2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Globale Megatrends wie die Verknappung von Ressourcen oder der Klimawandel sind wichtige Faktoren, die dazu beigetragen haben, dass die Relevanz von Interserohs Dienstleistungen in den letzten Jahren stetig gestiegen ist. Laut einem Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP wird der weltweite Ressourcenverbrauch auf rund 90 Milliarden Tonnen Rohstoffe geschätzt. Damit hat sich die Zahl seit 1970 nahezu vervierfacht – damals wurden rund 22 Milliarden Tonnen Rohstoffe genutzt. Doch die Ressourcen sind begrenzt, Rohstoffe werden immer knapper und teurer. Entsprechende Lösungen zur Steigerung der Ressourceneffizienz und zur Kreislaufführung sind darum zunehmend gefragt.

Die Entwicklung hin zu mehr Ressourcenschonung und CO2-Einsparung spiegeln auch die jüngsten regulatorischen Änderungen wie die EU-Kunststoffstrategie, das neue Verpackungsgesetz und die WEEE-Novelle zur Rücknahme von Elektroaltgeräten wider. Regulatorische Eingriffe und Entwicklungsstrategien, stellen daher eine Besonderheit für die Entsorgungsbranche und die Geschäftsfelder in denen Interseroh aktiv ist, dar.

Auf Grundlage der Sustainable Development Goals (SDGs) und des übergeordneten Zwei-Grad-Klimaziels, führte Interseroh im Jahr 2017 eine umfangreiche Wesentlichkeitsanalyse durch. Das Nachhaltigkeitsmanagement bewertete, gemeinsam mit einer externen Kommunikations- und Nachhaltigkeitsberatung, die SDG-Unterziele mit dem größten Wirkungspotenzial für Interseroh. Um die Stakeholder-Erwartungen angemessen in den Prozess zu integrieren, führte Interseroh anschließend eine Online-Befragung des Nachhaltigkeitsbeirats durch. Die sechs externen Beiratsmitglieder vereinten Nachhaltigkeitsexpertise aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft mit beruflichen Hintergründen aus den Bereichen Private Equity, Zertifizierung, Handel, Bau- und Kreislaufwirtschaft. Ergebnis dieses systematischen Prozesses war eine überarbeitete Wesentlichkeitsanalyse. Sie diente Interseroh als Grundlage für die neue Nachhaltigkeitsstrategie.

Als wesentlich wurden dabei alle SDG-Unterziele definiert, die besonders großes Wirkungspotenzial aufweisen sowie für die Stakeholder und/oder das Geschäft von Interseroh sehr relevant sind. Als besonders relevant erwiesen sich dabei vor allem die geschäftsimmanenten Themen rund um Ressourcenschonung und Abfallvermeidung (SDG 12.2 und 12.5), nachhaltige Städte (SDG 11.6), nachhaltiges Wirtschaftswachstum (SDG 8.4) und das übergeordnete Zwei-Grad-Ziel. Die entsprechenden Leistungskennzahlen und Informationen erfasst und steuert Interseroh mittels eines Datentools über verschiedene Standorte hinweg. Die Ergebnisse der Zielerreichung berichtet das Unternehmen jährlich in seinem Nachhaltigkeitsprogramm.

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen der heutigen Zeit. Interseroh hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ressourcen zu schonen, Verschwendung zu vermeiden und so auch CO2 einzusparen. Den größten Einfluss hat das Unternehmen über die Lösungen und Dienstleistungen, die es für Kunden entwickelt. Durch die Recyclingaktivitäten von Interseroh konnten 2017 834.129 Tonnen Treibhausgase vermieden werden. Die Nachfrage nach emissionsarmen Produkten und Prozessen wird immer stärker. Das ist für viele Leistungen von Interseroh der Ansatzpunkt und damit Chance für den Ausbau des Geschäfts. Interseroh macht den Kunden die Einsparungen bezogen auf Emissionen und Ressourcen mithilfe wissenschaftlicher Studien und darauf basierender Zertifikate transparent. Die Entwicklung hin zu mehr Ressourcenschonung und CO2-Einsparung spiegeln auch die jüngsten regulatorischen Änderungen wie die EU-Kunststoffstrategie, das neue Verpackungsgesetz und die WEEE-Novelle zur Rücknahme von Elektroaltgeräten wider. Direkte negative Auswirkungen durch den Klimawandel auf das Geschäft entstehen für Interseroh nicht. Jedoch können Standorte von regulativen Einzelmaßnahmen wie zum Beispiel energetischen Sanierungsmaßnahmen betroffen sein. Eine Quantifizierung der Folgen dieser Chancen und Risiken wurde nicht vorgenommen.