3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die FMG identifiziert und prorisiert die wesentlichen Themen aus Sicht der externen Stakeholder und der Konzernmitarbeiter. Die FMG befragt mit der Veröffentlichung des integrierten Berichts jährlich die zentralen Stakeholder-Gruppen sowie das FMG-Management. Die Ergebnisse dieser Befragung werden in einer Wesentlichkeitsmatrix mit zwei Achsen dargestellt. Die beiden Achsen bilden jeweils die Bedeutung der einzelnen Themen für interne und externe Anspruchsgruppen ab. Diese Themen werden mit den Experten im Unternehmen diskutiert und inhaltlich den strategischen Handlungsfeldern zugeordnet. Zudem finden die Themen Eingang in den Zieleprozess. Beim jährlichen strategischen Zieleprozess diskutieren Führungskräfte die relevanten Maßnahmen samt Zielsetzung (kurz-, mittel-, langfristig).  Außerdem liefert die Stakeholder-Befragung externes Feedback zu den Inhalten des integrierten Berichts. Themenfelder und Ziele werden angepasst, ergänzt oder neu aufgenommen.

Während die Geschäftsführung und die Fachbereiche die Erreichung der Ziele verantworten, sind alle Führungskräfte der ersten und zweiten Ebene für deren Umsetzung zuständig. Führungskräfte des oberen Managements verantworten die Initiativen des Nachhaltigkeitsprogramms, Führungskräfte des mittleren Managements die Umsetzung der zugehörigen Maßnahmen. Abhängig vom Erfolg errechnet sich dann deren variable Vergütung. Der Flughafen München misst die Leistung seiner Führungskräfte mithilfe finanzieller und nicht-finanzieller Kennzahlen. Die Bedeutsamsten sind die Kennzahlen zur unternehmerischen Nachhaltigkeit und zur Qualität. Mit einer internen Managementberichterstattung überprüft die FMG quartalsweise die Zielerreichung. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die nachhaltigen, strategischen Zielsetzungen in der täglichen Arbeit umgesetzt werden.
 
Sustainable Development Goals - Ziele für nachhaltige Entwicklung: zwölf aus 17
Der Flughafen München unterstützt die Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen: Die FMG hat zwölf für sie relevante und beeinflussbare SDGs identifiziert, die sie mit ihren strategischen Projekten bis zum Jahr 2030 vorantreiben will. Konkrete Ziele und Maßnahmen des Flughafens, die auf die Erreichung der SDGs einzahlen, werden im Nachhaltigkeitsprogramm präsentiert.

SDG 3 - Gesundheit und Wohlergehen
Die FMG hat sich zum Ziel gesetzt, den Arbeitsschutz weiter zu verbessern und dadurch die Unfallereignisse sowie die unfall- und krankheitsbedingten Ausfallzeiten zu reduzieren.

SDG 4 - Hochwertige Bildung
Die Möglichkeit zum kontiniuerlichen Lernen bietet die FMG ihren Mitarbeitern seit Jahren unter anderem durch die flughafeneigene Bildungseinheit Airport Academy. Ziel ist die bedarfsgerechte und gezielte Förderung der persönlichen und beruflichen Entwicklung der Mitarbeiter.

SDG 5 - Geschlechtergleichheit
Als international ausgerichtetes Unternehmen profitiert der Münchner Airport von der Vielfalt seiner Mitarbeiter. Er respektiert den kulturellen Hintergrund aller Beschäftigten und berücksichtigt deren unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse. Als Arbeitgeber übernimmt die FMG Verantwortung für ihre Mitarbeiter, sichert Chancengleichheit und bietet Perspektiven auf allen Ebenen. Fester Bestandteil der Personalarbeit ist die Förderung von Frauen in Führungspositionen.

SDG 6 - Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
Ziel des Wassermanagements am Münchner Flughafen ist es, den natürlichen Wasserhaushalt so wenig wie möglich zu beeinflussen und alle Einwirkungen durch Gewässerbewirtschaftung, Entwässerung sowie Trink- und Löschwasserversorgung schonend zu gestalten. Hierzu zählen die Aufbereitung von Enteisungsmitteln und der Umgang mit dem Grundwasser. Das zertifizierte Umweltmanagement belegt die zahlreichen Umweltaktivitäten.

