5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit liegt im ALTE LEIPZIGER - HALLESCHE Konzern beim Gesamtvorstand. Um der wachsenden Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit im ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern zu begegnen und die zahlreichen Nachhaltigkeitsaktivitäten sowie die strategische Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsthemen zu koordinieren, wurde Anfang 2019 die Stelle der Nachhaltigkeitsbeauftragten im Ressort des Vorstandsvorsitzenden eingerichtet. Durch diese Zuordnung unterstreichen wir die strategische Bedeutung von Nachhaltigkeit für unsere Unternehmensgruppe.

Unterstützt wird die Nachhaltigkeitsbeauftragte vom Nachhaltigkeitsmanagement. Dieses besteht aus Nachhaltigkeitskoordinatoren der Ressorts und Gesellschaften, welche für ihre Zuständigkeitsbereiche Nachhaltigkeitsthemen koordinieren. Das Nachhaltigkeitsmanagement kommt in regelmäßigen Abständen zusammen, tauscht sich zu relevanten Nachhaltigkeitsthemen aus und erarbeitet Empfehlungen an den Vorstand. In diesem Rahmen unterstützt das Nachhaltigkeitsmanagement die Nachhaltigkeitsbeauftragte auch bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie sowie bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Der Vorstandsvorsitzende wird regelmäßig zu Nachhaltigkeitsthemen informiert und diskutiert diese mit seinen Vorstandskollegen. Der Gesamtvorstand trifft Entscheidungen zur strategischen Ausrichtung des ALTE LEIPZIGER - HALLESCHE Konzerns und unterbreitet, wo nötig, dem Aufsichtsrat Vorschläge zu Nachhaltigkeitsthemen.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Abhängig vom Handlungsfeld kommen unterschiedliche Regeln und Prozesse zum Tragen, mit denen die Nachhaltigkeitsstrategie im ALTE LEIPZIGER - HALLESCHE Konzern umgesetzt wird.

Unternehmensführung
Durch ein transparentes, nachvollziehbares Corporate-Governance-System schaffen wir Vertrauen in die Leitung und Überwachung unseres Unternehmens bei Kunden, Anlegern, eigenen Mitarbeitern und der Öffentlichkeit. Ein Grundpfeiler des Systems ist der der Deutsche Corporate Governance Kodex, der international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung enthält. Vorstand und Aufsichtsrat der ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung a.G. und der HALLESCHE Krankenversicherung a.G. bekennen sich zum Deutschen Corporate Governance Kodex und geben die Entsprechenserklärung gemäß §161 Aktiengesetz auf freiwilliger Basis ab. Der Kodex verdeutlicht die Verpflichtung von Vorstand und Aufsichtsrat, im Einklang mit den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft für den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen.

Projektmanagement
Auch im Projektmanagement haben wir es uns zum Ziel gesetzt, einen größeren Beitrag zur Nachhaltigkeit des ALTE LEIPZIGER - HALLESCHE Konzerns zu leisten. In einem neuen Projektantragstool erfassen wir dafür ab Mitte 2020, welchen Beitrag die Projekte zur Erreichung der SDGs leisten. Dazu müssen in jedem Projektantrag Fragen zu den SDGs beantwortet werden. So setzen sich die Projektverantwortlichen früh damit auseinander, welche Nachhaltigkeitswirkung sie mit ihren Projekten entfalten. Perspektivisch möchten wir die gewonnenen Erkenntnisse zur weiteren Steuerung im Nachhaltigkeitsmanagement nutzen.

Risikomanagement
Durch unsere Geschäftstätigkeit, unsere Produkte und Dienstleistungen oder durch unsere Geschäftsbeziehungen könnten negative Auswirkungen auf die Umwelt, unsere Arbeitnehmer, die Gesellschaft oder auf Menschenrechte ausgehen oder Korruption und Bestechung ermöglichen. Um dies zu verhindern überprüft unser Risikomanagement regelmäßig im Sinne des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes, ob durch eine wesentliche Geschäftsaktivität „sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen“ auf einen der Nachhaltigkeitsaspekte ausgeht und somit ein wesentliches Risiko vorliegt. Dabei gehen wir wie folgt vor:
Für das Geschäftsjahr 2019 wurden auf Basis dieses Prozesses keine wesentlichen Risiken identifiziert.

