4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die FSG weist als Flughafenbetreiber keine herkömmliche Wertschöpfungskette wie der produzierende Sektor auf. Die Geschäftstätigkeit der FSG gliedert sich in zwei wesentliche Segmente: Aviation (Planung des Flugverkehrs, die Flugzeug- und die Fluggastabfertigung sowie die Beratung in der Luftfahrtbranche, Sicherung des Fluggeländes, die Versorgung mit Frischwasser und Entsorgungsdienstleistungen) und Non-Aviation (Planung, Bau und Betrieb der Infrastruktur für den Flugverkehr, die Entwicklung und Vermietung von Büro- und Gewerbeflächen oder Parkhäusern sowie die Versorgung mit Energie, Wasser und gebäudetechnischen Dienstleistungen).


Das Geschäftsmodell der FSG in voller Auflösung finden Sie hier.

Auf regionalwirtschaftlicher Ebene sichert der Luftverkehr Beschäftigung und Wertschöpfung in Stuttgart. Denn jede Million zusätzlicher Fluggäste schafft durchschnittlich rund 1.000 weitere Arbeitsplätze am Airport. Aus diesem Grund zählt der STR zu den größten Arbeitsstätten Baden-Württembergs: In den über 300 dort ansässigen Firmen und Behörden sind mehr als 11.000 Menschen mit unterschiedlichsten Berufsqualifikationen angestellt; bei der FSG und ihren Töchtern allein sind es rund 1.800 Beschäftigte. Die 11-millionste Passagierin begrüßte der STR bereits im November 2018 – am Ende des Jahres waren fast 12 Mio. Fluggäste über den Stuttgarter Flughafen gereist. Ein neuer Rekord. Rund 30.000 Passagiere nutzen den Stuttgarter Flughafen täglich; im Jahr 2030 werden es über 38.000 Reisende sein. Die steigende Nachfrage zeigt, wie bedeutend der Landesairport für die Mobilität der Menschen in der Region ist.

Der unternehmenseigene fairport-Kodex, der zugleich als Code of Conduct gilt, legt Werte und Verhaltensstandards für alle Airport-Beschäftigten fest. Er ist für sämtliche Unternehmen am Standort, an denen die Flughafengesellschaft mehrheitlich beteiligt ist, verbindlich und auch in der Zusammenarbeit mit Lieferanten grundlegend. Folgende Aspekte sind im fairport-Kodex verankert:
Bei der Beschaffung achten FSG, FSEG und SAG auf ökologische Aspekte: Sie weisen beauftragte Firmen darauf hin, dass auch von ihnen erwartet wird, dass sie den fairport-Kodex mit integrierter Umweltpolitik einhalten. Der fairport-Kodex schreibt beispielsweise vor, dass umweltfreundliche Technologien und Arbeitsmittel bevorzugt werden sollen, wann immer deren Anwendung betrieblich und ökonomisch vertretbar ist. Grundsätzlich beschafft die FSG Waren und Güter aus der Region, Dienstleistungen erbringen fast ausschließlich örtliche Partner. Lieferanten unserer Waren und Dienstleistungen stammen zum größten Teil aus OECD-Ländern, in denen Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen grundlegende Rechte sind. Lieferfirmen, die ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem implementiert haben oder nachweislich an der Verbesserung ihrer Umweltleistung arbeiten, werden bevorzugt. Darüber hinaus achten die drei Gesellschaften darauf, welche Umweltauswirkungen ihre Einkäufe von Produkten und Dienstleistungen haben; Gefahrstoffe durchlaufen ein gesondertes Freigabeverfahren. Für das Jahr 2021 ist zudem die Einführung eines Supplier-Relationship-Management-Systems zur Lieferantenbewertung geplant.

Für die Büroausstattung ist eine hohe Energieeffizienz gewährleistet: Alle Notebooks, Bildschirme oder Multifunktionsgeräte müssen das Prüfsiegel „Energy Star“ tragen. Die geplante Leitlinie zur nachhaltigen Beschaffung ist noch in Bearbeitung. Sie soll zunächst die Beschaffung von Elektro-Fahrzeugen regeln. Die Leitlinie wird im Laufe des Jahres 2019 fertiggestellt.

Siehe auch: Bericht 2018 Seite 7, 12, 32/33, 53 sowie fairport-Kodex