2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Bei der Festlegung der Berichtsinhalte hat sich die BayernLB an den G4-Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) orientiert. Sie identifizierte in einer Wesentlichkeitsanalyse die für sie wichtigen Nachhaltigkeitsthemen und ordnete ihnen relevante GRI-Aspekte zu.

Ausgangspunkt für die Festlegung der wesentlichen Themen waren die UN Sustainable Development Goals (SDGs). Von den insgesamt 17 Entwicklungszielen hat die BayernLB zehn identifiziert, zu deren Erreichung sie im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit in besonderem Maße beitragen kann. Im nächsten Schritt hat sie aus diesen zehn Zielen für sich zwölf unternehmensspezifische Handlungsfelder abgeleitet. Dabei wurden sowohl die Anforderungen von ESG-Ratings und Reporting-Frameworks als auch branchenspezifische Nachhaltigkeitsherausforderungen berücksichtigt.

Die BayernLB hat ihre definierten Handlungsfelder in einer Wesentlichkeitsmatrix entlang dreier Kriterien priorisiert: Um die Erwartungen abzuschätzen, die die Stakeholder an die Bank haben, wurde in einer Medienanalyse die Intensität der öffentlichen Diskussion zu Nachhaltigkeitsthemen in der Bankenbranche ermittelt. Anschließend analysierten etwa 30 Vertreter verschiedener Fachbereiche und Tochterunternehmen in einem Workshop, welchen Wertbeitrag die Handlungsfelder zum Geschäftserfolg der BayernLB leisten können. Im selben Workshop wurde zudem für alle Handlungsfelder ermittelt, wie viel die BayernLB zur Erreichung der korrespondierenden SDGs beitragen kann.

Die daraus resultierende Wesentlichkeitsmatrix ist zugleich Grundlage für die Berichterstattung der BayernLB und das Fundament, auf dem die Bank in ihrem Nachhaltigkeitsprogramm ihre Ziele für die kommenden Jahre definiert.

Dabei unterscheidet die BayernLB sechs Nachhaltigkeitsthemen, in denen die zwölf Handlungsfelder eine besondere Bedeutung haben. So sind für das Thema "Mitarbeiter" beispielsweise die Felder demografischer Wandel, Diversity und Mitarbeiterentwicklung besonders relevant, für das Thema "Nachhaltige Finanzlösungen" die Felder erneuerbare und fossile Energien sowie Responsible Finance. Für jedes Handlungsfeld wurde eine strategische Zielsetzung formuliert, die durch die im Nachhaltigkeitsprogramm definierten Maßnahmen ereicht werden soll.

So wird beispielsweise im Handlungsfeld "Betrieblicher Umweltschutz" das Ziel "Kontinuierliche Reduzierung des ökologische Fußabdrucks des Geschäftrsbetriebs" durch eine Reihe von Maßnahmen zur Vermeidung von Energie- und Ressourcenverbrauch verfolgt (vgl. Nachhaltigkeitsbericht 2015, S. 7). Analoges gilt für die weiteren Themen und Handlungsfelder.

Insgesamt will die BayernLB durch die Orientierung an den SDGs im Rahmen ihrer Möglichkeiten als Unternehmen und Bank ihren Beitrag zur Erreichung dieser gesellschaftlichen Ziele leisten, Geschäftspotenzial in Bereichen erschließen, die einen Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen leisten und Risiken dort reduzieren, wo beispielsweise der anstehende Transitionsprozess zu einer dekarbonisierten Wirtschaft die Geschäftsmodelle einzelner Branchen betrifft. Diese Verknüpfung zu den sozialen und umweltbezogenen Chancen und Risiken nahezu aller Branchen ist eine Besonderheit der Finanzwirtschaft, die über Finanzierungen und Kapitalanlagen mit Unternehmen mit ganz unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen und Geschäftsmodellen verknüpft ist.

Die Übersicht über die wesentlichen Handlungsfelder findet sich auf den S. 16-18 des Nachhaltigkeitsberichts 2015, das darauf aufbauende Nachhaltigkeitsprogramm auf S. 74ff.