Nichtsdestotrotz wurden im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Maßnahmen beschlossen, die diese Risiken weiter reduzieren sollen. So wird der ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern zum Beispiel im Rahmen seiner Aktienstrategie ab diesem Jahr seine Stimmrechte für die Unterstützung von Nachhaltigkeitszielen ausüben sowie über ein verstärktes Engagement mit weiteren Partnern ebenfalls auf die Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen hinwirken.

Darüber hinaus prüft unser Risikomanagement auch, ob von den verschiedenen Nachhaltigkeitsaspekten negative Auswirkungen auf uns als Unternehmen ausgehen können. Für den ALTE LEIPZIGER - HALLESCHE Konzern sind dies insbesondere mögliche Auswirkungen des Klimawandels. In Übereinstimmung mit der Ansicht der BaFin bilden klimabezogene Risiken dabei im ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern keine eigene Risikokategorie, sondern wirken durch bereits bestehende Risikokategorien. Dabei unterscheiden wir zwischen physischen und transitorischen Risiken.
Bei der Überprüfung dieser physischen und transitorischen Risiken, insbesondere im Kapitalanlage-Portfolio des ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzerns, orientieren wir uns an den Empfehlungen der Task-Force on Climate-related Financial Disclosure (TCFD). Hierzu analysieren wir in einer Heatmap das mögliche Gefahrenpotenzial aus dem Klimawandel für den ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern.

Beispielsweise wurde für die Analyse physischer Klimarisiken für die Kapitalanlagen unter anderem der GAIN-Index herangezogen.[1] Dieser Index inklusive der verwendeten Daten wird von der University of Notre Dame angeboten und gibt für jedes Land an, wie sehr dieses von klimatischen Änderungen betroffen und wie gut das Land auf diese klimatischen Änderungen vorbereitet ist. Daneben werden auch kontinuierlich regulatorische Entwicklungen beobachtet, da mittelbare oder unmittelbare Risiken und Belastungen durch diese nicht ausgeschlossen werden können.

Weitere Details zum Umgang mit Nachhaltigkeitsinhalten (z. B. gezielte Maßnahmen) sind in den jeweiligen Kriterien dargestellt.

Vertrieb
Der GDV-Verhaltenskodex für den Vertrieb von Versicherungsprodukten bildet die Grundlage der Zusammenarbeit zwischen dem ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern mit seinen Vertriebspartnern. Durch ihn soll ein rechtskonformes und redliches Verhalten von den Konzerngesellschaften und deren Vertriebspartnern sichergestellt werden, um so Schaden vom Unternehmen abzuwenden sowie dessen Reputation und Glaubwürdigkeit zu stärken.


[1] Notre Dame Global Adaption Initiative (ND-GAIN).

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Um die Entwicklung in den Handlungsfeldern unserer Nachhaltigkeitsstrategie steuern und prüfen zu können, erfassen wir verschiedene Leistungsindikatoren. Für das Jahr 2020 planen wir, im Rahmen einer Überarbeitung unseres Zielprogramms auch die dazugehörigen Indikatoren zu prüfen und ggfs. anzupassen und zu ergänzen.

