5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Der Gesamtvorstand verantwortet die nachhaltige Entwicklung der apoBank.
Die Frage nach einer allgemeinen Nachhaltigkeitsstrategie wird in Kriterium1 dieser Entsprechenserklärung behandelt. Alle relevanten Aktivitäten werden entsprechend den jeweiligen Zuständigkeiten dezentral in den Fachbereichen erarbeitet und mit dem Bereich Unternehmenskommunikation abgestimmt, der sie dokumentiert.

Zielvorgaben werden seit Juli 2018 in einem bankübergreifenden Arbeitskreis Nachhaltigkeit gemeinsam erarbeitet und in den Fachbereichen umgesetzt. Der Arbeitskreis ist mit Vertretern der Fachbereiche Asset Management, Compliance, der Abteilung Einkauf aus dem Fachbereich Finanzen, Firmenkunden, Unternehmensdienste (bis 31. Dezember 2018 Facility Management), Institutionelle Anleger, Konzernentwicklung, Personal, Risikocontrolling, Treasury, Unternehmenskommunikation, Unternehmensorganisation, Vertriebsmanagement Privatkunden sowie Finanzen (anlassbezogen) besetzt. Die Sitzungen des Arbeitskreises werden protokolliert. Der Arbeitskreis überwacht die Sachgerechtigkeit der festgelegten Ziele. Im Prozesshandbuch der apoBank sind die Aufgaben des Arbeitskreises im Rahmen einer Arbeitsrichtlinie dokumentiert. Ihre Einhaltung unterliegt der Prüfung der Internen Revision. Der Arbeitskreis berichtet dem Gesamtvorstand.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Wir haben den Punkt Nachhaltigkeit in unseren Verhaltenskodex aufgenommen. Hierbei geht es sowohl um Sorgsamkeit und Verantwortungsbewusstsein als auch um Effizienz.
Die apoBank beabsichtigt, in allen Bereichen der Bank die Mitarbeiter weiter für das Thema zu sensibilisieren und Prozesse und Abläufe auf ihren nachhaltigen Ansatz zu überprüfen. Hierzu vereinbarten die Fachbereiche Konzernentwicklung, Personal, Unternehmensdienste und Unternehmenskommunikation im Dezember 2018, gemeinsam im Jahr 2019 eine Kommunikations-strategie zu erarbeiten.

Dies geschieht durch Information der Mitarbeiter im Intranet der Bank und direkte Ansprache der jeweiligen Fachbereiche. Maßnahmen, die aus Gesprächen und Feedbacks abgeleitet werden, fließen mit in den Bericht des Folgejahres ein. Eine Arbeitsrichtlinie zum Thema Nachhaltigkeit ist veröffentlicht.
Mit der Erstellung der Entsprechenserklärung sowie der betriebsökologischen Kennzahlen setzt sich die apoBank für die kommenden Jahre ökologische und soziale Ziele. Sie liegen u. a. in der Vermeidung von Umweltrisiken und der Reduktion betrieblicher Verbräuche.
Um die zeitgerechte Datenverfügbarkeit für die betriebsökologischen Kennzahlen sicherzustellen, wurden erste Prozesse implementiert und Handlungsfelder identifiziert.

Konkrete Zielvorgaben für die einzelnen Bereiche sollen erarbeitet werden. Derzeit steht die Zusammenstellung der Daten für die Kennzahlen der Entsprechenserklärung durch die Bereiche Einkauf, Facility Management (seit 1. Januar 2019 umbenannt in Unternehmensdienste), Personal und die Abteilung Einkauf aus dem Bereich Finanzen im Fokus.
Der Arbeitskreis Nachhaltigkeit untersucht Themen in den Fachbereichen auf Weiterentwicklungs-potenzial im Nachhaltigkeitskontext und prüft, mit welcher Priorität Prozesse um die Dimension Nachhaltigkeit erweitert werden müssen.

