4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Telekom ist überzeugt, dass wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte miteinander vereinbar sind. In allen Stufen ihrer Wertschöpfungskette will sie positiv zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Vereinfacht umfasst die Wertschöpfungskette die Schritte Rohstoffgewinnung, Fertigung, Prozesse in der Telekom (inklusive Technik, Privat- und Geschäftskunden), die Nutzung der Dienste und Produkte und die Entsorgung und Wiederverwertung. 

Ansatz für Nachhaltigkeit im Einkauf

Die konzernweite Einkaufsstrategie der Telekom sowie die daraus abgeleiteten Richtlinien berücksichtigen das Thema Nachhaltigkeit umfassend. Diese betreffen den gesamten Beschaffungsprozess. Die Strategie wird mithilfe interner und externer Leistungskennzahlen und Managementinstrumente umgesetzt. Korruption und Bestechung können langfristige wirtschaftliche Schäden verursachen, fairen Wettbewerb und bedarfsgerechte Investitionen verhindern, Arbeitsplätze vernichten sowie Armut und Ungleichheit in der Bevölkerung verstärken. Im Rahmen der Impact-Betrachtung ihrer Wesentlichkeitsanalyse hat die Telekom auch die Nachhaltigkeitsperformance ihrer Lieferanten eingehend betrachtet. Für die Themen Korruption und Bestechung identifizierte sie hierbei ein moderates Risiko.  

Die Telekom engagiert sich deshalb unter anderem für eine verantwortungsvolle Beschaffung von Mineralien und setzt sich für die Substitution von konfliktbelasteten Materialien ein. Zudem bietet sie ihren Lieferanten E-Learnings zum Thema Compliance an.

Lieferantenmanagement

Die Zulieferer der Telekom müssen sich vor Aufnahme einer Geschäftsbeziehung zunächst über das Lieferantenportal der Telekom registrieren und qualifizieren. Durch ihre Angaben bekommt die Telekom umfassende Informationen über ihre Lieferanten, auch zu deren CO2-Nachhaltigkeitszielen. Die Lieferanten erhalten über den Supplier Code of Conduct umfassende Informationen zu wesentlichen Prinzipien und Werten der Deutschen Telekom – beispielsweise zum Thema Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit.  

Im Rahmen der Lieferantenbeziehung durchlaufen die Lieferanten einen mehrstufigen Prozess mit dem Ziel, die Risiken in der Lieferkette zu minimieren und die Lieferanten der Telekom nachhaltig weiterzuentwickeln.

Auditprozedere

Bei ihren Auditaktivitäten konzentriert sich die Telekom auf strategisch wichtige und besonders risikobehaftete Lieferanten. Sie werden regelmäßig alle zwei bis drei Jahre auditiert. Zu dieser Gruppe gehören etwa 250 der insgesamt rund 25 000 aktiven Lieferanten. Sie decken gemeinsam rund 80 Prozent des Einkaufsvolumens der Telekom ab. So verschafft sich die Telekom mit der Überprüfung Transparenz über die Risiken in weiten Teilen ihrer Lieferkette.

Die Mehrzahl der Audits findet im Rahmen der Joint Audit Cooperation (JAC) statt. Dabei werden folgende Themenbereiche überprüft: Die JAC Guidelines fordern von Lieferanten unter anderem,
Alle Anforderungen werden durch Vor-Ort-Audits regelmäßig geprüft. Dabei werden auch die Ausstattung und Qualität der Arbeits-, Schlaf- und Kantinenbereiche kontrolliert.

Die Telekom verpflichtet ihre Lieferanten nicht dazu, sich im Hinblick auf Umwelt- oder Sozialthemen extern zertifizieren zu lassen. Liegen keine Zertifikate in den Bereichen „Umwelt“ und „Soziales Verantwortung“ vor, erwartet die Telekom jedoch, dass vergleichbare Managementsysteme genutzt werden. Die Erfahrung aus den Audits zeigt, dass die Mehrheit der relevanten produzierenden Lieferanten der Telekom über ein externes Zertifikat oder vergleichbare Managementsysteme verfügt. 

Die Überprüfung der wesentlichen sozialen und ökologischen Aspekte sowie der grundsätzlichen Menschenrechte bei den Audits der Telekom steht im Einklang mit international anerkannten Richtlinien und Standards, wie den ILO-Kernarbeitsnormen, den UN-Prinzipien zu Wirtschaft und Menschenrechten oder den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen.

Auditergebnisse 2022

Über das auf Konzernebene aufgesetzte und gesteuerte Auditierungsprogramm wurden 2022 insgesamt 83 Vor-Ort-Audits durchgeführt.  

Wie in den Vorjahren konzentrierte die Telekom ihre Auditaktivitäten auf Lieferanten in Asien, aber auch in Europa, Lateinamerika, Ozeanien und Afrika.  

Zu den auditierten Lieferanten gehörten Produzenten aus den Bereichen IT-Hardware, -Software und -Dienstleistungen sowie Netzwerke und Endgeräte. Alle im Zuge der Überprüfungen identifizierten Verstöße werden in einem Korrektur- und Maßnahmenplan erfasst und die fristgerechte Umsetzung dieser Maßnahmen regelmäßig nachverfolgt. Bei den im Berichtszeitraum durchgeführten Überprüfungen wurden keine gravierenden Verfehlungen von Arbeitsbedingungen oder anderen grundsätzlichen Menschenrechten festgestellt, wie Diskriminierung, Zwangsarbeit oder Kinderarbeit. Darüber hinaus wurden auch keine Fälle von Korruption oder Bestechung sowie auch keine kritischen Verstöße gegen generelle Compliance-Regeln wie das Recht auf intellektuelles Eigentum aufgedeckt.

Entwicklungsprogramm für Lieferanten  

Damit ihre Lieferanten die hohen Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen können, arbeitet die Telekom partnerschaftlich mit ihren Lieferanten zusammen.

Das ehemals Telekom-eigene Lieferantenentwicklungsprogramm wird führt sie seit 2018 als Branchenansatz unter dem Namen „Sustainable Development Program“ (SDP) fort. Im Jahr 2021 wurde das SDP in die Joint Audit Cooperation (JAC) überführt. Neben der Deutschen Telekom in der Projektleitung arbeiten Telefónica, Swisscom und Orange gemeinsam daran, das SDP-Konzept gemäß den JAC-Nachhaltigkeitszielen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Teilnehmende Lieferanten werden in den Themenbereichen Organisation, Beschäftigte und Betrieb überprüft. Auf Grundlage dieser Prüfungen wird gemeinsam mit dem jeweiligen Lieferanten ein Maßnahmenplan vereinbart. Alle Aktivitäten und Ergebnisse werden dokumentiert, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu messen.