5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Nachhaltigkeit ist ein interdisziplinäres, d. h. bereichsübergreifendes Unternehmensthema. Deshalb ist der Barmenia-Vorstand insgesamt für die nachhaltige Unternehmensführung verantwortlich. Die Zuständigkeiten sind nach Ressortverantwortlichkeiten geregelt.

Barmenia-Nachhaltigkeitsbeirat
Um wirtschaftliche, soziale sowie ökologische Kernthemen der Unternehmensführung besser bewerten zu können, hat die Barmenia einen unabhängigen Nachhaltigkeitsbeirat eingerichtet, der den Vorständen der Barmenia-Versicherungsgruppe - auch als Impulsgeber - beratend zur Seite steht.

Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Umwelt und Medien bilden den Barmenia-Nachhaltigkeitsbeirat. Dazu gehören:
Die Sitzungen des Nachhaltigkeitsbeirats begleitet mindestens ein Barmenia-Vorstandsmitglied. Themenbezogen können die Unternehmensvertreter variieren.

Bereits seit dem Jahr 2001 verfügt die Barmenia über einen Nachhaltigkeitsbeirat, der die Kapitalanleger bis zum Jahr 2014 ausschließlich hinsichtlich ökologischer Investitionen beraten hat.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Nachhaltigkeit betrifft alle Bereiche der Barmenia. Themenspezifisch werden Regeln und Prozesse in den Fachbereichen definiert, realisiert und kontrolliert.

Die Hauptabteilung Revision führt regelmäßig Prüfungen durch.

Prozesse wurden auch unter Kriterium "5. Verantwortung" beschrieben.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Wirtschaftskennzahlen werden in einem umfangreichen Controllingsystem erfasst und vom Vorstand kontrolliert. Dieser wird vom Aufsichtsrat und der Mitgliedervertretung überprüft. Darüber hinaus werden Personalkennzahlen sowie ökologische Kennzahlen erfasst und geprüft. Freiwillige Zertifizierungen tragen zur weiteren Kontrolle bei. Arbeitsanweisungen zur Datenqualität und Kontrollen im Rahmen des internen Kontrollsystems stellen die Konsistenz der Daten sicher.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Die Barmenia verpflichtet sich zu folgenden Leitsätzen (über Gesetze hinaus):

Zertifizierung zur Nachhaltigen Unternehmensführung vom TÜV Rheinland

Im Jahr 2015 wurde ein umfangreiches Audit zur Nachhaltigen Unternehmensführung durch den TÜV Rheinland durchgeführt. Das Zertifikat orientiert sich an der ISO26000, dem Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung, und zeigt die unternehmerische Verantwortung auf. Der Standard zur Nachhaltigen Unternehmensführung beinhaltet die Themen:
Auch die Überwachungsaudits in den Jahren 2016 und 2017 wurden erfolgreich abgeschlossen.

www.zertifizierung.barmenia.de

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Das Vergütungssystem der Unternehmen und damit auch die mit variablen Vergütungsbestandteilen versehenen Zielvereinbarungen entsprechen den aktienrechtlichen und auch den versicherungsaufsichtsrechtlichen Anforderungen. Dementsprechend enthalten Zielvereinbarungen auch langfristige Komponenten, die in Abhängigkeit der Zielerreichung aufgeschoben ausgezahlt werden. Zielerreichungsgrade werden von den zuständigen Gremien, also für den Vorstand vom Aufsichtsrat, bewertet und kontrolliert.

In dem Unternehmen kommen je nach Verantwortungsebene verschiedene Vergütungskomponenten zur Anwendung. Neben einer festen Vergütung haben die Vorstände und alle übrigen Mitarbeitergruppen einen Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung. Vorstände sowie Mitarbeiter der Verantwortungsebenen 1 und 2 können darüber hinaus eine variable Vergütung erhalten, die von der Erreichung entsprechender Ziele abhängen.

