2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die IT-Branche bewegte sich im Jahr 2020 in einem schwierigen Marktumfeld: Handelskonflikte und konjunkturelle Eintrübungen im Zuge der Covid19-Pandemie prägten das Jahr. Abgesehen von dem Krisenjahr 2020 konnten sowohl die Softwaresparte als auch die IT-Dienstleister ihre Umsätze in den letzten Jahren steigern. Wesentlicher Wachstumstreiber ist die Digitalisierung von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Immer mehr Organisationen und Unternehmen entwickeln digitale Strukturen, um ihre Geschäftsfmodelle zukünftsfähig zu gestalten. Ein hoher Bedarf besteht insbesondere in den Bereichen IT-Sicherheit, Cloud Computing, Big Data sowie Business Interelligence.

Die Förderung des digitalen Wandels steht auch auf der Agenda der Bundesregierung. Sie hat hierzu wichtige Maßnahmen entwickelt und in der Umsetzungsstrategie „Digitalisierung gestalten“ zusammengefasst.

Im gesellschaftlichen Leben hat die Relevanz der Informationstechnologie in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Im Zuge der Covid19-Pandemie misst eine zunehmende Anzahl der Bundesbürger der Digitalisierung große Bedeutung zu. So ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom, dass 65 % der Ansicht sind, dass digitale Technologien dabei helfen können, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, etwa durch Home-Office.

Unsere wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen ergeben sich aus unserer Unternehmensstrategie sowie den Präferenzen der Unternehmensleitung und des Nachhaltigkeitsteams (siehe Kriterium 5). Ferner befragen wir unsere Stakeholder zu diesem Thema. Eine strukturierte Befragung wollen wir ab dem Jahr 2021 in Interviewform durchführen. Die wesentlichen Handlungsfleder sind: Verantwortungsvolle Unternehmensführung, Innovation und digitaler Wandel; Mitarbeiterorientierung und -gesundheit; Verantwortung für die Umwelt sowie Gesellschaftliches Engagement

Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen, die durch unsere Geschäftstätigkeit beeinflusst werden (Inside-out-Perspektive), können mit der Überschrift Digitalisierung versehen werden.

Digitale Technologien können, einer Studie des Digitalverbandes Bitkom zufolge, in sieben Anwendungsbereichen die Energieeffizienz steigern und den Ressourceneinsatz reduzieren (positive Auswirkungen):
  1. Steigerung der Produktivität in der Fertigung durch den Einsatz von vernetzten digitalen Technologien und Produktionsmaschinen über den gesamten Entwicklungslebenszyklus.
  2. Reduzierung der gefahrenen Gesamtkilometer und Effizienzsteigerung je Kilometer durch intelligente Verkehrssteuerung und Routenoptimierung sowie eine gesteigerte Auslastung des privaten und öffentlichen Verkehrs.
  3. Optimierung der Netzeffizienz durch intelligent gesteuerte Nachfragemuster, Effizienzsteigerung in der Elektrizitätsversorgung und in der Produktion erneuerbarer Energien.
  4. Optimierung des Energieverbrauchs von Gebäuden durch datenbasierte Überwachung, Harmonisierung und Automatisierung aller energiebezogenen Prozesse (z. B. Heizung, Kühlung und Beleuchtung).
  5. Reduzierung der gefahrenen Kilometer und Senkung des Energieverbrauchs in Büroräumen durch die Nutzung digitaler Kollaborationsplattformen und digitaler Services.
  6. Effizienzsteigerung in der Landwirtschaft durch die Nutzung digitaler Präzisionssystemen zur Überwachung, Automatisierung und Analyse landwirtschaftlicher Prozesse.
  7. Reduzierung der gefahrenen Kilometer und Senkung des Energieverbrauchs von Gesundheitseinrichtungen durch den Einsatz von Videokonferenzen und digitalen Gesundheitsakten. 
Der Schwerpunkt von BREDEX liegt hierbei in Anwendungsbereich 1. Wir haben beispielsweise für einen unserer Kunden eine Software entwickelt, die Fehlbauten im Produktionsprozess von vornherein verhindert (z.B. durch Berücksichtigung von Klimazonen und länderspezifischen Gesetzen). Damit helfen wir dabei, den Lebenszyklus der Produkte zu verlängern und Ressourcenverschwendung durch Fehlbauten zu vermeiden. Ein weiteres Beispiel bildet die Programmierung eines Web-Tools für einen Kunden, das die CO2-Ausstöße im Unternehmen pro Jahr detailliert erfasst.

Die IT-Branche ist durch die Produktion von Hardware und ihren Energieverbrauch jedoch auch für einen wachsenden Anteil der weltweiten Emissionen von Treibhausgasen verantwortlich (nagative Auswirkungen). Einen wesentlichen Anteil am wachsenden Energieverbrauch haben der immense Anstieg von Streaming-Anwendungen und kurze Lebenszyklen von Smartphones. Ein hoher Anteil am Stromverbauch ist vor allem auf Serverräume und Rechenzentren zurückzuführen. Eine nachhaltigere Nutzung dieser Infrastruktur könnte etwa darin bestehen, die Kühlung von Rechenzentren durch eine geeignete Standortwahl sowie eine Zufuhr von äußerer Kaltluft oder kaltem Wasser zu optimieren bzw. Strom auf nachhaltigem Wege, z.B. eigene Solaranlagen, zu gewinnen. Neben dem Einsatz energieeffizienter Hardware können auch interne Prozesse wie Onlinekonferenzen und E-Kommunikationstools zur Nachhaltigkeit durch Begrenzung der Reisetätigkeit beitragen. 

Einzelne wesentliche Nachhaltigkeitsthemen, die auf unsere Geschäftstätigkeit einwirken (Outside-in-Perspektive), können wir nicht identifizieren. Die Wesentlichkeit der Gesamtthematik für unser Unternehmen ergibt sich aus der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung der Nachhaltigkeit, verstärkt auch durch die Verabschiedung der Agenda 2030 und Aktionen wie Fridays for Future, die das Thema Nachhaltigkeit und Ökologie in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gesetzt haben. Wir sehen darin keine negativen Auswirkungen, sondern ausschließlich positive, nachhaltige Auswirkungen auf unser Unternehmen.

Wesentliche soziale oder ökologische Risiken aus der Umsetzung der Aspekte sehen wir nicht. Hauptsächlich Chancen: Die Erwartung der Kunden an ihre Dienstleister, nachhaltig zu agieren, ist auch dadurch gestiegen, dass das Thema Nachhaltigkeit mit allen Aspekten immer mehr im Fokus der Öffentlichkeit steht. Somit erwarten wir hier einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmen ohne Engagement auf diesem Gebiet. Darüber hinaus wirkt sich die Unterstützung gemeinnütziger Projekte oder Einrichtungen positiv auf den regionalen Bekanntheitsgrad aus. Auch im Hinblick auf die Nachwuchsgewinnung sehen wir Vorteile, da insbesondere die jüngere Generation dem Thema Nachhaltigkeit eine große Relevanz, auch bei der Jobwahl, einräumt.

Ein Risiko könnte aus globaler Sicht darin bestehten, dass Nachhaltigkeit für ausländische Konkurrenzunternehmen weniger wichtig ist und damit Wettbewerbsnachteile gegenüber diesen Unternehmen in der Kostenstruktur entstehen. Angesichts der Tatsache, dass BREDEX momentan fast ausschließlich im Inland agiert, ist dieses Risiko zurzeit nicht relevant.