2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die GBN ist als kommunale Wohnungsgesellschaft ausschließlich in der Stadt Nienburg tätig. Der steigende Bedarf an bezahlbarem Wohnraum im städtischen Umfeld für alle Schichten der Bevölkerung betrifft die Gesellschaft somit unmittelbar. Eine sozial ausgewogene Mietenpolitik und eine bezahlbare energieeffiziente Modernisierungspolitik stellen hierbei prägende Elemente dar. Im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse hat die Gesellschaft die unter dem DNK Kriterium 9 genannten Anspruchsgruppen der Gesellschaft definiert und hieraus Themen in den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit abgeleitet:  

Dabei wird die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft durch sozioökonomische, ökologische und politische Rahmenbedingungen im regionalen Unternehmensumfeld beeinflusst:
 
 
Aus dem Geschäftsmodell der Gesellschaft ergeben sich Chancen und Risiken für die identifizierten zentralen Handlungsfelder, der sich die Gesellschaft vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit stellen muss. Hierbei sind in der Betrachtung hinsichtlich der ökologischen, sozioökonomischen und politischen Besonderheiten des Umfelds von besonderer Bedeutung:  

Sozioökonomisches und politisches Umfeld Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum und einem demographieentwicklungskonformen Wohnungsangebot hat einen entscheidenden Einfluss auf die Tätigkeit der Gesellschaft. So sieht die Prognose für die Stadt Nienburg ein Bevölkerungsrückgang bis 2035 gegenüber 2013 von rund 11,7 % voraus. Auch wird sich eine Verschiebung der Altersstruktur innerhalb der Bevölkerung ergeben und ein Anstieg der älteren Bevölkerung prognostiziert.

Chancen sieht die GBN vor allem in der durch die Auswirkungen der demographischen Entwicklung bedingten Neuausrichtung und Weiterentwicklung sowie Anpassung ihres Immobilienbestandes. So wurde im Zuge der Portfolioausrichtung die Neubau- und Rückbaustrategie im Bestand diesbezüglich angepasst. Die GBN hat innerhalb der letzten 15 Jahre rund 150 Wohnungen durch Abrisstätigkeiten vom Markt genommen und durch Neubauten bzw. Aufstockungen von ca. 90 Einheiten ersetzt. Das neu geschaffene Wohnungsangebot und Wohn-umfeld wurde entsprechend der demographischen Prognosen barrierearm und altersgerecht ausgerichtet.

Ferner hat die Gesellschaft das zielgruppenspezifische Wohnungsangebot in 2019 durch die Errichtung von drei Wohngemeinschaften (zwei Pflege-WGs) für Menschen mit Betreuungsbedarf mit 24 Zimmern und eine WG mit acht Zimmern für junge Erwachsene mit körperlicher und geistiger Einschränkung erweitert.

Gerade die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum stellt einen zunehmenden Zielkonflikt zwischen den ökonomischen und ökologischen Aspekten in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft dar. Diese Zielkonflikte spiegeln sich insbesondere vor dem Hintergrund von steigenden Bau- und Grundstückskosten, der Verfügbarkeit von geeigneten Grundstücksarealen und der Kapazitätsauslastung des Baugewerbes sowie der klimaschutzrelevanten Anforderungen in Bezug auf die Bereitstellung von günstigem Wohnraum wider. Ferner ist die Gesellschaft regelmäßig mit Änderungen aus gesetzlichen Rahmenbedingungen konfrontiert, die sich beispielsweise aus der gegenwärtigen Grundsteuerreform, dem Mietrecht und Bauordnungen ergeben und sich negativ auf die Mietpreisgestaltung auswirken können.

Ökologisches Umfeld
Wohnungsbestand
Das Unternehmen achtet im Rahmen der Modernisierungs- und Neubautätigkeit auf energetische Anforderungen und berücksichtigt hierbei die langfristigen Klimaschutzziele der Bundesregierung. In der Betrachtung dieser Investitionsaktivitäten werden geringe Energieverbräuche und neuerdings auch alternative Wärmeerzeugungstechnologien berücksichtigt.

Verwaltung
Im laufenden Geschäftsbetrieb soll die Digitalisierung der wesentlichen Geschäftsprozesse weiter vorangetrieben werden. Chancen ergeben sich hierbei insbesondere im Hinblick auf die Ressourceneinsparungen beispielsweise bei Papier und die damit verbundenen vermeidbaren Transportwege. Folgende Projekte wurden bereits bzw. sollen noch umgesetzt werden:  
Flächensparen
Insbesondere ergeben sich ökologische Risiken aus der zunehmenden Verknappung von Baulandflächen. Vor diesem Hintergrund wurde auf Initiative der Stadt Nienburg ein Baulückenkataster aufgelegt. Die GBN hat aktiv bei diesem Projekt mitgewirkt. Hierdurch konnte bei einer Liegenschaft ein Baugrundstück separiert und veräußert werden. Im Bereich Stuttgarter Straße plant die Gesellschaft eine Nachverdichtung mit 28 Wohnungen und insgesamt 1.475 m² Wohnfläche. Dadurch ergeben sich Chancen für eine nachhaltige ressourcenschonende Siedlungsflächenentwicklung, um zukünftig Bestandsflächen optimal zu nutzen und weitere Flächenversiegelungen in der Kommune zu vermeiden.

Sonderimmobilien
Die GBN bietet der Stadt als Gesellschafterin bzw. dem Landkreis Nienburg/Weser regelmäßig Unterstützung an bei der aktiven Umsetzung der Errichtung von Sonderimmobilien. Projekte kommen aber auch durch Kontaktaufnahme mit Trägerunternehmen (z.B. GfI Gesellschaft für Integration mbH) zustande. Alle Projekte werden wirtschaftlich betrieben und vor der Realisierung einer dynamischen Wirtschaftlichkeitsberechnung anhand der vollständigen Finanzplan-Berechnung (VoFI-Modell) unterzogen. Die GBN hat in den vergangenen Jahren folgende Sonderimmobilien umgesetzt (mit Angabe der Bezugsfähigkeit):

Durch die bisher umgesetzten Projekte werden kommunale Engpässe in der Betreuung beseitigt bzw. verringert und Alternativen zu bestehenden Betreuungsangeboten geschaffen. Durch Neubauten nach neuesten energetischen Standards sollen ökologische Ressourcen nachhaltig geschont werden.

Die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die relevanten Nachhaltigkeitsaspekte werden im Rahmen der Berichterstattung in den jeweiligen DNK-Kriterien dargestellt und weiter vertieft. Für die Dimension Wirtschaft siehe DNK-Kriterien 4 bis 7, 10, 17, 19 und 20. Für die Dimension Soziales siehe DNK-Kriterien 14 bis 16 sowie 18. Für die Dimension Ökologie siehe DNK-Kriterien 11 bis 13.