Im Jahr 2018 standen hier im Arbeitskreis unter anderem die Weiterentwicklung der umweltfreundlichen Mobilität und die Prüfung der Reiserichtlinie im Vordergrund. Diese Thematik wurde im Projekt „Mobilitätskonzept“ aufgenommen.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Um Nachhaltigkeitsziele messbar, konsistent zuverlässig und vergleichbar zu machen, nutzt die apoBank den Mindestumfang an Leistungsindikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) im Format der Sustainability Reporting Standards (SRS), welche der DNK für die eigene Umsetzung vorsieht.

Durch die stetige Verwendung desselben Rahmenwerks wird die Datenvergleichbarkeit sowohl über den Zeitablauf als auch zwischen den verschiedenen Berichterstattern gewährleistet. Die Daten für die Ökobilanz, die die Grundlage für die Leistungsindikatoren der DNK-Kriterien 11 bis 13 bildet, werden von der apoBank erhoben und von einem sachkundigen externen Dienstleister aufbereitet. Mit diesem Schritt beabsichtigt die apoBank, die Zuverlässigkeit und die Konsistenz der Daten sicherzustellen.

Darüber hinaus hat die apoBank im Rahmen der Gesamtbanksteuerung vier Balanced-Score-Card-Ziele definiert; darunter auch zwei nichtfinanzielle Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit: Mitarbeiterzufriedenheit und Kundenzufriedenheit. Diese Ziele werden auf Gesamtbank- und Bereichsebene auf Jahresziele heruntergebrochen und jährlich im Rahmen von Umfragen überprüft. Diese relevanten Leistungsindikatoren werden im Vier-Augen-Prinzip, gemeinsam mit dem zuliefernden Bereich, qualitätsgesichert. Diese Balanced Score Card stellt das interne Planungs- und Kontrollsystem dar.

Der Arbeitskreis Nachhaltigkeit hat insbesondere in Bezug auf die quantitativen Leistungsindikatoren der GRI SRS noch keine messbaren Zielgrößen für das Folgejahr abgeleitet. Bisher erfolgte lediglich die Erhebung und die Angabe der Leistungsindikatoren.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Die apoBank hat vier zentrale Werte definiert, die als Leitlinien im Umgang untereinander und mit den Kunden wirken:

1) Verantwortung für Kunden und Bank
2) Verlässlichkeit in Kooperation und Kollegialität
3) Freude an Leistung und Erneuerung
4) Disziplin in Führung und Prozessen.

Werte, die im direkten ökologischen Kontext stehen, finden im Verhaltenskodex der apoBank Anwendung (www.apobank.de/ihre-apobank/die-apobank/verhaltenskodex.html). Hier stellen wir auch den direkten ökologischen Kontext her unter Kriterium 11: Die apoBank geht verantwortungsbewusst mit der Umwelt um und ist bestrebt, natürliche Ressourcen zu schützen und Umweltaspekte in Betriebsabläufen und Geschäftsentscheidungen einzubeziehen.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Für die Ermittlung des bankweiten Zielerreichungsgrads (ZEG Bank) sowie zur Festlegung von Zielerreichungen der Mitarbeiter und Führungskräfte (ZEG Indiv.) nutzt die apoBank eine Balanced Score Card (BSC) mit den vier Dimensionen Finanzen, Prozesse, Mitarbeiter und Kunden. Die Höhe der variablen Vergütung der Führungskräfte und Mitarbeiter ist mit dem BSC-Ansatz verknüpft.

Über die BSC-Dimensionen Kunden und Mitarbeiter beabsichtigt die apoBank, die Kunden- sowie die Mitarbeiterzufriedenheit konstant auf einem hohen Niveau zu halten. Über die Dimension Kunden setzt die Bank den Aspekt der Sozialbelange in Bezug auf den wichtigsten Stakeholder der apoBank um. Zufriedene Kunden der apoBank sind ein zentraler Faktor für eine nachhaltig erfolgreiche Geschäftsentwicklung.

Durch die Dimension Mitarbeiter wird der Nachhaltigkeitsaspekt der Arbeitnehmerbelange berücksichtigt. Über die Dimensionen Finanzen und Prozesse stellt die Bank die langfristige ökonomisch nachhaltige Wertschöpfung der Bank sicher, indem sie die Mitarbeiter zur Optimierung von Prozessen anregt und über finanzielle Zielvorgaben die Ertragsstärke der Bank optimiert.

