4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Wertschöpfungskette von hanseWasser ist ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Wasserkreislaufs. Der Betrieb und die Instandhaltung des Bremer Kanalnetzes und der angeschlossenen Pumpwerke gewährleistet die Stadtentwässerung in Bremen. Die umweltgerechte Reinigung der anfallenden privaten und gewerblichen Abwässer in Bremen und einiger Nachbargemeinden nehmen wir auf unseren zwei Kläranlagen vor. Darüber hinaus bieten wir auch überregional Reinigungs- und Entsorgungsdienstleistungen für Unternehmen und Kommunen an.

Die Umsetzung unserer hoheitlichen Aufgabe erfolgt immer nach wirtschaftlichen und umweltgerechten Gesichtspunkten. Basierend auf unserem bestehenden integrierten Managementsystem (iMAS) verbinden wir mit der EMAS-Umweltzertifizierung die konsequente Weiterentwicklung unserer Qualitäts- und Umweltleistung auf allen Stufen der Wertschöpfungskette.



Abwasserableitung und Regenwasserbehandlung
Wir sind zuständig für die Abwasserableitung im öffentlichen Kanalsystem der Stadt Bremen. Dies umfasst den Bau und Betrieb des Kanalnetzes und der Abwasserpumpwerke. Die Leistungen werden in enger partnerschaftlicher Kooperation mit der Stadt Bremen erbracht. Alle Aufgaben werden nach den gesetzlichen und vertraglichen Anforderungen sowie den allgemein anerkannten Regeln der Technik erfüllt. Zur Behandlung von verschmutztem Regenwasser aus der Trennkanalisation betreiben wir eine Vielzahl von Regenklärbecken. Der Anlagenbestand orientiert sich an in der Fachwelt bewährten Standards, insbesondere dem Regelwerk der DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall). Durch den optimierten Betrieb der Pumpwerke, der Steuerbauwerke, Speicherkanäle und Regenbecken wird die Einleitung unbehandelten Abwassers in die Gewässer im Rahmen der wasserrechtlichen Genehmigungen und vertraglichen Regelungen minimiert.  

Abwasserreinigung und Reststoffentsorgung
Unsere Zielsetzung ist es, durch einen stabilen Reinigungsprozess die in den wasserrechtlichen Erlaubnissen festgelegten Anforderungen sicher und dauerhaft einzuhalten sowie die Ablaufkonzentrationen, entsprechend den vertraglichen Standards, gering zu halten. Hierfür unterhalten wir leistungsfähige Anlagen zur Abwasserreinigung und Klärschlammbehandlung. Zur Qualitätssicherung ist uns die permanente Kontrolle des Abwasserreinigungsprozesses wichtig. Deshalb beproben und analysieren wir täglich den Zulauf und Ablauf der Kläranlagen. Zur Erreichung der Klimaschutzziele wird bei Erneuerung und Betrieb der Anlagen besonders auf die Energieeffizienz geachtet. Die Entsorgung der Klärschlämme planen wir langfristig mit dem Ziel, für mindestens fünf Jahre im Voraus gesicherte Entsorgungswege zur Verfügung zu haben. Durch den Entsorgungsmix aus thermischen und stofflichen Verwertungswegen gewährleisten wir ein Höchstmaß an Entsorgungssicherheit. Die gezielte Überwachung der Indirekteinleiter, eine kontinuierliche Qualitätsprüfung des Klärschlamms und die Teilnahme an dem QLA-Gütesicherungssystem sichern gegenwärtig die nachhaltige landwirtschaftliche Verwertung des Bremer Klärschlamms. Mittelfristig planen wir die komplette Verwertung in einer Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage mit Phospor-Rückgewinnungsmöglichkeit.

