4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Als Industrie- und Handelskammer beruht unsere Wertschöpfung auf der Erhebung von Mitgliedsbeiträgen und der Einnahme von Gebühren und Entgelten für unsere hoheitliche Aufgaben und Service-Angebote. Unsere Lieferketten bzw. Beschaffung umfassen in Rahmen- und Einzelverträgen den Einkauf von:
Die IHK Berlin richtet ihre Beschaffungen nach einer internen Beschaffungsrichtlinie aus, die sich an den Vorgaben des öffentlichen Vergaberechts orientiert. Dabei stehen die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit im Fokus, zu denen die IHK Berlin auf Grund gesetzlicher und nachgesetzlicher Regelungen gezwungen ist.  Daneben dienen die Grundprinzipien des öffentlichen Vergaberechts - Transparenz, Diskriminierungsfreiheit und Wettbewerb – als Kompass für ein effektives und effizientes Beschaffungsmanagement. Ausschlaggebend für Beschaffungen ist final das wirtschaftlichste Angebot, also dasjenige Angebot, das unter Berücksichtigung aller Aspekte den größten Nutzen für die IHK Berlin bringt.

Bei der Ermittlung des wirtschaftlichen Angebots ist vor allem der Preis von Bedeutung. Da die IHK Berlin aber nicht das günstigste, sondern das wirtschaftlichste Angebot beauftragt, kommen neben Eignungskriterien auch weitere Wertungskriterien zur Anwendung. Dabei sollen auch Lebenszykluskosten von Produkten berücksichtigt werden. Daher hat die IHK Berlin in der Vergangenheit bereits bei vielen Beschaffungen Nachhaltigkeitskriterien angewandt – sei es auf der Ebene der Eignungs- oder aber Wertungskriterien.

Nachhaltigkeitsaspekte in unserer Lieferkette beziehen sich auf den ökologischen und sozialen Impact der von uns eingekauften Dienstleistungen und Waren, wie zum Beispiel den Arbeitsbedingungen bei unseren Dienstleistern oder erfüllten Nachhaltigkeitskriterien der von uns oder unseren Zulieferern gekauften Produkte (Recycling, fair, regional hergestellt, aus biologischem Anbau, langlebig, klimaschonend usw.).

Künftig will die IHK Berlin dem Nachhaltigkeitsaspekt bei Beschaffungen noch mehr Gewicht verleihen. Daher wird eine Änderung der Beschaffungsrichtlinie vorbereitet, die eine Ausweitung der verbindlichen Eignungskriterien in Form von Eigenerklärungen (z.B. Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen) auf der einen Seite vorsieht. Zum anderen soll den Fachbereichen aufgegeben werden, produkt- oder unternehmensbezogene Eignungskriterien zu definieren oder aber Nachhaltigkeitskriterien bei der Wertung verpflichtend vorzusehen. Damit soll die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bei allen Beschaffungen der IHK Berlin sichergestellt werden.