Handlungsfeld „Verantwortungsvolle Unternehmensführung“
Handlungsfeld „Nachhaltige Kapitalanlagen“

Handlungsfeld „Personal und Soziales“

Handlungsfeld „Produkte und Leistungen“

Handlungsfeld „Betrieblicher Umweltschutz“

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Die Werte und Verhaltensstandards des ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzerns spiegeln sich in unserem Unternehmensleitbild, unserem Verständnis von Führung und Zusammenarbeit, dem Verhaltenskodex des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für den Vertrieb von Versicherungsprodukten, dem Code of Conduct, dem Corporate Governance Kodex, dem Kodex für integre Verhaltensweisen sowie dem Lieferanten-Verhaltenskodex wieder. Diese Leitlinien und Verhaltensstandards stehen allen Mitarbeitern im Intranet, im Fachbereich oder auf unserer Unternehmenshomepage zur Verfügung und wurden vom Vorstand verabschiedet. Alle neuen Mitarbeiter werden auf die Unternehmenswerte, Leitlinien und Verhaltensstandards aufmerksam gemacht und müssen einen Selbsttest zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz absolvieren.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Die Vergütungspolitik für Mitarbeitende und Führungskräfte des ALTE LEIPZIGER - HALLESCHE Konzerns ist in Leistungsindikator GRI SRS-102-35 dargestellt.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Ziel unserer Vergütungssysteme ist es, ein auf langfristigen und nachhaltigen Unternehmenserfolg ausgerichtetes Management zu fördern.

Vergütungspolitik für den Vorstand

Die Vorstandsmitglieder der ALTE LEIPZIGER erhalten für ihre Tätigkeit vertraglich festgelegte maximale Jahresbezüge, die zu 70 % aus einer Fixvergütung und zu 30 % aus einer variablen Vergütung bestehen. Durch den hohen Anteil an fixer Vergütung entsteht keine übermäßige Abhängigkeit von der variablen Vergütung und es werden keine Anreize geschaffen, unverhältnismäßig hohe Risiken für die Erreichung der variablen Vergütungsbestandteile einzugehen.

Für den Vorstand wird die Zielerreichung durch den Aufsichtsrat geprüft und bewertet. Die Höhe der variablen Vergütung ist davon abhängig, ob im Voraus vereinbarte übergeordnete Unternehmensziele erreicht werden. Diese Ziele sind für alle Vorstandsmitglieder gleich und werden aus der jeweiligen Jahres- und Mittelfristplanung des Unternehmens abgeleitet. In den Zielvereinbarungen setzt der ALTE LEIPZIGER - HALLESCHE Konzern verstärkt Komponenten mit mehrjähriger Anreizwirkung ein, das heißt wir fördern durch einen längeren Zeithorizont für die Ziele gezielt nachhaltiges Handeln. Dabei wird ein wesentlicher Teil der variablen Vergütung bei Zielerfüllung zunächst zurückbehalten und frühestens nach drei Jahren gewährt, und das nur, wenn das entsprechende Ziel auch für den gesamten Zeitraum erfüllt ist.

In den Unternehmenszielen und damit auch in den Zielvereinbarungen für den Vorstand sind übergeordnete nichtfinanzielle Ziele wie Kundenzufriedenheit, Beitragsstabilität und ab 2020 auch die Unterzeichnung und Umsetzung der UN PRI berücksichtigt. Nicht alle Unternehmensziele sind vergütungsrelevant, jedoch muss der Vorstand dem Aufsichtsrat über den Fortschritt zu allen Unternehmenszielen Bericht erstatten.

Vergütungspolitik für leitende Angestellte
Das Vergütungssystem für die leitenden Angestellten enthält ebenfalls eine Kombination aus einer Fixvergütung, die 70 % des maximalen Jahreseinkommens beträgt, und einer variablen Vergütung von bis zu 30 % des maximalen Jahreseinkommens, wovon wiederum 1/3 ergebnisunabhängig garantiert werden. Auch hier sorgt der Anteil an fixer Vergütung dafür, dass die Führungskräfte keine Anreize für unverhältnismäßig hohen Risiken zur Erreichung der variablen Vergütungsbestandteile bekommen.