Die Relation von fester und variabler Vergütung ist auf den verschiedenen Verantwortungsebenen unterschiedlich. Sie ist jeweils so bemessen, dass sie auf der einen Seite Anreize schafft, aber Risiken vermeidet. Die variable Vergütung resultiert deshalb aus individuellen Zielen, Bereichszielen und Unternehmenszielen. Die Unternehmensziele werden vom Aufsichtsrat festgelegt und gelten für die Vorstände sowie die Verantwortungsebenen 1 und 2. Die individuellen Ziele und Bereichsziele sind aus den strategischen Zielen abgeleitet. Sie werden zwischen Aufsichtsrat und Vorstand, Vorstand und Mitarbeitern der Verantwortungsebene 1 sowie Mitarbeitern der Verantwortungsebene 1 und der Verantwortungsebene 2 vereinbart. Sie stehen deshalb auch im Einklang mit der Geschäfts- und Risikostrategie sowie den Zielen und langfristigen Interessen der Unternehmen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Die Vergütungspolitik wird ausführlich unter "8. Anreizsysteme" beschrieben.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Vorstandsvergütung in Tsd Euro für Geschäftjahr (Vorjahr)
Barmenia-Konzern: 1.840 (1.741), davon
BK: 1.322 (1.238)
BA: 518 (503)

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Anspruchsgruppen der Barmenia
Die Anspruchsgruppen ergeben sich weitestgehend aus Gesetzen zur Rechtsform der Barmenia Krankenversicherung a. G. als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG) und der Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG als Aktiengesellschaft sowie weiteren Gesetzen denen der Barmenia-Konzern unterliegt. Daraus ergeben sich folgende Anspruchsgruppen, die im regelmäßigen Austausch mit den Barmenia-Vorständen stehen:
Darüber hinaus hat die Barmenia weitere Anspruchsgruppen identifiziert, die zur positiven Unternehmensentwicklung beitragen und auf mögliche Risiken frühzeitig hinweisen können. Diese Anspruchsgruppen sind in weiteren Gremien abgebildet: Interessengemeinschaft selbstständiger Versicherungsvermittler der Barmenia Versicherungen e. V. (IVB), im Unternehmensbeirat und Nachhaltigkeitsbeirat, die im Folgenden ausführlicher beschrieben werden.

Stakeholderdialog und Wesentlichkeit
Zu den Anspruchsgruppen der Barmenia gehören Gremien, Kunden, die Mitarbeiter, der Vertrieb, Partner und Interessenten, die Politik, Aufsichtsbehörden, Verbände, Verbraucher und ihre Schutzorganisationen sowie Medien. Die Gremien der Barmenia vertreten die Interessen der Stakeholder fortlaufend.

So werden Kunden in dem Gremium der Mitgliedervertretung repräsentiert. Eine weitere Überwachungsfunktion haben die Aufsichtsräte inne. Der Betriebsrat vertritt die Interessen der Mitarbeitenden und die Interessengemeinschaft selbstständiger Versicherungsvermittler der Barmenia Versicherungen e. V. (IVB)
die Einfirmenvertreter. Als Zusatzgremien mit beratender Funktion agieren der Unternehmensbeirat und der Nachhaltigkeitsbeirat. Die beratenden Gremien setzen sich insgesamt aus Vertretern von Unternehmen, Politik, NGOs, Wissenschaft und Medien zusammen. Darüber hinaus ist die Barmenia in Verbänden wie GDV und PKV, aber auch im AGV, im BWV und in dem Unternehmensnetzwerk B.A.U.M. e. V., organisiert.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Die wesentlichen Themen werden unterjährig im Vorfeld von Sitzungen und Veranstaltungen der vorab genannten Gremien ermittelt und dienten deshalb auch zur Erstellung der Wesentlichkeitsermittlung.