Aufgrund der Vorgaben der Institutsvergütungsverordnung, denen die apoBank unterliegt, ist sie regulatorisch bereits dazu verpflichtet, die finanziellen Anreize für Mitarbeiter am ökonomisch nachhaltigen Erfolg der Bank auszurichten.

Der Nachhaltigkeitsaspekt der "Sozialbelange" wird zudem implizit über potenzielle Sanktionsmechanismen im Rahmen der variablen Vergütung für Mitarbeiter und Führungskräfte sichergestellt. Für den Fall von Fehlverhalten, Verstößen gegen gesetzliche oder aufsichtsrechtliche Pflichten oder gegen wesentliche Verhaltensregeln (insbesondere bei sitten- oder pflichtwidrigem Verhalten) sehen die Vergütungssysteme eine Reduktion der variablen Vergütung bis zur vollkommenen Streichung vor.

Weitere Nachhaltigkeitsaspekte sind nicht explizit im Anreizsystem für die Mitarbeiter und Führungskräfte enthalten. Sie werden aber teilweise über die Rahmenbedingungen der Finanzbranche sichergestellt. Die Nachhaltigkeitsaspekte "Achtung der Menschenrechte" sowie "Bekämpfung von Korruption und Bestechung" werden bereits ausreichend über die nationale und europaweite Gesetzgebung bei einem Finanzinstitut, mit Tätigkeitsschwerpunkt auf den deutschen Gesundheitsmarkt, sichergestellt.

Umweltbelange sind aufgrund des geringen direkten Einflusses der apoBank auf diesen Nachhaltigkeitsaspekt im Vergleich zu produzierenden Unternehmen nicht direkt in das Anreizsystem der apoBank einbezogen, werden aber über die jährliche Ökobilanz identifiziert und mittels fachbereichsindividueller Projektvorschläge und Maßnahmen langfristig gesteuert. Aus diesen Gründen ist eine Verankerung weiterer ökologischer Nachhaltigkeitsziele im Vergütungssystem der apoBank derzeit nicht beabsichtigt.

Die variable Vergütung des Vorstandes ist gemäß den regulatorischen Vorgaben der Institutsvergütungsverordnung ebenfalls auf den ökonomisch nachhaltigen Erfolg der Bank ausgerichtet. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat die Möglichkeit, weitere Nachhaltigkeitsziele für die variable Vergütung des Vorstandes zu vereinbaren, die zum Beispiel auch auf die Kunden- und die Mitarbeiterzufriedenheit einzahlen. Der Aufsichtsrat ist für die Ausgestaltung des Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder verantwortlich und überprüft regelmäßig dessen Angemessenheit. Dabei kann der Aufsichtsrat Experten aus unabhängigen externen Beratungen mandatieren und wird gemäß den Anforderungen der Institutsvergütungs-verordnung durch den Vergütungskontrollausschuss des Aufsichtsrats unterstützt.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Jahresvergütung sowie Sitzungsgelder. Es werden gemäß den Anforderungen des KWG und der Institutsvergütungsverordnung (IVV) keine variablen Vergütungsbestandteile für die Tätigkeit im Aufsichtsrat gezahlt.

Die apoBank gewährt ihren Mitarbeitern und Führungskräften zur Erreichung ihrer Ziele, die wie in Ziffer 8 „Anreizsysteme“ dargestellt auch zahlreiche Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen, neben fixen Vergütungsbestandteilen (Festgehalt) im Regelfall auch eine variable Vergütung und Nebenleistungen.

Ebenso bietet die apoBank ihren Mitarbeitern und Führungskräften eine betriebliche Altersversorgung. Die betriebliche Altersversorgung von Mitarbeitern und Führungskräften für Neueintritte ist beitragsorientiert ausgestaltet (apoVia). Der jährliche Beitrag beträgt für Neueintritte
2 % des Teils der beitragsfähigen Bezüge bis zur Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung West (BBG) zzgl. 6 % des Teils der beitragsfähigen Bezüge, der die maßgebliche BBG übersteigt. Der jährliche Beitrag erhöht sich um einen Matchingbeitrag, wenn durch den Mitarbeiter ein Eigenbeitrag geleistet wird. Der Matchingbeitrag ist auf höchstens 1 % der beitragsfähigen Bezüge bis zur BBG begrenzt.

