5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die Verantwortung für Nachhaltigkeit liegt beim Vorstand des Unternehmens. Der Konzernbereich Nachhaltigkeit ist als Stabstellenfunktion dem Vorstandsvorsitzenden (CEO) und dem Vorstand für Finanzen und Personal (CFO) zugeordnet. Der Bereich Nachhaltigkeit arbeitet dabei eng mit zentralen Fachbereichen, wie Personal, EHS (Umwelt, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit), Einkauf und Compliance, zusammen und führt die nachhaltigkeitsbezogenen Themen zusammen. Der Bereich legt in interner Abstimmung die Nachhaltigkeitsstrategie fest. Das DEKRA Topmanagement (Executive Committee) wird kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Strategie miteinbezogen. Die Kontrolle, Analyse und Maßnahmenableitung sowie die operative Steuerung erfolgen in Abstimmung zwischen dem Bereich Nachhaltigkeit und den jeweils tangierten Fachbereichen.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Nachhaltigkeit bei DEKRA ist Teil der Unternehmensführung und Verantwortung des Managements und aller Mitarbeiter. Die DEKRA Nachhaltigkeitsstrategie wird schrittweise ganzheitlich in alle Standards und Prozesse des Unternehmens integriert. Die DEKRA Nachhaltigkeitsgrundsätze legen die Nachhaltigkeitsausrichtung des Unternehmens fest. Für die vier strategischen Bereiche der DEKRA Nachhaltigkeitsstrategie, Umwelt & Klima, Mitarbeiter & Gesellschaft, Management & Governance sowie Liefer- & Wertschöpfungskette, bestehen organisatorische Verankerungen, Standards und Richtlinien sowie Prozesse und Kontrollmechanismen, die die Implementierung und Weiterentwicklung der Themen sicherstellen.

Die DEKRA Umwelt- und Energierichtlinie, das entsprechende individuelle Umweltmanagementsystem und zugrundeliegende Prozesse legen fest, wie Energie- und Ressourceneffizienz sichergestellt, überwacht und verbessert werden sollen. Dazu gehören die Steuerung und das Kennzahlenmonitoring. Inhaltlich werden die Themen CO2-Fußabdruck, Dienstreisen, Fuhrpark, Erneuerbare Energien, Energie- und Gebäude, Green Office, Green IT, ökologischer Einkauf, Abfall- und Wassermanagement sowie Standort-Biodiversität behandelt.

Die DEKRA Sozialstandards legen die Ausrichtung an den ILO-Kernarbeitsnormen und konkret unter anderem zu den Themen Diversität, Chancengleichheit, Diskriminierung, Benachteiligung, Vereinigungsfreiheit und Mitbestimmung sowie zur Achtung der allgemeinen Menschenrechte fest. Die Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzrichtlinie und das entsprechende interne Managementsystem steuern die Themen zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Mitarbeitergesundheit und Arbeitssicherheit. Ein Learning Management System (LMS) ermöglicht uns ein lebenslanges Lernen und eine stetige Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter. Über eine regelmäßige Mitarbeiterbefragung sowie entsprechende vor- und nachgelagerte Prozesse werden Mitarbeiterbelange dialogorientiert aufgenommen und in Bezug auf die Einführung und Anpassung von Maßnahmen überprüft.

Die DEKRA Compliance Guidelines regeln verbindlich das verantwortungsbewusste, zuverlässige und integre Verhalten aller DEKRA Mitarbeiter. Sie sind unsere weltweit verbindlichen Leit- und Richtlinien, die von allen Mitarbeitern und Führungskräften ethisches und gesetzeskonformes Verhalten fordern. Die Compliance Guidelines sind also unsere verbindlichen Mindeststandards und gleichzeitig eine Orientierung für alle, um Gesetzen, rechtlichen Standards und ethischen Grundsätzen auf allen Kontinenten zu entsprechen. Schwerpunkte der Guidelines sind: Gesetzestreues Verhalten, Verantwortung für das Ansehen von DEKRA, Respekt und Integrität, Führung und Verantwortung, Fairer Wettbewerb, Anbieten und Gewähren von Vorteilen, Fordern und Annehmen von Vorteilen, Auftragsvergabe, Spenden, Vermeidung von Interessenkonflikten, Umgang mit Informationen, Datenschutz und Datensicherheit sowie Umwelt, Sicherheit und Gesundheit. Das interne Compliance-Management mit der Compliance-Organisation und entsprechenden Prozessen steuern die Umsetzung, Gewährleistung und Weiterentwicklung der Regeln und Maßnahmen.