Planung, Bau und Instandhaltung der Abwasseranlagen
Das Ziel der technischen Instandhaltung und Erneuerung der Abwasseranlagen ist, die Verfügbarkeit permanent zu erhalten sowie den Substanzerhalt der Anlagen sicherzustellen. Für die Kanalhaltungen des Bremischen Kanalnetzes ist insbesondere die Einhaltung von Sanierungspflichten und -fristen maßgeblich. Ebenso besteht die Verantwortung für die Erstellung langfristiger Bedarfsprognosen zur Netzsanierung. Wir sind verantwortlich für die planerische und bauliche Umsetzung aller Bauprojekte des Investitionsjahresplans Netz sowie für die Projekt- und Anlagendokumentation gegenüber unserem Auftraggeber. Durch eine regelmäßige Zustandsbewertung des Kanalnetzes und die daraus abgeleiteten Instandhaltungsmaßnahmen werden alle Störungsrisiken vermieden, die negative Auswirkungen auf die rechtlichen und leistungsvertraglichen Anforderungen sowie auf die wirtschaftlichen Zielsetzungen haben können. Bei den Pumpwerken und Kläranlagen ist die Instandhaltung darauf ausgerichtet, die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Anlagen zu gewährleisten. Durch die regelmäßigen Inspektions- und Wartungsmaßnahmen wird die technische Nutzungsdauer der Anlagen verlängert, die Energieeffizienz optimiert und die Sicherheit der Anlagen gewährleistet. Auf Basis einer wiederkehrenden Zustandsbewertung erfolgen kontinuierliche und adäquate Ersatz- und Erneuerungsinvestitionen für die Anlagen der Abwasserförderung, Mischwasserbehandlung und der Abwasserreinigung.  

Materialwirtschaft
Die Beschaffung von Arbeitsmaterialien, Anlagen, Fahrzeugen usw. sowie die Beauftragung von Dienstleistungen wie z. B. Bauleistungen ist in unserer Wertschöpfungskette notwendig. Im Rahmen der Lieferantenauswahl wird von unserer Seite geprüft, ob die beschafften Produkte und Dienstleistungen umwelt- und sozialverträglich hergestellt bzw. umgesetzt werden. Die Voraussetzungen für die Lieferantenauswahl sind in unseren Allgemeinen Einkaufsbedingungen festgehalten, die auf unserer Website veröffentlicht sind. Grundsätzlich achten wir bei der Beschaffung von Materialien, Energie und Dienstleistungen auf Aspekte der Nachhaltigkeit, wie z. B. Energieeffizienz, Einhaltung der internationalen Arbeitsschutznormen, Vermeidung von Kinderarbeit etc. Bei den benötigten Hilfs- und Betriebsstoffen achten wir auf den Einsatz möglichst schadstoffarmer Produkte. Eine große Anzahl an eingesetztem Büromaterial besteht aus nachhaltig produzierten Rohstoffen.  

Derzeit erarbeiten wir ein Konzept, wie weitere Nachhaltigkeitsaspekte in unseren Beschaffungsprozess integriert werden können. Ziel ist es, komplett auf eine "Nachhaltige Beschaffung" umzustellen. Insbesondere die Regionalität von Produkten und Dienstleistungen, sowie die Auswahl regelkonformer, nachhaltig agierender Lieferanten und Hersteller sollen in Zukunft dabei eine wichtige Rolle spielen.

Kommunikation
Die Kommunikation zu unseren Nachhaltigkeitsaktivitäten erfolgt in erster Linie über die Unternehmenskommunikation. Als Instrumente dienen hierfür unsere Publikationen wie der Geschäftsbericht, die Umwelterklärung sowie die Mitarbeiterzeitung „rohrpost“, die auch an Externe versendet wird. Zudem kommunizieren wir Nachhaltigkeitsthemen über unsere Website und die Sozialen Medien. Mit Geschäftspartner*innen und Dienstleister*innen kommunizieren wir im direkten Gespräch. Einige Nachhaltigkeitsaspekte sind aber auch vertraglich geregelt, wie beispielsweise die Einhaltung unserer hohen Standards im Bereich der Arbeitssicherheit.

Zukünftig wird der Nachhaltigkeitsbericht Umwelterklärung und Geschäftsbericht beinhalten und diese ersetzen. Über eine gesonderte Webseite informieren wir heute schon unsere Mitarbeiter*innen über unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten. Zukünftig sollen auch Externe Zugriff auf dieses Informationsangebot erhalten.