5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Jedes Vorstandsmitglied trägt die Verantwortung für Nachhaltigkeitsthemen in seinem Ressort.
Die Fachbereiche sowie der Nachhaltigkeitsbeauftragte im Bereich Presse und Vorstandsstab
unterstützen die Vorstände.

Ressortverantwortungen der Barmenia-Vorstände: Barmenia-Nachhaltigkeitsbeirat
Um wirtschaftliche, soziale sowie ökologische Kernthemen der Unternehmensführung besser bewerten zu können, hat die Barmenia einen unabhängigen Nachhaltigkeitsbeirat eingerichtet, der den Vorständen der Barmenia-Versicherungsgruppe - auch als Impulsgeber - beratend zur Seite steht.

Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Umwelt und Medien bilden den Barmenia-Nachhaltigkeitsbeirat. Dazu gehören: Der Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Eurich, Vorstandsmitglied Carola Schroeder (u. a. zuständig für Kapitalanlage) und der Nachhaltigkeitsbeauftragte Stephan Bongwald als Protokollführer begleiten die Sitzungen im Allgemeinen. Themenbezogen werden weitere Unternehmensvertreter hinzugezogen.

Bereits seit dem Jahr 2001 gibt es den Nachhaltigkeitsbeirat, der die Kapitalanleger bis zum Jahr 2014 ausschließlich hinsichtlich ökologischer Investitionen be­raten hat. Die Sitzungen des Nachhaltigkeitsbeirats finden halbjährlich statt. Auch darüber hinaus erfolgt themen- und aktualitätsbezogen ein Austausch.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Nachhaltigkeit betrifft alle Bereiche der Barmenia. Themenspezifisch werden Regeln und Prozesse in den Fachbereichen definiert, realisiert und kontrolliert. So werden beispielsweise die Umsetzung der Ausschlusskriterien in der Kapitalanlage sowie die Anwendung nachhaltiger Kriterien im Einkauf überprüft.

Die Hauptabteilung Revision führt regelmäßig Prüfungen durch.

Prozesse wurden auch unter Kriterium "5. Verantwortung" beschrieben.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Wirtschaftskennzahlen werden in einem umfangreichen Controllingsystem erfasst und vom Vorstand kontrolliert. Dieser wird vom Aufsichtsrat und der Mitgliedervertretung überprüft.

Die Barmenia-Versicherungsgruppe ist gesetzlich verpflichtet, jährlich Geschäftsberichte und Berichte über die Solvabilität und Finanzlage (sog. SFCR-Bericht) sowie nichtfinanzielle Informationen zu veröffentlichen.
Nach gesetzlicher Vorgabe werden finanzielle sowie nichtfinanzielle Kennzahlen vom Aufsichtsrat geprüft und freigegeben. Die Jahresabschlüsse werden von Wirtschaftsprüfern kontrolliert und testiert.

Darüber hinaus tragen freiwillige Zertifizierungen zur weiteren Kontrolle bei. Arbeitsanweisungen zur Datenqualität und Kontrollen im Rahmen des internen Kontrollsystems stellen die Konsistenz der Daten sicher.

Die Ermittlung der nichtfinanziellen Kennzahlen dieses Berichts wird beispielsweise unter
"13. Klimarelevante Emissionen" aufgezeigt.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Die Barmenia beachtet folgende Prinzipien (s. dazu auch "1. Strategische Analyse und Maßnahmen"):

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Das Vergütungssystem der Unternehmen und damit auch die mit variablen Vergütungsbestandteilen versehenen Zielvereinbarungen entsprechen den aktien- und auch den versicherungsaufsichtsrechtlichen Anforderungen. Dementsprechend enthalten Zielvereinbarungen auch langfristige Komponenten, die in Abhängigkeit der Zielerreichung aufgeschoben ausgezahlt werden. Zieler­reichungsgrade werden von den zuständigen Gremien, also für den Vorstand vom Aufsichtsrat, be­wertet und kontrolliert.