Standards und Prozesse zu Nachhaltigkeit im Einkauf und in der Lieferkette sind in unseren Globalen Einkauf integriert. Soziale, ökologische und Governance-Kriterien werden in der Einkaufspraxis und bei der Auswahl von Produkten und Dienstleistungen sowie Lieferanten berücksichtigt. Die Richtlinie Nachhaltigkeit im Einkauf definiert die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in den Beschaffungsprozessen im Verantwortungsbereich des Globalen Einkaufs. In den Allgemeinen Einkaufsbedingungen ist festgelegt, dass wir von unseren Lieferanten die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards fordern. In unserem Nachhaltigkeits-Verhaltenskodex (Code of Conduct) für Lieferanten werden unsere Nachhaltigkeitsanforderungen definiert. Wir überprüfen unsere Lieferanten durch Lieferantenselbstauskünfte sowie durch bedarfs- und risikoorientierte virtuelle und vor-Ort-Audits und führen entsprechende Korrekturmaßnahmenpläne ein. Regelmäßige Schulungen zur Nachhaltigkeit im Einkauf und der Lieferkette für alle DEKRA Einkäufer und Einkaufsteammitarbeiter sensibilisieren und befähigen die verantwortlichen Entscheidungsträger und Sachbearbeiter. Darüber hinaus bauen wir schrittweise Prozesse einer nachhaltigen Beschaffung im Einkauf aus. Umweltfreundliche und sozialverträgliche Alternativen werden bevorzugt, wenn sie in einem vertretbaren Kostenrahmen verfügbar sind.

Über das interne Risikomanagement sowie interne Audits werden die Einhaltung der entsprechenden Regeln und Prozesse regelmäßig überprüft.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Die für uns wesentlichen Leistungsindikatoren werden schrittweise erfasst und für die Steuerung unserer langfristigen Nachhaltigkeitsausrichtung verwendet. Entwicklungen und Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit werden mittels interner Kennzahlen-Monitoringsysteme kontinuierlich überwacht und ausgewertet. Die Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitscontrollings wird dabei konsequent vorangetrieben. Für alle vier strategischen Bereiche der DEKRA Nachhaltigkeitsstrategie, Umwelt & Klima, Mitarbeiter & Gesellschaft, Management & Governance sowie Liefer- & Wertschöpfungskette, werden Zahlen erfasst und von Experten plausibilisiert, Kennzahlen gebildet, analysiert und ausgewertet und spezifische Maßnahmen abgeleitet. Die entsprechenden Zahlen werden in die regelmäßige interne und externe Berichterstattung integriert.

Schwerpunkte liegen im Umweltbereich auf den Zahlen zum Energieverbrauch und den CO2-Emissionen. Der Energieverbrauch wird hinsichtlich Strom, Wärme/Kälte sowie Erneuerbare Energien analysiert. In Bezug auf CO2 werden u.a. auch die Bereiche Energiebezug, Dienstreisen und Fuhrpark in Bezug auf anfallende Emissionen jährlich analysiert. Darüber hinaus werden Zahlen zum Papierverbrauch, Recyclingpapieranteil und Druckverhalten ausgewertet. Die Kennzahlenauswertung zu den Themen Wasser und Abwasser sowie Abfall und Recycling werden schrittweise bis 2025 aufgebaut.

Im sozialen Bereich werden Entwicklungen im Themenfeld Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie Personalkennzahlen bzgl. der Entwicklung unserer Mitarbeiterzahlen, Fluktuation, und Diversität überwacht. Das betrifft u.a. Arbeitsunfälle, die Geschlechter- und Altersverteilung sowie die Internationalität. Über eine systematische Mitarbeiterbefragung werden die Zufriedenheit und das „Engagement“ der Mitarbeiter allgemein sowie zu spezifischen Themen, wie Vielfalt und Inklusion oder Integrität abgefragt und ausgewertet. Die Schulungs- und Weiterbildungszeiten der Mitarbeiter werden schrittweise erhoben und zukünftig über das interne Learning Managementsystem zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Entwicklungsmöglichkeiten für unsere Mitarbeiter genutzt.

