4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Lieferkette:
Nach Europäischem Vergaberecht ist die Bundesdruckerei als öffentlicher Auftraggeber ab bestimmten Schwellenwerten verpflichtet, Beschaffungen europaweit auszuschreiben. Grundsätze zu Transparenz, Nichtdiskriminierung und Wettbewerb werden in die Ausschreibungen einbezogen. Die Einkaufsrichtlinie schreibt vor, dass für die Lieferantenauswahl bei Erstkäufen die Bewertung der Leistungsfähigkeit entscheidend ist. Als beschaffungspolitisch relevante Kriterien sind das wirtschaftliche, qualitative, technische und ökologische Leistungspotential eines Lieferanten von besonderer Bedeutung. Bei Wiederholungskäufen wird zusätzlich die Bewertung der Lieferleistung wie Qualitäts-, Termin- und Mengenzuverlässigkeit in die Lieferantenauswahl hinzugezogen. Ausgewählte Lieferanten müssen u. a. Auskunft darüber geben, ob Managementsysteme im Bereich Arbeitsschutz, Umwelt- und Energiemanagement vorliegen, Arbeitsplatzbelastungen, Gefährdungsbeurteilungen und Umweltauswirkungen ermittelt werden und Energieeffizienzkriterien bei der Auswahl von Partnerunternehmen und Lieferanten berücksichtigt werden. Bei Rechnern ist insbesondere die Energieeffizienz ein Kriterium bei der Ausschreibung von Aufträgen und bei IT-Produkten werden die Bedarfsanforderung unter Beachtung von Homogenität, Ergonomie, Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit geprüft. Bei der Beschaffung von Maschinen und Anlagen werden die jeweils geltenden Rechtsvorschriften für Arbeitssicherheit und Umweltschutz geprüft. Bei einem Bedarf von neuen Roh-, Hilfs- oder Betriebsstoffen wird eine potentielle Gefährdung der Arbeitssicherheit vorgenommen und ggfs. Schutzmaßnahmen veranlasst. Die Beschaffung von Gefahrstoffen und wassergefährdenden Stoffen unterliegt einem definierten Prozess, der im Gefahrstoffmanagement geregelt ist. Seit 2015 müssen Geschäftspartner eine Compliance-Erklärung abgeben, mit der sie sich zur Achtung der Menschenrechte und -würde und zum Ausschluss von Zwangs- und Kinderarbeit verpflichten. Die Selbstverpflichtungen sind Voraussetzung für die Geschäftsbeziehung mit Lieferanten. Darüber hinaus führt die Bundesdruckerei Compliance-Checks für Lieferanten mit einem Jahresumsatz von über 50.000 € durch. Für Berater, Agenten und Handelsvertreter werden Checks auch unter diesem Schwellenwert durchgeführt.

Eigene Wertschöpfung:

Die Bundesdruckerei unterliegt strengsten Sicherheitsauflagen in Bezug auf die Herstellung und Entsorgung der Produkte. Für die eigenen Erzeugnisse beginnt die Verantwortung der Bundesdruckerei schon bei der Produktentwicklung und endet erst, wenn Entsorgungsfachbetriebe die verwendeten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe möglichst einer Wiederverwertung zugeführt oder korrekt entsorgt haben. Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit werden so gering wie möglich gehalten. Neue Technologien und Verfahren setzt die Bundesdruckerei daher auch mit dem Ziel ein, die Umwelt zu schonen und gleichzeitig fehlerfreie Produkte zu garantieren. Der Großteil der Produkte wird an die Bundesdruckerei zurückgeführt. Die Bundesdruckerei produziert u. a. Banknoten. Seit 2010 berichtet die Bundesdruckerei über die ökologischen Auswirkungen des Notendrucks an die Europäische Zentralbank mittels „environmental questionnaire“ und hält strenge Vorgaben zu Lieferanten ein, wie etwa die Zertifizierung von Papierlieferanten. Die Produkte der Unternehmensgruppe sind per se keine Wegwerfprodukte und die für den ordnungsgemäßen Transport notwendigen Verpackungen optimiert die Bundesdruckerei fortlaufend.