Zahlungen auf der Basis von Eigenkapital, Prämien und Verzugsaktien oder zugeteilte Aktien werden bei der apoBank nicht gewährt und scheiden teilweise aufgrund der Rechtsform der apoBank als Genossenschaft aus. Abfindungen gewährt die apoBank nur unter Einhaltung der Anforderungen der IVV.

Die apoBank gewährt bei Einstellung neuer Mitarbeiter variable Vergütungen für maximal zwölf Monate (Anstellungs- bzw. Anreizprämien). Rückforderungen sind seitens der apoBank nur im Rahmen des sogenannten Clawback bei Vorliegen von Malus-Tatbeständen für bereits ausgezahlte Bonuskomponenten vorgesehen.

Die Vergütungsstrategie und die Vergütungssysteme zielen darauf ab, unter Berücksichtigung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben die Grundsätze einer wirtschaftlich nachhaltigen, motivierenden und leistungsorientierten Vergütung einzuhalten. Dazu berücksichtigt die apoBank als bedeutendes Institut im Sinne der Institutsvergütungsverordnung (IVV) bereits eine Vielzahl von Parametern. Dies sind insbesondere die regulatorischen Vorgaben zur Kapitalausstattung und Liquidität, der Ertrag, die eingegangenen Risiken, die Prozesseffizienz, die Kundenzufriedenheit sowie hinsichtlich der Arbeitnehmerbelange die Mitarbeiteridentifikation und hinsichtlich von Sozialbelangen das allgemeine Verhalten der Mitarbeiter.

Für den Fall von Fehlverhalten, Verstößen gegen gesetzliche oder aufsichtsrechtliche Pflichten oder gegen wesentliche Verhaltensregeln (insbesondere bei sitten- oder pflichtwidrigem Verhalten) sehen die Vergütungssysteme eine Reduktion der variablen Vergütung bis zur vollkommenen Streichung der variablen Vergütung vor.

Weitere Informationen zu der Vergütungspolitik und den Vergütungssystemen finden Sie in den Ausführungen zu Ziffer 8 „Anreizsysteme“.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Die Jahresgesamtvergütung (Summe aus Jahresfestgehalt inkl. Zulagen und Planbonus jeweils vollzeitnormiert und p. a.) der höchstbezahlten Person in der apoBank beträgt für das Berichtsjahr das 17-Fache des mittleren Niveaus (Median) der Jahresgesamtvergütung aller Angestellten (ohne die höchstbezahlte Person).

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Mit einer Wesentlichkeitsanalyse haben wir im Jahr 2015 erstmals unsere relevanten Anspruchsgruppen identifiziert. Seither überprüfen wir jährlich, ob sich unsere Anspruchsgruppen im Vergleich zum Analyseergebnis aus 2015 verändert haben. Dies war bisher nicht der Fall.

Die wichtigsten Anspruchsgruppen der apoBank sind unverändert ihre Mitglieder, Kunden und Mitarbeiter. Zusätzlich relevante Anspruchsgruppen sind die Standesorganisationen und die Berufsverbände.

Den Mitgliedern dient als Plattform für den Austausch mit der Bank u. a. die jährlich erfolgende Vertreterversammlung. Sie haben neben ihrem Kundenbetreuer auch einen zentralen Ansprechpartner für ihre Belange. Er steht für Anregungen und Hinweise zum Nachhaltigkeits-management der apoBank zur Verfügung. Darüber hinaus erhalten alle Mitglieder zweimal jährlich ein Schreiben per Post, in dem aktuelle Themen rund um die apoBank aufgegriffen werden. Zugleich finden Mitglieder auf der Homepage der Bank weitere relevante Informationen. Zusätzlich können sie sich für einen regelmäßigen Newsletter ausschließlich für Mitglieder registrieren.
Erstmals seit 2018 ruft die Bank ihre Mitglieder auf, ihre Genossenschaft mitzugestalten. In gemeinsamen Workshops oder Interviews besteht die Möglichkeit, maßgeschneiderte Services oder Finanzprodukte mit zu entwickeln. Die dargestellten Kommunikationskanäle mit den Mitarbeitern dienen u. a. auch der Kommunikation von Vorschlägen für die Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements der apoBank.