 

Anspruchsgruppen

Themen/Anliegen

Interne Anspruchsgruppen

Mitgliedervertreter

u.a. Entgegennahme des Lageberichtes und Jahresabschlusses sowie Wahl des Aufsichtsrates

Aufsichtsrat

Strategische und operative Fragen zur Geschäftspolitik und Unternehmenssteuerung

Beirat

Beratung in wichtigen geschäftspolitischen Fragen und Förderung des Versicherungsgedankens in der Öffentlichkeit

Nachhaltigkeitsbeirat

Beratung und Begleitung in der nachhaltigen Ausrichtung unter Beachtung der drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales

Kunden

Sicherheit, Service, Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge

Interessengemeinschaft selbstständiger Versicherungsvermittler der Barmenia Versicherungen e. V. (IVB)

Beratung der Geschäftsleitung in verschiedenen Fragen, vertritt die Interessen der Einfirmenvertreter

Mitarbeiter

Sichere Arbeitsplätze, Einkommen, soziale Sicherheit, Entwicklungsmöglichkeiten

Externe Anspruchsgruppen

Staat und Gesellschaft

Steuern, Sichere Arbeitsplätze, Einhaltung von Recht und Vorschriften

Mitbewerber

Einhaltung von Regeln und Spielregeln zur Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs

 

Interessengemeinschaft selbstständiger Versicherungsvermittler der Barmenia Versicherungen e. V.

Beratung der Geschäftsleitung in vertrieblichen Fragen, vertritt die Interessen der Einfirmenvertreter

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Versicherungen sorgen für den finanziellen Ausgleich eines versicherten Schadens. Mit nachhaltigen, innovativen Versicherungsprodukten schützt die Barmenia langfristig ihre Kunden und die Gesellschaft. Bei Produktentwicklungen wird überlegt, wie Versicherte im Schadensfall auch anderweitig entlastet werden können, beispielsweise mit einem Einkaufshelfer oder einem Babysitter, einem Handwerker oder einer medizinischen Zweitmeinung. Als umweltbewusstes Unternehmen entwickelt die Barmenia auch Produkte, die die Umwelt entlasten oder dabei unterstützen, z. B. in der Hausratversicherung durch ein Upgrade auf energieeffizientere Haushaltsgeräte. Dabei müssen nachhaltige Zusatzleistungen auch kalkulatorisch gerechtfertigt sein und den Versicherten Zusatznutzen bieten.

Für eine erfolgreiche und langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Versicherungsunternehmen hat eine effiziente und zielgerichtete Produktpolitik ausschlaggebende Bedeutung. Die Entwicklung neuer Produkte sowie die Innovation dieser, orientieren sich maßgeblich nach den Kundenwünschen - unter Berücksichtigung der nachhaltigen Unternehmenspolitik. Dies findet in einer Zeit des verschärften Wettbewerbs statt und unterliegt vielfältigen Gesetzgebungsmaßnahmen (Solvency II, soziale Sicherungssysteme). Diese Marktdynamik/Marktsättigung erfordert eine hohe Flexibilität  bei der Definition und Marktpositionierung neuer Produkte. Klare Strukturen, kurze Produktentwicklungszeiten (time to market) und Verantwortlichkeitsregelungen tragen wesentlich zum Erhalt einer starken Wettbewerbsfähigkeit und somit zum Unternehmenserfolg bei.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat die Barmenia im Jahr 2014 das Produktmanagement (PM) neu definiert. Ziel des Produktmanagements soll es daher sein, die unterschiedlichsten Aufgaben zur Produktentwicklung und -pflege so konsequent aufeinander abzustimmen, dass die Produkte in einem dynamischen Umfeld ständig marktfähig und nachhaltig sind.

Die Aufgaben des Produktmanagements (PM) umfassen im Allgemeinen die Planung, Entwicklung, Produktion und Verwaltung von Produkten. Dazu zählen:

Die bei der Konzeption der Produkte mitwirkenden Bereiche sind überwiegend auch im PM-Kreis vertreten und erhalten im Rahmen dieses Gremiums frühzeitig und regelmäßig Informationen zu ersten Überlegungen über neue oder zu modifizierende Produkte.

Die einzelnen Prozessschritte von der Produktidee bis hin zur Produkteinführung/Produktbegleitung inkl. möglicher Handlungsweisen können so unmittelbar mit den Fachbereichen besprochen und abgestimmt werden. Hierbei steht der Kundenbedarf wesentlich im Blick. Versicherungsvermittler und Kooperationspartner können dabei Ideengeber sein.

