3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Hannoversche Volksbank verfolgt eine langfristig ausgerichtete, verantwortungs- und risikobewusste Geschäftspolitik mit dem Ziel einer positiven Entwicklung der Wirtschaftsregion Hannover, Celle und Hildesheim. 

Die Bank entwickelt in einem langfristigen Aufbauprozess ein ganzheitliches Nachhaltigkeitsmanagement, welches sich u.a. an den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen orientiert. Dabei wurden 2020 eine Nachhaltigkeitsstrategie, eine -richtlinie und eine -leitlinie erarbeitet, verabschiedet und kommuniziert. Dabei wurden Organisationsstrukturen, Ziele, Orientierungspunkte und "Quick-Wins" formuliert. Die nachfolgenden Informationen beziehen sich auf diese Dokumente.

Analyse als Grundlage für die Zielableitung:

Nach einer internen Analyse unter Einbezug von relevanten Bereichen wurde die Hannoversche Volksbank mithilfe des Steuerungs-Cockpits des BVR mit dem Gesamtergebnis von 1,8 positioniert. (Bewertungsskale 1-5)  Damit liegt die Hannoversche Volksbank zwischen den Stufen 1“ Reagieren“ und Stufe 2 „Systematisieren“. Die einzelnen nachfolgenden Bereiche, die zu Einwertungen standen, weisen unterschiedliche Gewichtungen auf.

Die strategischen Bereiche konnten durch die Formulierung der langfristigen strategischen Ziele zugunsten von Nachhaltigkeit, der Involvierung der Geschäftsleitung und der Organisation und Expertise des Nachhaltigkeitsmanagements hohe Punktzahlen erreichen. Der Bereich Geschäftsbetrieb liegt im Mittelfeld. Dabei wirken sich die Unterkategorien Personal und Mobilität positiv auf das Ergebnis aus. Hier werden die Aktivitäten in den Bereichen Gesundheitsförderung und Aus-/Weiterbildung sowie Talentmanagement mit höheren Punktzahlen deutlich positiv gewertet. Nachholbedarf ergeben die Unterkategorien Betriebsökologie, Lieferanten und Einkauf. Im Kerngeschäft liegt die Hannoversche Volksbank im Mittelfeld, dabei wirken sich die Anwendung von Positivkriterien im Kreditgeschäft und das breite Angebot im Spar- und Anlagenbereich positiv auf das Ergebnis aus. Die Bereiche Kommunikation, Gesellschaft, Ethik und Kultur liegen im Durchschnitt der Bewertung, werden jedoch systemtechnisch geringer gewichtet als die zuvor genannten Aspekte. Das Risikomanagement, die Steuerung und die Eigenanlagen zeigen Nachholbedarfe für die Bank auf. Die vorgenommene Analyse orientiert sich an der Systematik des Steuerungs-Cockpits. Dabei wurden alle zur Verfügung stehenden Informationen vom BVR eingesetzt. 

Zielstufe 3 als strategisches Ziel für die kommenden 3-4 Jahre

Die Hannoversche Volksbank strebt in den kommenden 3-4 Jahren die Zielstufe 3 zu erreichen. (aktuell 1,8). Dies bedeutet Nachhaltigkeit als strategische Chancen zu erkennen und zu nutzen. Dabei soll Nachhaltigkeit sowohl nach innen auch nach außen aktiv positioniert werden. 

Daraus leiten sich folgende mittelfristige Handungsbedarfe ab. Hierbei werden nur die Themen berücksicht, die es aufzubauen gilt. Das bereits Bestehende und Umgesetzte soll weiterhin bestehen bleiben.  

Kategorie Handungsbedarf für die Zielstufe  
Strategie  Nachhaltigkeitsziele, Ziel-Controlling und Reporting ausbauen
Risikomanagement/
Gesamtbanksteuerung
Systematischer Aufbau sowohl im Risikomanagement als auch in der Gesamtbanksteuerung
Kerngeschäft Berücksichtigung im Eigengeschäft und stärkere Berücksichtigung im Kreditgeschäft
Geschäftsbetrieb Stärkere Berücksichtigung in der Bauorganisation, Betriebsökologie und bei Beziehungen mit Lieferanten und im Einkauf
Kommunikation und Gesellschaft Externe Kommunikation und Stakeholder-Dialog ausbauen
Ethik und Kultur Nachhaltigkeit in der Unternehmens- und Führungskultur stärker verankern

Konkret sollen die Handlungsfelder im Rahmen eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitsmanagements umgesetzt werden. Dieses soll in den kommenden 3-4 Jahren weiter sukzessive ausgebaut werden. In der Zeit sind sowohl weitere gesetzliche und aufsichtsrechtliche Konkretisierungen rund um Sustainable Finance zu erwarten. Diese Zeit wird ebenso benötigt, um tatsächliche Veränderungen glaubwürdig und mit der notwendigen Umsetzungsqualität innerhalb und außerhalb der Hannoverschen Volksbank sicherzustellen.
Die Umsetzung erfolgt in drei Stufen. Die nachfolgende Auflistung entspricht dem aktuellen Stand der Ausarbeitung, diese wird jährlich angepasst und dient einer groben Orientierung.
Die einzelnen Stufen können auch parallel durch z.B. konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. und können je nach externen und internen Anforderungen angepasst werden. Eine Überprüfung erfolgt jährlich. Diese Ziele wurden im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie formuliert, vom Vorstand verabschiedet und an die Mitarbeitenden kommuniziert. 

