3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ wird 2021/2022 eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln. Für die zentralen Handlungsfelder Forschung, Organisationsführung, Personal, Gebäude und Infrastrukturen sowie unterstützende Prozesse werden dann auch konkrete Nachhaltigkeitsziele benannt, der Weg und Termin zur Zielerreichung definiert und die Verantwortlichkeiten vereinbart. Die systematische Erarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie wird unter breiter Beteiligung der internen Stakeholder (Beschäftigte, Kuratorium, Wissenschaftlicher Beirat) und ausgewählter externer Stakeholder (u.a. im Rahmen der Nutzergemeinschaft am Campus Telegrafenberg) erfolgen. Als Institution der Helmholtz-Gemeinschaft ist das GFZ dabei auch gemeinschaftsweiten, generellen Zielen verpflichtet, wie im Handlungsfeld Forschung die Erarbeitung von Beiträgen zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft oder im Handlungsfeld Gebäude und Infrastrukturen die Erreichung von Klimaneutralität bis spätestens 2050 (Stand 2019). Der Zeithorizont für die angestrebte Klimaneutralität ist allerdings für das GFZ zu weit. Hier soll mit spätestens 2022/2023 ein deutlich ambitionierteres Ziel gesteckt werden, was allerdings primär nur mit dem Erwerb von THG/CO2-Kompensationszertifikaten erreichbar sein wird.    

Hohe Priorität für das GFZ hatte bereits in den vergangenen Jahren die Minderung der CO2-Äquivalent-Emissionen. Durch den Bezug von nachhaltig produziertem Strom seit 2017 konnte der CO2-Fußabdruck des GFZ zwischen 2016 und 2019 um ca. 45 % gesenkt werden (vgl. Kriterium 13: Klimarelevante Emissionen). Die deutliche Senkung bzw. Kompensation der hauptsächlich verbleibenden Anteile für die gekoppelte Wärme- und Stromgewinnung aus der lokalen Erdgasverbrennung und dienstliche Flugreisen stellt dabei ein prioritäres Ziel mit Blick auf die angestrebte Klimaneutralität des GFZ in den kommenden Jahren dar. Konkretisierungen mit Blick auf Teilzeile und Maßnahmen erfolgen u.a. im weiterzuentwickelnden Masterplan des GFZ für die bauliche Entwicklung des Standortes Potsdam. Ebenfalls ein wichtiges Nachhaltigkeitsziel ist unter Berücksichtigung von Lage, Struktur und bereits stark wirksam gewordenem Klimawandel in der Region Brandenburg die Erhaltung des denkmalgeschützten Campus-Parkareals auf dem Potsdamer Telegrafenberg. Weitere Ziele werden für die Handlungsfelder Organisationsführung, Personal und unterstützende Prozesse im Rahmen der künftigen Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet und betreffen beispielsweise die Einführung eines systematischen Nachhaltigkeitsmanagements, Verbesserungen im Stakeholder-Dialog, die weitere Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen und die Umsetzung einer bereits eingeführten Richtlinie zur nachhaltigen Beschaffung (2020).       

Die Erreichung der strategischen Nachhaltigkeitsziele wird mit konkreten Kennzahlen und Terminen verbunden, deren Einhaltung zentral der Vorstand kontrolliert (für Details siehe Kriterium 5: Verantwortung).

Aufgrund seines institutionellen Spezifikums als Forschungseinrichtung, seiner Forschungsziele und seiner Stakeholder orientiert sich das GFZ auch an speziellen „Sustainable Development Goals“ der Vereinten Nationen, insbesondere den Zielen „5 Geschlechtergleichheit“, „7 Bezahlbare und saubere Energie“, „9 Industrie, Innovation und Infrastruktur“, „11 Nachhaltige Städte und Gemeinden“, „13 Maßnahmen zum Klimaschutz“ sowie „15 Leben an Land“.