Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.
Die Telekom ist überzeugt, dass wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte miteinander vereinbar sind. In allen Stufen ihrer Wertschöpfungskette will sie positiv zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.
Vereinfacht umfasst die Wertschöpfungskette die Schritte Rohstoffgewinnung, Fertigung, Prozesse in der Telekom (inklusive Technik, Privat- und Geschäftskunden), die Nutzung der Dienste und Produkte und die Entsorgung und Wiederverwertung.
Ansatz für Nachhaltigkeit im Einkauf Die konzernweite Einkaufsstrategie der Telekom sowie die daraus abgeleiteten Richtlinien berücksichtigen das Thema Nachhaltigkeit umfassend. Diese betreffen den gesamten Beschaffungsprozess. Die Strategie wird mithilfe interner und externer Leistungskennzahlen und Managementinstrumente umgesetzt.
- Bis Ende 2021 lag die Verantwortung für Nachhaltigkeit im Einkauf in den Vorstandsbereichen Finanzen sowie Personal und Recht. Seit dem 1. Januar 2022 liegt die Verantwortung in den Bereichen des Vorstandsvorsitzenden und im Vorstandsbereich Finanzen.
- Das Thema Nachhaltigkeit wird im gesamten Beschaffungsprozess berücksichtigt. Bereits beim Onboarding der Lieferanten müssen diese grundsätzlich den Lieferantenkodex der Telekom anerkennen. Dieser beinhaltet ihre ambitionierten CR-Ziele und Anforderungen.
- Im Zuge von Ausschreibungen gewichtet die Telekom die Nachhaltigkeitsperformance bei der Lieferantenauswahl mit bis zu 20 Prozent.
- Im Jahr 2022 hat die Telekom spezifische Nachhaltigkeitskriterien für die Lieferantenauswahl weiterentwickelt: Besonderen Stellenwert hat der CO2-Fußabdruck unserer Lieferanten sowie deren Engagement für die Erreichung ambitionierter Klimaziele; denn die Reduktion der CO2-Emissionen in ihrer Lieferkette (Scope 3) spielt für die Erreichung ihres Ziels, bis spätestens 2040 entlang der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral zu sein, eine zentrale Rolle.
- In enger Zusammenarbeit mit dem Telekommunikationsunternehmen Orange hat die Telekom ein produktspezifisches Kriterien-Set für IT- und Netzwerk/Hardware-Produkte sowie für passive Produkte wie Glasfaserkabel entwickelt. Ab 2023 sollen diese Kriterien bei ausgesuchten Ausschreibungen für IT/NT-Hardware-Produkte und Glasfaserkabel/Hardware-Produkte angewendet werden.
- Im Jahr 2022 hat die Telekom erforderliche Anpassungen ihrer Einkaufsprozesse und Richtlinien vorgenommen, um die Anforderungen aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) in ihrer Lieferkette ab dem Jahr 2023 umfassend zu erfüllen.
- Die Telekom monitort mögliche Nachhaltigkeitsverfehlungen ihrer Lieferanten durch Drittanbieter. Bei relevanter Missachtung ihrer Anforderungen startet die Telekom einen entsprechenden Risiko-Eskalationsprozess.
- Ihre Mitarbeitenden schult die Telekom konzernweit über ein CR-E-Learning; zusätzlich geben die Umsetzungsrichtlinien der Globalen Einkaufsrichtlinie sowie eine Guideline für die Einkäufer*innen einen Überblick darüber, welche CR-Kriterien an welcher Stelle des Beschaffungsprozesses zu berücksichtigen sind.
- In der seit 2021 international ausgerichteten Arbeitsgruppe „Sustainable Procurement Group“ tauschen sich die Mitarbeitenden des Einkaufs national und international zu Nachhaltigkeitsthemen aus.
- Geschäftspartner und Lieferanten entwickelt die Telekom im Rahmen von spezifischen Workshops und über ihren Lieferantenentwicklungsprogramm weiter.
Korruption und Bestechung können langfristige wirtschaftliche Schäden verursachen, fairen Wettbewerb und bedarfsgerechte Investitionen verhindern, Arbeitsplätze vernichten sowie Armut und Ungleichheit in der Bevölkerung verstärken. Im Rahmen der Impact-Betrachtung ihrer Wesentlichkeitsanalyse hat die Telekom auch die Nachhaltigkeitsperformance ihrer Lieferanten eingehend betrachtet. Für die Themen Korruption und Bestechung identifizierte sie hierbei ein moderates Risiko.
Die Telekom engagiert sich deshalb unter anderem für eine verantwortungsvolle Beschaffung von Mineralien und setzt sich für die Substitution von konfliktbelasteten Materialien ein. Zudem bietet sie ihren Lieferanten E-Learnings zum Thema Compliance an.
Lieferantenmanagement Die Zulieferer der Telekom müssen sich vor Aufnahme einer Geschäftsbeziehung zunächst über das Lieferantenportal der Telekom registrieren und qualifizieren. Durch ihre Angaben bekommt die Telekom umfassende Informationen über ihre Lieferanten, auch zu deren CO
2-Nachhaltigkeitszielen. Die Lieferanten erhalten über den Supplier Code of Conduct umfassende Informationen zu wesentlichen Prinzipien und Werten der Deutschen Telekom – beispielsweise zum Thema Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit.
