung skizzierte Risiko einen Bezug zu Nachhaltigkeitsrisiken im Sinne der ESG hat.
Risikobewertung
Die adäquate Begegnung von Nachhaltigkeitsrisiken im Sinne der ESG-Kriterien wird bei der Barmenia als gesamtunternehmerische Verantwortung betrachtet. In der Kapitalanlage werden Nachhaltigkeitsrisiken seit der Bekennung zu den PRI im Jahre 2014 explizit adressiert. Die sowohl gesellschaftliche als auch politische Bedeutung der Nachhaltigkeit nimmt die Barmenia fortwährend zum Anlass, die Auswirkungen möglicher Nachhaltigkeitsrisiken auf das gesamte Unternehmen zu überprüfen. In diesem Zusammenhang werden potenzielle Risiken wie folgt bewertet: