3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Unsere sechs Handlungsfelder


Es ist unser Anspruch, Nachhaltigkeit in allen Unternehmensentscheidungen zu berücksichtigen. Die sechs Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie bilden daher die wesentlichen Geschäftsbereiche der Bank ab. Die Ziele und Maßnahmen jedes Handlungsfelds orientieren sich an den Klimazielen des Pariser Abkommens.

Nachhaltige Ausrichtung der Eigenanlagen

In diesem Handlungsfeld geht es um die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Auswahl der Wertpapiere, die ins Depot A aufgenommen werden. Wir haben dazu einen Nachhaltigkeitsfilter etabliert. Ziel ist es hier, diesen Filter zu 100% umzusetzen. Beispielsweise schließen wir die Emittenten aus, die mit Menschenrechts-, Arbeitsrechts- oder Umweltverstößen, Korruption oder Betrug im Zusammenhang stehen. Ebenfalls nicht investierbar sind für uns Unternehmen der Tabakindustrie, oder Unternehmen, die Energie aus Atomkraft oder Kohle gewinnen. Vor dem Hintergrund unseres Geschäftsmodells, das letztlich auf eine stabile Lieferkette in der Lebensmittelindustrie angewiesen ist, betrachten wir ebenfalls Biodiversitätsrisiken. Unternehmen, die gesundheitsschädliche Biozide und Pestizide produzieren oder anderweitig negativ auf die Artenvielfalt in Flora und Fauna einwirken, sei es durch ihre Produktionsprozesse oder Produkte selbst, gelten daher für uns als nicht investierbar. Um transitorische Nachhaltigkeitsrisiken zu reduzieren, die sich aus z.B. klimapolitischen Vorhaben ergeben, betrachten wir unsere Emittenten in den Eigenanlagen bereits heute im Hinblick auf ihre Kompatibilität mit den Pariser Klimazielen. Ausschlaggebend ist allerdings nicht nur, wie emissionsintensiv ein Unternehmen heute ist, sondern auch, inwiefern es beabsichtigt, sich der Transformation zu stellen. Durch die Berücksichtigung von Kennzahlen, die die Transformationsfähigkeit und den Transformationswillen bewerten, identifizieren wir diejenigen, die sich dem Wandel stellen und unterstützen sie dabei.

Ziele:  
Nachhaltige Ausrichtung der Kreditvergabe
Als Mitglied des EDEKA-Verbunds vergeben wir den größten Teil unserer Kredite an EDEKA-Kaufleute. Wir finanzieren damit insbesondere Neubau- und Modernisierungsprojekte im Lebensmitteleinzelhandel. Damit unterstützen wir bereits heute die Transformation des Gebäudesektors. Um den Wandel aktiv voranzutreiben, setzen wir verstärkt auf das Instrument des Kunden-Engagements. In unseren Gesprächen mit den EDEKA-Kaufleuten thematisieren wir vermehrt Möglichkeiten, die Energieeffizienz im Markt zu steigern, etwa durch die Installation emissionsarmer Kühlanlagen, mittels Photovoltaikanlagen erneuerbare Energie zu gewinnen sowie den Ausbau der Infrastruktur für Elektromobilität durch Bereitstellung von Ladesäulen zu unterstützen. Wir unterstützen unsere Kund*innen ebenfalls, ihren eigenen CO2-Fußabdruck zu berechnen. Auf diese Weise sensibilisieren wir sie für ihren Einfluss auf das Klima und regen Verbesserungen an. Es versteht sich von selbst, dass wir daraus resultierende Vorhaben finanzieren. Auch als Privatkund*innen kann man die Transformation durch verschiedene Projekte unterstützen. Projekte mit eindeutigem Klimaschutzpotential fördern wir ganz besonders und gewähren daher einen Abschlag von bis zu 1,15% auf den Zinssatz. Dazu gehören für uns die Themen Elektromobilität, Produktion erneuerbarer Energie, energieeffizientes Sanieren sowie Neubau & Neukauf einer Immobilie nach KfW55 Standard oder besser.

Ziele:
Nachhaltige Ausrichtung der Produkte und Dienstleistungen
Unsere Produktpalette soll insgesamt Stück für Stück um Nachhaltigkeitsaspekte erweitert werden. Darunter fallen etwa Anlageprodukte und Girokonten, Kreditkarten sowie Leasingangebote.

Nachhaltige Anlageprodukte beziehen nachprüfbare Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung in ihr Portfolio mit ein. Dafür hat sich das Kürzel ESG etabliert, das für die englischen Begriffe Environment, Social, Governance steht. Für die Auswahl der Produkte, die wir unseren Kund*innen anbieten, haben wir einen Nachhaltigkeitsfilter etabliert. So können auch Kund*innen der Edekabank durch ihre Geldanlage einen Beitrag zur Transformation zu leisten. Wir haben die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Girokontos berechnet und klimaneutral gestellt. Gemeinsam mit ClimatePartner haben wir in einem Projekt definiert, wann ein Konto als „klimaneutral verwaltet“ gelten kann. Zusätzlich zum Fußabdruck der Bank betrachten wir die girocard und die Bargeldversorgung, das Online-Banking sowie jede einzelne Transaktion von der Kontoeröffnung bis zur Kontoschließung.