Über einen standardisierten Bewertungskriterienkatalog ist es möglich, das neue Produkt oder eine Produktinnovation anhand der fest definierten Kriterien wie z. B. Wettbewerbsfähigkeit u. a. soziale Aspekte sowie Nachhaltigkeit u. a. ökologische Betrachtung zügig über ein Punktesystem zu bewerten und somit die Entscheidung pro oder contra einfach und zeitnah zu treffen.

Der Teilnehmerkreis ist sowohl für die Entwicklung der Produktstrategie als auch für die Planung, Umsetzung und Koordination und der daraus abgeleiteten Maßnahmen sowie für die permanente und abschließende Kontrolle verantwortlich.

Mit der Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD (engl. Insurance Distribution Directive) wird auch ab 2018 das Produktfreigabeverfahren für die Barmenia Versicherungsunternehmen - kurz POG (engl. Product Oversight and Governance) - verbindlich eingeführt. Dieses beschreibt neben den Regeln zur Zielmarktbestimmung die angemessenen Maßnahmen und Verfahren für die Gestaltung, Überwachung, Überprüfung und den Vertrieb von Produkten. Die Regelungen müssen dem Komplexitätsgrad und den Risiken in Bezug auf die Produkte sowie der Art, dem Umfang und der Komplexität des entsprechenden Geschäfts des Herstellers angemessen sein.

Produktneuheiten
Im Geschäftsjahr 2017 hat der Barmenia-Konzern wieder innovative und nachhaltige Produkte und Bedingungen geschaffen, die klar und transparent sind und somit zur besseren Verständlichkeit beitragen.
 
Barmenia Krankenversicherung a. G.
Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG

Die meisten Produkte der Barmenia Allgemeine sind online abschließbar. Angebot und Policen werden über elektronische Medien an den Kunden versendet. Für jedes gängige Produkt gibt es drei Produktlinien, die es dem Kunden ermöglichen, möglichst individuell seinen Bedarf abzudecken. Die Ausrichtung bietet nicht nur eine maximale Transparenz für den Kunden, sondern schont zudem die Ressourcen nachhaltig. In vielen Tarifen gibt es bereits heute eine Innovationsklausel und eine Barmenia-Leistungsgarantie. Im Jahr 2017 sind u. a. die folgenden Produkte überarbeitet worden:
Customer Experience Management und -Mess-System

Das Ziel der Barmenia ist es, den Service im Sinne ihrer Kunden fortlaufend weiterzuentwickeln. Die Barmenia will sich an den Kundenbedürfnissen ausrichten und die Kundenerwartungen erfüllen.

Dazu hat die Barmenia im Rahmen des Customer Experience-Managements für den Kunden wichtige Prozesse (z. B. die Leistungsabwicklung) priorisiert und über Kundenfeedbacks zunächst eine Standortbestimmung durchgeführt. Durch Zufriedenheits- und Faktenfragen konnten die Kundenerlebnisse abgebildet, Kundenerwartungen analysiert, Verbesserungspotenziale identifiziert und Serviceziele abgeleitet werden.

Über die darauf folgende Implementierung kontinuierlicher Kundenfeedback-Systeme erfolgt nun das fortlaufende Arbeiten mit Maßnahmen und das regelmäßige Controlling hinsichtlich der fachbereichsspezifischen Ziele, die alle darauf einzahlen, die Kundenzufrie­denheit zu maximieren.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen. Link

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Principles for Responsible Investment (PRI)

Die Barmenia Versicherungen investieren nach ihren Wertevorstellungen als familienfreundliche Unternehmen, die sich ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung bewusst sind. Deshalb haben der Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Eurich und der Kapitalanlagenvorstand Martin Risse im September 2014 die Erklärung der UNPRI gezeichnet. Somit bekennt sich die Barmenia offiziell zu den Grundsätzen für nachhaltiges Investieren der Vereinten Nationen (PRI). Dadurch gewährleistet sie ein Investitionsverhalten, das sozial verantwortungsbewusst und zuträglich für die Umwelt ist und eine gute Unternehmensführung verlangt. So kann sie in ihrem Kerngeschäft direkten Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklung nehmen.