Die Höhe der variablen Vergütung bestimmt sich zu 40 % in Abhängigkeit von der Erfüllung jährlich vorgegebener Unternehmensziele und zu 60 % in Abhängigkeit von der Erreichung jährlich vereinbarter erfolgs- (d. h. quantitativ formulierter) und leistungsbezogener (d. h. qualitativ formulierter) individueller bzw. Bereichsziele. Ein wesentlicher Teil der gemäß Zielerfüllung erreichten variablen Vergütung wird überdies auch bei den leitenden Angestellten zunächst zurückbehalten und frühestens nach einem Zurückbehaltungszeitraum von drei Jahren gewährt, sofern das vom Vorstand im Rahmen der jährlichen Zielvereinbarung jeweils vorab vorgegebene und an der nachhaltigen Unternehmensentwicklung oder dem nachhaltigen Unternehmenserfolg ausgerichtete Ziel während des Zurückbehaltungszeitraums erfüllt bleibt. Der Aufsichtsrat überprüft und bewertet die Erreichung der Ziele und bespricht das Ergebnis mit den Führungskräften.

Vergütungspolitik für die Mitgliedervertretung
Auch die Mitglieder der Mitgliedervertreterversammlung erhalten eine Vergütung. Die Hälfte hiervon wird nur bei Teilnahme an den Versammlungen gezahlt. Der Vergütungszeitraum beginnt nach einer ordentlichen Versammlung und endet mit dem Schluss der ordentlichen Versammlung des Folgejahres. Wird das Mandat innerhalb eines Vergütungszeitraums aufgenommen, beendet oder erfolgt eine Teilnahme nicht an allen Versammlungen, wird die Vergütung anteilig gezahlt. Die Höhe der Vergütung wird vom Vorstand im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festgesetzt. Mitgliedervertreter erhalten darüber hinaus Ersatz ihrer Fahrtkosten sowie Tage- und Übernachtungsgelder. Eine ggf. zu entrichtende Umsatzsteuer wird erstattet.

Vergütungspolitik für den Aufsichtsrat
Die Aufsichtsratsvergütung ist fix und wird von der Mitgliedervertreterversammlung festgesetzt. Die Vergütung des Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt das 2-fache und die des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden das 1,5-fache eines einfachen Aufsichtsratsmitglieds. Bei der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wird nur die Mitgliedschaft und nicht der Vorsitz in Ausschüssen berücksichtigt.   Für weitere Angaben zu den Vergütungssystemen, die nicht Bestandteil des nichtfinanziellen Berichts sind, verweisen wir auf den Geschäftsbericht der ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung 2019, Seiten 16 und 80.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Dieser Leistungsindikator wird im Unternehmen nicht als Steuerungskennzahl verwendet, da wir ihn nicht für aussagekräftig erachten. Daher weisen wir diesen Leistungsindikator für unser Unternehmen nicht aus.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Zu den Anspruchsgruppen des ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzerns gehören Aufsichtsräte und weitere Gremien, Mitarbeiter, Vertriebspartner, Kunden und Interessenten, die Politik, Aufsichtsbehörden, Verbände, Verbraucher und ihre Schutzorganisationen sowie die Medien. Diese identifizierten wir 2017 in einem Workshop mit Fach- und Führungskräften des ALTE LEIPZIGER - HALLESCHE Konzerns und einem externen Berater (s. Kriterium 2 der DNK-Erklärungen 2017 und 2018).

Der ALTE LEIPZIGER - HALLESCHE Konzern steht in regelmäßigem Austausch mit den wichtigsten Anspruchsgruppen, auch zu Nachhaltigkeitsthemen. So führten wir im Jahr 2019 Interviews mit internen Stakeholdergruppen durch, um unsere Nachhaltigkeitsthemen zu schärfen und unsere Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln. Auch durch verschiedene Gremien stehen wir im direkten Dialog mit unseren Stakeholdern. Das höchste Gremium der Konzernmuttergesellschaften ist die Mitgliedervertretung. Sie repräsentiert unsere Kunden und setzt sich für deren Interessen ein. Die Aufsichtsräte nehmen ihre gesetzliche Überwachungsfunktion gegenüber den Vorständen wahr. Ein Beirat agiert als zusätzliches Gremium mit beratender Funktion für den Vorstand. Er setzt sich aus Vertretern von Unternehmen, Politik und Wissenschaft zusammen. Darüber hinaus sind unsere Konzernunternehmen Mitglied in Verbänden wie z. B. dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und dem Verband der privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) und stehen dort in regelmäßigem Austausch mit Stakeholdern aus der Branche. Der Betriebsrat vertritt als unternehmensinterner Stakeholder die Interessen der Belegschaft.