Im Rahmen der Lieferantenbeziehung durchlaufen die Lieferanten einen mehrstufigen Prozess mit dem Ziel, die Risiken in der Lieferkette zu minimieren und die Lieferanten der Telekom nachhaltig weiterzuentwickeln.
Auditprozedere Bei ihren Auditaktivitäten konzentriert sich die Telekom auf strategisch wichtige und besonders risikobehaftete Lieferanten. Sie werden regelmäßig alle zwei bis drei Jahre auditiert. Zu dieser Gruppe gehören etwa 250 der insgesamt rund 25 000 aktiven Lieferanten. Sie decken gemeinsam rund 80 Prozent des Einkaufsvolumens der Telekom ab. So verschafft sich die Telekom mit der Überprüfung Transparenz über die Risiken in weiten Teilen ihrer Lieferkette.
Die Mehrzahl der Audits findet im Rahmen der
Joint Audit Cooperation (JAC) statt. Dabei werden folgende Themenbereiche überprüft:
Die
JAC Guidelines fordern von Lieferanten unter anderem,
- dass sie einen fairen Lohn zahlen, der den Beschäftigten einen angemessenen Lebensstandard ermöglicht;
- dass sie das Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen beachten sowie ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld bereitstellen und
- dass sie eine wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden sowie maximal zwölf Überstunden pro Woche nicht überschreiten und nach sechs aufeinanderfolgenden Arbeitstagen mindestens einen freien Tag gewähren.
Alle Anforderungen werden durch Vor-Ort-Audits regelmäßig geprüft. Dabei werden auch die Ausstattung und Qualität der Arbeits-, Schlaf- und Kantinenbereiche kontrolliert.
Die Telekom verpflichtet ihre Lieferanten nicht dazu, sich im Hinblick auf Umwelt- oder Sozialthemen extern zertifizieren zu lassen. Liegen keine Zertifikate in den Bereichen „Umwelt“ und „Soziales Verantwortung“ vor, erwartet die Telekom jedoch, dass vergleichbare Managementsysteme genutzt werden. Die Erfahrung aus den Audits zeigt, dass die Mehrheit der relevanten produzierenden Lieferanten der Telekom über ein externes Zertifikat oder vergleichbare Managementsysteme verfügt.
Die Überprüfung der wesentlichen sozialen und ökologischen Aspekte sowie der grundsätzlichen Menschenrechte bei den Audits der Telekom steht im Einklang mit international anerkannten Richtlinien und Standards, wie den ILO-Kernarbeitsnormen, den UN-Prinzipien zu Wirtschaft und Menschenrechten oder den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen.
Auditergebnisse 2022
Über das auf Konzernebene aufgesetzte und gesteuerte Auditierungsprogramm wurden 2022 insgesamt 83 Vor-Ort-Audits durchgeführt.
Wie in den Vorjahren konzentrierte die Telekom ihre Auditaktivitäten auf Lieferanten in Asien, aber auch in Europa, Lateinamerika, Ozeanien und Afrika.
Zu den auditierten Lieferanten gehörten Produzenten aus den Bereichen IT-Hardware, -Software und -Dienstleistungen sowie Netzwerke und Endgeräte. Alle im Zuge der Überprüfungen identifizierten Verstöße werden in einem Korrektur- und Maßnahmenplan erfasst und die fristgerechte Umsetzung dieser Maßnahmen regelmäßig nachverfolgt. Bei den im Berichtszeitraum durchgeführten Überprüfungen wurden keine gravierenden Verfehlungen von Arbeitsbedingungen oder anderen grundsätzlichen Menschenrechten festgestellt, wie Diskriminierung, Zwangsarbeit oder Kinderarbeit. Darüber hinaus wurden auch keine Fälle von Korruption oder Bestechung sowie auch keine kritischen Verstöße gegen generelle Compliance-Regeln wie das Recht auf intellektuelles Eigentum aufgedeckt.
Entwicklungsprogramm für Lieferanten Damit ihre Lieferanten die hohen Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen können, arbeitet die Telekom partnerschaftlich mit ihren Lieferanten zusammen.
Das ehemals Telekom-eigene Lieferantenentwicklungsprogramm wird führt sie seit 2018 als Branchenansatz unter dem Namen „Sustainable Development Program“ (SDP) fort. Im Jahr 2021 wurde das SDP in die Joint Audit Cooperation (JAC) überführt. Neben der Deutschen Telekom in der Projektleitung arbeiten Telefónica, Swisscom und Orange gemeinsam daran, das SDP-Konzept gemäß den JAC-Nachhaltigkeitszielen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Teilnehmende Lieferanten werden in den Themenbereichen Organisation, Beschäftigte und Betrieb überprüft. Auf Grundlage dieser Prüfungen wird gemeinsam mit dem jeweiligen Lieferanten ein Maßnahmenplan vereinbart. Alle Aktivitäten und Ergebnisse werden dokumentiert, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu messen.