Um den Dialog mit Kunden der Bank zu fördern, führt die apoBank jährlich Befragungen zur Kundenzufriedenheit durch. Über Freitextfelder besteht hier auch die Möglichkeit, Anregungen bzw. Anmerkungen zum Nachhaltigkeitsmanagement der apoBank abzugeben.

Die Sitzungen des Aufsichtsrats und des Beirats stellen weitere Möglichkeiten des Mitglieder- und Kundendialoges dar.

Mit unseren Mitarbeitern stehen wir über vielfältige Kanäle im Dialog. Sie können sich über das Innovationsmanagement und über die E-Mail-Adresse "nachhaltigkeit@apobank.de" in das Nachhaltigkeitsmanagement einbringen. Mittels einer jährlichen Umfrage erheben wir die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Die Mitarbeiter haben über das Intranet, interne Veranstaltungen und Betriebsver-sammlungen die Möglichkeit, Vorschläge, Fragen und Ideen zum Nachhaltigkeitsmanagement der apoBank zu diskutieren und sich auszutauschen.

Alle anderen Anspruchsgruppen haben die Möglichkeit, ihre Anliegen über Telefon oder E-Mail direkt an die apoBank zu adressieren. Der Bereich Unternehmenskommunikation ist dann für die Beantwortung und Weiterleitung des Anliegens verantwortlich.

Verbesserungsvorschläge, die die apoBank über diese diversen Kanäle von den gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Anspruchsgruppen erreichen, werden zur weiteren Analyse und Ausarbeitung an den Arbeitskreis Nachhaltigkeit weitergeleitet, zum Teil über den Bereich Unternehmenskommunikation. Dieser analysiert die gemachten Eingaben und erarbeitet hieraus gegebenenfalls Projektvorschläge zur künftigen Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements der apoBank. Konkrete Projektvorschläge werden dem Vorstand zur Entscheidung über ihre Umsetzung vorgelegt. Ein Beispiel hierfür ist die in diesem Jahr erfolgte Umstellung von Einweg- auf Mehrwegkaffeebecher in der Zentrale der Bank in Düsseldorf.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Von den Mitgliedern der Bank wurden in 2018 keine Anmerkungen und Vorschläge zur Nachhaltigkeit geäußert. Im Jahr 2016 bat die apoBank ihre Mitglieder um ihre Einschätzung zum Thema Nachhaltigkeit. Die Abfrage ergab, dass insbesondere die Berücksichtigung von Environment-Social-Governance-Kriterien bei Anlageempfehlungen, unbürokratische Anlagemodelle, die Ressourcenschonung sowie die Unternehmensethik im Fokus der Mitglieder stehen.
Die Einbeziehung von Nachhaltigkeitskriterien bei Anlageprodukten befindet sich aktuell in der Analysephase bei der Bank. Den Vorschlag zum Thema Ressourcenschonung hat die Bank bei der Entscheidung hin zur Erstellung einer jährlichen Ökobilanz zur Messbarmachung von tatsächlichen Verbräuchen berücksichtigt.

Von den Kunden (inkl. Standesorganisationen und Berufsverbände) wurde in 2018 eine Anfrage des Anlageausschusses eines Ärztekammer-Versorgungswerkes zu den Nachhaltigkeitsaktivitäten der apoBank gestellt. Diese Anfrage hat die Bank im Rahmen der regulären Sitzung des Anlageausschusses in der Bank im Januar 2019 beantwortet.