In den Unternehmen kommen je nach Verantwortungsebene verschiedene Vergütungskomponenten zur Anwendung. Neben einer festen Vergütung können die Vorstände sowie Mitarbeiter der Verantwortungsebenen 1 und 2 darüber hinaus eine variable Vergütung erhalten, die von der Erreichung entsprechender Ziele abhängt.

Die Relation von fester und variabler Vergütung ist auf den verschiedenen Verantwortungsebenen unterschiedlich. Sie ist jeweils so bemessen, dass sie auf der einen Seite Anreize schafft, aber Risiken vermeidet. Die variable Vergütung resultiert deshalb aus individuellen Zielen, Bereichszielen und Unternehmenszielen. Diese sind aus den strategischen Zielen abgeleitet. Sie werden zwischen Aufsichtsrat und Vorstand, Vorstand und Mitarbeitern der Verantwortungsebene 1 sowie Mitarbeitern der Verantwortungsebene 1 und der Verantwortungsebene 2 vereinbart. Sie stehen deshalb auch im Einklang mit der Geschäfts- und Risikostrategie sowie den Zielen und langfristigen Interessen der Unternehmen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Wie unter "1. Strategische Analyse und Maßnahmen" beschrieben, gibt es neben dem Barmenia-Zielsystem kein separates "Nachhaltigkeitszielsystem".
Die Vergütungspolitik wird ausführlich unter "8. Anreizsysteme" beschrieben.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Vorstandsvergütung in Tsd. Euro für Geschäftsjahr (Vorjahr): 422 (498)

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Anspruchsgruppen der Barmenia (kraft Gesetz)
Die Anspruchsgruppen ergeben sich weitestgehend aus Gesetzen zur Rechtsform der Barmenia
Versicherungen a. G. als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG), der Barmenia Krankenversicherung und der Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG als Aktiengesellschaften sowie weiteren Gesetzen, denen der Barmenia-Konzern unterliegt. Daraus ergeben sich folgende Anspruchsgruppen, die im regelmäßigen Austausch mit den Barmenia-Vorständen stehen: Weitere Anspruchsgruppen der Barmenia
Zu den weiteren Anspruchsgruppen der Barmenia gehören Kunden, die Mitarbeiter, der Vertrieb, Partner und Interessenten, die Politik, Aufsichtsbehörden, Verbände, Verbraucher und ihre Schutzorganisationen sowie Medien. Die Gremien der Barmenia vertreten die Interessen der Stakeholder fortlaufend. Dazu gehört auch die Interessengemeinschaft selbstständiger Versicherungsver­mittler der Barmenia Versicherungen e. V. (IVB), die die Einfirmenvertreter vertritt. Als Zusatzgremien mit beratender Funktion agieren der Unternehmensbeirat und der Nachhaltigkeitsbeirat. Diese beratenden Gremien setzen sich insgesamt aus Vertretern von Unternehmen, Politik, NGOs, Wissenschaft und Medien zusammen. Darüber hinaus ist die Barmenia in Verbänden wie GDV und PKV, aber auch im AGV, im BWV und in dem Unternehmensnetzwerk B.A.U.M. e. V., organisiert. 

Wesentlichkeit
Die wesentlichen Themen werden unterjährig im Vorfeld von Sitzungen und Veranstaltun­gen der vorab genannten Gremien ermittelt und dienten deshalb auch zur Erstellung der Wesentlichkeitsermittlung.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