SDG 7 - Bezahlbare und saubere Energie
Seit 2008 unternimmt die FMG ambitionierte Schritte, den CO2-Ausstoß von ca. 160.000 t (bezogen auf das Basisjahr 2005) trotz Ausbau und Verkehrswachstum nicht weiter zu erhöhen. Hierzu zählt das Blockheizkraftwerk (BHKW), mit dem der Flughafen mehr als die Hälfte seines Strombedarfs mit umweltfreundlichem Erdgas erzeugt. Auch die verstärkte Nutzung von Fotovoltaikanlagen auf dem Campus hilft dabei, den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

SDG 8 - Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Die Geschäftstätigkeit des Flughafens hat erheblichen Einfluss auf viele verschiedene Bereiche und Akteure: die Wirtschaftsstandorte München, Bayern und Deutschland, die Region und ihre Einwohner, seine Mitarbeiter, aber auch auf die Passagiere sowie die am und um den Flughafen angesiedelten Unternehmen und andere Stakeholder-Gruppen. Übergeordnetes Ziel ist der nachhaltige Betrieb des Flughafens. Der Flughafen München ist in den Geschäftsfeldern Aviation, Commercial Activities und Real Estate tätig. Das Leistungsportfolio des Konzerns deckt nahezu alle am Flughafen-Campus verfügbaren Leistungen ab – vom Flugbetrieb über die Passagier- und Frachtabfertigung bis zum Einzelhandel, zum Hotelgewerbe und zur Gastronomie. Ziel ist es, im gesamten Geschäftsmodell sichere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zu gewährleisten.

SDG 9 - Industrie, Innovation und Infrastruktur
Die Strategie 2025 zeigt zentrale Themen zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells auf und gibt die Ausrichtung für das zukünftige Wachstum des Flughafens München vor. Die Flughafen München GmbH baut die Flughafeninfrastruktur bedarfsgerecht aus, vernetzt Verkehrsträger miteinander und erweitert das landseitige Verkehrsangebot – immer mit Fokus auf Qualität und die Bedürfnisse der Kunden. Negative Auswirkungen auf die Natur und das Flughafenumland werden so gering wie möglich gehalten, beispielsweise durch umfangreiche Ausgleichs- und Lärmschutzmaßnahmen sowie die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum für Mitarbeiter.

SDG 11 - Nachhaltige Städte und Gemeinden
Für den Flughafen München als intermodale Drehscheibe ist eine attraktive und leistungsfähige Anbindung über die Straße und vor allem über die Schiene von großer Bedeutung. Dementsprechend liegt für den Flughafen München das Hauptaugenmerk auf der attraktiven Vernetzung mit dem Personenfernverkehr auf der Schiene beziehungsweise dem intermodalen Zusammenspiel von Schienen- und Luftverkehr.
 
SDG 12 - Nachhaltiger Konsum und Produktion
Bei eingesetzten Ressourcen verfolgt der Flughafen München eine Strategie des schonenden, sparsamen und im Sinne kommender Generationen verantwortlichen Umgangs mit natürlichen Ressourcen, wobei das Lieferantenmanagement von großer Bedeutung ist.

SDG 13 - Maßnahmen zum Klimaschutz
Bis zum Jahr 2030 soll der Airport komplett CO2-neutral betrieben werden. Dazu will der Flughafen München Konzern die ihm direkt zurechenbaren Treibhausgasemissionen durch eine breite Palette technischer Maßnahmen um 60 Prozent senken. Die restlichen 40 Prozent dieser Emissionen sind mit Technik nicht mehr wesentlich zu beeinflussen.

SDG 15 - Leben an Land
Der Flughafen München ist sich als Betreiber einer großen Infrastruktur der Verantwortung für die Umwelt bewusst. Ziel ist es, die Auswirkungen auf die Umwelt und Natur auch im Interesse kommender Generationen so gering wie möglich zu halten. Aus diesem Grund war es von Anfang an Ziel des Planungskonzepts, den Flughafen optimal in seine Umgebung einzubetten. Derzeit sind rund zwei Drittel des Geländes innerhalb des Flughafenzauns Grünflächen. Den Flughafenwiesen neben den zwei Start- und Landebahnen kommt eine zentrale Bedeutung beim Erhalt seltener Pflanzen- und Tierarten zu.

SDG 17 - Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
Für den Erfolg des Flughafens ist die gute Zusammenarbeit mit der Region unerlässlich. Nur im ständigen Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen ist eine nachhaltige Entwicklung möglich. Aus diesem Grund tauschen wir uns mit unseren Stakeholdern – sei es unternehmensintern oder auf lokaler, regionaler, nationaler oder internationaler Ebene – kontinuierlich aus. Als verantwortungsvoller Nachbar unterstützt die FMG seit über 20 Jahren verschiedene Einrichtungen und Initiativen in der Region, die möglichst viele Menschen erreichen und nachhaltig wirken.