4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Als Genossenschaftsbank mit christlichen Wurzeln und Werten arbeiten wir daran, nachhaltige Werte zu schaffen, d. h. leistungsfähig, sozial und ökologisch zu wirtschaften. Dies betrifft in erster Linie unser Kerngeschäft, den Umgang mit kirchlichen Geldern und die Finanzierung sozialer Projekte (siehe hierzu auch Kriterium 2 „Wesentlichkeit“).

Die Wertschöpfungskette einer Bank ist nicht vergleichbar mit dem klassischen produzierenden Gewerbe. An die Stelle der Fragen, welche Ressourcen der Produktionsbetrieb einsetzt, um ein Produkt zu produzieren, und welche sozialen und ökologischen Auswirkungen das Produkt hat, tritt bei Banken die Frage nach den sozialen und ökologischen Auswirkungen der Finanzströme, die durch die Bank induziert werden. Mit einfachen Worten gesagt: Woher kommt das Geld der Bank und wie wird es verwendet? Dabei sind Transparenz und der Einsatz von geeigneten Prozessen zu einer professionellen und möglichst objektiv nachvollziehbaren Beurteilung der nachhaltigen Qualität des Kreditgeschäfts, der Eigenanlagen und des Asset Managements entscheidend.

Die Tiefe der Auseinandersetzung mit der Nachhaltigkeit wird beim Nachhaltigkeitsfilter, den die Bank für die Eigenanlagen einsetzt, besonders deutlich.

Die Bank kombiniert mit ihrem KD-Nachhaltigkeitsfilter einen sogenannten Best-in-Class-Ansatz mit Ausschlusskriterien. Unternehmen und Staaten, die die Positivkriterien im Vergleich zur Branche bzw. zu anderen Staaten erfüllen, werden bei der Auswahl bevorzugt. Die Ausschlusskriterien sorgen dafür, dass die Bank in bestimmte Unternehmen und Länder gar nicht investiert.

Die Beurteilung der sozialen und ökologischen Performance eines Unternehmens im Rahmen des „ISS-ESG-Ratings“ erfolgt anhand von über 100 branchenspezifisch ausgewählten sozialen und ökologischen Kriterien.

Der Verstoß gegen ein Ausschlusskriterium führt unabhängig von der Best-in-Class-Einschätzung des Unternehmens zu einem Ausschluss. Für folgende kontroverse Themenfelder haben wir Ausschlusskriterien definiert:

Ausschluss von kontroversen Geschäftsfeldern: Ausschluss von kontroversen Geschäftspraktiken: Kriterien für die Auswahl von Staaten
Das Länderrating setzt sich ebenfalls aus den zwei grundlegenden Bestandteilen, dem „Umwelt (Environmental) Rating“ und dem „Social Rating“, also dem Rating der sozialen Dimension, zusammen. In Zusammenarbeit mit Experten aus Wissenschaft und Forschung hat ISS ESG 150 Indikatoren für das Länderrating, das die Bank für Kirche und Diakonie einsetzt, identifiziert.

Als kirchliche Spezialbank unterscheidet sich die Bank für Kirche und Diakonie auch im Kreditbereich grundlegend von Geschäftsbanken, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen, da fast alle Kredite, die die Bank vergibt, einen Bezug zur Nachhaltigkeit haben. Die ursprüngliche Idee der kircheneigenen Darlehnsgenossenschaft wird im Kreditgeschäft der Bank verwirklicht. Wir machen den kirchlichen Finanzkreislauf seit dem Jahr 2015 transparenter und berichten über die Vergabe von Krediten.

Im Bankbetrieb arbeiten wir fast ausschließlich mit regionalen Dienstleistern zusammen. Büromaterial, IT-Hardware oder auch Papier beziehen wir ausschließlich über nationale Unternehmen. Unser Energieverbrauch wird zu 100% durch Strom aus erneuerbaren Energien gedeckt. Im Rahmen des Umweltmanagements nach dem EMAS II haben wir Lieferantenbefragungen zu Umweltstandards durchgeführt. Seit 2008 kooperiert die Bank für Kirche und Diakonie bei der Beschaffung mit der Evangelischen Kirche von Westfalen und dem Projekt „Zukunft einkaufen“, das sich vornehmlich an Kirchengemeinden und kirchliche Verwaltungen richtet. Die Mitarbeitenden der Bank sind aufgerufen, sich im Rahmen ihres Verantwortungsbereichs an den Empfehlungen des Projektes zu orientieren.