  Anspruchsgruppen Themen/Anliegen
Interne Anspruchsgruppen Mitgliedervertreter u. a. Entgegennahme des Lageberichtes und Jahresabschlusses sowie Wahl des Aufsichtsrates
Aufsichtsrat Beratung zu strategischen und operativen Fragen zur Geschäftspolitik und Unternehmenssteuerung sowie Überwachung der Geschäftsführung
Beirat Beratung in wichtigen geschäftspolitischen Fragen und Förderung des Versicherungs-gedankens in der Öffentlichkeit
Nachhaltigkeitsbeirat Beratung und Begleitung in der nachhaltigen Ausrichtung unter Beachtung der drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales
Kunden Sicherheit, Service, Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge
Interessengemeinschaft selbstständiger Versicherungs-vermittler der Barmenia Versicherungen e. V. (IVB) Beratung der Geschäftsleitung in verschiedenen Fragen,
vertritt die Interessen der Einfirmenvertreter
Mitarbeiter (Betriebsrat) Sichere Arbeitsplätze, Einkommen, soziale Sicherheit, Entwicklungsmöglichkeiten
Externe Anspruchsgruppen Staat und Gesellschaft Steuern, sichere Arbeitsplätze, Einhaltung von Recht und Vorschriften, soziale Unterstützung
Mitbewerber Einhaltung von Regeln und Spielregeln zur Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs

Ermittlung des Public Value der Barmenia
Im Rahmen einer wissenschaftlich-basierten Untersuchung hat die Barmenia in 2018 begonnen, ihren Gemeinwohlbeitrag zu ermitteln. Die zentrale Frage lautet: "Was macht die Barmenia wertvoll für die Gesellschaft?" Das Ziel dieser Studie ist es, die zentralen Wertbeiträge zum Gemeinwohl systematisch zu erfassen. Zur Beantwortung dieser Frage wurden 45 Vertreter der vorab genannten Stakeholdergruppen befragt. Die Interviews wurden mittels einer eigens dafür entwickelten Methodik im persönlichen Gespräch durchgeführt.

Aufbauend auf den so gewonnenen Erkenntnissen über den tatsächlich wahrgenommenen Gemeinwohlbeitrag und mögliche Spannungsfelder können strategische Maßnahmen abgeleitet und ergriffen werden, die sich noch stärker an der gesellschaftlichen Wert- und Erwartungshaltung orientieren. Da der Prozess andauert, kann er nicht in diese Berichterstattung aufgenommen werden.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Lebensversicherungen bieten Versicherungslösungen für Risiken wie Tod und Berufsunfähigkeit sowie Langlebigkeit. Sie bieten langfristige Planungssicherheit und erweisen sich somit als zuverlässige Form der (Alters-)Vorsorge. Private Lebens- und Rentenversicherungen sind kapitalgedeckt und generationengerecht.

Als Anbieter kapitalgedeckter Produkte zur (Alters-)Vorsorge leistet die Barmenia Lebensversicherung einen wichtigen und heutzutage unverzichtbaren Beitrag zu einem nachhaltigen System der sozialen Sicherung. Die Versicherten der Barmenia sorgen durch eigenes Ansparen in kapitalgedeckten Lebensversicherungsprodukten selbst für ihr Alter vor.

Mit einer individuellen Fondswahl bietet die Barmenia Lebensversicherung dem nachhaltigkeitsorientierten Kunden ein besonderes Angebot an: Im Rahmen der Investprodukte und der Überschussverwendung "Fondsanlage" können die Gelder in ökologische und nachhaltige Fonds investiert werden.

Für eine erfolgreiche und langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Versicherungsunternehmen hat eine effiziente und zielgerichtete Produktpolitik ausschlaggebende Bedeutung. Die Entwicklung neuer Produkte sowie deren Innovation, orientieren sich maßgeblich an den Kundenwünschen - unter Berücksichtigung einer nachhaltigen Unternehmenspolitik. Die Barmenia entwickelt Versicherungen und Innovationen, die Bestandteil gesellschaftlicher Lösungen sind. Dies findet in einer Zeit des verschärften Wettbewerbs statt und unterliegt vielfältigen Gesetzgebungsmaßnahmen (Solvency II, soziale Sicherungssysteme). Diese Marktdynamik/Marktsättigung erfordert eine hohe Flexibilität bei der Definition und Marktpositionierung neuer Produkte. Klare Strukturen, kurze Produktentwicklungszeiten (time to market) und Verantwortlichkeitsregelungen tragen wesentlich zum Erhalt einer starken Wettbewerbsfähigkeit und somit zum Unternehmenserfolg bei.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat die Barmenia im Jahr 2014 das Produktmanagement (PM) neu definiert. Ziel des Produktmanagements soll es daher sein, die unterschiedlichsten Aufgaben zur Produktentwicklung und -pflege so konsequent aufeinander abzustimmen, dass die Produkte in einem dynamischen Umfeld ständig marktfähig und nachhaltig sind.

