4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Wertschöpfungskette von F&W: Bauen – Betreiben – Begleiten
Die Entfaltung des gewachsenen Potentials von F&W wird im Zuge einer Wertschöpfungskette dargestellt, die genügend Raum für Anpassungen und Weiterentwicklungen lässt, aber zugleich die Kernidentität und das tradierte Selbstverständnis von F&W vermittelt. Dementsprechend wird in der folgenden Abbildung der Wertschöpfungskette ein Format gewählt, das zwei soziale Wertschöpfungsketten für die verschiedenen Zielgruppen von F&W darstellt, die parallel zueinander laufen und sich wechselseitig ergänzen:   


 


Abbildung 2: Wertschöpfungskette von F&W  

F&W schafft Unterkünfte und Sozialwohnungen für ihre Zielgruppen und bieten ihnen bedarfsgerechte Assistenz und Orientierung. F&W betreibt alles ganzheitlich aus einer Hand, so dass Wohngebäude zu den Bewohnerinnen und Bewohnern passen, Bewohnerinnen und Bewohner in ihren Wohngebäuden gut leben und sich entwickeln können und soziale Assistenzleistungen die gegebene Situation aus Mensch und Wohngebäude ergänzen und unterstützen können.   

Dieses Grundschema ist fest genug, um Klarheit und Identität zu schaffen, es bietet aber auch die Chance, eine große Stärke und Kernkompetenz von F&W nutzbar zu machen: Die Flexibilität. Die Flexibilität, sich kurzfristig auf neue Aufgaben einzustellen, das bewährte Können auf andere Felder zu übertragen oder Lösungen für neue Herausforderungen zu entwickeln. Auf der Basis der angestammten Kernaufgaben, aber mit dem gewachsenen Potential an Ressourcen und Expertisen kann F&W den Anspruch an sich stellen, anlassbezogen neue Felder zu erschließen oder neu entstandene soziale Aufgaben der Stadt reaktionsschnell, „geräuschlos“ und effektiv zu erledigen. F&W versteht sich in sozialen Aufgaben auch als Dienstleister, mit dem die Gesellschaft zügig auf nicht kalkulierbare Entwicklungen reagieren kann. Dabei ist stets darauf zu achten, dass sich eine gewisse Volatilität nicht zu Lasten der Mitarbeitenden auswirkt.   

Nachhaltigkeitskriterien werden insbesondere in der Bauabteilung, den Unterkünften sowie in den unterstützenden Tätigkeiten wie bspw. in der zentralen Verwaltung geprüft. Dabei sind wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte im Zusammenhang mit nachhaltigen Bauweisen und Baumaterialien, Bestellungen für das laufende Geschäft sowie Verbrauchsmaterialien im Zusammenhang mit der Beschaffung (Einkauf) zu identifizieren. Weiter liegt ein Fokus auf dem Nutzerverhalten der Klientinnen und Klienten. Die Beratung der Klientinnen und Klienten im Zusammenhang mit Energieeffizienz, CO2-Fußabdruck sowie Abfalltrennung wird von F&W ebenfalls als wesentlich bewertet.   

Zu Problemen und Maßnahmen in der Wertschöpfungskette im Zusammenhang mit der sozialen und ökologischen Dimension kann zum aktuellen Stand noch keine umfassende Aussage getroffen werden. Generell kann jedoch als Problem angesehen werden, dass Zielsetzungen mit absolutem Ziel einem erhöhten Risiko der Nichterreichung unterworfen sind, da der Aufgabenumfang von F&W stark von äußeren Faktoren beeinflusst wird. So kann beispielsweise eine Ad-Hoc-Situation wie wieder verstärkte Geflüchtetenzahlen aus verschiedenen Ländern dazu führen, dass ein absolutes CO2-Ziel im Bilanzraum von F&W nicht erreicht wird. Die Maßnahmen im Zusammenhang mit der sozialen und ökologischen Dimension befinden sich zudem zum Zeitpunkt der Berichtserstattung noch in der Entwicklung. Gesetzliche Vorgaben werden erfüllt; Abweichungen davon werden durch das für 2021 geplante Compliance-Management-Systems dokumentiert und bearbeitet.    

Die Kommunikation der Nachhaltigkeitsthemen mit Geschäftspartnern bzw. Lieferanten muss bei F&W noch ausgebaut werden. Gesetzliche Vorgaben nach EU- oder deutschem Recht werden eingehalten, darüber hinaus ist ein Ausbau der Kommunikation der Nachhaltigkeitsthemen geplant. Für Ende 2021 / Anfang 2022 ist beispielsweise geplant, dass ein Austausch zwischen dem Klimaschutzmanagement und dem Beschaffungsmanagement stattfindet, der das Ziel hat, Nachhaltigkeitslabels standardmäßig als Bedingung in die Leistungsbeschreibung von Beschaffungsprozessen aufzunehmen.