2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.


Der Lebensmittelmarkt ist geprägt von hohem Wettbewerb und entsprechend niedrigen Margen. Gleichzeitig steht die Lebensmittelbranche im Fokus der Medien und der Öffentlichkeit
. Nachhaltigkeitsaspekte in der Lebensmittelherstellung gewinnen zunehmend an Bedeutung, was auf der einen Seite eine enorme Chance für die Lebensmittelunternehmen bedeutet, sich mit Nachhaltigkeitsaspekten zu beschäftigen und dem Preiswettbewerb einen Qualitätswettbewerb entgegenzusetzen, auf der anderen Seite birgt es die Gefahr des "Greenwashings", was für Konsument:innen schwer überprüfbar ist.  
 
Anfang 2021 wurden erneut unternehmensinterne, übergreifende Workshops, mit allen Länderstandorten, zur Materialitätsanalyse durchgeführt, um relevante Themen des Unternehmens und der Stakeholder, basierend auf anerkannten Berichtserstattungsstandards & Branchenleitfäden, genaustens identifizieren zu können. Dafür diskutierten, erläuterten, ergänzten und priorisierten wir mit unseren Mitarbeiter:innen die wesentlichen Ziele und bewerteten diese aus der Sicht von FRoSTA und aus der Sicht unserer Stakeholder (v.a. Mitarbeiter:innen, NGOs, Verbraucher:innen, Lieferanten). Im Rahmen dessen konnten wir so insgesamt 22 Ziele in 4 Handlungsfeldern identifizieren, die wir und unsere Stakeholder entsprechend der folgenden Wesentlichkeitsmatrix priorisieren und die den Schwerpunkt unseres CR-Berichtes bilden. 
 
Durch unsere Geschäftstätigkeit können folgende positive Auswirkungen abgeleitet werden: Die Bewahrung des natürlichen Geschmacks von Lebensmitteln durch konsequenten Verzicht auf Zusatzstoffe; Mehr  Transparenz durch Deklaration der Zutaten inklusive Herkunftsangabe der Zutaten; Wiedergewinnung des Vertrauens der Menschen in fertige Lebensmittel durch Erhöhung der Transparenz in der Lebensmittelindustrie; Verringerung der Lebensmittelverschwendung durch lange Haltbarkeit und Portionierbarkeit; Erhöhung des Bewusstseins für den Einfluss von Lebensmitteln auf den Treibhauseffekt durch Berechnung und Kommunikation der PCFs; Einflussnahme auf unsere Lieferanten zu mehr Nachhaltigkeit durch strenge Vorgaben hinsichtlich Produktqualität (Bsp. kein Palmöl) sowie  Umwelt und Arbeitsbedingungen in der Lieferkette; Wissenstransfer in Bezug auf CO2 Berechnungen an unsere Lieferanten; Entwicklung von Verpackungen mit dem Ziel, die negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu minimieren; Stärkung der bestandserhaltenden Fischerei durch ausschließliche Verwendung von Fisch und Meeresfrüchten aus MSC zertifizierten Fischereien für alle FRoSTA Produkte; Angebot von attraktiven Arbeitsplätzen an allen Standorten, mit Entwicklungsmöglichkeiten; Unterstützung von sozialen Projekten in der Umgebung unserer Werke und  Herkunftsländern unserer Zutaten. 
 
Folgende negative Auswirkungen können durch unsere Geschäftstätigkeit abgeleitet werden: Verbrauch von natürlichen Ressourcen wie Energie, Wasser und Fisch; CO2e Emissionen und andere Schadstoffemissionen durch Landwirtschaft, Fischfang, Produktion, Transporte, Abfall und Verpackungsentsorgung; Geräuschbelästigung in der Umgebung unserer Werke durch unsere Produktion und Verkehr; Verlust an Biodiversität durch Monokulturen; ggfs. Tierleid durch noch zu hohe Besatzdichten  
 
Wir sehen auch in Zukunft großes Potenzial, die Nachhaltigkeit als Kern unserer Marke weiter zu etablieren. Wir wachsen seit vielen Jahren von Jahr zu Jahr zweistellig und damit deutlich schneller als der Tiefkühlmarkt. Durch den konsequenten Verzicht auf Zusatzstoffe und Aromen sowie unseren Fokus auf Transparenz und eine nachhaltige Produktionsweise gelingt es uns jeden Tag neue Kund:innen dazuzugewinnen. Oft sind dies Menschen, die normalerweise keine fertigen Gerichte und auch keine Tiefkühlgerichte kaufen und nur durch unseren besonderen Ansatz überzeugt wurden. Wir sehen durch unsere Ausrichtung auf Nachhaltigkeit auch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ein großer Teil unserer Bewerber:innen gibt an, durch unser Nachhaltigkeitsengagement zur Bewerbung bei FRoSTA motiviert worden zu sein.  
 
Für unser Nachhaltigkeitsmanagement bedeuten dies, dass es sich langfristig auszahlt, wenn wir uns intensiv auch mit schwierigen Themen befassen, wie zum Beispiel der Entwicklung von umweltfreundlicheren Verpackungen.  
 
Risiken sehen wir darin, dass unser Engagement in vielen Bereichen nicht sichtbar für die  Verbraucher:innen ist und diese nicht bereit sein könnten, den höheren Preis für unsere Produkte zu zahlen. Auch besteht die Gefahr, dass unser eigenes Team nicht immer die Notwendigkeit für nachhaltiges Handeln sehen könnte. Prozesse oder Lieferketten, auf die unsere Geschäftstätigkeit angewiesen ist, könnten sich als nicht nachhaltig herausstellen. Wir wären dann gezwungen, entweder Alternativen zu finden oder zu akzeptieren, dass wir nicht in allen Bereichen nachhaltig handeln. Außerdem besteht immer das Risiko, dass wir uns auch für Projekte engagieren, die sich als nicht nachhaltig herausstellen, insbesondere dann, wenn wir nicht selbst aktiv involviert sind. Hier besteht das Risiko einer Reputationsschädigung.  Für unser Nachhaltigkeitsmanagement bedeutet dies, sämtliche Prozesse und Lieferketten kontinuierlich zu hinterfragen und unter Umständen auch extern überprüfen zu lassen. Die Kommunikation unserer Aktivitäten, sowohl intern als auch extern, ist fester Bestandteil unseres Nachhaltigkeitsmanagements.