4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Als Systemdienstleister koordiniert Interseroh allein in Deutschland rund 1.900 externe Dienstleister und Lieferanten. Insgesamt bietet Interseroh 26 Kerndienstleistungen an, sodass sich die Wertschöpfungstiefen in den Geschäftsbereichen deutlich unterscheiden (vgl. Kriterium 10.). Beispielsweise ist Interseroh einer der führenden Anbieter von Sortierdienstleistungen für Leichtverpackungen (LVP) und Wertstoffgemische in Europa. In diesem Geschäftsbereich führt das Unternehmen den gesamten Recyclingprozess in Eigenregie durch – von der Lizenzierung der Verpackungen über die Sortierung in eigenen Sortieranlagen bis zur Aufbereitung der Recycling-Kunststoffe. Weitere Informationen zu Interserohs Leistungen finden Sie unter https://www.interseroh.de/leistungen/

Nachhaltigkeit entlang des gesamten Wertschöpfungsprozesses konsequent zu verankern, ist  eine komplexe Herausforderung. Für Interseroh endet die eigene Verantwortung nicht an den Unternehmensgrenzen. Deshalb achtet das Unternehmen auch bei seinen Lieferanten, die im Rahmen von Entsorgungs- oder Logistikaufträgen mittelbar für Kunden tätig werden, auf ein sozial und ökologisch verantwortungsvolles Handeln. Interseroh hat daher als Basis für die Zusammenarbeit einen Lieferantenkodex entwickelt, der auch Bestandteil von Vertragsverhandlungen und regelmäßigen Audits bei Interseroh ist. Außerdem sind Lieferanten seit 2014 verpflichtet, einen Nachhaltigkeitsfragebogen zu beantworten, der in die Entscheidung der Auftragsvergabe einbezogen wird. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 126 Audits durchgeführt. Menschenrechtliche Aspekte sind nicht Teil der Audits, da ein Großteil der Zulieferbetriebe in Deutschland ansässig ist und hier nicht von einer Gefährdung der Menschenrechte auszugehen ist.

Die von Lieferanten geforderte Transparenz lebt Interseroh auch selbst. Im Jahr 2013 trat Interseroh deshalb der SEDEX (Supplier Ethical Data Exchange)-Initiative bei. SEDEX ist eine Organisation für registrierte Unternehmen, die sich zu einer kontinuierlichen Verbesserung des ethischen Verhaltens in ihrer Lieferkette verpflichtet haben. Sie sorgt für Transparenz entlang ganzer Wertschöpfungsketten. Für maximale Transparenz und Effizienz im Austausch mit den Lieferanten wurde bei Interseroh ein Supplier Relationship Management (SRM)-System eingerichtet. Darin werden relevante Daten der Lieferanten wie Zertifikate und Informationen zum Unternehmen sowie zum Umwelt- und Qualitätsmanagement erfasst.

Soziale Risiken in der Wertschöpfungskette sind in diesem Zusammenhang nicht bekannt (vgl. Kriterien 15, 16 und 17). Risiken ergeben sich für Interseroh vor allem aus den volatilen Rohstoffpreisen. Ihre Entwicklung ist oftmals schwer vorherzusagen, wirkt sich aber mittelbar auf die Nachfrage nach Interserohs Dienstleistungen aus. Durch stetige Analysen, die Beobachtung entsprechender Märkte und  darauf basierenden Prognosen versucht Interseroh, diesem Risiko entgegenzuwirken. Ein weiteres Risiko sieht das Unternehmen im Recruiting qualifizierter Mitarbeiter, insbesondere IT-Fachkräfte. Der Wettbewerb um gut ausgebildete Fachkräfte verstärkt sich weiter, zugleich sind sie gerade im Zuge der Digitalisierung, die auch Interserohs Geschäftsbereiche stark verändert, Voraussetzung für ein zukunftsfähiges Unternehmen. Interseroh setzt daher auf eine vorausschauende Personalplanung und verstärktes Recruiting.

Auf Basis des Corporate Carbon Footprint (CCF) hat das Unternehmen 2017 eine Klimastrategie formuliert und Ziele definiert. Aus den Nachhaltigkeitsaspekten stellen die Treibhausgasemissionen aus beauftragten Dienstleistern (insbesondere Logistik) in der Wertschöpfungskette eine besondere Herausforderung dar. Mit Blick auf die Logistik sucht Interseroh kontinuierlich nach Optimierungspotenzialen und arbeitet an einem Ziel zur Reduktion der dadurch bedingten Emissionen.