Unsere Giro- und Kreditkarten bestehen nicht aus Plastik, sondern aus einem Kunststoff, der aus nachwachsenden und natürlichen Rohstoffen – Mais- & Tapiokastärke – gewonnen wird. Dadurch vermindert sich der CO2-Ausstoß, der mit der Produktion der Karte verbunden ist, um 30g CO2 weniger als bei herkömmlichen Karten. Außerdem können Kund*innen nicht mehr benötigte Karten an uns zurücksenden. Wir übernehmen dann die fachgerechte Entsorgung.

Unsere Produkte werden nur nachhaltiger, wenn auch ihre Lieferanten und Dienstleister nachhaltiger werden. Vor neuen Vortragsabschlüssen bitten wir unsere Partner daher um Auskunft zu ihrer Nachhaltigkeitsstrategie. Die Einhaltung gesetzlicher Mindeststandards im Bereich Umwelt- und Sozialrecht ist dabei die Voraussetzung für eine Zusammenarbeit. Mit Lieferanten und Dienstleistern, die im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit eine besonders hoher Klimarelevanz aufweisen, führen wir außerdem regelmäßige Gespräche. Auf diese Weise möchten wir für Nachhaltigkeitsaspekte sensibilisieren und gemeinsam Ziele definieren.

Ziele:  

 

Nachhaltigkeitsgovernance
Echte Nachhaltigkeit benötigt passende Strukturen, Prozesse und vor allem Bewertungsverfahren. Daher hat die Edekabank im Jahr 2020 eine zusätzliche Stelle für ein*e Nachhaltigkeitsbeauftragte*n geschaffen. Sie entwickelt die Nachhaltigkeitsstrategie kontinuierlich weiter, berichtet regelmäßig an den Vorstandsvorsitzenden über den Status, schlägt Projekte und Maßnahmen vor. Sie koordiniert ebenfalls die Umsetzung in enger Abstimmung mit den jeweiligen Abteilungen und sorgt für die Verankerung in Richtlinien, sofern notwendig. Die Aufgabe konkrete Nachhaltigkeitsziele zu formulieren, fällt ebenfalls in das Handlungsfeld Governance. Wenn möglich, richten wir uns nach wissenschaftsbasierten Reduktionspfaden. Das bedeutet auch, dass wir auf valide Daten zur Nachverfolgung unserer Ziele angewiesen sind. Für eine entsprechende Datengrundlage zu sorgen, ist daher eine zentrale Aufgabe. Transparenz über Nachhaltigkeitsthemen schaffen wir durch die Veröffentlichung eines Nachhaltigkeitsberichts im Zwei-Jahres-Turnus. Die darin veröffentlichte Klimabilanz lassen wir von externen Dritten verifizieren. Weiterbildungsangebote zu Nachhaltigkeitsthemen sowie die kontinuierliche Sensibilisierung aller Mitarbeitenden verordnen wir ebenfalls in diesem Handlungsfeld.  

Ziele:  

Betriebsökologie
Das Handlungsfeld Betriebsökologie umfasst alle Maßnahmen, die den Fußabdruck unseres internen Betriebs verringern. Dazu gehören die vier Schritte Bilanzieren, Ziele definieren, Reduzieren und Kompensieren. Unsere Klimabilanz und die bereits umgesetzten Maßnahmen sie zu verbessern, finden Sie im Kapitel „Wie viele Emissionen wir finanzieren“. Die Bilanz zeigt sehr deutlich, dass unser Einsparpotential vor allem in den Bereichen Mitarbeitermobilität, Wärme und Strom liegt. Wir haben uns daher insbesondere für diese Bereiche Ziele gesetzt. Die Ziele für unsere Scope 1- und 2-Emissionen, also die unseres Fuhrparks, Wärme- und Energieverbrauchs, wurden mit dem Tool der Science Based Targets Initiative (Version 1.2.1, für Dienstleistungsunternehmen) berechnet.

Ziele:
Gesellschaft
Nachhaltige Finanzen als Standard etablieren – auch das haben wir uns zur Aufgabe gemacht. Dazu sind in unserem Netzwerk aktiv, arbeiten in verschiedenen Gremien zu Nachhaltigkeitsthemen mit, halten Vorträge, geben Impulse und unterstützen Forschungsprojekte, um das Thema in die breite Öffentlichkeit zu tragen.

Ziel:
6 Vorträge oder Veröffentlichungen pro Jahr zu Nachhaltigen Finanzen


Diese sechs Handlungsfelder bilden somit den Sockel unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Da nicht alle Maßnahmen gleichzeitig umgesetzt werden können, gilt für uns stets, die Priorität auf jene Maßnahmen zu setzen, die in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte die größte Hebelwirkung haben. Im Vordergrund stehen daher Handlungsfelder 1-3, also die Bereiche, die auf unser Kerngeschäft einzahlen. Verantwortlich für die Entwicklung und Umsetzung aller Maßnahmen ist die Nachhaltigkeitsbeauftragte. In Abstimmung mit den jeweils betroffenen Bereichen koordiniert sie die notwendigen Projekte und berichtet an den Vorstand über ihren Fortschritt. Zu Monitoring-Zwecken wurde ein Edekabank-spezifischer „Nachhaltigkeitsperformance-Index“ entwickelt. Dieser Index bildet die sechs Handlungsfelder und die darin enthaltenen Maßnahmen und Ziele über eine Punktesystem ab. Der Index wird quartalsweise erhoben und an den Vorstand berichtet. Die verschiedenen Handlungsfelder beziehen sich mehrheitlich auf das 13. SDG – Klimaschutz sowie SDGs 14 und 15, die die Biodiversität an Land und unter Wasser in den Fokus nehmen.