Seitens der Mitarbeiter wurden bereits verschiedene Anregungen über das Intranet, interne Veranstaltungen und Betriebsversammlungen diskutiert. Hieraus ergab sich im Wesentlichen die Umstellung auf Mehrwegkaffeebecher am Hauptsitz in Düsseldorf zur Reduktion von Abfallmengen.

Die Bank erhält vereinzelt Anfragen seitens der interessierten Öffentlichkeit zu Themen wie Finanzierung von Atomwaffen, Waffen, Spekulation mit Rohstoffen, Finanzierung von Pharmaunternehmen oder Atomkraftwerken. Konkrete Maßnahmen für das Nachhaltigkeits-management der Bank wurden hieraus bisher nicht abgeleitet. Gleichwohl dienen uns diese Anfragen als Anhaltspunkte bei der zukünftigen Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Ziel der apoBank ist es, das Thema Nachhaltigkeit deutlich stärker in der Produkt- und Dienstleistungspalette zu verankern.
Wesentliche Produkte für die apoBank sind zum einen das Finanzierungsgeschäft im deutschen Gesundheitsmarkt und zum anderen das Anlagegeschäft in Wertpapieren. Als Finanzinstitut hat die apoBank aufgrund ihrer relativ geringen Ressourcenverbräuche im Vergleich zur produzierenden Industrie nur einen relativ kleinen direkten ökologischen Fußabdruck bei der Erstellung und dem Vertrieb ihrer Dienstleistungen und Produkte. Durch ihre Anlage- und Finanzierungstätigkeit besteht die Möglichkeit, dass die apoBank Unternehmen fördert, deren Geschäftsmodell sowohl negative als auch positive Auswirkungen auf die Aspekte der Nachhaltigkeit (Sozialbelange, Arbeitnehmerbelange, Umweltbelange, Einhaltung der Menschenrechte, Bekämpfung von Bestechung und Korruption) entfalten.
Hiervon wäre die apoBank indirekt betroffen, da sie die Geschäftsmodelle durch ihre Produkte und Dienstleistungen fördern oder auch sanktionieren kann. Folglich verfügt sie als Finanzinstitut über eine Hebelwirkung. Da Finanzierungen seitens der apoBank bereits auf die nachhaltige Entwicklung des deutschen Gesundheitsmarkts ausgerichtet sind, sehen wir bei den Finanzierungen des deutschen Gesundheitsmarkts keine Ansatzpunkte für die Nutzung dieses Hebels. Bei den Eigen- und Fremdanlagen in Wertpapieren hingegen hat die apoBank Weiterentwicklungsperspektiven identifiziert, die aktuell analysiert werden sollen.
Aus diesem Grund verstärkt die apoBank ihre Bemühungen im Wertpapierbereich. Sie möchte Kunden über den Beratungsprozess für qualitätsgesicherte Anlagen des apoBank-Beratungsuniversums begeistern. Somit soll auch das Volumen der nachhaltig ausgerichteten Anlageprodukte verbessert werden. Dies erfolgt nicht direkt über eine Quotensteuerung, sondern indirekt über die dem Kunden zur Auswahl gestellten Produkte und Dienstleistungen. Oberste Priorität hat dabei in der Beratung der apoBank-Kunden die Orientierung an den Wünschen und Bedürfnissen des einzelnen Kunden.
Die apoBank verfügt über ein Beratungsuniversum, das alle wesentlichen Produkte und Wertpapierdienstleistungen der apoBank für das Privatkundengeschäft beinhaltet. Ausschließlich diese Produkte und Dienstleistungen dürfen im Beratungsgeschäft Privatkunden eingesetzt werden. Die dort aufgenommenen Produkte durchlaufen einen Produkteinführungsprozess, bei dem das Asset Management der apoBank für die Sicherung der Qualität der Produkte verantwortlich ist.

Hierbei kommt bei explizit für das Thema Nachhaltigkeit selektierten Produkten (in der Regel Fonds) auch die Pflichtanforderung zum Tragen, dass die managende Gesellschaft über ein Nachhaltigkeitsresearch verfügt und dieses auch bei dem Management des Produktes zur Anwendung kommt. Der Produktauswahlprozess ist in der apoBank klar definiert und in der schriftlich fixierten Ordnung festgehalten. Das Auswahlkriterium "Nachhaltigkeit" wird als ein Auswahlkriterium im Gesamtprozess bei Bedarf berücksichtigt.