Stufe 1: Den Anfang machen wir bei uns
• Umsetzung der feststehenden regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen
• Stärkere Risikosteuerung rund um Nachhaltigkeitsrisiken
• Vernetzung der Informationen – Berichtswesen
• Berücksichtigung in eigenen Entscheidungen
• Konkrete Umsetzung von Nachhaltigkeit in der Baubetreuung, Gebäudemanagement und Betriebsökologie
• Breite interne Beteiligung
• Regelmäßige Kommunikation

Stufe 2: Nachhaltiges Handeln in Beziehungen anregen
• Berücksichtigung in Beteiligungsaktivitäten
• Nachhaltigkeit in den Lieferanten- und Vertragsbeziehungen, wenn möglich stärker einbinden
• Lenkung eigener Kapitalströme in Richtung Nachhaltigkeit
• Nachhaltige Aspekte im Einkauf berücksichtigen

Stufe 3 – Kundenbeziehungen nachhaltig gestalten
• Integration von Nachhaltigkeitsthemen in die Vertriebsprozesse und Produktpalette
• Beratungskompetenz weiter ausbauen
• Innovative Angebote berücksichtigen
• Berücksichtigung der nachhaltigen Aspekte

Kurzfristige Ziele, die ihre Wirkung und Sichtbarkeit entfalten und so zur weiteren Aktivitäten anregen: 

Daraus ergeben sich konkrete kurzfristig umzusetzenden Ziele, die im Rahmen einer Nachhaltigkeitsrichtlie gemeinsam mit den jeweiligen Fachbereichen formuliert wurden und regelmäßig kommuniziert und nachgehalten werden. Diese decken unterschiedliche Bereiche der Hannoverschen Volksbank ab. 

• deutliche Reduzierung des Papierverbrauchs durch die Digitalisierung der Prozesse und Nutzung von Home-Office
• Umstellung auf Recyclingpapier in Bereichen, wo dies möglich ist
• Einkauf regionaler Dienstleistungen und Produkte (Wegstrecken / Transportkapazitäten)
• Organisatorische Berücksichtigung einer Mülltrennung bei Neuplanung von Objekten bzw. Prüfung, ob bei größeren Standorten schon umsetzbar.
• Umweltfreundlich zur Arbeit und zurück (Sichere Fahrradstellplätze auf dem Unternehmensgelände, sofern möglich, ggf. Lademöglichkeiten e-Bike)
• Einkauf / Beschaffung energieeffizienter Geräte / Haushaltsgeräte
• Nutzung von Ökostromtarife
• Barrierefreiheit bei Umbau von Geschäftsstellen berücksichtigen

Kontrolle der Zielerreichung 
Die Erreichung der Ziele wird an unterschiedlichen Stellen in der Hannoverschen Volksbank kontrolliert. Zum einen werden Informationen und die aktuellen Themen in der zentralen Stelle im Vorstandsstab gebündelt und koordiniert. Die konkrete Umsetzungsverantwortung obliegt jeweils den Fachbereichen im Rahmen ihrer Geschäfts- und Funktionalstrategien. Die jährliche Überprüfung der Erreichung der strategischen Ziele und Vorhaben erfolgt im Rahmen des Startegie- und Planungsprozesses. Eine regelmäßige Berichterstattung an den Vorstand und eine breite Kommunikation soll zugleich die Fortschitte bei der Zielerreichung verdeutlichen und weiter motivieren. 

Umgang mit SDGs 
Berücksichtigung der Sustainable Development Goals erfolgt innerhalb der Aktivitäten des 26-köpfigen Nachhaltigkeitsteams in der Hannoverschen Volksbank. Die Teammitglieder bearbeiten eigenständig und bereichsübergreifend Themenfelder, die einen Impact auf die SDGs sowohl intern (innerhalb der Bank) als auch vorbereitenden nach außen haben. Über die Ergebnisse erfolgt ein laufender Austausch sowohl mit der Koordinationsstelle als auch mit den betreffenden Fachbereichen. Dabei gilt es die Themen sinnvoll zu verknüpfen und gute Ideen sichtbar und umsetzbar zu machen um einen wirklichen Beitrag zur Umsetzung der SDGs zu leisten.