4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Wertschöpfung der NürnbergMesse liegt im Kern in der Planung, Organisation und/oder Durchführung von Eigen- und Gastveranstaltungen, sowohl im In- als auch im Ausland. Den eigentlichen Veranstaltungen vorgelagert sind vielfältige wirtschaftliche Aktivitäten als Teil der Wertschöpfungskette. Dies gilt auch für die in ihrer Natur häufig ähnlichen nachgelagerten Aktivitäten.

Unmittelbar vorgelagerte Aktivitäten liegen vor allem in der Bewerbung und Organisation unserer Veranstaltungen sowie der entsprechenden Kommunikation und Koordination mit Ausstellern und Besuchern. Darüber hinaus kooperieren wir mit zahlreichen Dienstleistern zur entsprechenden Vorbereitung der Messehallen und Räumlichkeiten. Weitere wichtige vorgelagerte Aktivitäten, auf die wir jedoch keinen oder nur mittelbaren Einfluss haben, da sie sich in der Hand von Besuchern und Ausstellern befinden, bestehen vor allem aus mit der Anreise verbundenen Dienstleistungen und dem Standbau. Hier arbeiten wir gegenwärtig an Konzepten, um diese Aspekte umweltfreundlicher zu gestalten, etwa durch Kompensationslösungen bei einzelnen Fachmessen oder dem Einsatz wiederverwendbarer Materialien.

Auch auf die Wertschöpfungsaktivitäten, die die eigentliche Durchführung der Veranstaltungen kennzeichnen, haben wir in unterschiedlichem Maße Einfluss. Die Inanspruchnahme von Hotel-Services etwa liegt erneut in den Händen von Besuchern und Ausstellern. Hier sind wir bestrebt, beiden Gruppen die Buchung nachhaltiger Hotels leichter zu machen, auch wenn wir dies nur empfehlen, nicht aber verbindlich machen können. Im Hinblick auf gastronomische Leistungen, die auf dem Messegelände selbst angeboten werden, haben wir als Eigentümer eines großen Catering-Unternehmens erheblichen Gestaltungsspielraum. Hier wollen wir beispielsweise durch intelligente Catering-Konzepte Lebensmittelabfälle verringern und den Bezug regionaler und biologischer Produkte stärken. Deshalb ist es unser Ziel, das regionale Einkaufsvolumen, insbesondere für unser Catering, von 80% im Jahr 2021 auf 85% im Jahr 2022 erhöhen.

Einen wichtigen Aspekt in der Durchführungsphase stellt der veranstaltungsgebundene Wasser- und Energieverbrauch dar, insbesondere intelligente Steuerung der technischen Anlagen (z.B: CO2 geführte Klimatisierung der Hallen), wassersparende WC Anlagen und das neue, dynamische LKW-Abruf-System zur effizienteren Steuerung der Verkehrsströme auf dem Messegelände während der Auf- und Abbauphase.

Aufgrund dieser signifikanten Hebel haben wir die „Nachhaltige Durchführung von Veranstaltungen“ als wesentliches Thema für unsere Nachhaltigkeitsstrategie identifiziert.

Beim Abbau der Messestände sind wir bestrebt, durch Recyclingkonzepte wertvolle natürliche Ressourcen zu schonen. 

Als Dienstleister hat die Beschaffung im Rahmen unserer Wertschöpfung eine geringere Bedeutung als bei Unternehmen des produzierenden Gewerbes. Dennoch betrachten wir verantwortliches Handeln in der Lieferkette als Baustein unserer Nachhaltigkeitsstrategie. So werden wir voraussichtlich im Jahr 2022 unseren Lieferantenkodex in unser Beschaffungssystem einbinden, um die Einhaltung von Gesetzen und Standards umfassend zu berücksichtigen. Denn wir sind bestrebt, hohe soziale, ökologische und Governance-Standards durchgängig in unserer Lieferkette zu etablieren. Gleichzeitig werden wir die Prozesse zur Prüfung unserer Geschäftspartner erweitern und risikobasierte Sanktionslistenprüfungen durchführen.