Die Aufgaben des Produktmanagements (PM) umfassen im Allgemeinen die Planung, Entwicklung, Produktion und Verwaltung von Produkten. Dazu zählen: Um zukünftig noch effektiver die Anforderungen des Marktes erfüllen zu können, wird die Organisationsstruktur regelmäßig auf die erforderlichen Qualitätsanforderungen geprüft. Hier ist im Produktmanagement kürzlich beschlossen worden, einen Unterkreis "Produkt-Forum" zum Produktmanagement zu bilden. Dieser soll zum einen Ideen vorab entwickelnund zum anderen unsere Serviceleistungen und Produkte auf Erfolg controllen. Durch diese neue Maßnahme soll eine schnellere und qualitativ verbesserte Umlage von Ideen sichergestellt werden können.

Die bei der Konzeption der Produkte mitwirkenden Bereiche sind überwiegend auch im PM-Kreis vertreten und erhalten im Rahmen dieses Gremiums frühzeitig und regelmäßig Informationen zu ersten Überlegungen über neue oder zu modifizierende Produkte.

Die einzelnen Prozessschritte von der Produktidee bis hin zur Produkteinführung/Produktbegleitung inkl. möglicher Handlungsweisen können so unmittelbar mit den Fachbereichen besprochen und abgestimmt werden. Hierbei steht der Kundenbedarf wesentlich im Blick. Versicherungsvermittler und Kooperationspartner können dabei Ideengeber sein.

Über einen standardisierten Bewertungskriterienkatalog ist es möglich, das neue Produkt oder eine Produktinnovation anhand der fest definierten Kriterien, wie z. B. Wettbewerbsfähigkeit u. a. soziale Aspekte sowie Nachhaltigkeit u. a. ökologische Betrachtung, zügig über ein Punktesystem zu bewerten und somit die Entscheidung pro oder contra einfach und zeitnah zu treffen.

Der Teilnehmerkreis ist sowohl für die Entwicklung der Produktstrategie als auch für die Planung, Umsetzung und Koordination der daraus abgeleiteten Maßnahmen sowie für die permanente und abschließende Kontrolle verantwortlich.

Mit der Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD (engl. Insurance Distribution Directive) wurde auch ab 2018 das Produktfreigabeverfahren für die Barmenia Versicherungsunternehmen - kurz POG (engl. Product Oversight and Governance) - verbindlich eingeführt. Dieses beschreibt neben den Regeln zur Zielmarktbestimmung die angemessenen Maßnahmen und Verfahren für die Gestaltung, Überwachung, Überprüfung und den Vertrieb von Produkten. Die Regelungen müssen dem Komplexitätsgrad und den Risiken in Bezug auf die Produkte sowie der Art, dem Umfang und der Komplexität des entsprechenden Geschäfts des Herstellers angemessen sein.

Produktneuheiten

Die Barmenia entwickelt Produkte, die u. a. eine drohende Altersarmut verhindern oder aber auch für Arbeitgeber eine Möglichkeit bieten, innovative Angebote zur Mitarbeiterbindung anbieten zu können. Vor allem in Zeiten von Arbeitskräftemangel werden Zusatzleistungen für Arbeitnehmer immer bedeutender und somit auch für den Arbeitgeber. Zum Portfolio der Barmenia gehören folgende demografiefeste Produkte: Die Kunden haben die Möglichkeit, verschiedene Fonds bei der fondsgebundenen Rentenversicherung auszuwählen. Für nachhaltigkeitsorientierte Kunden stehen auch entsprechende Fonds zur Auswahl. In 2019 hat die Barmenia die ETFs (Exchange Traded Funds - börsengehandelte Indexfonds) mit ins Portfolio aufgenommen. Damit bietet die Barmenia ihren Kunden eine noch größere Auswahlmöglichkeit in der Anlage ihrer Beiträge. Weiterhin bietet die Rentenversicherung eine hohe Flexibilität in der Ein- und Auszahlphase, sodass die Bedürfnisse der Kunden abgedeckt werden können.