Gemeinsam mit dem Partner oekom research, einer der weltweit führenden Rating-Agenturen im nachhaltigen Anlagesegment, wurden mögliche Ausschlusskriterien identifiziert. Diese wurden mit dem Barmenia-Leitbildteam (ein hierarchieübergreifendes Gremium der Barmenia) diskutiert und festgelegt, vom Barmenia-Nachhaltigkeitsbeirat gebilligt und von den Barmenia-Vorständen beschlossen.

Ausschlusskriterien der Barmenia

Unternehmen als Herausgeber von Wertpapieren (Emittenten):

  • Herstellung von Bioziden (Chemikalien, die von der WHO als extrem gefährlich eingestuft werden)
  • Herstellung von oder Handel mit geächteten Waffen (Streubomben, Landminen etc.)
  • Bei der Behandlung von Arbeitnehmern Verstoß gegen Prinzipien, die die ILO als grundlegend ansieht: Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Diskriminierung sowie systematische Umgehung von Mindestarbeitsstandards. Dies gilt für die Unternehmen selbst sowie für deren Zulieferer/Subunternehmer.
  • Verstoß gegen Menschenrechte über Arbeitsverhältnisse hinaus, z.B. Inkaufnahme von Gefährdung der Kunden, Menschenhandel, Gewaltanwendung, Verletzung der Selbstbestimmungsrechte. Dies gilt für die Unternehmen selbst sowie für deren Zulieferer/Subunternehmer.
Staaten als Emittenten:
  • Verstoß gegen Arbeitsrechte hinsichtlich Mindestlöhne, Arbeitszeiten, Sicherheit und Gesundheit
  • Autoritäre Regime
  • Juristische Diskriminierung gesellschaftlicher Gruppen, z. B. Frauen, Behinderte, Minderheiten
  • Weite Verbreitung von Kinderarbeit
  • Verstoß gegen Menschenrechte, z. B. politische Willkür, Folter, Bewegungs- und Religionsfreiheit
  • Massive Einschränkung der Presse- und Medienfreiheit
  • Praktizierung der Todesstrafe

 

Unternehmen, die die PRI gezeichnet haben, verpflichten sich, einen Erstbericht über den Status quo der Kapitalanlage und danach jährlich einen Fortschrittsbericht abzugeben. Dabei wird kontrolliert, ob die Unternehmen der Entwicklungsverpflichtung hin zu mehr Nachhaltigkeit folgen und wie sich das Investitionsportfolio insgesamt entwickelt. Die Barmenia hat dem UNPRI-Sekretariat im März 2017 den ersten Bericht (Status quo) übermittelt. Zukünftig werden jährlich Fortschrittsberichte abgegeben.

Die Abteilung Wertpapiere hat u. a. die Aufgabe, die Grundsätze der Vereinten Nationen bei den Anlageentscheidungen zu berücksichtigen und die definierten Ausschlusskriterien anzuwenden. Im Laufe des Jahres 2017 wurde die Anwendung der Ausschlusskriterien für die Neuanlage von dem Direktbestand auf die von der Barmenia gehaltenen Wertpapier-Spezialfonds erweitert. Des Weiteren wurde der Nachhaltigkeitsstatus des Portfolios analysiert und mit dem Vorjahreswert verglichen. Dies eröffnet perspektivisch Möglichkeiten, das Portfolio weiter nachhaltig ausrichten zu können. Der Ressortvorstand kontrolliert die Umsetzung.

 

Geplant sind der Beginn der Umsetzung des Best-in-Class-Ansatzes, d. h. die Investition in die jeweils nachhaltigeren Emittenten einer Anlageklasse sowie die Prüfung weiterer Schritte, wie die Berücksichtigung von Kennzahlen zu CO2-Emissionen und der Verwendung von fossilen Brennstoffen sowie der Übergewichtung nachhaltiger Emittenten im Anlageuniversum.

Der Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen, liegt beim Barmenia-Konzern bei 77 % (Barmenia Krankenversicherung a. G. bei 76 % und Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG bei 89 %).

Hinweis: Für einige Assetklassen wie Hypothekendarlehen ist die Auswahlprüfung nicht aussagekräftig bzw. schwer anwendbar. Bei dem Teil der Anlagen, die nicht die Auswahlprüfung durchlaufen, fehlt es also nicht per se an der Nachhaltigkeit.