Darüber hinaus prüft die apoBank aktuell die Erweiterung und Veränderung des Produkt- und Dienstleistungsangebotes zugunsten einer nachhaltigen Ausrichtung. Entsprechende Weiterentwicklungen werden im Fachbereich Asset Management erarbeitet und im Arbeitskreis Nachhaltigkeit vorgestellt. Dabei werden auch die Fondsgesellschaften, im Besonderen die strategischen Partner der apoBank, als Ideengeber in den Innovationsprozess eingebunden.
Die apoBank verfügt im Beratungsuniversum aktuell bereits über explizit mit einer Nachhaltigkeitsstrategie gemanagte Produkte. Zudem werden Produkte von Gesellschaften eingesetzt, die für ihre gesamte Produktpalette Nachhaltigkeit deklarieren.

Das Beteiligungsgeschäft, bei dem Investitionen (z. B. Solaranlagen, Biogasanlagen) in Konkurrenz zu Agrarprodukten stehen, hat die apoBank eingestellt. Dadurch soll vermieden werden, dass Nahrungsmittel aufgrund von anderweitigen Nutzungsarten (Anbaufläche durch Kollektoren blockiert, Nahrungsmittel zur Energiegewinnung vernichtet) nicht mehr zur Verfügung stehen. Demgegenüber haben Kunden der apoBank die Möglichkeit, in Themensegmente wie „Wasseraufbereitung und verbesserte Ressourcennutzung“ zu investieren. Aufgrund der momentan in der Entwicklung befindlichen Weiterentwicklung des Produkt- und Dienstleistungsangebotes im Wertpapierbereich sind die Auswirkungen der künftigen Veränderungen noch offen.

Außerhalb des direkten Dienstleistungsangebots an den Kunden arbeitet die apoBank im Arbeitskreis Nachhaltigkeit auch an Verbesserungen innerhalb der Organisation. Wie unter den Kriterien 2 und 3 dargestellt, werden kontinuierlich Verbesserungen erarbeitet, die beispielsweise die CO2-Bilanz des Unternehmens verbessern (Dienstwagen in Hybrid- oder Elektroausführung) oder den schonenden Umgang mit Ressourcen vorantreiben (Ersetzen von Papierkaffeebecher durch Porzellanbecher, verstärkter Einsatz von Videokonferenzen anstatt Dienstreisen, erhöhter Einsatz von elektronischen Dokumenten gegenüber papierhaften Unterlagen). Die genaue Messung der Auswirkung jeder einzelnen Maßnahme wird aktuell nicht durchgeführt. Jedoch fließen die Ergebnisse in die von der apoBank erstellte jährliche Ökobilanz nach dem Standard des Vereins für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e. V. (VfU), der sich für Finanzdienstleister etabliert hat, ein.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Aktuell verfolgt rund 1 % des Bestandsvolumens der aktiv vertriebenen Fondsprodukte eine explizit nachhaltige Investmentstrategie. Per 31. Dezember 2018 betreute die apoBank Finanzanlagen (Depotvolumen Privatkunden) von 7,8 Mrd. Euro. Finanzanlagen definiert die apoBank nach diesem Leistungsindikator als Summe aller Wertpapier- und Fondsanlagen der Privatkunden.
Eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen Produkte, für die ein Nachhaltigkeitsrating vorliegt.
Bei Fonds, die von der apoBank vertrieben werden, bietet Morningstar als Datenlieferant ein unabhängiges Nachhaltigkeitsrating für einzelne Fondsprodukte an. Weitere Produkte wurden bisher nicht auf Vorliegen eines Nachhaltigkeitsratings analysiert. Vor diesem Hintergrund ist per 31. Dezember 2018 ein Volumen von 2.068 Mio. Euro anhand einer positiven oder negativen Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren beurteilt. Im Verhältnis zu den gesamten Finanzanlagen entspricht dies einem Prozentsatz von 26,5 %.