4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Für die Stadt stellt sich die Wertschöpfung, bezogen auf das Thema Nachhaltigkeit, in drei Kategorien dar. Hierdurch begründet sich auch gleichzeitig die Tiefe der Überprüfung der Nachhaltigkeitskriterien. Erste Kategorie: "Enkelkindtauglichkeit", hier lässt sich die Tiefe nur bedingt erfassen, da dieses Kriterium zukunftsgerichtet ist und zum großen Teil auf Prognosen basiert. Hier lassen sich nur die gegenwärtigen zukunftsgerichteten Entscheidungen quantifizieren und qualifizieren. Zweite Kategorie: Ökologisch, ökonomisch und soziale Dimensionen der Entscheidungen für die direkt und indirekt betroffenen Generationen treffen. Die Beurteilungstiefe hier lässt sich aufgrund von Zahlen, Daten und Fakten genau belegen, wobei einige Bewertungsangaben pauschaliert werden. Diese Ungenauigkeiten bedingen keine größeren Ergebnisabweichungen, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Dritte Kategorie: Handlungsräume neu gewinnen durch Innovation und nachhaltiges Wirtschaften. Diese Kategorie generiert einen zusätzlichen Mehrwert, weshalb eine Bewertung der Tiefe nicht vorgenommen werden kann.

Bei Ausschreibungen für Bauleistungen und andere Leistungen sind wir an die Vergabe- und Vertragsordung für Bauleistungen (VOB) oder Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen (VOL) gebunden oder wenn notwendig sogar an die EU-Vergaberichtlinie gebunden. Dort sind Punkte, wie Menschen- und Arbeitsrecht aufgeführt.

Behandlung von sozialen und ökologischen Problemen

Aktuelle und vorhandene Probleme sind uns bekannt und werden mit den jeweiligen Anspruchsgruppen und -trägern kommuniziert und thematisiert. Die Stadt zeigt sich gegenüber neu auftretenden Problemstellungen offen und reagiert hierauf unter Berücksichtigung der beschlossenen Zielsetzungen. Aktuelles Beispiel hier in Geestland ist die Schulerweiterung, bei der in einem Nutzwald Bäume zu fällen wären. Es wurden Gespräche mit den "Baumfällgegnern" geführt. Die Stadt wird, obwohl sie gar nicht Schulträger ist, Bäume an anderer Stelle wieder pflanzen.

Die Stadt Geestland ist kein produzierendes Gewerbe, sondern ein Dienstleister für ihre Bürger*innen. Von daher tätigen wir keinen Rohstoffeinkauf oder derartiges. Bei den Ausschreibungen von Baumaßnahmen wird darauf geachtet, dass der anfallende Bauschutt umweltschonend entsorgt wird. Den Nachweis müssen uns die Firmen erbringen. Beim Einkauf von Büromaterialien wird auf  Nachhaltigkeit geachtet, z. B. beim Papiereinkauf auf das Siegel „Blauer Engel“.

Derzeit werden die Nachhaltigkeitskriterien in der Wertschöpfungskette nicht überprüft, außer bei den vorgenannten Beispielen. Die Stadt Geestland wird sich im Jahr 2019 der Gemeinwohl-Ökonomie widmen. Dort werden dann auch unsere Lieferanten und Firmen um einen  Nachhaltigkeitsscheck gebeten. Beispielsweise Ökologische Aspekte wären keine gefährlichen Inhaltsstoffe, nicht krebserregend, die Wiederverwendbarkeit oder eine ressourcenschonende Herstellung. Soziale Aspekte wären ein Diskriminierungsverbot, keine Zwangs- oder Kinderarbeit Lohn- und Chancengleichheit, Arbeitsplatzsicherheit sowie eine aktive Integrationsförderung. Beide Aspekte sind dann jeweils auf die Firma  sowie deren Lieferkette zu beziehen.