4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Natursteingewinnung und -verarbeitung in Abbauländern wie Indien, Afrika oder China und der Transport aus Übersee erfolgen häufig unter Verletzung der Menschenrechte und gehen mit Umweltzerstörung einher. Am bedeutsamsten für die nachhaltige Wertschöpfung ist für uns, wo und wie der Naturstein gewonnen und verarbeitet wird.
Die Überprüfung der gesamten Lieferkette für Natursteinmaterial aus Übersee hinsichtlich sozialer Nachhaltigkeitskriterien ist nach wie vor sehr schwierig. Selbst Gütesiegel wie Fair Stone oder Xertifix können nicht garantieren, dass sämtliches Natursteinmaterial in den Abbauländern nicht von Kinderhand oder durch Lohnsklaverei gewonnen bzw. verarbeitet wurde. Auch wenn diese Steine durch einen boomenden Zertifizierungsmarkt mittlerweile als frei von der schlimmsten Form von Kinderarbeit (ILO 182) beschrieben werden, so kann man dennoch nicht von einem nachhaltigen Markt sprechen. Weitere Kernarbeitsnormen wie ILO 138 (Mindestalter), ILO 98 (Vereinigungsrecht) oder ILO 111 (Diskriminierung) werden beispielsweise kaum nachgefragt und auch der Transport ist ökologisch bedenklich. Bei einer tiefergehenden Betrachtung der Natursteinlieferkette für Naturstein aus Indien werden nach neuesten Recherchen von 2018, z.B. durch Prof. Walter Eberlei der Hochschule Düsseldorf, folgende Verletzungen der ILO-Kernarbeitsnormen identifiziert: ILO 87: Vereinigungsfreiheit und Schutz des Vereinigungsrechtes ILO 138: Mindestalter ILO 182: Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit ILO 105: Abschaffung der Zwangsarbeit Ganz nebenbei: pikanterweise hat eine als fortschrittlich adressierte Demokratie wie die USA von den Kernarbeitsnormen lediglich ILO 105 und ILO 182 ratifiziert. Mit den Verletzungen der Kernarbeitsnormen gehen Menschenrechtsverletzungen einher, z.B.: Artikel 1: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit Artikel 3: Recht auf Leben und Freiheit Artikel 4: Verbot der Sklaverei Artikel 20: Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit Artikel 22: Recht auf soziale Sicherung Artikel 23: Recht auf Arbeit, freie Berufswahl, Lohngleichheit, Koalitionsfreiheit Artikel 24: Erholung und Freizeit Artikel 25: Lebensstandard, besondere Fürsorge und Unterstützung Auch Artikel des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (ICESCR) werden verletzt. So z.B. Artikel 5: Wahrung anerkannter Menschenrechte Artikel 7: Recht auf gerechte, gesunde und sichere Arbeitsbedingungen sowie angemessenen Lohn Artikel 8: Gewerkschaftsfreiheit Artikel 9: Recht auf soziale Sicherheit Artikel 10: Schutz von Kindern, Müttern und der Familie Artikel 11: Recht auf angemessenen Lebensstandard Artikel 12: Recht auf Gesundheit
Durch die anhaltenden Diskussionen über den Klimawandel beginnt hier zumindest langsam ein Umdenken. Daher wird von uns ausschließlich deutscher oder europäischer Naturstein bezogen, und zwar zu 100 % von deutschen Zulieferern. Die Überprüfung der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitskriterien erstreckt sich auf die direkten Zulieferer: Ökologische Aspekte in der Nutzungsphase:
Grabmale aus Naturstein haben eine sehr lange Nutzungsphase, oft mehr als 20 Jahre, und bleiben bei guter Gestaltung zeitlos schön.

Ökologische Aspekte nach der Nutzungsphase:
In der Regel werden nicht mehr genutzte Grabmale von den Friedhofsverwaltungen wie Abfall behandelt und zu minderwertigem Schotter für den Baubereich verarbeitet. Grabmalrecycling hat in jedem Fall positive Umwelteffekte, durch die Erhaltung der individuellen und hochwertigen Ressource Naturstein und kurze Lieferwege.