4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette

Unsere Wertschöpfungskette ist im Wesentlichen die Lieferkette der Werbeartikel und als solche äußerst komplex. Wir beziehen mehr als 1.000 unterschiedliche Werbeartikel aus verschiedenen Materialien bei mehr als 300 Herstellern bzw. Zwischenhändlern weltweit. So stehen wir vor zwei Herausforderungen:
  1. Sicherzustellen, dass die Werbeartikel, die wir vertreiben, allen rechtlichen Bestimmungen entsprechen und unter menschenwürdigen Umständen sowie nach Umweltstandards in der Lieferkette produziert werden.
  2. Werbeartikel einzukaufen, die ressourcenschonend produziert werden, aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und dem Recyclingkreislauf wieder zugeführt bzw. umweltschonend entsorgt werden können. Zudem enthält ein Teil der Werbeartikel, z. B. USB-Sticks und Powerbanks, seltene Erden. Sie werden von unseren Kunden stark nachgefragt, weshalb wir aus wirtschaftlichen Gründen nicht auf den Vertrieb verzichten können.
Tiefe der Überprüfung  

Mehr als ca. 70 % der Werbeartikel* kommen aus Asien. Diese Artikel kaufen wir über europäische Importeure ein, die unterschiedlich agieren: Ein Teil dieser Importeure ist im Bereich Nachhaltigkeit so gut aufgestellt, dass sie ihre Produktionsstätten kennen und die Möglichkeit haben, unangekündigte Audits durchzuführen. Zum größten Teil sind diese Produktionsstätten auch zertifiziert (BSCI, Sedex, SA 8000). Falls ein Werbeartikel aus verschiedenen Materialien besteht, können diese Importeure auch prüfen, aus welchen Produktionsstätten die Einzelteile kommen und ob dort Zertifizierungen vorhanden sind. Hier besteht somit Transparenz über die erste und zweite Stufe der Lieferkette sowie die Rohstoffgewinnung.  

Aktuell kaufen wir aber auch noch Werbeartikel bei weniger transparenten Importeuren ein. Bei diesen Lieferanten haben wir Zweifel, dass sie ihre Produktionsstätten kennen und wissen, unter welchen Umständen produziert wird. Auf diese Importeure, welche die gewünschte Transparenz nicht bieten, können wir aktuell aus Wettbewerbsgründen bei preissensitiven Kunden nicht verzichten. Uns fehlen die Ressourcen, diese Produktionsstätten zu besuchen. Deshalb fragen bzw. fordern wir aktuell vorhandene Zertifikate an. Ziel ist, dass alle Importeure uns vermitteln können, dass sie auf Umweltstandards und Menschenrechte im Einkauf achten.  

Ca. 10 % der Artikel* kommen aus Europa und wir verlassen uns darauf, dass innerhalb von Europa Arbeitnehmerrechte, Arbeitsplatzsicherheit und Produktsicherheit eingehalten werden. Einen kleinen Teil dieser Produktionsstätten besichtigen wir zudem seit dem Jahr 2019 vor einer möglichen Zusammenarbeit.  

Ca. 20 % der Artikel* kommen aus Deutschland. Seit 2017 werden pro Jahr vier bis fünf Produktionsstätten und Importeure durch die Geschäftsleitung besucht, um deren Nachhaltigkeitsstrategie kennenzulernen. Einerseits stellen wir damit die Rechenschaft unserer Produzenten sicher, andererseits helfen uns die Erkenntnisse auch, unsere eigene Strategie weiter zu entwickeln.  

*Anzahl der Artikel bedeutet Artikelvielfalt, nicht Umsatzgröße oder Mengen.    

Die Wertschöpfungskette am Standort selbst kann geschäftsmodellbedingt (Dienstleistung) vernachlässigt werden, bis auf Anlieferung, Lagerung und Verteilung der Werbeartikel an B2B- und B2C-Kunden. Insgesamt wurden im Jahr 2019 13.200 Lieferungen verschickt. 2018 wurde der gesamte Prozess analysiert und es wurden diverse Maßnahmen getroffen, um den Materialeinsatz und den CO2-Ausstoß in diesen Prozessschritten zu reduzieren (siehe Kriterium 12).