Im Bereich Compliance werden u.a. Entwicklungen im Bereich Compliance-Schulungen und Schulungsteilnehmerzahlen sowie gemeldete Verdachtsfälle und entsprechende Reaktionen ausgewertet. Im Bereich Informationssicherheit und Datenschutz werden schrittweise die Entwicklungen in Bezug auf interne Trainings ausgewertet. Mittels interner Risikobewertungs- und Auditprozesse wird zudem die Einhaltung von internen Regeln und Vorgaben – auch in Bezug auf Nachhaltigkeit – überprüft und intern berichtet.

Schrittweise werden wir den Anteil von explizit nachhaltigkeitsbezogenen Dienstleistungen und Lösungen in unserem Portfolio auswerten.

Im Themenfeld Einkauf und Lieferkette werden die Kennzahlen und Entwicklungen der auf unsere Nachhaltigkeitsanforderungen verpflichteten sowie überprüften und auditierten Lieferanten überwacht und ausgewertet. Darüber hinaus werden die Teilnehmerzahlen und -quoten der Nachhaltigkeitstrainings innerhalb der Einkaufsteams überwacht.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Die DEKRA Compliance Guidelines stellen den zentralen Rahmen für das Wertegerüst und die Verhaltensstandards von DEKRA dar. Die Compliance Guidelines sind verbindliche Mindeststandards und gleichzeitig eine Orientierung für alle Mitarbeiter und Geschäftspartner, um Gesetzen, rechtlichen Standards und ethischen Grundsätzen auf allen Kontinenten zu entsprechen. Zentral sind für uns die Werte der Neutralität, Unabhängigkeit und Integrität.
Darüber hinaus stellen die DEKRA Nachhaltigkeitsgrundsätze, die DEKRA Sozialstandards, der Nachhaltigkeitsverhaltenskodex für Lieferanten, das strategische Programm „Vision 2025“, unsere Mitarbeiterwerte sowie der DEKRA Management Guide die Werte und Verhaltensstandards von DEKRA dar. Unsere Nachhaltigkeitsgrundsätze schreiben fest, das Unternehmen verantwortungsbewusst zu führen, die gesamte Wertschöpfungskette im Blick zu haben, Innovationen zu fördern, Verantwortung für Mitarbeiter und Umwelt zu übernehmen und vor allem einen Beitrag für mehr Sicherheit zu leisten.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Die langfristig erfolgreiche Geschäftsentwicklung, die auf die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens und den Erhalt von Arbeitsplätzen abzielt, ist Teil der Anreizsystematik, unserer Vergütungspolitik und der Zielvereinbarungen unserer Führungskräfte. Neben finanziellen Zielen werden dabei auch quantitative nicht-finanzielle und qualitative Ziele berücksichtigt. Wir arbeiten daran, explizite Nachhaltigkeitsziele gemäß unserer Nachhaltigkeitsstrategie in unsere Zielvereinbarungen zu integrieren. Aktuell sind noch keine expliziten Nachhaltigkeitsziele enthalten.

Der Aufsichtsrat bewertet den Vorstand auch hinsichtlich einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung und in Bezug auf Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeitsfortschritte werden zudem regelmäßig im Rahmen der Sitzungen der Unternehmensleitung (Vorstandssitzungen) sowie der turnusmäßigen Management-Meetings diskutiert.

Über Vergütung und Zielvereinbarungen sowie Managementbewusstsein hinaus bieten wir vielfältige Anreize, nachhaltiges Verhalten und Verbesserungen im Kontext unserer Nachhaltigkeitsstrategie aktiv zu fördern. Dazu zählt die Beteiligung der Mitarbeiter im Rahmen der Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements durch spezifische Programme der Unternehmensleitung und des Bereichs Nachhaltigkeit, Verbesserungsideen im Bereich nachhaltige Entwicklung einzubringen. Zudem gibt es 2020 einen Global DEKRA Day spezifisch zum Thema Nachhaltigkeit (Sustainability Driving Business) mit angeschlossenem Ideenwettbewerb zum Themenfeld Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell sowie zu Möglichkeiten, unsere Expertise für Nachhaltigkeit bei unseren Kunden und anderen Partnern auch als gesellschaftlichen Beitrag einzubringen. Die besten Ideen werden ausgezeichnet und mit Preisen prämiert. Im Kontext aktueller Entwicklungen wird der Global DEKRA Day zum Thema Nachhaltigkeit schwerpunktmäßig über die konzernweite digitale Kollaborationsplattform DEKRA Connect als virtuelle Kommunikations- und Interaktionsserie aufgebaut. Hierdurch können sich alle Mitarbeiter aktiv an unserer Nachhaltigkeitsausrichtung beteiligen.

