4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Nachhaltigkeitsstandards
Die Haspa ist mit ihrem Finanzdienstleistungsangebot ein wichtiger Motor des regionalen Wirtschaftskreislaufs. Sie arbeitet zum Wohle der Menschen und Unternehmen in der Metropolregion Hamburg. Unsere Wertschöpfung erbringen wir – unserem nachhaltigen Geschäftsmodell entsprechend – im Wesentlichen selbst und richten unser Finanzdienstleistungsangebot an regionalen Bedürfnissen aus.

Mit Service und Beratung sowie bedarfsgerechten Produkten fördert die Haspa eine stabile Entwicklung der regionalen Wirtschaft, des Standorts sowie der Infrastruktur in ihrem Geschäftsgebiet. Als regionales Kreditinstitut tragen wir zum Klimaschutz und zum Ausbau erneuerbarer Energien, zur Lösung demografischer Herausforderungen und zur Bewältigung sozialer Aufgaben bei. 

Die Nachhaltigkeitsstandards in unserer Wertschöpfungskette zeigt die folgende Übersicht.

Passivgeschäft
Nachhaltigkeitskriterien sind für einzelne Passivprodukte definiert und werden in den jeweiligen Produktinformationen dokumentiert. Hierzu zählen nachhaltige Fonds (vgl. hierzu Kriterium 10, Nachhaltige Fonds), der Hamburger Stiftungsfonds sowie der im Jahr 2017 von der Haspa aufgelegte Hamburger Nachhaltigkeitsfonds „Best in Progress“  (vgl. hierzu Kriterium 10, Eigenemissionen mit Nachhaltigkeitsbezug).

Aktivgeschäft
Die Kreditrisikostrategie der Haspa ist ein verbindliches Rahmenwerk für alle Mitarbeiter, das ihnen Orientierung gibt, wie sie das Kreditgeschäft unter angemessener Berücksichtigung von Risiken betreiben sollen. In der Kreditrisikostrategie sind Aspekte enthalten, die auf Nachhaltigkeit im weiteren Sinne einzahlen. So wollen wir zum Beispiel keine Geschäfte machen, die wir nicht verstehen. Dies gilt gleichermaßen für Geschäfte, die für uns nicht transparent sind, für die wir entweder prozessual bzw. DV-technisch oder durch die Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht ausgestattet sind. Wir wollen Geschäfte vermeiden, die nicht unserem Selbstverständnis entsprechen und den Ruf der Haspa belasten könnten. Dazu gehört auch, keine Verträge abzuschließen, die direkte oder indirekte (d. h. über Drittländer) Geschäfte in Kriegs- und Krisenländern (z. B. in durch UN-Resolutionen sanktionierte Länder) zur Folge haben. Hierzu wird im Unternehmensbereich Kredit und Recht bezugnehmend auf eine Embargoliste des Zolls eine Ländernegativliste geführt, die regelmäßig aktualisiert wird.

Eigenanlage
Bei den Eigenanlagen wird zur Portfoliodiversifikation weltweit in Assetklassen investiert, denen Länderrisiken zugrunde liegen können. Zur Begrenzung der Länderrisiken und zur Vermeidung von damit in Zusammenhang stehenden Reputationsrisiken verfolgen wir das Ziel, weder direkt (z. B. Staatsanleihen, CDS) noch indirekt (z. B. Unternehmensanleihen, Aktien, ABS) in Kriegs- und Krisenländern zu investieren (z. B. in durch UN-Resolutionen sanktionierte Länder). Hierzu wird im Unternehmensbereich Kredit und Recht bezugnehmend auf eine Embargoliste des Zolls eine Ländernegativliste geführt, die regelmäßig anlassbezogen aktualisiert wird. Wir verfolgen außerdem das Ziel, Investitionen in Agrarprodukte auszuschließen.

Einkauf und Beschaffung
Grundlage für den Beschaffungsprozess ist die Haspa-Einkaufsrichtlinie. Darin ist das Regionalprinzip verankert, nach dem wir auf die Einbindung ortsansässiger oder regionaler kleiner und mittlerer Unternehmen bzw. Anbieter Wert legen. Darüber hinaus ist für Niedriglohnbranchen die Bezahlung nach dem Mindestlohngesetz in Verträgen und den Allgemeinen Einkaufsbedingungen der Haspa festgelegt. Wir halten alle gesetzlichen Standards in den Bereichen Entsorgung, Trinkwasser und Energie ein. Bei Neubauten und Sanierungsmaßnahmen halten wir die Vorgaben gemäß EEWärmeG und EnEV ein.

Nachhaltigkeitsaspekte sind darüber hinaus für einzelne Beschaffungsbereiche implementiert worden: So ist seit 2015 der Bezug von Strom vollständig auf Ökostrom aus nachhaltiger Erzeugung umgestellt. Unser Stromanbieter garantiert außerdem, dass mindestens 25 Prozent des bezogenen Stroms aus besonders jungen und hochmodernen Wasser-, Wind- und Biomassekraftwerken stammt.

Die Papierbeschaffung wurde nach folgenden Umweltkriterien umgestellt: geringere Grammaturen (75 g statt 80 g), recycelbares, zertifiziertes Papier (EU Ecolabel, PEFC-Label, ECF- und FSC-Label). Für die Kontoauszugsdrucker verwenden wir seit Mitte 2015 FSC-zertifiziertes KAD-Papier.

Im IT-Bereich setzen wir standardmäßig auf den möglichst weitreichenden, ressourcenschonenden Einsatz von Thin Clients und zentralisierten Servern sowie auf die ressourcenschonende, teamübergreifende Aufstellung von technischen Multifunktionsdruckern (Fax, Kopierer, Drucker, Scanner).

Im Beschaffungsprozess für die Umgestaltung der Filialen im Rahmen des neuen Konzepts „Filiale der Zukunft“ haben wir bei der Anbieterauswahl für die Handwerkerleistungen und für das Mobiliar neben der regionalen Verankerung auch darauf Wert gelegt, dass soziale Standards eingehalten werden und ökologische Aspekte, wie z. B. Wiederverwertbarkeit/Recyclingquoten beim Mobiliar oder Energieeffizienz bei Ausstattung und technischen Anlagen (z. B. durch Nutzung energiesparender LED-Technik), berücksichtigt werden.

Mit den für die Haspa bedeutsamsten Lieferanten werden Jahresgespräche geführt. Dabei werden die interne Bewertung des Lieferanten mit ihm besprochen und mögliche bzw. notwendige Veränderungen – ggf. auch im Bereich Nachhaltigkeit – diskutiert. Ziel ist es, eine positive Lieferantenentwicklung zu erreichen bzw. eine positive Bewertung dauerhaft zu erhalten. Mit unseren Kooperationspartnern aus dem Produktbereich werden mindestens jährliche Strategiegespräche über die Zusammenarbeit, mögliche Verbesserungen des Produktportfolios oder die Ausrichtung auf neue Kundenbedürfnisse geführt. 

Die Einhaltung der oben genannten Vorgaben wird im Rahmen der unter Einbindung des Vorstands etablierten Regelprozesse geprüft, gesonderte Verfahren wurden nicht etabliert. Darüber hinausgehende Nachhaltigkeitsstandards sind nicht definiert.