Mithilfe des Mitarbeiternetzwerks Yammer können sich Mitarbeiter zudem über allgemeine Nachhaltigkeitsthemen austauschen und Anregungen zur Verbesserung diskutieren. Darüber haben wir 2019 das Ideenmanagement-Tool PI im Testbetrieb eingeführt. Parallel zur Kommunikation der Nachhaltigkeitsstrategie über das Intranet erhielten die Mitarbeiter die Möglichkeit, ihre Ideen zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele über das Ideenmanagement-Tool einzureichen. Die besten Ideen wurden prämiert und der erstplatzierte Mitarbeiter durfte eine Spende in Höhe von 1.000 € an die wohltätige Organisation seiner Wahl richten.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Durch das unternehmensinterne soziale Netzwerk Yammer und das Ideenmanagementtool PI erhalten wir diverse Anregungen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit von unseren Mitarbeitern.

Dazu gehören beispielsweise Ideen wie das Angebot von Jobtickets und Jobrad. Mitarbeiter des ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzerns können ab Frühjahr 2020 ein Fahrrad ihrer Wahl, insbesondere auch Elektrofahrräder, zu besonderen Konditionen über Jobrad leasen.

Aus den Diskussionen auf Yammer ging auch das Projekt „AL_Bee“ hervor.  Im Rahmen dieses Projektes installierten wir 2019 ein Blühstreifen, vier Bienenstöcke und ein Insektenhotel auf dem Firmengelände der ALTE LEIPZIGER. In die Erzeugung und den Verkauf des produzierten Honigs wurden Mitarbeiter und Kunden eingebunden. Bei einem Ideenaufruf zur Förderung der SDGs im Unternehmen gewann bei der ALTE LEIPZIGER das ehrenamtliche Projekt „StreetAngels“, welches nun von der ALTE LEIPZIGER mit 1.000 Euro gefördert wird (s. auch Kriterium 18).

Auch Kunden, Vermittler und Ratingagenturen stellten vermehrt Nachfragen, insbesondere zur Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage des ALTE LEIPZIGER - HALLESCHE Konzerns. Aufgrund der wachsenden Bedeutung einer nachhaltigeren Kapitalanlage nahmen wir dieses Thema 2019 in der neuentwickelten Nachhaltigkeitsstrategie als eigenes Handlungsfeld auf (s. Kriterium 1 – Strategische Analyse und Maßnahmen) und formulierten ein übergeordnetes Unternehmensziel dazu.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Nachhaltige Produkte und Prozesse
Für die Entwicklung und Gestaltung unserer Produkte analysieren wir regelmäßig Trends im Markt und in der Gesellschaft, werten eigene Kundenbefragungen aus und binden den Vertrieb in den Prozess ein. Dabei wird auch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten und -risiken immer wichtiger. Zukünftig möchten wir das Thema Nachhaltigkeit noch intensiver in unseren Produktentwicklungsprozess integrieren.

In der Lebensversicherung fragen unsere Kunden, aber auch andere Stakeholder, vermehrt nach Produkten, die die eigene Vorsorge mit einer umwelt- und sozialverträglichen Kapitalanlage verbindet. Daher bauen wir in der Lebensversicherung unser Angebot an Ökologie- und Nachhaltigkeitsfonds weiter aus. Mit unseren ALfonds-, AL_RENTEFlex- und AL_FlexInvest-Produkten bieten wir inzwischen eine breite Auswahl an Nachhaltigkeitsfonds an. Damit kann der Kunde in nachhaltig wirtschaftende Unternehmen investieren und Nachhaltigkeitsrisiken meiden. Zudem handeln immer mehr Fondsgesellschaften aus unserem Angebot nach den „Principles for Responsible Investment“ der Vereinten Nationen (UN PRI) und nehmen – zum Beispiel durch aktives Engagement als Shareholder – Einfluss auf die Nachhaltigkeit der investierten Unternehmen.