Sicherheit steht im Zentrum unserer Unternehmensstrategie und findet auch in unserer Anreizpolitik Berücksichtigung. Die DEKRA Mitarbeiter bekennen sich zu unseren Compliance Guidelines und leben Integrität, Zuverlässigkeit und Neutralität vor. Um unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu fördern, unterstützen wir unsere Mitarbeiter auch dabei, sich über die Arbeitszeit hinaus zu engagieren: z.B. indem wir allen Mitarbeitern weltweit einen kostenlosen Erste-Hilfe-Kurs ermöglichen. Unsere Mitarbeiter werden ermuntert auch über das Thema Nachhaltigkeit hinaus, eigene Ideen und Verbesserungsvorschläge in das Unternehmen einzubringen und umzusetzen. Gefördert wird dies u.a. durch das DEKRA Ideenmanagement, das Innovationsmanagement und lokale Initiativen. Insgesamt fördern wir ein nachhaltiges und integres Verhalten unserer Mitarbeiter auch durch Sensibilisierung, Information und Trainings. Anreize sollen zudem auch durch das vorbildhafte Verhalten von Führungskräften und die generelle Ausrichtung unserer Unternehmenskultur geboten werden.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Hierzu verweisen wir auf unsere Finanzberichterstattung (S. 29, 66-71, 84): https://media.dekra.com/media/dekra-geschaeftsbericht-2019-2020-de-finanzbericht-ds.pdf

Bezüglich der weiteren Aspekte verweisen wir auf die allgemeinen Informationen, die wir zu Kriterium 8. Anreizsysteme zur Verfügung stellen. Darüber hinausgehende Informationen berichten wir aktuell nicht.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Dazu verweisen wir auf unsere Finanzberichterstattung: https://media.dekra.com/media/dekra-geschaeftsbericht-2019-2020-de-finanzbericht-ds.pdf.
Darüber hinausgehende Informationen sind derzeit nicht Teil unserer Datenerfassungssystematik und unseres Berichtswesens und werden daher an dieser Stelle nicht explizit berichtet.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Der regelmäßige Austausch mit unseren Stakeholdern stellt ein wichtiges Element unseres Nachhaltigkeitsmanagements dar. Wir pflegen einen intensiven Dialog mit den relevanten Anspruchsgruppen und beteiligen diese bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung unseres Engagements für Nachhaltigkeit. Die wichtigsten Anspruchsgruppen wurden durch interne Analysen hinsichtlich gegenseitiger Relevanz und Wesentlichkeit ermittelt. Als relevante Stakeholder wurden im Kontext Nachhaltigkeit folgende Gruppen definiert:
  • Mitarbeiter
  • Kunden
  • Verbände
  • Wettbewerber
  • Lieferanten
  • Politische Akteure
  • Zivilgesellschaft/NGOs
  • Wissenschaft und Forschung

Die Beteiligung der Anspruchsgruppen findet unter anderem mittels Stakeholder-Befragungen statt. Diese haben die Weiterentwicklung der weiteren strategische Ausrichtung und Stärkung der Nachhaltigkeitsaktivitäten von DEKRA zum Ziel. 2020 wurde bei der Befragung sowohl die Relevanz der verschiedenen Themenfelder aus dem Bereich Nachhaltigkeit abgefragt als auch welche Auswirkungen bzw. welchen Einfluss die Stakeholder DEKRA in den genannten Themenfeldern zuschreiben. Insgesamt nahmen über 100 Stakeholder aus allen von DEKRA definierten Anspruchsgruppen teil. Die Bewertungsskala umfasst die Werte eins bis sechs (wobei eins für eine geringe Relevanz bzw. Auswirkungen steht und sechs für eine hohe Relevanz bzw. Auswirkungen). Als Ergebnis der Befragung konnte die Wesentlichkeit der Themenfelder untermauert und eine Priorisierung abgeleitet werden. So werden die Erwartungen der Stakeholder noch systematischer berücksichtigt und fließen in das Nachhaltigkeitsmanagement von DEKRA ein. Grundsätzlich lässt sich ableiten, dass trotz der unterschiedlichen Positionierung in der Wesentlichkeitsmatrix alle Themen wesentlich für das Nachhaltigkeitsmanagement von DEKRA sind. Sie sind in der nachfolgenden Wesentlichkeitsmatrix abgebildet.