Die Barmenia ist Konsortialpartner im Rentenwerk. Über das Konsortium "Das Rentenwerk" wird das Betriebsrentenstärkungsgesetz umgesetzt. Ziel des Gesetzes ist es, die betriebliche Altersversorgung vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen zu fördern und somit zu einer besseren Versorgung im Alter beizutragen.

Darüber hinaus bietet die Barmenia zur Absicherung bei Berufsunfähigkeit eine entsprechende Versicherung an. Derzeit erhält jemand, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeitsfähig ist, eine Erwerbsminderungsrente. Diese sichert nur einen Teil des ursprünglichen Verdienstes ab. Über eine Rente aus der Berufsunfähigkeitsversicherung kann der Kunde und ggf. seine Familie trotz Krankheit ein finanziell abgesichertes Leben führen.

Die ökologischen und sozialen Wirkungen der Versicherungsleistungen können nicht separat ermittelt werden. Sie werden als finanzielle Leistungen insgesamt im Geschäftsbericht und unter
"18. Gemeinwesen" unter Aufwendungen für Versicherungsfälle genannt.

Customer Experience Management und kontinuierliche Kundenfeedback-Systeme

Unser Ziel ist, den Service im Sinne unserer Kunden fortlaufend weiter zu entwickeln. Wir wollen uns an den Kundenbedürfnissen ausrichten und unser Markenversprechen einlösen. Dazu priorisieren wir im Rahmen des Customer Experience-Managements aus Kundensicht relevante Prozesse (z. B. die Leistungsabwicklung) und führen an den wichtigen Touchpoints kontinuierliche Kundenbefragungen durch. Durch die Erhebung der Weiterempfehlungsbereitschaft und durch Zufriedenheits- und Faktenfragen können wir Kundenerlebnisse abbilden, Kundenerwartungen analysieren, Verbesserungspotenziale identifizieren und Serviceziele ableiten. Mit Hilfe des kontinuierlichen Kundenfeedback-Systems erfolgt ein fortlaufendes Erarbeiten von Maßnahmen und das regelmäßige Controlling hinsichtlich Relevanz und Wirksamkeit.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen. Link (Seite 38)

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Verantwortungsvolle Investition von Kundengeldern

Die Erfüllung der Verträge unserer Kunden und Mitglieder hat oberste Priorität. Dazu gehört für die Barmenia auch, dass das Geld unserer Kunden verantwortungsvoll investiert wird.

Seit dem Jahr 2014 bekennen sich die Barmenia-Unternehmen zu den Grundsätzen für verantwortungsvolles Investieren der Vereinten Nationen (engl. Principles for Responsible Investments, kurz PRI). Vor ungefähr fünf Jahren war die Barmenia somit einer der ersten Versicherer in Deutschland, der dieses Bekenntnis abgegeben hat. Mit der Unterschrift verpflichtet sich die Barmenia, Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekte bei Investitionsentscheidungen zu beachten.

Die Barmenia hat Ausschlusskriterien festgelegt, die für Neuinvestitionen und seit 2019 auch ohne Bestandsschutz für den Altbestand gelten:

Ausschlusskriterien der Barmenia

Unternehmen:
Staaten:
Weiterentwicklung
Die Barmenia versteht Nachhaltigkeit als Weg, auf dem Meilensteine gesetzt werden, die kontinuierlich geprüft und mit Augenmaß weiterentwickelt werden. In 2019 konnten weitere Meilensteine gesetzt werden.