Insbesondere der Immobiliensektor ist ein Bereich mit sehr hohen Treibhausgasemissionen. Aus diesem Grund möchten wir durch unsere Produkte Anreize bei unseren Kunden setzen, diese Emissionen weiter zu senken, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. Für das Jahr 2020 planen wir deshalb die Entwicklung eines Baufinanzierungsprodukts zur Förderung der Klimaziele.

Bereits heute fördert die ALTE LEIPZIGER Bauspar AG Modernisierungen oder ökologische und energiesparende Baumaßnahmen. Mit den Programmen „Wohneigentum“, „Energieeffizient Bauen“, „Energieeffizient Sanieren“ sowie „Altersgerecht umbauen“ bieten die KfW-Darlehen staatlich geförderte Zinsen und ermöglichen so günstigere Investitionen in umwelt- oder sozialgerechtere Baumaßnahmen.
Im Jahr 2019 konnten wir auf diesem Wege 83 Kredite mit einer Gesamtkreditsumme von 5,98 Mio. € ausgegeben. Für 2020 ist eine Gesamtkreditsumme von 7,5 Mio. € geplant.


Auch in der Produktgestaltung der ALTE LEIPZIGER Versicherung AG finden aktuelle Nachhaltigkeitsaspekte Berücksichtigung. So werden zum Beispiel im Hinblick auf die Förderung von Elektrofahrzeugen durch die Bundesregierung im Bereich der Kfz-Versicherung spezielle Deckungserweiterungen für E-Autos, wie der Deckungsbaustein „Elektro-Plus“, angeboten. Mit derartigen Produkten sowie der Umwelthaftpflicht- und Umweltschadensversicherung inklusive zugehöriger Präventivberatung leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit
Die Digitalisierung erfordert von der Finanz- und Versicherungsbranche eine hohe Anpassungsfähigkeit, denn Kundenwünsche und Angebote am Markt befinden sich in einem dauerhaften Wandel. Im Rahmen der strategischen Gesamtausrichtung investieren auch wir weiterhin in die Digitalisierung. Weitere Schritte der Digitalisierung sind die Videolegitimation, Videoberatung und die E-Signatur. Die ALTE LEIPZIGER setzt bereits seit Januar 2017 das Verfahren der Videolegitimation der Deutschen Post ein, um Kunden auch von zu Hause aus verlässlich identifizieren zu können. Bei allen unseren Aktivitäten steht unsere Corporate Digital Responsibility im Fokus, also unsere Unternehmensverantwortung in der digitalen Gesellschaft, sei es im verantwortungsvollen Umgang mit Kundendaten oder in ethischen Fragen zur Datenerhebung.

Die zunehmend schneller werdende technische Entwicklung im Bereich der Digitalisierung hat insbesondere im gewerblichen Bereich zu einer steigenden Nachfrage nach Versicherungsschutz gegen Cyber-Risiken geführt. Aus diesem Grund führten wir im Berichtsjahr ein neues Gewerbe-Cyberversicherungsprodukt bei der ALTE LEIPZIGER Versicherung AG ein. Damit sichern wir die Schäden und den Betriebsausfall durch Cyberangriffe bei Unternehmen ab.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen. Link (Seite 38)

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Im Jahr 2018 wurde durch imug, Hannover, eine erste Portfolioanalyse anhand marktüblicher Ausschlusskriterien durchgeführt. Dabei konnten rund 96 % der Investments abgedeckt werden. 
Gemäß der Analyse ist das Portfolio des ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzerns zum Stichtag 31.03.2018 weitgehend frei von ESG-Risiken. Diese Analyse von imug ist weiterhin relevant, da sich die Zusammensetzung des Kapitalanalgeportfolios nicht wesentlich verändert hat. Für nähere Informationen siehe auch Kriterium 4 „Tiefe der Wertschöpfungskette“.