Um die Ausrichtung der Nachhaltigkeitsaktivitäten von DEKRA stetig zu überprüfen, zu verbessern und den kontinuierlichen Austausch mit den Anspruchsgruppen zu intensivieren, sollen die systematischen Aktivitäten im Bereich Stakeholderdialog auch zukünftig weiter ausgebaut werden.

Auch darüber hinaus ist uns der Austausch mit unseren Anspruchsgruppen sehr wichtig. Für die Beteiligung interner Anspruchsgruppen stellen auch die kontinuierliche Abstimmung mit der Unternehmensleitung, der systematische Dialog mit den relevanten Fachabteilungen sowie umfassende Mitarbeiterbefragungen wichtige Informationsquellen für das Nachhaltigkeitsmanagement dar. Durch den regelmäßigen Austausch mit unseren Kunden versuchen wir, die Zufriedenheit unserer Kunden weiter zu erhöhen und deren Nachhaltigkeitsanforderungen zu erfüllen. Durch unsere Dienstleistungen leisten wir bei unseren Kunden einen nachhaltigen Mehrwert, den wir durch ein besseres Verständnis derer Bedürfnisse weiterentwickeln und erhöhen wollen. In der Kommunikation mit unseren Lieferanten versuchen wir, faire und nachhaltige Geschäftsbeziehungen zu ermöglichen, formulieren unsere Nachhaltigkeitsanforderungen und wollen auch von den Erfahrungen unserer Lieferanten profitieren. Der Austausch und die Zusammenarbeit mit Politik, Verbänden, Netzwerken und NGOs zu Nachhaltigkeitsthemen helfen uns dabei, gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen besser zu verstehen, uns an der politischen Diskussion zu beteiligen, unsere Expertise und Erfahrungen einzubringen sowie von den Erfahrungen anderer zu lernen. Auch die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft im Rahmen von Kooperationen bringt DEKRA wichtige Einblicke und Anregungen bzgl. seiner Strategie. Zudem informiert DEKRA seine Stakeholder über diverse Kanäle, wie den DEKRA Geschäftsbericht, das Nachhaltigkeitsmagazin, unsere Homepage, den Verkehrssicherheits- und den Arbeitsmarktreport, das Kundenmagazin DEKRA Solutions, den DEKRA Dialog sowie intern über das DEKRA Intranet, die Kollaborationsplattform DEKRA Connect und die Mitarbeiterzeitschrift DEKRA One.

Alle Erkenntnisse aus dem Austausch mit unseren Anspruchsgruppen fließen in das Nachhaltigkeitsmanagement und die Schwerpunktsetzung und Weiterentwicklung unserer Arbeit ein.  

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Darüber berichten wir allgemein und ausführlich in Kriterium 9. Beteiligung von Anspruchsgruppen.  Aus unserer kontinuierlichen Wesentlichkeitsanalyse ergeben sich folgende 16 Handlungsfelder, die in der Wesentlichkeitsmatrix (siehe Kriterium 9. Beteiligung von Anspruchsgruppen) in ihrer Gewichtung abgebildet sind. Die diesbezügliche Wesentlichkeit der Handlungsfelder fließt schwerpunktmäßig in die Priorisierung der Weiterentwicklung unseres Nachhaltigkeitsmanagements mit ein.

