Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4

Risiken der zukünftigen Entwicklung
Die bauverein AG verfügt über ein Risikomanagementsystem, das den Vorgaben des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) folgt und auf die Erfordernisse der Aufbau- und Ablauforganisation ausgerichtet ist. Das Risikomanagement wurde im Herbst 2016 von PricewaterhouseCoopers als beauftragtem Revisor überprüft und die Empfehlungen wurden umgesetzt. 
2020 wurden Revisionen durch die Domizil-Revisions AG für die Abteilungen Finanzierung, Neukunden und Personal vorgenommen. Die Empfehlungen sind bereits zu großen Teilen umgesetzt, bei anderen geprüften Teilen erfolgten die Veränderungen im Jahr 2021. Vierteljährlich werden die Risiken der bauverein AG in einer Risikokomiteesitzung besprochen und analysiert; daraufhin erfolgt die Berichterstattung zur aktuellen Risikosituation an den Vorstand. Wesentliche Risiken - soweit vorhanden - werden gemäß Risikohandbuch ad hoc berichtet. Im Rahmen des Gesamtprozesses werden Risiken transparent gemacht, nach Möglichkeit quantifiziert und Gegenmaßnahmen eingeleitet und nachverfolgt. 

Ein wesentliches Risiko bei der bauverein AG ist unverändert die Zukunftsfähigkeit des Bestandes, der überwiegend aus den 1950er und 1960er Jahren stammt und zu hohen Modernisierungsaufwendungen in den kommenden Jahren führen wird. Gleichzeitig führen erhöhte energetische Anforderungen und steigende Baukosten sowie die abflachende Mietentwicklung zu einer Verringerung der Wirtschaftlichkeit. Nach wie vor ist die Abarbeitung der Brandschutzauflagen von großer Bedeutung, zumal diese Maßnahmen einen erheblichen zeitlichen Vorlauf benötigen. Dies wird die bauverein AG daher in den kommenden Jahren weiterhin intensiv in der Umsetzung beschäftigen.  

Aufwandsseitig sind auch die Pensionsverpflichtungen der bauverein AG ein steigender Einflussfaktor. Die dauerhaft niedrigen Zinsen führen seit Jahren zu erheblichen Anstiegen bei den Pensionsrückstellungen. Auch die Zusatzversorgungskasse, bei der die bauverein AG Mitglied ist, sieht sich – wie auch andere Träger von Altersversorgungen – aufgrund der Zinssituation zunehmend vor Schwierigkeiten bei der Finanzierung gestellt, so dass auch hier zukünftig höhere Beiträge erwartet werden.   

Darüber hinaus stellen zukünftige potentielle regulatorische Eingriffe in die Rahmenbedingungen der Wohnungswirtschaft ein nicht zu unterschätzendes Risiko bezüglich der Ertragskraft der bauverein AG dar. Mietmoratorien, Mietdeckelungen, Veränderungen bei der Umlagefähigkeit von Betriebskostenanteilen (z.B. Grundsteuer, CO2-Abgaben) und ähnliche Maßnahmen würden je nach Ausmaß der Regulierung zu substanziellen Verringerungen der erwarteten Jahresüberschüsse der bauverein AG führen.   

Zusätzlich werden die aus den gegenwärtig auf EU-, Bundes-, Landes- oder Kommunalebene geführten Klimaschutzdiskussionen abgeleiteten Handlungszwänge auch die bauverein AG massiv betreffen und als Konsequenz substanzielle Investitionen in Maßnahmen zur Erreichung einer Klimaneutralität des Bestandes der bauverein AG erfordern. Je nach politisch gesetzten Rahmenbedingungen besteht das Risiko, das sich diese substanziellen Investitionen negativ auf die Ertragslage der bauverein AG auswirken.

Ein weiteres wesentliches Risiko für die bauverein AG sind die anhaltenden Auswirkungen der aktuellen Coronavirus-Pandemie auf die Konjunkturentwicklung in Deutschland und insbesondere auf den Bereich der Wohnungswirtschaft. Auch wenn die Wohnungswirtschaft aufgrund ihres Produktes „Wohnung“ nicht direkt mit starken Umsatzeinbrüchen zu rechnen hat, können sich die Auswirkungen von weiteren Quarantäne-Maßnahmen bei der bauverein AG sowie die Auswirkungen eines deutlichen temporären Rückganges der volkswirtschaftlichen Aktivitäten substanziell auf die Ertragslage der bauverein AG auswirken.

Insgesamt sind für das Jahr 2022 für die bauverein AG keine essenziellen Risiken erkennbar, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen können. In welchem Umfang die aktuelle Coronavirus-Pandemie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Jahres 2022 und die gemachten Prognosen negativ beeinflusst, ist zurzeit nicht seriös abschätzbar und ist im Wesentlichen abhängig von der weiteren Entwicklung der Coronavirus-Pandemie.


Chancen der zukünftigen Entwicklung
Aufgrund der Marktsituation in Darmstadt und Umgebung ist auch in den kommenden Jahren mit sehr geringem Leerstand zu rechnen. Erhebliche Investitionen in Neubau und Großmodernisierung werden dazu beitragen, den Bestand marktfähig zu halten. 

Mit dem jährlich stattfindenden internen Strategieprozess sieht sich die bauverein AG gut gerüstet, zeitnah auf zukünftige externe Änderungen reagieren zu können. Durch den in 2019 stattgefundenen Erwerb und 2020 stattgefundenen Rückbau der Konversionsfläche Ludwigshöhviertel in Darmstadt-Eberstadt wird das Projektentwicklungsportfolio in den kommenden Jahren eine deutliche Risikoposition darstellen. Die gewonnene Erfahrung im Bereich der Kaserne Lincoln bestätigt jedoch das hohe Know How im Unternehmen und bietet die Chance auf eine erfolgreiche Entwicklung der neu erworbenen Konversionsfläche Ludwigshöhviertel.