4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Wertschöpfungskette der apoBank besteht aus der Steuerung der Bank, der Entwicklung und Erstellung von Produkten und Dienstleistungen (Produktion) sowie dem Marketing und Vertrieb. Die apoBank erstellt und vertreibt ihre Produkte und Dienstleistungen im Wesentlichen selbst, bindet nach Bedarf aber auch Produkte und Dienstleistungen von Partnern ein.

Bei der Geschäftstätigkeit der Bank wirken die Aspekte Umwelt-, Sozial- und Mitarbeiterbelange, die Achtung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung der Korruption auf die Wertschöpfung ein. Um diese Aspekte im Sinne der Nachhaltigkeit in die Steuerung der Bank zu integrieren, hat die apoBank diverse Maßnahmen ergriffen.

Kern unseres Geschäftsmodells ist es, Heilberufler wirtschaftlich zu unterstützen und sie dadurch in ihrer Berufsausübung zu fördern. Kern unserer Wertschöpfungskette ist dabei die Hereinnahme von Kundeneinlagen auf der einen Seite und das Herausreichen von Finanzierungen auf der anderen Seite. Die nachhaltige Sicherung der uns anvertrauten Einlagen ist dabei von entscheidender Bedeutung. In der Geschäfts- und Risikostrategie sind Ausschlusskriterien für Kundenkredite und Immobilienspekulationen festgelegt (siehe Kriterium 10).  

Des Weiteren verzichten wir auf Direktinvestitionen in Agrarrohstoffe. Wir wollen damit das Risiko von spekulativen Preisentwicklungen bei Lebensmitteln nicht befördern, die wiederum Hungerkrisen auslösen könnten. Dies betrifft sowohl die Eigenanlagen der Bank als auch die Produkte, die wir unseren Kunden empfehlen (siehe Kriterium 10).  

Bei der Auswahl der wichtigsten Dienstleistungspartner im Wertpapierbereich legt die apoBank Wert darauf, dass diese Partner ebenso wie die apoBank selbst in Anlehnung an die Prinzipien des Global Compact der UN die Menschenrechte achten (siehe Kriterium 17).  

Schritte für einen systematischen Prozess zur Kontrolle der Produkte und Dienstleistungen von Fremdanbietern zur Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien sind 2020 insbesondere durch den Bezug von Nachhaltigkeitsdaten gemacht worden. Für die Produktauswahl bei Wertpapierdienstleistungen im Depot B ist als Ausschlusskriterium „Kontroverse Waffen und Direktinvestitionen in Agrarrohstoffe, die zu Preisspekulationen beitragen“ festgelegt (siehe Kriterium 10).  

Zur Korruptions- und Geldwäschebekämpfung und der Bekämpfung weiterer Straftaten verfügt die Bank über ein umfangreiches Compliance-Instrumentarium von Maßnahmen, Standards und Prozessen, insbesondere ein System zur internen und externen Meldung von rechtswidrigem Verhalten (siehe Kriterien 19-20).  

In der überarbeiteten Einkaufsrichtlinie werden seit Oktober 2020 bei neuen Fremdanbietern mit einem Auftragsvolumen von mehr als 250 TEUR insbesondere die Berücksichtigung der Aspekte Arbeitnehmer- und Umweltbelange sowie Menschenrechte geprüft und sofern sinnvoll in den Verträgen berücksichtigt (siehe Kriterium 3). Dabei ist das Gebot der Wirtschaftlichkeit jedoch als gleichrangig anzusehen (siehe Leistungsindikator GRI SRS-414-2).  

Die apoBank konzipiert und steuert Marketingunterlagen, wie Anzeigen, Flyer und Broschüren, selbst. Für diese Marketingprodukte gilt die interne Leitlinie „digital first“, um den Papierverbrauch schrittweise zu senken und somit den CO2-Fußabdruck der Bank zu reduzieren. Zudem gilt bei Werbeartikeln und Präsenten die Maßgabe, sukzessive bisher eingesetzte Produkte durch nachhaltig hergestellte und verpackte Produkte zu ersetzen.  

Im Vertrieb bedient sich die apoBank neben den eigenen Vertriebskanälen auch gebundener und ungebundener Vertriebspartner. Ein direkter Prozess für Vertriebspartner ist mit Blick auf Kriterien der Nachhaltigkeit noch nicht etabliert. Da es sich nicht um Mitarbeitende der apoBank handelt, sind unsere Kontrollmöglichkeiten stark eingeschränkt. Um Reputationsrisiken und Interessenkonflikte dennoch zu vermeiden, ist bei allen Vereinbarungen mit Vertriebsunternehmen der „Verhaltenskodex-Vertriebspartnergeschäft“ Bestandteil des Kooperationsvertrags, unabhängig davon, ob es sich um gebundene oder ungebundene Vermittler handelt. Die Bank legt in diesem Kodex insbesondere Wert auf die Einhaltung von Menschenrechten, Arbeitnehmerbelangen sowie die Bekämpfung von Korruption, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Laut Verhaltenskodex werden identifizierte Probleme mit dem Vertragspartner besprochen und gemeinsam Lösungen gesucht. Bei wesentlicher oder anhaltender Missachtung der im Kodex genannten Standards beendet die Bank die Geschäftsbeziehung mit dem Vertriebspartner.

Der Arbeitskreis Nachhaltigkeit thematisiert regelmäßig, ob weitere Maßnahmen ergriffen werden können, um Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette stärker zu verankern. Entwicklungen zum Lieferkettengesetz werden aufmerksam verfolgt.