Folgende Stakeholder-Gruppen haben sich an unserer aktuellsten Stakeholder-Befragung beteiligt:

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Als Expertendienstleister im Bereich Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit arbeiten wir kontinuierlich daran, auch für zukünftige Technologien und Prozesse als bevorzugter Partner bereitzustehen. Die Themen Innovation und Zukunftsfähigkeit haben bei uns einen besonders hohen Stellenwert und gehören auch zu unseren zentralen Nachhaltigkeitsgrundsätzen. Für die gesellschaftlichen Herausforderungen und Trends von heute und morgen, wie etwa Digitalisierung, Konnektivität oder Klimawandel, wollen wir unsere Partner mit unserer Expertise bestmöglich unterstützen.

In diesem Kontext entwickeln wir unsere Dienstleistungen auch in einem zunehmend disruptiven Marktumfeld stetig weiter und wollen weiterhin zu Innovationen und Nachhaltigkeit beitragen. In unseren acht Service Divisions werden unsere Expertendienstleistungen entwickelt und weiterentwickelt. Dabei geht es auch um die Nachhaltigkeit der Dienstleistungserbringung – z.B. die dabei entstehenden CO2-Emissionen – und um explizit nachhaltigkeitsbezogene Dienstleistungen – wie z.B. die Prüfung von Treibhausgasbilanzen.

Zur Strategie von DEKRA gehört auch, sich an innovativen Unternehmen und Start-ups zu beteiligen. DEKRA DIGITAL treibt dabei die digitale Transformation voran und agiert als Inkubator für neue und wirkungsvolle digitale Ideen. Hier werden datengetriebene Geschäftsmodelle entwickelt, digitale Services aufgebaut und interne Innovationen vorangetrieben. DEKRA DIGITAL verbindet die Expertise und Erfahrung der TIC-Branche (Testing, Inspection, Certification) mit Zukunftstechnologien. Ein internationales Team an vier Standorten in Europa entwickelt neue Dienstleistungen im Bereich der digitalen Sicherheit. Gemeinsam mit unseren Partnern, wie Start-ups und Universitäten, entwickeln wir dabei neue digitale Geschäftsmodelle mit dem Ziel, die Sicherheit im Alltag zu erhöhen. Hierbei wird an digitalen Trends und Technologien wie Cyber Security, Future Mobility, Artificial Intelligence, Internet der Dinge, Blockchain und Big Data gearbeitet. Ein Beispiel ist der DEKRA SafetyIndex - ein datenbasierter Algorithmus zur neutralen und objektiven Messung des Fahrverhaltens. Er wurde mit dem Ziel entwickelt, die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren und zur DEKRA Vision Zero - null Todesopfer im Straßenverkehr - beizutragen.

Wir beachten die ökologischen und sozialen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit und haben diese Auswirkungen sowohl zentral als auch innerhalb der Fachbereiche im Fokus. Dienstleistungen werden beispielswiese in Bezug auf Ressourcenschonung optimiert. Etwa durch die Schadengutachten-App "DEKRA i2i", die Fern- oder Remote-Gutachten ermöglicht, durch Trainingskonzepte mit Virtual und Augmented Reality der DEKRA Akademie, oder durch „VALTO 360°“, eine Software-as-a-Service-Plattform, die eine visuelle Übersicht über die Anlagen, Gebäude, Vermögenswerte und Ausrüstungen der Kunden und ermöglicht eine einfache und effiziente Verwaltung von groß angelegten Materialprüfungen und Inspektionen sowie Industrie- und Bauinspektionen bietet. Hierdurch werden beispielsweise ein Großteil der konventionell benötigten Reiseaktivitäten und damit verbundene Emissionen eingespart.

DEKRA fördert Innovationen im Unternehmen und darüber hinaus auch mit Blick auf den gesellschaftlichen und ökologischen Nutzen. Nicht nur durch unser internes Innovationsmanagement, sondern auch durch Kooperationen mit externen Partnern aus Wissenschaft und Forschung. Fokusthemen sind zum Beispiel die Sicherheit in den Bereichen E-Mobilität und autonomes Fahren, saubere Luft oder die Arbeitssicherheit bei Mensch-Maschine-Beziehungen im Kontext des Internets der Dinge.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Aktuell betrifft dies 5,3 % der Finanzanlagen. Diese werden schwerpunktmäßig in Gesellschaften investiert, die sich durch nachhaltiges Wirtschaften und den effizienten Einsatz von Ressourcen auszeichnen und damit die Voraussetzungen für einen langfristigen Unternehmenserfolg schaffen.