Ausschlusskriterien für Neuinvestitionen und Altbestand
Die Ausschlusskriterien gelten für alle Neuinvestitionen. Der Bestandsschutz für Wertpapiere mit negativen Nachhaltigkeitsmerkmalen wurde aufgehoben, wobei das wirtschaftliche Interesse im Sinne der Versichertengemeinschaft gewahrt bleiben muss. Nach Bekanntwerden eines Negativmerkmals werden die Bestände überprüft und innerhalb der nächsten 12 Monate interessenwahrend Umschichtungen vorgenommen.

Aufnahme neuer Ausschlusskriterien
Auch die Ausschlusskriterien selbst wurden weiterentwickelt. So wurde das Ausschlusskriterium "Herstellung von oder Handel mit geächteten Waffen (Streubomben, Landminen etc.)" ergänzt um "konventionelle Waffen und konventionelle Waffenkomponenten" und das Ausschlusskriterium
"Verstoß gegen einen oder mehrere der zehn Prinzipien der UN GLOBAL COMPACT" neu aufgenommen. Mit der Einbindung der UN GLOBAL COMPACT werden Umweltaspekte sowie das Ausschlusskriterium "Korruption" intensiver berücksichtigt, da wir vorher als familienfreundliches Unternehmen einen Schwerpunkt auf soziale Verantwortung mit Menschen- und Arbeitsrechtsthemen gesetzt hatten.

Wechsel des Datenproviders
In diesem Jahr erfolgte ein Wechsel des Datenproviders, wodurch die vorab genannten Entwicklungen teilweise ermöglicht wurden. Für die globale Analyse und Umsetzung kooperieren wir aktuell mit der Ratingagentur MSCI ESG Research LLC. Mit diesem Datenprovider werden wir auch in die Lage versetzt, den CO2-Footprint unserer Portfolien analysieren zu können.

Entwicklung des CO2-Footprints der Kapitalanlage
Obwohl wir bei den ESG-Themen mittlerweile gut aufgestellt sind, wollen wir weitere Meilensteine setzen, so z. B. die Senkung des CO2-Footprints unserer Investitionen. Dazu gehört auch, dass wir intensiv die politischen Entwicklungen zur Schaffung eines Referenzmodells mit Praxisbeispielen verfolgen.  

Der Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen, liegt bei der Barmenia Lebensversicherung a. G. bei 93 % (2018 bei 88 %). 

Hinweis:
Die Barmenia behält sich zur Portfoliosteuerung vor, Investments in US Treasuries bis max. 3 % des Kapitalanlagevolumens zu tätigen.
Risikobewertung
Die Berücksichtigung von ESG-Kriterien in der Kapitalanlage wurde anfänglich unserer Unternehmensverantwortung zugeschrieben. Durch den gesellschaftlichen Druck ist ein Reputationsrisiko entstanden, das wir in den letzten Berichten auch entsprechend formuliert haben. Die gesellschaftliche - auch politische - Weiterentwicklung dieses Themas hat zur Folge, dass wir das Risiko wie folgt neu bewerten:
  • Vorfälle bei einzelnen Emittenten werden insbesondere im Hinblick auf ihre finanziellen Auswirkungen und Risiken untersucht. Die Einbeziehung der Nachhaltigkeitsprinzipien in den Investmentprozess schützt damit insbesondere vor finanziellen Risiken (bspw. Schadenersatzzahlungen bei Nichteinhaltung von Umweltstandards oder Korruption), die sich in Aktien- und Rentenkursen widerspiegeln. Insofern wird hierdurch auch eine langfristig orientierte Rendite sichergestellt.
  • Zusätzlich zu den finanziellen Risiken können auch Reputationsrisiken für die Barmenia-Gruppe deutlich besser vermieden werden.
  • Auch werden Investitionen in Geschäftsmodelle gemieden, die Risiken für die Barmenia-Gruppe im Kerngeschäft schaffen können, z. B. bei Geschäftsmodellen mit negativen Auswirkungen auf die Gesundheit und damit auf die Kosten der Personenversicherung.