4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Wir übernehmen Verantwortung in unseren Wertschöpfungsketten, indem wir Veränderungen gezielt an jenen Punkten anstoßen, wo diese am dringlichsten sind. Aufgrund unseres Geschäftsmodells betrifft dies vor allem den Anbau und die Verarbeitung von Kaffee, Baumwolle und Holz.

Wertschöpfungskette Kaffee
Für unsere Kaffees verwenden wir die besten Bohnen der hochwertigen Arabica-Kaffeepflanzen. Angebaut werden die Bohnen im sogenannten Kaffeegürtel entlang des Äquators in Süd- und Mittelamerika, Afrika und Asien – zumeist in Entwicklungs- und Schwellenländen. Eine Besonderheit des Kaffeesektors ist der hohe Anteil von Kleinfarmern unter den Produzenten. Vielen fehlen Fachkenntnisse über schonende Anbaumethoden, die verhindern, dass die Böden langfristig unfruchtbar werden. Die Folge: Ihre Erträge sinken und die Qualität des Rohkaffees leidet.

Unser Konzept zur nachhaltigen Entwicklung des Kaffeesektors setzt bei den Kleinfarmern an. Wir unterstützen sie insbesondere dabei, die Qualität der Rohkaffees zu sichern und ihre Erträge zu erhöhen. Nur so werden sie mittelfristig in der Lage sein, ihre Betriebe auf zukunftsfähigere Anbaumethoden umzustellen. Um dies zu erreichen, engagieren wir uns durch
Wertschöpfungskette Kaffee / Strategie & Steuerung


Wertschöpfungskette Gebrauchsartikel
Unsere Gebrauchsartikel werden in Produktionsstätten unseres globalen Lieferantennetzwerks hergestellt, vor allem in Asien und Europa. Schwellen- und Entwicklungsländer haben im Zuge der Globalisierung arbeitsteilige und arbeitsintensive Industrien aufgebaut. Große Stückzahlen werden in Deutschland nicht mehr produziert. Daher kommt ein hoher Anteil der gefertigten Konsumgüter aus China und anderen Ländern Asiens. Vor allem junge Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern finden in den Industriebetrieben Arbeit und verbessern damit ihre beruflichen wie privaten Perspektiven. Die Industrialisierung bringt aber auch soziale, ökologische und politische Herausforderungen mit sich: Fabrikarbeiter sind häufig unzureichend vor Unfallrisiken geschützt, ihre Löhne reichen oft nicht aus, um sie und ihre Familien zu ernähren, die Produktionsprozesse belasten die Umwelt. Zugleich mangelt es häufig an Transparenz und der Möglichkeit, höhere soziale und ökologische Standards politisch durchzusetzen.

Als verantwortungsvoller Auftraggeber engagieren wir uns deshalb für eine nachhaltigere Gestaltung der Wertschöpfungsketten. Dabei konzentrieren wir uns auf jene Bereiche, in denen unsere Auswirkungen auf Mensch und Umwelt am größten sind und wo wir gleichzeitig am meisten Einfluss ausüben können:
Wertschöpfungskette Gebrauchsartikel / Strategie & Steuerung

Die Wertschöp­fungs­kette eines Gebrauchs­ar­tikels umfasst in der Regel viele Stationen weltweit. In dieser globalen Kette können wir als Handels­un­ter­nehmen Verstöße nicht ausschließen. Aber wir können sie identi­fi­zieren und syste­ma­tisch daran arbeiten, sie zu minimieren. Dafür haben wir ein Risiko­ma­na­gement entlang der Wertschöp­fungs­ketten entwi­ckelt, wie es auch die Leitprin­zipien für Wirtschaft und Menschen­rechte der Vereinten Nationen vorsehen.

Grundlage für die Zusam­men­arbeit mit unseren Liefe­ranten bildet der Tchibo Social and Environ­mental Code of Conduct (SCoC). Die Anfor­de­rungen des SCoC überprüfen wir bei neuen Liefe­ranten und Produ­zenten immer vor Auftrags­vergabe. Nur wenn die Fabriken die Audits bestehen, nehmen wir sie in unser Liefe­ran­ten­port­folio auf. Auf überge­ord­neter Ebene analy­sieren wir zudem die Lage und die Risiken in den Ländern, in denen wir produ­zieren lassen oder produ­zieren lassen möchten. Außerdem priori­sieren wir die Fabriken hinsichtlich der Einhaltung von Menschen­rechten und der Dialog­kultur zwischen Managern und Beschäf­tigten. Die Ergeb­nisse dieser Analysen fließen in die Einkaufss­tra­tegie ein.